Nachfolge von Brender Peter Frey wird ZDF-Chefredakteur
Die Nachfolge des scheidenden ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender ist geregelt: Seinen Posten wird der bisherige Leiter des Hauptstadtstudios, Peter Frey, übernehmen.
Die Entscheidung im Verwaltungsrat fiel einstimmig und in Übereinstimmung mit Intendant Markus Schächter: Peter Frey tritt an die Spitze der ZDF-Chefredaktion und wird damit Nachfolger von Nikolaus Brender, der seit dem Jahr 2000 diesen Posten inne hatte. Der 52-jährige Frey leitete bislang das ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin. Sein Amt dort übernimmt die bisherige Leiterin der Hauptredaktion Innenpolitik, Bettina Schausten.
"Mit Peter Frey wird ein herausragender, allseits anerkannter Topjournalist neuer Chefredakteur des ZDF", sagte Schächter nach der Verwaltungsratssitzung. "Er steht für Glaubwürdigkeit, Professionalität und die journalistische Unabhängigkeit unserer Informationssendungen."
Frey selbst sagte, es sei jetzt die Hauptaufgabe des neuen Chefredakteurs, die Glaubwürdigkeit des Senders, die in der öffentlichen Wahrnehmung gelitten habe, wiederherzustellen. "Dafür arbeite ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen, den Redaktionen, der Geschäftsführung und auch den Gremien."
Der Wahl des neuen Chefredakteurs waren lange Diskussionen um die Einmischung von Politikern in die Personalentscheidungen des Senders und in die Rundfunkfreiheit vorausgegangen. Die Vertragsverlängerung von Freys Amtsvorgänger Brender war am 27. November an der Unions-Mehrheit im 14-köpfigen Verwaltungsrat gescheitert. Führende CDU-Politiker, allen voran Hessens Ministerpräsident Roland Koch (er ist stellvertretender ZDF-Verwaltungsratsvorsitzender), hatten sich gegen den 60-Jährigen ausgesprochen.
Koch verteidigte seine Haltung erneut und begründete sie unter anderem mit den sinkenden Quoten des Bereichs Information unter Brender. Die Opposition könne der Meinung sein, dass Brender für das Amt am besten geeignet sei, "ich persönlich bin dieser Auffassung nicht", sagte Koch im Wiesbadener Landtag.
Die SPD will künftig solche Szenarien vermeiden. Die SPD-Spitze einigte sich auf ein zweistufiges Vorgehen. Danach soll eine Reform von Verwaltungs- und Fernsehrat das ZDF unabhängiger vom Staat machen. Nach dem Vorschlag des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck soll der Verwaltungsrat, dem Beck vorsteht, den vorgeschlagenen Chefredakteur künftig nur noch mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit ablehnen können. Mit einer solchen Regelung wäre Brender im Amt geblieben.
Falls eine solche Änderung des Staatsvertrags am Widerstand der Union – wie erwartet – scheitert, soll eine Normenkontrollklage in Karlsruhe eingereicht werden.
- Datum 10.12.2009 - 19:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 12
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Nie wieder darf sich ein deutscher Politiker über Berlusconi und italienischer Missstände echauffieren.
Niemals wieder darf das passieren. Es wäre die pure Heuchelei.
Herr Koch hat gesiegt und Herr Bender muss gehen....ich weiß es nicht, warum diese Geschichte mich an meinem Heimatland (Iran) erinnert. Ebenfalls wählt Herr Chamenei jemanden als Chef von staatlichen Rundfunk, der gut gehörcht....
Vielen Dank Herr Koch, dafür dass Sie uns allen gezeigt haben, dass die Vielbeschworene Freiheit der öffentlich rechtlichen nichts weiter als eine dreiste Lüge ist. Ich kann wirklich nur hoffen, dass Sie bei der nächsten Wahl den Denkzettel für dieses mich persönlich anwidernde Verhalten bekommen werden.
Es findet sich immer einer, der den Job macht und
Vor-Gesetzte, die keine Mühe haben, sich vor den brutalstmöglichen christlichen Aufklärern und Demokraten, die wir im Land haben, zu verbeugen.
Dabei haben wir schon genügend kniegeschädigte Männer, die in Politik, Wirtschaft und in den Medien jahrelang auf den Knien aufwärts rutschen und den aufrechten Gang verlernen. Vorsicht, Erbarmen - die Hessen bleiben.
Herr schick Hirn, Mut und Zivilcourage - aber bitte keinen Äppelwoi.
BRAVO an Kommentar Nr. 1, 2 und 3! Sehe ich ebenfalls so wie Ihr. Diese Geschichte ist wirklich eine Schande für die deutsche Demokratie. So viel zum Thema Pressefreiheit in einer demokratischen europäischen Gesellschaft.
Ich glaube generel, dass es bei "Pressefreiheit" um eine Legende handelt die eigentlich nie existiert hat.
Egal ob wir von Goebbels, Ahmadinejad, Chamenei oder neuling "bully" Koch reden, die Öffenlichkeit sollte immer das zu hören bzw. sehen bekommen, was gewisse Figuren bestätigt haben.
... so der Designierte und meint wohl „KOCHs“ Wahrnehmung.
Und wer bezahlt eigentlich diese „Öffentlich Rechtlichen“.
WIR, und wer hat darüber abgestimmt?
„Einstimmigkeit“ klingt schon einwenig verdächtig, ja nach einem DEAL.
NEIN, diese "quasi" Zwangsabgabe (GEZ) gehört abgeschafft.
Falls jemand noch nichts von Peter Frey weiss und sich ein Bild machen will:
Ein Beispiel, wie gut er mit den Mächtigen und Einflussreichen (hier Merkel) kann:
http://dokumentation.zdf....
Ganz anders sein "Sommerinterview" mit Lafontaine. Im Vorfeld der Bundestagswahl attackierte Frey seinen Interviewpartner ständig mit alten Vorwürfen und vermeidet aktuelle Fragen:
http://berlindirekt.zdf.d...
Als Gegensatz ein vergleichbares Interview durch seriöse ARD-Journalisten:
http://www.tagesschau.de/...
Ich habe mir inzwischen die Position der www.nachdenkseiten.de zur "Meinungsmache" zu eigen gemacht.
Warum geht die SPD nicht mit einer Normenkontrollklage vor das Bundesverfassungsgericht ?
Weil sie dann um die eigenen Pöstchen für verdiente SPD-Freunde fürchten müsste. Die SPD lernt es nie.
Deshalb: Wer hat uns verraten ? Sozialdemokraten.
http://www.youtube.com/wa...
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