Susan Boyle

Über Nacht zum globalen Medienstar

Von der Talentshow in die Charts: Die Britin Susan Boyle veröffentlicht ihre erste CD. Kein Album in der Geschichte von Amazon wurde je in solchen Mengen vorbestellt.

Früher war Susan Boyle der "haarige Engel", jetzt haben die Stylisten Hand an sie gelegt

Früher war Susan Boyle der "haarige Engel", jetzt haben die Stylisten Hand an sie gelegt

Vor einem Jahr war sie noch unbekannt und verlacht. Nun geht die Märchenkarriere des Aschenputtels aus dem schottischen Blackburn in atemberaubendem Tempo weiter. Susan Boyles erste CD, I Dreamed a Dream ist am Dienstag in die britischen Läden gekommen und wird Verkaufsrekorde aufstellen. Die Single mit der Rolling-Stones-Ballade Wild Horses, dürfte in den USA und Großbritannien direkt auf Platz eins der Hitparaden steigen. Bei Amazon hatte noch nie in der Geschichte des Unternehmens eine Platte so viel Vorbestellungen. Wettbüros nehmen gar keine Wetten mehr an, dass die CD auf Nummer 1 kommt. In Deutschland erscheint die CD am 4. Dezember.

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Susan Boyle lässt sich derweil nicht aus der Ruhe bringen. "In den letzten sechs Monaten habe ich die Dinge in meinem eigenen Tempo gemacht", sagte die 48-Jährige, als sie jüngst bei einem Konzert der Gruppe Spandau Ballett in Glasgow hinter der Bühne mit Sänger Tony Hadley plauderte und sich beraten ließ, wie man mit Ruhm umgeht. "Lass dich nie von deiner Plattenfirma herumschubsen", warnte Hadley.

Mit 48 Jahren hatte die Kirchenhelferin wenig Aussichten, beim Singen über den Kirchenchor hinauszukommen. Ihre Auftritte bei Talentwettbewerben wurden belächelt. Susan ist lernbehindert, hat eine unbeholfene Art und wurde wegen ihrer struppigen Frisur und ihren buschigen Augenbrauen verspottet. Aber dann trieb sie mit ihrem Song I Dreamed a Dream den Juroren der Britischen TV-Show Britain’s Got Talent die Tränen in die Augen. Der Song wurde zum meistgeklickten Youtube-Video aller Zeiten.

Über Nacht wurde Susan Boyle zum globalen Medienstar – man nannte sie "den haarigen Engel". Letzte Woche wurde sie von der schottischen Zeitung Daily Record beim Shopping entdeckt. Im Regenmantel fuhr sie von Blackburn mit dem Bus 557 nach Bathgate und kaufte im Kaufhaus Kleider – angeblich für ihren Auftritt in der TV Show X-Factor. Doch als sie in London ankam, waren die Produzenten geschockt. Sie hatte sich zu Hause noch die Haare gefärbt und es war schiefgegangen. "Sie kam mit einem großen Grinsen und feuerroten Haaren. Ihre grauen Stellen hatten das Rot besonders aufgesaugt", berichtete ein TV-Mitarbeiter. Eilends wurde ein Friseur herbeigetrommelt und die Haare dunkel gefärbt.

Seit Monaten tobt unter den Fans die Debatte, ob sie ein neues Styling braucht. "Sie muss genau so bleiben, wie sie ist, das ist der Grund, warum wir sie lieben", sagte die Britain’s Got Talent-Jurorin Amanda Holden.

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Leser-Kommentare

    • 25.11.2009 um 19:08 Uhr
    • mixa

    Wer träumt da nicht von? Einmal Star sein!
    Es machen diese Talentshows ja erst möglich, dass man entdeckt wird.
    Doch gibt es das nicht überall? Dieses Aschenputtelleben, überall sitzen unentdeckte Talente.
    Deshalb sollte man auch diese Talkshows abschaffen, in denen sich die Berühmten gegenseitig beweihräuchern und mal ganz einfache Menschen dahinsetzen und die mal was sagen lassen.
    Der MDR macht es teilweise schon vor, leider nur mit Menschen die Kummer haben. Es ist aber mal ein Anfang.
    Der Frau Boyle wünsche ich alles Gute!
    Eigentümlich das fast alle Talente aus England kommen oder in England entdeckt werden.
    Hier gibt es immer nur die Negativtalente, Kübelböck, usw. darüber freut sich Deutschland.
    Viele Grüße an alle Talente die im Keller schmoren, "sieben Mal wirst du ..."

  1. Ich singe. Ja, ich war schon wenige Augenblicke "berühmt". Jedenfalls für die Menschen, welche mit mir im gleichen Raum waren, als ich sang. Die Wahrscheinlichkeit für die ganze Welt berühmt zu werden, gleicht eher der eines Lottogewinns;-) Ich bin glücklich wenn ich in dem Moment die erreichen kann, die zuhören. Das geht nämlich nur, wenn ein ganz besonderes Moment der Aufmerksamkeit erzeugt wird. Was das genau auslöst, ist nicht ganz klar.Menschen wollen berührt werden. Es muss beiderseitig sein. Dann ist es ergreifend, wie das Wort schon sagt.

  2. 3.

    wow, funktioniert das zweimal so? ich hab zur paul potts-story noch geheult, auch wenn es musikalisch mist ist, ein pavarotti singt soviel besser.
    aber jetzt nochmal, quasi dieselbe story?

    es wundert sich, kannnichtsein

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  • Von Matthias Thibaut
  • Datum 25.11.2009 - 10:50 Uhr
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  • Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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