Canisius-Kolleg 17 Ex-Schüler berichten von sexuellem Missbrauch
An einem katholischen Elite-Gymnasium in Berlin sollen zwei Lehrer systematisch Schüler missbraucht haben. Der Direktor vermutet eine hohe Dunkelziffer.
Am katholischen Canisius-Kolleg in Berlin, das vom Jesuitenorden geführt wird, wurden Schüler offenbar systematisch von zwei ehemaligen Lehrern missbraucht. Nachdem der Rektor der Privatschule, Pater Klaus Mertes, bereits 2004 und 2005 von je einem Fall erfahren hat, meldeten sich im Dezember und Januar weitere ehemalige Schüler. "Das, was mir die Opfer erzählt haben, lässt den zwingenden Rückschluss zu, dass es eine Dunkelziffer gibt", sagte Mertes.
Insgesamt haben sich rund 17 Missbrauchsopfer gemeldet. Die Vorwürfe kamen ans Licht, nachdem sich der Direktor in einem Brief an etwa 600 ehemalige Schülerinnen und Schüler gewandt hatte. "Mit tiefer Erschütterung und Scham habe ich diese entsetzlichen, nicht nur vereinzelten, sondern systematischen und jahrelangen Übergriffe zur Kenntnis genommen", teilte er mit.
Mertes sagte, dass sich alle bislang bekannten Fälle ausnahmslos in den 70er und 80er Jahren ereignet hätten. Nach Angaben der Schule haben einige der Betroffenen trotz ihrer Leiden auch eigene Kinder auf das Jesuiten-Gymnasium geschickt. Viele Absolventen sollen heute in führenden Positionen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft tätig sein.
Die Opfer, die sich vor Jahren an Mertes wandten, hätten um Diskretion gebeten, deshalb habe er nicht weiter recherchiert. Anlässlich eines Jahrgangstreffens offenbarte sich ihm dann vor Kurzem das erschreckende Ausmaß. Ob sich unter den Opfern Jungen und Mädchen befinden, ist noch unklar. Bis Ende der 70er Jahre war das Kolleg eine reine Jungenschule. Doch danach könnten auch Mädchen Opfer des Missbrauchs geworden sein.
Die Polizei leitete bereits Ermittlungen gegen Unbekannt ein und will nun in jedem Einzelfall prüfen, ob Straftaten bereits verjährt sind, wie ein Sprecher sagte. Laut Strafrecht verjähre ein schweres Sexualdelikt nach zehn Jahren. Wenn die Opfer zur Tatzeit minderjährig seien, setze die Frist erst ein, wenn die Opfer 18 Jahre alt geworden sind. Damit wären Taten am Berliner Kolleg bei ehemaligen Schülern ab 28 Jahren verjährt. Nach Angaben des Rektors sind die meisten Opfer etwa 40 Jahre alt.
Das Canisius-Kolleg ist um Aufklärung bemüht. Er habe dem Landeskriminalamt seine volle Unterstützung zugesichert, sagte Mertes. Schwierig scheint dabei jedoch zu sein, eine Mauer des jahrelangen Schweigens zu durchbrechen. Mertes sagte, es habe an der Schule schon länger Gerüchte gegeben, die aber nie so eindeutig gewesen seien, dass Nachforschungen notwendig erschienen.
Dennoch dürften sich viele fragen, warum die Vorwürfe so lange unentdeckt blieben. Das will auch Mertes klären. "Sexueller Missbrauch ist in der Regel immer auch mit einem Wegschauen verbunden", sagte er. Mertes selbst ist erst seit 2000 Rektor der Schule.
Der Verdacht des systematischen Missbrauchs erinnert viele Menschen an Skandale in anderen konfessionellen Einrichtungen – auch im Ausland. Zum Beispiel wurde die katholische Kirche in den USA vor einigen Jahren von einer Serie von Pädophilen-Skandalen erschüttert. Auch in Irland wurde durch umfassende Ermittlungen bekannt, dass Priester, Nonnen und Mönche über Jahrzehnte Kinder erniedrigt und missbraucht hatten.
- Datum 29.01.2010 - 17:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Meiner Meinung nach sollte die Verjährungsfrist für Sexualdelikte an Kindern (und auch die für schwere Körperverletzung)auf 20 Jahre heraufgesetzt werden.
