Mordprozess in Dresden Alex W. zeigt keine Reue

Im Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa al-Scherbiny hat der Angeklagte gestanden. Zeichen von Reue zeigte er nicht, Ausländerfeindlichkeit als Motiv verneinte er.

Der Prozess gegen Alex W., der sein Gesicht bisher stets verbirgt, findet unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt

Der Prozess gegen Alex W., der sein Gesicht bisher stets verbirgt, findet unter großen Sicherheitsvorkehrungen statt

Der Angeklagte im Prozess um den Mord an der Ägypterin Marwa al-Scherbiny hat das Verbrechen gestanden. Sein Anwalt Veikko Bartel verlas am Mittwoch eine entsprechende Erklärung seines Mandanten im Dresdner Landgericht. Er selbst machte vor Gericht keinerlei Angaben und wollte auch das Geständnis nicht selbst verlesen. Der Vorsitzenden Richterin Birgit Wiegand bestätigte der Angeklagte erst auf Nachdruck mit einem deutlichen "Ja", dass die Erklärung gemeinsam mit ihm erstellt worden sei.

In dem Geständnis gibt der Russlanddeutsche die Angriffe auf die schwangere 31-Jährige und ihren Mann zu. Sein Motiv sei jedoch nicht Fremdenhass gewesen, sondern Enttäuschung gegenüber der deutschen Justiz, auch fühle er sich von der deutschen Bürokratie schikaniert. "Es stimmt, dass ich eine ausländerfeindliche Gesinnung habe, aber das ist nicht das Motiv", zitierte Bartel seinen Mandanten. Er habe sich "in einem Zustand der Angst und Panik befunden", durch das Beleidigungsverfahren gegen sich unter Stress gestanden und Furcht vor einer Gefängnisstrafe gehabt. Er habe sich "machtlos", "vom Staat, genauer von der Bürokratie schikaniert" und ungerecht behandelt gefühlt. Der erste Strafbefehl sei "ein totaler Schock" gewesen, er habe diesen als "persönliche Bedrohung" empfunden. Danach sei er depressiv gewesen und habe sich mit viel Alkohol betäubt.

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Alex W. muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Anklage hat er in einer Berufungsverhandlung wegen Beleidigung am 1. Juli die schwangere Zeugin Marwa al-Scherbiny aus Fremdenhass mit einem Messer getötet und ihren Mann lebensgefährlich verletzt. Im Sommer 2008 hatte Alex W. die Ägypterin auf einem Spielplatz als Islamistin und Terroristin beschimpft. Daraufhin war es zu dem Prozess gekommen, bei dem die Bluttat geschah. Dem Mann droht eine lebenslange Haftstrafe.

Am Donnerstag soll das Gutachten zur Schuldfähigkeit vorgetragen werden. Für kommenden Montag und Dienstag sind die Plädoyers geplant. Das Urteil soll am 11. November gesprochen werden.

 
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