Westjordanland Palästinenser reißen Segment der Mauer nieder

Mauerfall in Nahost: Am 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls haben Hunderte Palästinenser ein rund acht Meter hohes Segment der israelischen Sperranlage zum Westjordanland niedergerissen.

Palästinenser reißen am 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls ein Stück der Sicherheitsmauer zwischen dem Westjordanland und Ostjerusalem nieder

Palästinenser reißen am 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls ein Stück der Sicherheitsmauer zwischen dem Westjordanland und Ostjerusalem nieder

Die Demonstranten schwenkten palästinensische Fahnen und forderten den vollständigen Abbau der Mauer. Die Palästinenser hatten das Mauersegment mithilfe eines Drahtseils und eines Lastwagens zu Fall gebracht. Daraufhin entstand in der Nähe des Kalandija-Grenzübergangs eine kleine Lücke zwischen dem Westjordanland und Ostjerusalem.
 

Die Organisatoren erklärten, dass die israelische Mauer länger und höher als die ehemalige Mauer in Berlin sei. Israel hatte nach einer Serie blutiger Anschläge von Palästinensern im Juni 2002 beschlossen, eine Sperranlage zum Westjordanland zu bauen. Rund 60 Prozent der mehr als 700 Kilometer langen Anlage sind fertiggestellt. Israel weist darauf hin, dass seitdem die Zahl der Anschläge und damit verbundenen Todesopfer deutlich zurückgegangen sei.

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Dagegen spricht die israelische Menschenrechtsorganisation B'tselem von der "extremsten Lösung", die eigenen Bürger zu schützen, weil sie den größten Schaden unter den Palästinensern anrichte.

Die Palästinenser werfen Israel den Diebstahl von Grund und Boden im großen Stil vor, weil die Sicherheitsanlage nicht auf der Waffenstillstandslinie verläuft, sondern an vielen Stellen weit in das Westjordanland hereinreicht. Darüber hinaus kritisieren die Palästinenser, dass Israel mit der Sperranlage den besetzten arabischen Ostteil Jerusalems vom Westjordanland abtrennen wollte. Israel betrachtet anders als die übergroße Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft ganz Jerusalem als seine ungeteilte Hauptstadt.

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 09.11.2009 um 19:40 Uhr
    1. Bravo

    Ein wichtiges Zeichen an einem symbolträchtigen Tag.
    Auch diese Mauer wird fallen. Die Machthaber in Tel Aviv werden sich hinter ihrer Mauer genau so wenig vor dem Lauf der Zeit verstecken können, wie das dem Ostberliner Politbüro gelungen ist.
    Israel muss sich seinem Besatzungsproblem ehrlich stellen, da helfen auch keine 8 Meter Beton. Sonst wird die Besatzung die israelische Demokratie zerfressen. Dagegen helfen dann auch keine 8 Meter Beton.

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    [...] (Bitte verzichten Sie auf Sarkasmus. Vielen Dank, die Redaktion /ft)

    • credo
    • 05.12.2009 um 19:54 Uhr

    Mit dem Vergleich der israelischen Grenzbefestigungsanlagen mit der Berliner Mauer wird wohl eine Tatsache übersehen:
    Die Berliner Mauer wurde von der kommunistischen Staatsmacht der DDR errichtet, damit ihr die Menschen nicht mehr weglaufen.
    Die israelischen Grenzverstärkungen sind errichtet worden, damit keine Terroristen mehr eindringen können.
    Wer beides gleichsetzt, rechnet mit der Unkenntnis der Adressaten - und lügt.

    [...] (Bitte verzichten Sie auf Sarkasmus. Vielen Dank, die Redaktion /ft)

    • credo
    • 05.12.2009 um 19:54 Uhr

    Mit dem Vergleich der israelischen Grenzbefestigungsanlagen mit der Berliner Mauer wird wohl eine Tatsache übersehen:
    Die Berliner Mauer wurde von der kommunistischen Staatsmacht der DDR errichtet, damit ihr die Menschen nicht mehr weglaufen.
    Die israelischen Grenzverstärkungen sind errichtet worden, damit keine Terroristen mehr eindringen können.
    Wer beides gleichsetzt, rechnet mit der Unkenntnis der Adressaten - und lügt.