Es kann nicht sein, dass Täter wie im obigen Fall einfach ungestraft davon kommen. Es ist sicher für die Opfer wichtig, dass solche Übergriffe geahndet werden können, aber auch für die Gesellschaft, als Zeichen dafür, dass so etwas nicht geduldet werden kann.
Jeder einzelne Missbrauchsfall beschädigt die gesellschaftliche Akzeptanz der in Sexualfragen doch von so hohen und zugleich teilweise weltfremden (vgl. Geburtenkontrolle) moralischen Maximen ausgehenden katholischen Kirche. Die katholische Kirche sollte sich endlich eingestehen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Pflichtzölibatsforderung und dem Fehlverhalten von Klerikern gibt und sich hinsichtlich des starren Festhaltens am Pflichtzölibat einer Neuregelung dieser dringenden Frage nicht verweigern.
Ob Psychotests einen ernsthaften Beitrag leisten, das Pädophilie-Problem in der katholischen Kirche zu lösen, möchte ich sehr bezweifeln. Hingegen in Erinnerung rufen möchte ich die Pressemitteilung des Opfer-Verbandes Snap (Survivors Network of those Abused by Priests), der unmittelbar nach der Rede von Papst Benedikt in Washington im Jahre 2008 feststellte, dass die Kirche nach wie vor mit dem Pädophilie-Skandal innerhalb des Klerus (vor allem auch auf der Ebene der Bischöfe und Kardinäle) nicht adäquat umgehe und dass die Krise keineswegs vorüber sei, denn noch immer hintergingen „hunderte Bischöfe willentlich und wiederholt" Gemeindemitglieder, würden gegenüber der Polizei schweigen und Kinder weiter Risiken aussetzen.
Paul Haverkamp, Lingen
Der Rote Faden der Katholischen Institutionen die mit Kindern zu tun haben...
wenn man Männern verbietet, ein normales Sexleben zu führen (wenn überhaupt eines).
moegen wir uns vielleicht einig sein, doch sehe ich keinen Zusammenhang zwischen diesem und sexuellen Uebergriffen auf Kinder.
Zum einen handelt es sich bei den Taetern um erwachsene Maenner, die sich freiwillig dazu entschieden haben, auf das Ausleben ihrer Sexualitaet zu verzichten, niemand zwingt sie dazu, sie sind nicht Opfer.
Zum anderen hat in einem anderen Forum eine Teilnehmerin sehr ueberzeugend argumentiert, dass die logische Konsequenz des Zoelibats eher darin liegen muesste, dass die Maenner sich heimlich eine Geliebte nehmen. Nur weil ein Mann keinen Sex hat, wird er doch nicht automatisch zum Paedophilen.
Meines Erachtens ist das zentrale Problem der Umgang der Kirche mit diesem Phaenomen, Taeterschutz statt Opferschutz, Wegsehen, Vertuschen, Gewaehrenlassen. Hier muss angesetzt werden.
moegen wir uns vielleicht einig sein, doch sehe ich keinen Zusammenhang zwischen diesem und sexuellen Uebergriffen auf Kinder.
Zum einen handelt es sich bei den Taetern um erwachsene Maenner, die sich freiwillig dazu entschieden haben, auf das Ausleben ihrer Sexualitaet zu verzichten, niemand zwingt sie dazu, sie sind nicht Opfer.
Zum anderen hat in einem anderen Forum eine Teilnehmerin sehr ueberzeugend argumentiert, dass die logische Konsequenz des Zoelibats eher darin liegen muesste, dass die Maenner sich heimlich eine Geliebte nehmen. Nur weil ein Mann keinen Sex hat, wird er doch nicht automatisch zum Paedophilen.
Meines Erachtens ist das zentrale Problem der Umgang der Kirche mit diesem Phaenomen, Taeterschutz statt Opferschutz, Wegsehen, Vertuschen, Gewaehrenlassen. Hier muss angesetzt werden.
moegen wir uns vielleicht einig sein, doch sehe ich keinen Zusammenhang zwischen diesem und sexuellen Uebergriffen auf Kinder.
