Zwei Tage nach dem Flugzeugabsturz vor der Küste des Libanon haben Ermittler die Flugschreiber der Maschine geortet. Ein Suchtrupp habe sie zehn Kilometer westlich des Flughafens von Beirut etwa 1300 Meter unter der Wasseroberfläche entdeckt, sagte ein Sprecher der libanesischen Streitkräfte. Von den Flugschreibern erhoffen sich die Ermittler Aufschluss über die Unglücksursache.

Die Maschine der Ethiopian Airlines war in der Nacht zum Montag kurz nach dem Start in Beirut bei stürmischem Wetter ins Meer gestürzt. Sie war auf dem Weg in die äthiopische Hauptstadt Adis Abeba. Für die 90 Insassen gab es keine Hoffnung auf Rettung mehr.

Über die Ursache wurde in den letzten Tagen viel spekuliert. Einen Tag nach dem Absturz vermuteten Experten, dass der Pilot nach dem Start durch das stürmischem Wetter die falsche Richtung eingeschlagen hat. "Der Kontrollturm wies ihn an, nach rechts zu schwenken, um dem Gewitter auszuweichen", sagte der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr. "Stattdessen flog das Flugzeug in die entgegengesetzte Richtung."

Ein Flughafensprecher hatte kurz nach dem Unglück von einem Blitzeinschlag gesprochen – es kommt allerdings selten vor, dass Blitze ein Flugzeug zum Absturz bringen. Auch Murr schränkte ein, dass sich seine Erklärungen nur auf erste vorläufige Ermittlungsberichte stützten. Ein Terroranschlag wird von offizieller Seite ausgeschlossen. Auch die Berichte über einen Pilotenfehler wies die Regierung in Beirut als Spekulation zurück.