Winter Dutzende Tote durch Schnee und Kälte

Die Situation auf deutschen Straßen und Flughäfen hat sich etwas beruhigt, in den USA beginnen die Aufräumarbeiten. Völlige Entwarnung gibt es jedoch nicht.

Nach dem Schnee- und Eis-Chaos in weiten Teilen Europas und der USA am letzten Adventswochenende hat sich die Situation entspannt. In Deutschland beruhigte sich die Situation auf den Straßen und Flughäfen. Die Polizei verzeichnete keine bemerkenswerte Häufung an Unfällen, in Düsseldorf starteten wieder die ersten Flieger. Im Nordosten der Vereinigten Staaten begannen die Menschen, sich aus den Schneemassen freizugraben.

Dutzende Menschen haben den heftigen Wintereinbruch allerdings nicht überlebt. Sie kamen durch Unfälle ums Leben oder starben an Unterkühlung. Allein in Polen wurden bis Sonntagabend 42 Tote gezählt. Die meisten Opfer waren der Polizei zufolge obdachlose und alkoholisierte Männer. Auch in Österreich erfroren drei Menschen, in Rumänien gab es elf Kältetote.

Anzeige

In Deutschland starben mindestens sechs Menschen. In Thüringen hatten Spaziergänger am Sonntag die Leiche eines 81-Jährigen entdeckt. Er war erfroren, nachdem er sich vermutlich verlaufen hatte. In Mannheim erfror ein 46 Jahre alter Obdachloser, der im Freien schlief. In Reilingen, ebenfalls in Baden-Württemberg, verunglückte ein 73-Jähriger auf schneebedeckter Fahrbahn tödlich mit seinem Fahrrad. Weitere Tote gab es bei Unfällen auf glatten Straßen, etwa in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen. 

 Mittlerweile hätten sich die deutschen Autofahrer an das Wetter gewöhnt, hieß es gleichlautend aus vielen Polizeidienststellen. In zahlreichen Städten verzeichnete die Polizei nicht mehr Unfälle als bei normalem Wetter. "Die Leute verhalten sich recht vernünftig", sagte ein Sprecher in Oldenburg. Einzig in Nordrhein-Westfalens und Bayern häuften sich die Unfälle, es blieb jedoch überwiegend bei Blechschäden.

Problematisch bleibe allerdings nach wie vor die Lage auf den Autobahnen, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Düsseldorfer Innenministerium. Liegengebliebene Autos und Lastwagen verursachten vielerorts deutliche Verkehrsbehinderungen.

Der Düsseldorfer Flughafen nahm am Abend den Betrieb zum Teil wieder auf, nachdem er fast zwölf Stunden wegen heftiger Schneefälle gesperrt war. Trotz erster Starts mussten jedoch einige Tausend Passagiere in der Stadt bleiben. Die Airlines brachten viele von ihnen in den umliegenden Hotels unter. Auch am Frankfurter Flughafen beruhigte sich die Situation. Trotzdem mussten am Morgen erneut Flüge annulliert werden. Etwa 40 Starts und Landungen wurden in den frühen Stunden gestrichen, teilte ein Sprecher des Betreibers Fraport mit.

Auch die Bahn kämpft weiterhin mit Problemen. "Wir haben bundesweit Störungen", sagte ein Bahnsprecher. Das führe immer wieder zu Verspätungen. "Wir fahren aber deutlich besser als gestern." Die Gründe für die Störungen seien vielfältig. Mal fielen Signalanlagen aus, mal ließen sich Weichen nicht stellen, mal seien Loks nicht fahrbereit.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Schrecklich, dass die Städte bei so einem Wetter keine Sozialarbeiter losschickt, die die Obdachlosen in vom Staat finanzierte Winterquartiere bringt. Jeder weiß doch wie schlimm esObdachlose haben und wie schnell sie in ihrer Verzweiflung zur flacshe greifen wenn es kalt wird. Leider wissen aber nich talle woe s hilfe gibt, und noch schlimmer: Es gibt nicht überall hilfe. Diese Toten müssen sich die Städte udn Kommunen auf die Rechnung schreiben und endlich etwas gegen die hohe Sterberate im Winter bei Obdachlosne unternehmen!!!