  1. 2. jawohl

    [...] (Bitte verzichten Sie auf Sarkasmus. Vielen Dank, die Redaktion /ft)

    Antwort auf "Bravo"
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    Es ist nicht legitim für einen Staat, der von sich selbst behauptet das Völkerrecht zu respektieren und auf rechtsstaatlichen Prinzipien zu basieren, Kollektivstrafen gegen ein ganzes Volk zu verhängen. Nicht nur, weil unter solchen Maßnahmen am Meisten unschuldige zu leiden haben und die Extremisten, denen man ja eigentlich schaden will davon mal wieder am meisten profitieren, sondern auch weil der Dialog untereinander die grundlegende Basis für jegliche Arten von Einigungen bildet? Wer kann Verständnis und MItgefühl gegenüber seinen Nachbarn entwickeln, wenn er sich von ihnen abschottet? Wenn wir eine Lehre aus dem heutigen Jahrestag ziehen sollten dann doch die, dass sein Kochtopf auch dann überkocht wenn man einen Deckel drauf macht. Vielleicht dauert es länger, aber der Druck der sich im inneren aufgebaut hat ist mit Sicherheit höher!

    Es ist nicht legitim für einen Staat, der von sich selbst behauptet das Völkerrecht zu respektieren und auf rechtsstaatlichen Prinzipien zu basieren, Kollektivstrafen gegen ein ganzes Volk zu verhängen. Nicht nur, weil unter solchen Maßnahmen am Meisten unschuldige zu leiden haben und die Extremisten, denen man ja eigentlich schaden will davon mal wieder am meisten profitieren, sondern auch weil der Dialog untereinander die grundlegende Basis für jegliche Arten von Einigungen bildet? Wer kann Verständnis und MItgefühl gegenüber seinen Nachbarn entwickeln, wenn er sich von ihnen abschottet? Wenn wir eine Lehre aus dem heutigen Jahrestag ziehen sollten dann doch die, dass sein Kochtopf auch dann überkocht wenn man einen Deckel drauf macht. Vielleicht dauert es länger, aber der Druck der sich im inneren aufgebaut hat ist mit Sicherheit höher!

  2. Es ist nicht legitim für einen Staat, der von sich selbst behauptet das Völkerrecht zu respektieren und auf rechtsstaatlichen Prinzipien zu basieren, Kollektivstrafen gegen ein ganzes Volk zu verhängen. Nicht nur, weil unter solchen Maßnahmen am Meisten unschuldige zu leiden haben und die Extremisten, denen man ja eigentlich schaden will davon mal wieder am meisten profitieren, sondern auch weil der Dialog untereinander die grundlegende Basis für jegliche Arten von Einigungen bildet? Wer kann Verständnis und MItgefühl gegenüber seinen Nachbarn entwickeln, wenn er sich von ihnen abschottet? Wenn wir eine Lehre aus dem heutigen Jahrestag ziehen sollten dann doch die, dass sein Kochtopf auch dann überkocht wenn man einen Deckel drauf macht. Vielleicht dauert es länger, aber der Druck der sich im inneren aufgebaut hat ist mit Sicherheit höher!

    Antwort auf "jawohl"
  3. Seien es die Römer mit ihrem Limes,die Chinesen mit der grossen Mauer ,die Amis mit ihrem gigantischen Grenzzaun an der mexikanischen Grenze und sogar wir Euopäer mit unseren Grenzbefestigungen gegen illegale Einwanderer.Immer war das Ziel einer solcher Mauer eine Abgrenzung sei es wirtschaftlicher,kultureller oder politischer Art.Und jedesmal hat die Sichtbarwerdung dieser Mauer zu noch groesserem Druck auf die Mauerbauer gefuehrt.
    Es ist abzusehen,dass Israel keine Zukunft in der Region hat,zu gross ist die Geburtenrate der arabischen Bevölkerung und zu gross ist die Unverträglichkeit der Idee vom Judenstaat mit den Realitäten im Nahen Osten.Was soll denn ein Staat fuer Juden (was fuer ein Anachronismus!) anderes machen als ein Staat fuer Juden zu sein,auch wenn sie demokratisch organisiert ist? Damit Israel wirklich eine langfristige Perspektive in der Region hat,muss es im Grunde ein Nicht-Israel sein.

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    Die Bezeichnung "Sciherheitsmauer" in der Bildunterschrift ist so zynisch wie der "antifaschistische Schutzwall."

