Sexualmord von Perugia US-Studentin Knox für schuldig befunden

Das Geschworenengericht von Perugia hat Amanda Knox zu 26 Jahren Haft verurteilt. Der US-Studentin wurde die Vergewaltigung und Ermordung einer Kommilitonin vorgeworfen.

26 Jahre Haft für den "Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox (r.) vor dem Schlussplädoyer

26 Jahre Haft für den "Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox (r.) vor dem Schlussplädoyer

Der "Engel mit den Eisaugen" muss wieder hinter Gitter: In der Nacht zum Samstag befanden die Geschworenen des Gerichts von Perugia die 22-jährige US-Amerikanerin Amanda Knox für schuldig und verurteilten sie zu 26 Jahren Haft. Ihr 25-jähriger italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito muss für 25 Jahre ins Gefängnis.

Das Urteil bedeutete das vorläufige Ende eines spektakulären Indizienprozess, der sich elf Monate hinzog. Das Pärchen hatte wegen Vergewaltigung und Mord an der 22-jährigen Meredith Kercher im Drogenrausch vor Gericht gestanden. Die britische Austauschstudentin war am 2. November 2007 halbnackt, von Dutzenden Messerstichen übersät und mit durchschnittener Kehle in ihrer Wohngemeinschaft in Perugia gefunden worden.

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Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslang für beide Angeklagten verlangt und unter anderem auf belastende DNA-Spuren am Tatmesser und am BH der Toten hingewiesen. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch aus Mangel an Beweisen. Knox – von italienischen Medien wegen ihrer kindlichen und zugleich kühlen Gesichtszüge "Engel mit den Eisaugen" getauft – und Sollecito hatten stets ihre Unschuld beteuert. Die Verteidiger kündigten Berufung an.

Wegen desselben Verbrechens war 2008 bereits der 22-jährige ivorische Einwanderer Rudy Guede in einem verkürzten Verfahren zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. In dem jetzigen Prozess in Perugia hatten die sechs Geschworenen und zwei Richter in dem reinen Indizienprozess Mühe, die Wahrheit zu finden. Eine einfache Mehrheit genügte für einen Urteilsspruch.

Als er kurz nach Mitternacht verkündet wurde, brach die bis dahin gelassen wirkende Knox in Tränen aus und fiel ihrem Anwalt Luciano Ghirga in die Arme. Ihr früherer Freund dagegen verzog keine Miene. "Nur Mut, nur Mut, Raffale", riefen ihm Angehörige nach, als er nach dem Schuldspruch mit Knox aus dem Gerichtssaal geführt wurde.

Den beiden sei lebenslang als Strafe erspart geblieben, weil das Gericht erschwerende Umstände bei der Tat verworfen habe, analysierte die römische La Repubblica am Samstag. Die Strafe für die US-Amerikanerin aus Seattle fiel um ein Jahr höher aus, weil sie nach dem Mord den Barmann Patrick Diva Lumumba als Täter verleumdet hatte. Knox soll ihm dafür 40.000 Euro Entschädigung zahlen, entschied das Gericht. Außerdem müssen die beiden Verurteilten die Prozesskosten übernehmen.

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 05.12.2009 um 13:25 Uhr

    ...Italienisch können, wenn sie heraus kommt.

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    • dapeda
    • 05.12.2009 um 14:50 Uhr

    hat sie schon vorher gekonnt. Sie war doch zum Studieren dort.

    • dapeda
    • 05.12.2009 um 14:50 Uhr

    hat sie schon vorher gekonnt. Sie war doch zum Studieren dort.

    • dapeda
    • 05.12.2009 um 14:50 Uhr

    hat sie schon vorher gekonnt. Sie war doch zum Studieren dort.

  1. Auch wenn die Britin Meredith Kercher brutal ermordet wurde,
    können DNA-Spuren welche auf ihrem BH und dem Küchenmesser gefunden wurden, m. E. in diesem Fall nicht als Beweismittel herangezogen werden. Schließlich lebten diese Menschen in einer Wohngemeinschaft und da kann es schon vorkommen, dass die Gegenstände von den Mitbewohnern angefasst wurden. Z. B. beim Aufräumen.

