Missbrauchsskandale Papst zitiert Irlands Bischöfe nach Rom

Berichte über jahrzehntelangen, systematischen Kindesmissbrauch durch katholische Geistliche in Irland erschütterten letztes Jahr die Kirche. Nun wird der Papst aktiv.

Die Katholische Kirche steht weiterhin in der Kritik: Immer wieder werden Missbrauchsfälle im Umfeld der Kirche bekannt

Die Katholische Kirche steht weiterhin in der Kritik: Immer wieder werden Missbrauchsfälle im Umfeld der Kirche bekannt

Papst Benedikt XVI. hat die Bischöfe Irlands nach den massiven Missbrauchsskandalen zu einem Krisengespräch nach Rom zitiert. Der Vatikan bestätigte, dass dieses Treffen für den 15. und 16. Februar angesetzt worden ist. Bereits im Dezember hatte es eine erste Begegnung im Vatikan gegeben. Dabei hatte der Papst deutlich gemacht, "erschüttert und empört" über den vielfachen Kindesmissbrauch in der Kirche Irlands zu sein. Er kündigte an, der Sache "höchste Aufmerksamkeit" widmen zu wollen.

Das katholische Irland war im vergangenen Jahr von zwei Untersuchungsberichten erschüttert worden, die einen jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern in Kircheneinrichtungen dokumentierten. Katholische Priester, Mönche und Nonnen vergewaltigten, schlugen oder demütigten ihre Schützlinge. Die Kirchenleitung vertuschte die Übergriffe systematisch, aus Furcht vor einem Skandal. Die staatlichen Behörden schauten weg. Vier Bischöfe hatten nach den Enthüllungen ihre Ämter niedergelegt.

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Leser-Kommentare
  1. Die ganze Geschichte wird erst dann (zumindest rechtlich) zu einem Ende gebracht werden, wenn ALLE Schuldigen bestraft sind. Und nicht nur die Gewalttäter selbst: Rücktritte der Bischöfe reichen bei weitem nicht aus - JEDER, der Kinderschänder & -schläger gedeckt hat, muss selbst vor Gericht und in schweren Fällen ins Gefängnis. Auch ein Bischof - eigentlich BESONDERS die Bischöfe, denn an die sind eher noch höhere Anforderungen zu stellen.

    Wenn hier auf Kirchenmänner irgendwelche Rücksicht genommen wird, nur weil die in der Kirche sind und dort ggf. ein hohes Amt bekleiden, hat der Rechtsstaat versagt.

    • star
    • 20.01.2010 um 21:19 Uhr

    Für Papst Benedikt müsste es doch konsequent sein, die Bischöfe und Kardinäle, die über viele Jahre Mitwisser ( teilweise auch Mittäter) waren, nicht nur ihres Amtes zu entheben, sondern diese auch einer weltlichen Gerichtsbarkeit zuzuführen und damit auch einen juristisch abgesicherten Strafzuführungsprozess nach den Grundsätzen der zivilen Strafprozessordnung in die Wege zu leiten. Dieses Petitum möchte ich vor allem auch für die schuldigen Bischöfe und Kardinäle verstanden wissen. In diesem Zusammenhang möchte ich den Papst u.a. fragen:

    In welchem Gefängnis haben die verstorbenen (und zivilgerichtlich nie verurteilten) Bischöfe (z.B. die irischen Bischöfe John Charles McQuaid, Dermot Ryan, Kevin McNamara)eingesessen? Warum wurden diese zivilgerichtlich nie verurteilt?

    In welchem Gefängnis sitzt der noch lebende irische Bischof Desmond Connell oder der Pöltener Bischof Krenn? Warum sind sie bisher nicht zivilgerichtlich verurteilt worden?

    Der Papst erinnert die Herrscher der Welt immer wieder an die Einhaltung der Menschenrechte und der Menschenwürde. Zur Einhaltung beider dient auch eine klare, nach demokratischen Regeln verlaufende Verurteilung von Bischöfen und Kardinälen, wenn diese pädophile Praktiken vorgenommen oder auch nur geduldet haben. Warum macht sich der Papst an dieser Stelle so unglaubwürdig?

    Paul Haverkamp, Lingen

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