    Nicht die Mauer hat dafür gesorgt, dass es in Israel keine Anschläge mehr gibt sondern die Palästinenser selbst halten ihre Extremisten kurz und üben sich zunehmend im friedlichen Widerstand.
    Die Mauer stellt eine völkerrechtswidrige Landnahme dar. Hoffentlich fällt sie ebenso friedlich wie einst die Berliner Mauer. Aber ich fürchte es wird nicht so sein...

    • eras
    • 09.11.2009 um 22:25 Uhr

    "Es ist abzusehen,dass Israel keine Zukunft in der Region hat,zu gross ist die Geburtenrate der arabischen Bevölkerung und zu gross ist die Unverträglichkeit der Idee vom Judenstaat mit den Realitäten im Nahen Osten."

    An die Legende glauben aber auch nur die hartnäckigsten Palästinafreunde. Geboren wird größtenteils hinter der Sperrmauer (in ein paar Jahren vielleicht im Nachbarstaat - hoffen wirs mal), das wird wohl da die Misere verstärken, bleibt aber für Israel folgenlos. Und was die israelischen Araber angeht: Das gleichen die Ultraorthodoxen und die Einwanderer locker aus. Das Judentum hat die Nazis überlebt. Ich glaube kaum, dass die sich von der Geburtenrate der Araber beeindrucken lassen...

    Die Bezeichnung "Sciherheitsmauer" in der Bildunterschrift ist so zynisch wie der "antifaschistische Schutzwall."

    Nicht die Mauer hat dafür gesorgt, dass es in Israel keine Anschläge mehr gibt sondern die Palästinenser selbst halten ihre Extremisten kurz und üben sich zunehmend im friedlichen Widerstand.
    Die Mauer stellt eine völkerrechtswidrige Landnahme dar. Hoffentlich fällt sie ebenso friedlich wie einst die Berliner Mauer. Aber ich fürchte es wird nicht so sein...

    • eras
    • 09.11.2009 um 22:25 Uhr

    "Es ist abzusehen,dass Israel keine Zukunft in der Region hat,zu gross ist die Geburtenrate der arabischen Bevölkerung und zu gross ist die Unverträglichkeit der Idee vom Judenstaat mit den Realitäten im Nahen Osten."

    An die Legende glauben aber auch nur die hartnäckigsten Palästinafreunde. Geboren wird größtenteils hinter der Sperrmauer (in ein paar Jahren vielleicht im Nachbarstaat - hoffen wirs mal), das wird wohl da die Misere verstärken, bleibt aber für Israel folgenlos. Und was die israelischen Araber angeht: Das gleichen die Ultraorthodoxen und die Einwanderer locker aus. Das Judentum hat die Nazis überlebt. Ich glaube kaum, dass die sich von der Geburtenrate der Araber beeindrucken lassen...

  4. Die Bezeichnung "Sciherheitsmauer" in der Bildunterschrift ist so zynisch wie der "antifaschistische Schutzwall."

    Nicht die Mauer hat dafür gesorgt, dass es in Israel keine Anschläge mehr gibt sondern die Palästinenser selbst halten ihre Extremisten kurz und üben sich zunehmend im friedlichen Widerstand.
    Die Mauer stellt eine völkerrechtswidrige Landnahme dar. Hoffentlich fällt sie ebenso friedlich wie einst die Berliner Mauer. Aber ich fürchte es wird nicht so sein...

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    • eras
    • 09.11.2009 um 22:34 Uhr

    "Nicht die Mauer hat dafür gesorgt, dass es in Israel keine Anschläge mehr gibt sondern die Palästinenser selbst halten ihre Extremisten kurz und üben sich zunehmend im friedlichen Widerstand."

    Hmmh, dass ist ja dann mal einer der größeren Zufälle der Geschichte. Ausgerechnet in dem Moment, in dem die Sperrmauer fertig wird, verzichten die Radikalen auf der Gegenseite freiwillig auf Anschläge. Nachdem sie jahrelang alles getan haben, um Israelis zu töten. Glauben sie das wirklich?

    Und wie erklären sie sich dann, dass die "befriedeten" Radikalen dann doch Anschläge ausgeführt haben? Nicht mit Bomben (denn die kriegen sie ja wegen des Sperrzauns nicht ins Land). Aber mit Bulldozern. Haben die von der neuen Friedenspolitik nichts mitbekommen?