Zum einen handelt es sich bei den Taetern um erwachsene Maenner, die sich freiwillig dazu entschieden haben, auf das Ausleben ihrer Sexualitaet zu verzichten, niemand zwingt sie dazu, sie sind nicht Opfer.
Zum anderen hat in einem anderen Forum eine Teilnehmerin sehr ueberzeugend argumentiert, dass die logische Konsequenz des Zoelibats eher darin liegen muesste, dass die Maenner sich heimlich eine Geliebte nehmen. Nur weil ein Mann keinen Sex hat, wird er doch nicht automatisch zum Paedophilen.
Meines Erachtens ist das zentrale Problem der Umgang der Kirche mit diesem Phaenomen, Taeterschutz statt Opferschutz, Wegsehen, Vertuschen, Gewaehrenlassen. Hier muss angesetzt werden.
Der Zölibat zwingt die Priester in unreife Beziehungsformen; reife, fröhliche, inetgrierte, intime Beziehungen sind ihnen nicht gestattet. Das führt zu Verbiegungen, die Sie offensichtlich nicht antiziperen können.
Der Zölibat zwingt die Priester in unreife Beziehungsformen; reife, fröhliche, inetgrierte, intime Beziehungen sind ihnen nicht gestattet. Das führt zu Verbiegungen, die Sie offensichtlich nicht antiziperen können.
Ganz ähnliche Fälle könnte man vielleicht herausfinden auf der CVJM (=christlicher Verein junger Männer) Burg in Mittelfranken. Damals, 1974, wurde ich gezielt (als 13 jähriger)gefragt, ob, wie und wie oft ich onananieren. Mich hat dies niemals beeindruckt, da ich täglich mehrmals wichste. Aber es könnten andere sein die damals von Herrn E. anderweitig beeinflusst waren.
Der Zölibat ist attraktiv für Männer, die klug sind und ein heterosexuelles Leben auf Grund ihrer Homosexualität nicht leben können. Da viele von ihnen, erst einmal in der Kirche gelandet, auf Dauer ihren sexuellen Wünschen nicht ausweichen können und auf Grund des Zölibates und der rigiden Haltung ihres Dienstherren keine reifen, intimen Beziehungen etablieren können, kommt es zu diesen kriminellen Abweichungen.
Schade eigentlich, die Ideen von Jesus waren so gut. Ich denke es würde ihn gruseln, wenn er sich diese katholische Kirche anschauen würde: Homophob, verbogen, arrogant, inhuman.
Der Zölibat muss weg, die Homophobie muss weg, dann wäre schon vieles besser.
Der Zölibat zwingt die Priester in unreife Beziehungsformen; reife, fröhliche, inetgrierte, intime Beziehungen sind ihnen nicht gestattet. Das führt zu Verbiegungen, die Sie offensichtlich nicht antiziperen können.
Ich sehe keinen Zwang, wenn ein erwachsener Mann sich nach Jahren reiflicher Ueberlegung und Probezeit freiwillig fuer ein Leben ohne Sex entscheidet. Zudem ist er katholisch und glaubt offenbar an die Richtigkeit dieses Verbots. Niemand zwingt ihn. Er kann eine Karriere ausserhalb der Kirche waehlen oder in einer anderen Kirche. Er kann auch eine andere Form der Karriere innerhalb der katholischen Kirche waehlen und zB Diakon werden, so kann er Seelsorge leisten und eine ehe fuehren. Den Taeter zum Opfer zu machen, halte ich in diesem Fall fuer unangebracht.
Ich sehe keinen Zwang, wenn ein erwachsener Mann sich nach Jahren reiflicher Ueberlegung und Probezeit freiwillig fuer ein Leben ohne Sex entscheidet. Zudem ist er katholisch und glaubt offenbar an die Richtigkeit dieses Verbots. Niemand zwingt ihn. Er kann eine Karriere ausserhalb der Kirche waehlen oder in einer anderen Kirche. Er kann auch eine andere Form der Karriere innerhalb der katholischen Kirche waehlen und zB Diakon werden, so kann er Seelsorge leisten und eine ehe fuehren. Den Taeter zum Opfer zu machen, halte ich in diesem Fall fuer unangebracht.
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