    Die Justiz hätte zugunsten der Verdächtigen aussagen müssen!

    Ich hoffe, die Berufung wird für die Verurteilen erfolgreich verlaufen.

    Meredith Kercher, ihnen und ihrer Familie gilt mein Beileid Ruhen sie in Frieden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Nimzo
    • 05.12.2009 um 19:44 Uhr

    @Schneetieger

    "Schließlich lebten diese Menschen in einer Wohngemeinschaft und da kann es schon vorkommen, dass die Gegenstände von den Mitbewohnern angefasst wurden. Z. B. beim Aufräumen."

    Ich schlage vor, dass Sie Frau Knox zwecks Verteidigung/Revision kontaktieren. Ihnen traue mehr als keinem anderen im Forum zu, mit der Chewbacca-Verteidigung siegreich zu werden.

    Und danach empfehle ich die Verteidigung von Heike S. ...

    • Nimzo
    • 05.12.2009 um 19:44 Uhr

    @Schneetieger

    "Schließlich lebten diese Menschen in einer Wohngemeinschaft und da kann es schon vorkommen, dass die Gegenstände von den Mitbewohnern angefasst wurden. Z. B. beim Aufräumen."

    Ich schlage vor, dass Sie Frau Knox zwecks Verteidigung/Revision kontaktieren. Ihnen traue mehr als keinem anderen im Forum zu, mit der Chewbacca-Verteidigung siegreich zu werden.

    Und danach empfehle ich die Verteidigung von Heike S. ...

  2. "weil sie nach dem Mord den Barmann Patrick Diva Lumumba als Täter verleumdet hatte"-----Bei aller Tragik dieser Geschichte - bei einem Barmann namens Lumumba würd ich auch gern das ein oder andere Gläschen Johnny Walker trinken.....

    • Nimzo
    • 05.12.2009 um 19:44 Uhr
    5.

    @Schneetieger

    "Schließlich lebten diese Menschen in einer Wohngemeinschaft und da kann es schon vorkommen, dass die Gegenstände von den Mitbewohnern angefasst wurden. Z. B. beim Aufräumen."

    Ich schlage vor, dass Sie Frau Knox zwecks Verteidigung/Revision kontaktieren. Ihnen traue mehr als keinem anderen im Forum zu, mit der Chewbacca-Verteidigung siegreich zu werden.

    Und danach empfehle ich die Verteidigung von Heike S. ...

    Antwort auf "DNA-Spuren"
  3. @ Schneetiger....
    Eine hieb- und stichfeste Argumentation, bis auf einen winzigen Punkt....Es ist in unserem Kulturkreis eher unüblich, beim Aufräumen einer Wohnung Fingerabdrücke auf dem BH der Mitbewohnerin zu hinterlassen....grmpff......Jaja, die kleinen, grauen Zellen !

    gez. Poirot

    • snipes
    • 05.12.2009 um 23:03 Uhr

    Ganz schön lange Zeit für einen Prozess ohne 100%tige Beweise. Man stelle sich vor, man gerät unschuldig 26 Jahre hinter Gitter ?

    Ich war früher für die Todesstrafe. Nur sollte keiner Vergessen; dass im Falle einer Hinrichtung eines unschludigen, der Henker schnell zum Mörder wird. Das hat mich schnell auf den 'richtigen' Weg gebracht. Ich bin der Meinung: Keine Verurteilung ohne 100%tiger Sicherheit.

  4. Ich verstehe nicht warum über diesen Fall bei uns so versstärkt berichtet wird. Um die italienischen Gerichte bloß zustellen? In Sachen Justiz haben wir im eigenen Land noch genug Bauststellen. Da sollten wir übermütig werden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 21
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  • Schlagworte Recht | Kriminalität | Medien | USA | Perugia | Gericht | Seattle
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