    • eras
    • 09.11.2009 um 22:34 Uhr

    "Nicht die Mauer hat dafür gesorgt, dass es in Israel keine Anschläge mehr gibt sondern die Palästinenser selbst halten ihre Extremisten kurz und üben sich zunehmend im friedlichen Widerstand."

    Hmmh, dass ist ja dann mal einer der größeren Zufälle der Geschichte. Ausgerechnet in dem Moment, in dem die Sperrmauer fertig wird, verzichten die Radikalen auf der Gegenseite freiwillig auf Anschläge. Nachdem sie jahrelang alles getan haben, um Israelis zu töten. Glauben sie das wirklich?

    Und wie erklären sie sich dann, dass die "befriedeten" Radikalen dann doch Anschläge ausgeführt haben? Nicht mit Bomben (denn die kriegen sie ja wegen des Sperrzauns nicht ins Land). Aber mit Bulldozern. Haben die von der neuen Friedenspolitik nichts mitbekommen?

  5. Grundsätzlich ist dieser Vorfall Augenwischerei. Die Mauer der Israelis ist kein Bauvorhaben für ein Politsystem dass seine Ideologie schwinden sieht(wie eins der Sozialismus), sondern zuallererst zum Schutze der Bürger gebaut wurde(was wir von unseren Verantwortlichen in der Politik genauso erwarten würden). egal ob nun Bevölkerung oder extremist unter dieser Grenze leidet, so steht jedem Volk(also auch den israelis) das Recht zu, sich vor Attentätern zu schützen. Es ist ja schon komisch, dass seit bestehen der Mauer, die Zahl der Übergriffe stark zurückgegangen ist. Man kann und darf nicht dieses Ereignis gleichsetzen mit dem Berliner Mauerfall, denn wenn ein Volk wie die Palästinenser, die ihre eigenen Landsleute als schutzschilder gebrauchen(Fraue und Kinder), die im Namen ihres gew. Gottesstaates mit gewalt die Ausrottung Israels verfolgen,gut heißt, verläßt den historischen Boden der Tatsachen. Wir sollten uns hüten Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

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    "denn wenn ein Volk wie die Palästinenser, die ihre eigenen Landsleute als schutzschilder gebrauchen(Fraue und Kinder), die im Namen ihres gew. Gottesstaates mit gewalt die Ausrottung Israels verfolgen,gut heißt, verläßt den historischen Boden der Tatsachen"

    Soll das etwa der Boden der historischen Tatsachen sein?

    "denn wenn ein Volk wie die Palästinenser, die ihre eigenen Landsleute als schutzschilder gebrauchen(Fraue und Kinder), die im Namen ihres gew. Gottesstaates mit gewalt die Ausrottung Israels verfolgen,gut heißt, verläßt den historischen Boden der Tatsachen"

    Soll das etwa der Boden der historischen Tatsachen sein?

  6. "denn wenn ein Volk wie die Palästinenser, die ihre eigenen Landsleute als schutzschilder gebrauchen(Fraue und Kinder), die im Namen ihres gew. Gottesstaates mit gewalt die Ausrottung Israels verfolgen,gut heißt, verläßt den historischen Boden der Tatsachen"

    Soll das etwa der Boden der historischen Tatsachen sein?

  7. (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft)

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    • rudi07
    • 09.11.2009 um 22:06 Uhr

    [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redakiton /ft)

    Und klären Sie bitte auf, was an dem von Ihnen entfernten Kommentar Nr. 8 Ihrer Ansicht nach "unsachlich" oder "persönlich" gewesen sein soll.

    Sie haben zwar das ZEIT-Hausrecht inne, deklassieren aber die meinungsfreiheitliche Einrichtung der Kommentare, wenn Sie, wie im vorliegenden Fall geschehen, ex cathedra verfügen, was "sachlich" ist und was nicht.

    • rudi07
    • 09.11.2009 um 22:06 Uhr

    [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redakiton /ft)

    Und klären Sie bitte auf, was an dem von Ihnen entfernten Kommentar Nr. 8 Ihrer Ansicht nach "unsachlich" oder "persönlich" gewesen sein soll.

    Sie haben zwar das ZEIT-Hausrecht inne, deklassieren aber die meinungsfreiheitliche Einrichtung der Kommentare, wenn Sie, wie im vorliegenden Fall geschehen, ex cathedra verfügen, was "sachlich" ist und was nicht.

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