Entführung Deutsche Geiseln im Jemen offenbar noch am Leben
Seit Juni befindet sich die fünfköpfige Familie aus Sachsen in der Gewalt ihrer Entführer. Nun berichtet die jemenitische Regierung von neuen Lebenszeichen. Eine Befreiungsaktion habe Berlin wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt.
© Marwan Naamani/AFP/Getty Images

Die nordjemenitische Stadt Sanaa: Die Huthi-Rebellen weisen jegliche Beteiligung an der Entführung weit von sich
Die deutschen Geiseln im Jemen sind nach Angaben der jemenitischen Regierung noch am Leben. "Wir haben bestätigte Informationen, dass sie leben", sagte der stellvertretende Ministerpräsident Rasched el Alimi vor Journalisten in Sanaa.
Demnach befinden sich die fünfköpfige Familie aus Sachsen und der gemeinsam mit ihnen verschleppte britische Ingenieur in der Gewalt der schiitischen Huthi-Rebellen. Sie würden von den Rebellen, die in der nördlichen Provinz Saada gegen die Regierungstruppen kämpfen, gezwungen, verwundete Kämpfer zu versorgen.
Weiter teilte Al-Alimi mit, Deutschland und Großbritannien hätten eine von der jemenitischen Polizei vorgeschlagene Befreiungsaktion abgelehnt. Die Regierungen in Berlin und London hätten Sicherheitsbedenken geltend gemacht.
Das deutsche Ehepaar und der Brite hatten, bevor sie im Juni während eines Ausfluges gemeinsam mit zwei jungen deutschen Pflegehelferinnen und einer Südkoreanerin entführt worden waren, in einem Krankenhaus in Saada gearbeitet. Unter den drei noch vermissten erwachsenen Geiseln ist allerdings kein Arzt.
Die Huthi-Rebellen hatten bislang jede Beteiligung an der Entführung weit von sich gewiesen. Sie hatten zudem erklärt, es wäre doch widersinnig, wenn sie ausgerechnet Deutsche entführen würden, wo doch ein Bruder ihres Anführers Abdul Malik al-Huthi als Flüchtling in Deutschland lebe.
Ende vergangenen Jahres war laut einem Bericht der Bild-Zeitung ein Video der Kidnapper aufgetaucht, auf dem die drei Kleinkinder des Ehepaares aus Sachsen lebend zu sehen waren, allerdings ohne ihre Eltern. Die beiden Pflegehelferinnen und die Südkoreanerin waren kurz nach der Entführung tot aufgefunden worden.
- Datum 07.01.2010 - 13:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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