  2. sind Frauen und Migranten die ersten Opfer. Und die Gesellschaft sieht tatenlos zu.
    Milliarden für die Banker - das Geld ist ja da. Aber für die Opfer gibt es wie immer nichts.
    Beschämend so was, 65 Jahre nach Auschwitz!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ehrlich gesagt, sehe ich bei diesem Kommentar nicht den Zusammenhang zum Artikel. Ist der Kommentar verrutscht oder fehlen mir Teile der Assoziationskette?

    Ehrlich gesagt, sehe ich bei diesem Kommentar nicht den Zusammenhang zum Artikel. Ist der Kommentar verrutscht oder fehlen mir Teile der Assoziationskette?

  3. 3. ?!

    Ehrlich gesagt, sehe ich bei diesem Kommentar nicht den Zusammenhang zum Artikel. Ist der Kommentar verrutscht oder fehlen mir Teile der Assoziationskette?

    Antwort auf "Wie immer"
  4. Meiner Meinung nach muesste die Gesellschaft dafuer sorgen, dass es gar keine Obdachlosen gibt, dass es fuer Leute, die ihre Wohnung verloren haben, Wohnheime gibt, in denen sie leben koennen.
    Wer nicht faehig ist eine Wohnung in Eigenverantwortung so zu besorgen, dass sie nicht vermuellt, wer drogen- oder alkoholabhaengig ist, muesste in Wohnprojekte eingebunden sein, die ihn vor der Strasse schuetzen.Den vielen Menschen, die ploetzlich unverschuldet in diese Lage gekommen sind, muesste man die Chance geben, sich etwas Neues aufbauen zu koennen, damit sie auf diese demuetigende Bittstellerpose auf der einen und auf den falschen Stolz auf der anderen Seite verzichten koennenen. Durch diesen verstaendlichen, aber falschen Stolz aber noch viel mehr durch Vorurteile und Ignoranz der Gesellschaft haben nun einige ihr Leben verloren. Einige zuviel. Wenn sich die Gesellschaft abwendet,koennten es noch mehr werden. Deshalb sehr ich schon Assoziazionen zu Auschwitz. Eine Holocaust Ueberlebende hat im Vorwort ihres Buches geschrieben, dass sie im Laufe der Jahrzehnte bemerkt hat,dass die Toleranz gegenueber Grausamkeit und Terrorismus in der heutigen Gesellschaft groesser geworden ist. Sie hat "Toleranz" geschrieben, wohl deshalb, weil das Wort "Ignoranz" gegenueber der Ausgrenzung von Menschen schon gar nicht mehr wahrgenommen, ja ignoriert werden wuerde.

  5. Sicher kann man die Situation nicht 1:1 mit Auschwitz vergleichen. Darum geht es auch nicht, sondern darum, was wir davon gelernt haben. Ich moechte auch nicht die Opfer und die Ueberlebenden des Holocaust beleidigen. Aber EINE BOTSCHAFT bringen doch viele Memoiren der Ueberlebenden: Passt auf, dass die Gesellschaft nicht wieder so tief sinkt. Der Artikel "Ist Mafia eine Wurstsorte?" spricht auch Baende.
    "Doubling" nennt man diese Strategie der Ignoranz und Selbstverteidigung.
    Ich finde, wenn sozial Schwache bereits sterben und viele wegsehen, frag' ich mich in welchen Situationen sie noch wegsehen wuerden oder weggesehen haetten. Wie viele Obdachlose sind denn schon krankenhausreif geschlagen oder umgebracht worden? Unwertes Leben? So fing es doch an.
    Die Projekte in Berlin (stadtknast), Muenchen (BISS) und Koeln (Johanneshaus)und auch das Kunstprojekt sind gut, koennen aber leider nicht allen helfen. Natuerlich ist es besser, wenigstens einigen zu helfen. Aber es ist an der Zeit, dass mehr Sozialarbeiter und Psychologen ausgebildet werden. Wieso kehren so viele Harz IV-Empfaenger Laub oder verrichten aehnliche Arbeiten? Was sollen Umschulungsmassnahmen, fuer die es sowieso keine Jobs am Ende der "Massnahme" gibt? Koennte mann stattdessen nicht einen Teil geeigneter Personen, die sich fuer so eine Variante bewerben, fuer eine Ausbildung als Sozialarbeiter auswaehlen? Auch diese Leute wuerden am Abend wissen, dass sie etwas Wichtiges mit professioneller Entwicklungschance getan haben und sich nicht minderwertig vorkommen.

  6. [Wegen Doppelpostings entfernt. /Die Redaktion pt.]

  7. [Entfernt wegen Doppelpostings. /Die Redaktion pt.]

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service