Spendenbetrug Bundesweite Razzia gegen Milli Görüs
Die Islam-Organisation soll mit Spenden betrogen und Sozialbeiträge unterschlagen haben. In 26 Büros und Wohnungen von Milli Görus wurde Material beschlagnahmt.
Büros von Milli Görüs, der größten des Islamismus verdächtigten Organisation in Deutschland, sind am Mittwoch in vielen Städten bundesweit durchsucht worden. Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft Milli Görüs "in größerem Umfang" Spendenbetrug und Unterschlagung von Sozialbeiträgen ihrer Mitarbeiter vor. Bundesweit beschlagnahmten die Ermittler Material in 26 Büros und Wohnungen, allein in Nordrhein-Westfalen wurden zwölf Objekte durchsucht. Razzien gab es unter anderem in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und München. Die Razzia in der Zentrale in Kerpen bei Köln dauerte bis in die Mittagsstunden. Die vom Verfassungsschutz seit Jahren beobachtete Organisation wies die Vorwürfe zurück.
In Bonn, Dortmund, Bielefeld, Duisburg, Hannover, Ulm, Stuttgart, Nürnberg, Bremen, Darmstadt, Konstanz und Frankenthal in der Pfalz rückten Kräfte von Polizei, Zoll und Landeskriminalamt an, wie der Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld sagte. An den insgesamt 17 Orten seien teilweise auch Privaträume Ziel der Aktionen gewesen. Namen von Beschuldigten nannte er aber nicht. Zwei Ermittlungsverfahren seien eingeleitet worden. Milli Görüs soll in größerem Umfang Spenden seiner Mitglieder zweckentfremdet haben. Außerdem soll die Organisation den Sozialkassen Sozialbeiträge vorenthalten haben.
Zu Einzelheiten wollte sich Feld wegen laufender Ermittlungen nicht äußern. Nach Angaben von an der Aktion beteiligten Behörden soll es um einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe gehen.
Milli Görüs sprach von haltlosen Vorwürfen. Es werde versucht, die Organisation zu kriminalisieren. Laut Verfassungsschutz ist Milli Görüs mit rund 27.000 Mitgliedern die größte Islamistenorganisation in Deutschland und verfügt über etwa 330 Kultur- und Moscheevereine. Es besteht der Verdacht, dass Milli Görüs die Grundwerte von Verfassung und Demokratie nicht akzeptiert.
Bereits im Frühjahr war gegen Milli Görüs in München ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung und auf illegale Geldgeschäfte eingeleitet worden. Auch in Köln wurde bereits im August 2008 ermittelt.
Ein ehemaliger Funktionär von Milli Görüs ist am Mittwoch vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, sich einbürgern zu lassen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschied, der Türke habe keinen Anspruch auf die deutsche Staatsbürgerschaft, so lange er sich nicht glaubhaft von den verfassungsfeindlichen Bestrebungen von Milli Görüs distanziere. Der 46-jährige fünffache Vater lebt seit 1979 in Deutschland. Er ist seit 1992 Mitglied von Milli Görüs und war lange Jahre ein führender Funktionär. Das Land Baden-Württemberg hatte deswegen seinen Antrag auf Einbürgerung abgelehnt.
- Datum 02.12.2009 - 17:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Dass „Spendenbetrug“ in solchen Vereinen gewissermaßen systemisch ist, muss sicherlich nicht extra erwähnt werden, aber vielleicht, dass alle sunnitischen islamischen Vereine - gleich ob offiziell „gemäßigt“/Erdogans AKP (http://de.wikipedia.org/wiki/Adalet_ve_Kalkınma_Partisi) oder eigentlich islamistisch-nationalistisch-intolerant/Graue Wölfe http://de.wikipedia.org/wiki/Graue_Wölfe - regierungsamtlich sind, will heißen: selbstredend ein Tummelplatz sind für den türkischen Auslandsgeheimdienst „MIT“. Da aber genau dieser Geheimdienst die offiziell/inoffizielle Plattform für extreme Nationalisten wie Islamisten ist, ist die Unterscheidung zwischen gemäßigt und „intolerant“, zumindest in Bezug auf die Türkei, recht eigentlich obsolet. - Die Führungsstrukturen sind sämtlich unterwandert, mal ganz abgesehen davon, dass genau diese Parteien bei jeder Gelegenheit koalieren, also taktische Bündnisse eingehen, so zuletzt bezüglich des „Kopftuchverbotes“ an den Universitäten in der Türkei. Und der besondere Witz daran: während einerseits die Verfassungsschützer der Länder, also unsere Inlandsgeheimdienste, solche Organisationen wie Milli Görüs beobachten, werden eben diese, über die Auslandsgeheimdienste BND und MIT (siehe auch diese Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dieser ominösen „Sauerlandgruppe“, vgl.: http://blog.herold-binsac... - „Mal kurz gebleicht“) wieder „rehabilitiert“. Hier weiß die linke Hand oft nicht, was die rechte macht.
[Entfernt, fuer hetzerische und pauschalisierende Beitraege ist hier kein Platz. Bitte bemuehen Sie sich, zu einer sachlichen Diskussion beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]
würden gerne sehen, wie der Verband auseinanderbricht. Unwahrscheinlich, dass sie es mit derlei Mitteln schaffen. Mit jeder Razzia, jeder Klage und jeder Drohung führen sie zu mehr Zusammenhalt in der Organisationsstruktur. Und zu einer stärkeren Abkapselung von der Gesellschaft. Würde mich nicht wundern, wenn sich die IGMG radikalisiert; damit meine ich nicht, dass sie etwa gewalttätig wird. Aber vielleicht erkennt sie bald dass sie eine politische Vereinigung ist und als solche agieren sollte; statt sich als All-Zweck-Dienstleister für Muslime zu profilieren.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit fast 1 Jahr, inwiefern Gelder von dort an die HAMAS fließen... ist dies evtl. der Grund, warum eigentlich dort durchgestöbert wird?
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