Schriftstller Erich Segal ist tot
Erich Segal, der Autor des Liebesromans "Love Story", ist im Alter von 72 Jahren in London verstorben. Sein Buch war einst das meistgelesene in den USA.
© Evening Standard/Getty Images

Der Autor Erich Segal starb am Dienstag an den Folgen eines Herzinfarkts. 1970 erlangte er mit seinem Roman "Love Story" Welterfolg
Der amerikanische Schriftsteller Erich Segal ist tot. Der Autor des millionenfach verkauften Liebesromans Love Story starb im Alter von 72 Jahren in seinem Londoner Haus an den Folgen eines Herzinfarkts.
Neben seiner Arbeit als Schriftsteller lehrte Segal an amerikanischen Elite-Universitäten wie Yale, Harvard und Princeton. Zuletzt arbeitete der Sohn eines orthodoxen New Yorker Rabbiners am Wolfson College in Oxford, England. Segal war seit 1975 mit Karen James verheiratet, mit der er zwei Töchter hatte.
Er schrieb auch Drehbücher für Filme, darunter den Beatles-Streifen Yellow Submarine, Oliver's Story und Jahreszeiten einer Ehe. Zu seinen weiteren Romanen aus den 1990er Jahren zählen Die Ärzte, Die Gottesmänner und Der Preis des Ruhms.
Sein 1970 erschienener Welterfolg Love Story wurde über 20 Millionen Mal verkauft. Die Verfilmung mit Ryan O'Neal und Ali MacGraw erhielt sieben Nominierungen für einen Oscar und spielte allein in den USA mehr als eine Milliarde Dollar ein.
Segal gewann mit dem Drehbuch eine Golden-Globe-Trophäe. Neben dem finanziellen Erfolg erntete er aber auch heftige Kritik an seinem Werk. "Das dümmste, zynischste, langweiligste Buch der Saison", urteilte die Frankfurter Allgemeine Zeitung damals, und Der Spiegel befand: "An dem Buch ist nichts interessant außer seinem Erfolg." Die ZEIT suchte damals nach den Gründen für den Erfolg.
Segal selbst sah den Roman nicht als wichtiges Stück Literatur an. "Ich habe nie behauptet, dass sie etwas Wertvolles ist, etwas, das Bestand hat." Der Erfolg wurde auf das Lebensgefühl der damaligen Zeit zurückgeführt. Die Menschen hätten sich nach einer emotionalen Liebesstory gesehnt.
- Datum 20.01.2010 - 10:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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