Die Demonstranten schwenkten palästinensische Fahnen und forderten den vollständigen Abbau der Mauer. Die Palästinenser hatten das Mauersegment mithilfe eines Drahtseils und eines Lastwagens zu Fall gebracht. Daraufhin entstand in der Nähe des Kalandija-Grenzübergangs eine kleine Lücke zwischen dem Westjordanland und Ostjerusalem.
 

Die Organisatoren erklärten, dass die israelische Mauer länger und höher als die ehemalige Mauer in Berlin sei. Israel hatte nach einer Serie blutiger Anschläge von Palästinensern im Juni 2002 beschlossen, eine Sperranlage zum Westjordanland zu bauen. Rund 60 Prozent der mehr als 700 Kilometer langen Anlage sind fertiggestellt. Israel weist darauf hin, dass seitdem die Zahl der Anschläge und damit verbundenen Todesopfer deutlich zurückgegangen sei.

Dagegen spricht die israelische Menschenrechtsorganisation B'tselem von der "extremsten Lösung", die eigenen Bürger zu schützen, weil sie den größten Schaden unter den Palästinensern anrichte.

Die Palästinenser werfen Israel den Diebstahl von Grund und Boden im großen Stil vor, weil die Sicherheitsanlage nicht auf der Waffenstillstandslinie verläuft, sondern an vielen Stellen weit in das Westjordanland hereinreicht. Darüber hinaus kritisieren die Palästinenser, dass Israel mit der Sperranlage den besetzten arabischen Ostteil Jerusalems vom Westjordanland abtrennen wollte. Israel betrachtet anders als die übergroße Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft ganz Jerusalem als seine ungeteilte Hauptstadt.