Organisierte Kriminalität Wieder hochrangiger Mafiaboss in Neapel gefasst
Doppelerfolg im Kampf gegen die Mafia: Die italienische Polizei hat die Russo-Brüder festgenommen. Beide waren jahrelang auf der Flucht gewesen.
Der italienischen Polizei ist ein neuer Schlag gegen die neapolitanische Mafia "Camorra" gelungen: Am Sonntagmorgen nahmen Carabinieri im Norden von Neapel einen Mafiaboss fest. Der 62 Jahre alte Pasquale Russo wurde seit mehr als 16 Jahren unter anderem wegen Mordes gesucht. Er wird vom Innenministerium in Rom zu den zehn gefährlichsten Verbrechern Italiens gezählt.
Am Vortag hatten die Fahnder schon Russos Bruder Salvatore in einem Landhaus bei Avellino überrascht und festgenommen. Der Mafioso hatte sich in einem Bunker versteckt, der nur über einen Geheimtunnel zu erreichen war. Wie die Turiner Tageszeitung La Stampa am Sonntag berichtete, fanden die Mafia-Jäger in dem Versteck unter anderem zahlreiche Schusswaffen. Die kriminellen Brüder seien berüchtigt für ihre Aggressivität und Brutalität, hieß es.
Der 51-jährige Salvatore Russo war wegen Mordes und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er war seit 1995 auf der Flucht.
Der Spiegel zitierte Italiens Justizminister Angelino Alfano mit den Worten, die Festnahme Russos sei ein "äußerst harter" Schlag gegen die Mafia. Innenminister Roberto Maroni sprach von einem "außergewöhnlichen Erfolg".
Die Brüder hatten die Camorra in der Region gemeinsam neu aufgebaut, nachdem der frühere Camorra-Pate Carmine Alfieri nach seiner Verhaftung 1993 zum Kronzeugen der Staatsanwaltschaft geworden war.
- Datum 01.11.2009 - 11:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 3
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Jawohl sperrt dieses unnütze Gewürm weg.
[ Anmerkung: Bitte bleiben sie sachlich in Ihrer Wortwahl. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Der Oberboss der Mafia ist entlarft und muss auch in den Knast.
Ich nenne keinen Namen (wegen Zensur)
Korruption durch Familienpolitik - der anderen Art. Der Krieg hatte das Sozialgefüge durcheinandergeschüttelt. Die 68er brachen aus dem Käfig Familie aus und bauten goldene Käfige für ihre Kinder. Die Republik schien auf wundersame Weise zu funktionieren: die Person war Bürger und Quelle allen - gleichen Rechts -. Inzwischen aber hatte der Freie einen der Freiheit mindestens ebenbürtigen Wert entdeckt, der Gerechte einen Grund für das Privileg und der Brüderliche eine andere Quelle der Freude und Moral. Die Familie.
Nicht nur in Familienunternehmen wachsen wieder Sprößlinge nach, Richterstühle, Verwaltungsposten und endlich auch Ämter hören sich wieder nach bekannten Namen an. Eine Krankenkasse ermuntert ihre Personalleiterinnen, doch bevorzugt Kinder von Angehörigen einzustellen, weil sie doch schon wissen, was da gearbeitet wird. Personalräte besonderer Firmen spielen mit im Verteilungsspiel an Angehörige. Die Zeiten der reinen Republik sind vorbei. Der Chancenlose kann sich das Schicksal seines Sohnes ausmalen. Wenn er sich mit anderen zur Familienpolitik von Unten zusammenschließt nennt man ihn Mafioso.
Es ist die Gewalt, die ihn von uns anderen Familienvätern unterscheidet, die für ihre Kinder das Beste wollen, nicht unbedingt für die anderer. Arbeiten nicht auch wir am Untergang der Republik der Gleichen und der Freien mit? Man sollte beim Wort und bei der besonderen Betonung des Wertes Familie kritisch bleiben.
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