Staudamm China will 300.000 weitere Menschen umsiedeln
Für den Drei-Schluchten-Damm musste bereits eine Million Anwohner umziehen. Jetzt sollen wieder Menschen umgesiedelt werden. Offizielle Begründung: Wasserverschmutzung.
© Andrew Wong/Getty Images

Das größte Wasserkraftwerk der Welt: der Drei-Schluchten-Damm am Jangtse (Archivbild)
Zwangsumsiedlung im Zeichen des Umweltschutzes: Im Gebiet des Drei-Schluchten-Damms in Zentralchina sollen weitere 300.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Dies sei nötig, um einen ökologischen Schutzgürtel um das riesige Wasserreservoir herum zu errichten, berichteten staatliche Medien.
Ziel sei es, eine Verschmutzung des Stausees durch das Abwasser der angrenzenden Gemeinden zu verhindern, berichtete die Zeitung China Daily unter Berufung auf den Chef des örtlichen Umsiedlungsbüros. Außerdem würden die Menschen vor möglichen Erdrutschen in Sicherheit gebracht. Studien hätten ergeben, dass knapp 10.000 Stellen am Ufer des Stausees Gefahr liefen abzurutschen, hieß es.
Die Umsiedlung soll sich über zehn Jahre hinziehen, muss aber noch abschließend vom Staatsrat beschlossen werden. In den vergangenen Jahren hatten die chinesischen Behörden eigenen Angaben zufolge bereits etwa 1,3 Millionen Menschen umgesiedelt, um das gigantische Staudamm-Projekt am Jangtse-Strom zu realisieren. Die Offiziellen rechnen damit, insgesamt rund vier Millionen Chinesen umsiedeln zu müssen, vor allem infolge von Verschmutzung des Jangtses und seiner Nebenflüsse.
Die Arbeiten an dem größten Wasserkraftwerk der Welt hatten 1993 begonnen. Der Damm ist 185 Meter hoch und rund zwei Kilometer breit. Der Stausee hat eine Länge von rund 600 Kilometern. Seit 2008 wird das Reservoir mit Wasser gefüllt, zahlreiche Städte und Dörfer versanken in den Fluten.
Der Staudamm produziert bereits Strom. Seine volle Kapazität von 100 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr hat das Wasserkraftwerk der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge aber noch nicht erreicht.
- Datum 21.01.2010 - 14:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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Als ich bin mir da schon ziemlich unsicher, muss ich sagen, ob das alles einen wirklichen Nuten aufweist. Sicherlich ein riesiges Prestigeprojekt vom achso grünen neuen, tollen und modernen China. Zeigt es doch in Sicherheit knallhart die Konsequenz, die hinter den Beschlüssen der Partei-, bzq. Staatsführer: Der präsident schnippst mit dem Finger und 1,3 millionen Menschen werden umgesiedelt, weitestgehend ohne langfristige ankündigung, ohne ausgleichszahlungen, und wenn dann sind das summen, über die man herzhaft lachen müsste.
Und rechnet sich das ganze überhaupt? Das Kraftwerk an sich, der Staudamm, Infrastruktur, die ganzen Umsiedlungen, die Umrüstung, der Hochwasserschutz, etc. Und bringt das was für die Umwelt? Kann die ersparte Menge an Kohle für die Stromprodukltion den massiven Eingriff in Natur und Biosphäre rechtfertigen? Wenn mann bedenkt dass laut Literatur über Chinas wirtschaftliche und politische Entwicklung 17 neue Atomkraftwerke, den Anteil der Kernenergie an der gesamten Stromproduktion auf erademal einige wenige Prozent erhöhen?
das ganze projekt ist doch ncihts weiter als eine riesige Demonstration der Macht der chinesischen Regierung. Sie versucht, durch derartige Projekte die positive vor allem wirtschaftliche Entwicklung anzuzeigen, um von der großen Gefahr einer Rezession abzulenken. Noch ein Beweis für ihre Legitimationskrise. Eine Intervention Taiwans als Machtdemonstration scheint mir da immer warscheinlicher. Das projekt erinnert mich an Olympia.
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