Kindesmissbrauch Die Kirche kämpft mit ihrer Sexualmoral

Immer wieder kommen Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ans Tageslicht. Woran liegt das und wie steuern die Geistlichen gegen? Von Claudia Keller

In den USA und Australien, in England, Frankreich, Österreich und in Irland – und jetzt auch in Berlin: Berichte über Übergriffe Geistlicher auf Schutzbefohlene häufen sich. Vor allem Katholiken sind betroffen. Die Bischofskonferenz reagiert dabei oft unangemessen.

Welche Fälle von sexuellem Missbrauch gab es bisher in der katholischen Kirche?

Nachrichten wie diese gibt es mittlerweile regelmäßig: Vor einem Monat meldeten irische Zeitungen, dass zwei Bischöfe aus der Erzdiözese Dublin ihren Rücktritt angeboten haben, weil sie 30 Jahre lang Misshandlungen von Kindern durch Geistliche vertuscht haben sollen. Untersuchungen im Auftrag der Regierung hatten aufgedeckt, dass tausende Zöglinge in katholischen Kinderheimen und anderen kirchlichen Einrichtungen über Jahre von Priestern vergewaltigt und sexuell gedemütigt wurden. Auch in den USA und Australien, in England, Frankreich und Österreich sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch durch Geistliche bekannt geworden. Allein 2006 wurden in den USA 714 glaubhafte Beschuldigungen gegen 448 Priester erhoben.

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Der Psychologe Wunibald Müller, der das Recollectio-Haus Münsterschwarzach leitet und sich seit Jahren mit dem Thema befasst, geht davon aus, dass sich die Situation in Deutschland nicht wesentlich von der in anderen Ländern unterscheidet. Er schätzt den Anteil der katholischen Priester in Deutschland, die Kinder oder Jugendliche sexuell missbrauchen, auf etwa zwei bis vier Prozent aller Kleriker – also auf 350 bis 700. Die Zahl der bekannt gewordenen Fälle ist in Deutschland allerdings verschwindend gering, nach inoffiziellen Schätzungen wurden in den vergangenen Jahren etwa zwei Dutzend Kleriker bei den Bistümern angezeigt, unter anderem in Regensburg, Bamberg und kürzlich in Aachen. 

Wie ist die katholische Kirche damit umgegangen? Welche Konsequenzen wurden daraus gezogen?

Papst Johannes Paul II. hat 2001 erstmals die Opfer von sexuellem Missbrauch durch Priester um Vergebung gebeten und Aufklärung gefordert. Auch Papst Benedikt XVI. und die Deutsche Bischofskonferenz haben sich mehrmals bei Missbrauchsopfern entschuldigt. 2002 haben die deutschen Bischöfe erstmals "Leitlinien bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche" verabschiedet. "Die Opfer werden in ihrer Entwicklung schwer geschädigt", heißt es in der Einleitung. "Wenn ein Geistlicher sich an einem Kind oder Jugendlichen vergeht, verdunkelt er auch die christliche Botschaft und die Glaubwürdigkeit der Kirche."

Die Bischofskonferenz gab zu, dass in der Vergangenheit "häufig unangemessen reagiert" wurde. Zukünftig soll nun jeder Ortsbischof einen Beauftragten oder ein Gremium mit Psychologen, Ärzten, Juristen und Theologen für die Untersuchung von Missbrauchsvorwürfen einsetzen. Jede Verdachtsäußerung soll "umgehend geprüft", der Bischof "sofort" unterrichtet und eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet werden. Bei begründetem Verdacht soll die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden, Opfern und Angehörigen wird therapeutische Hilfe angeboten, die Öffentlichkeit wird informiert, verurteilte Täter werden nicht mehr dort eingesetzt, wo sie mit Kindern zu tun haben. Die verabschiedeten Richtlinien haben allerdings nur den Charakter von Selbstverpflichtungen. Hält sich ein Bischof nicht daran, steht er vielleicht in der Öffentlichkeit nicht gut da, aber kirchenintern hat das keine Folgen für ihn.

Nach Angaben der Bischofskonferenz haben mittlerweile alle 27 deutschen Diözesen einen Beauftragten zur Verfolgung von Missbrauchsfällen ernannt. Das Berliner Erzbistum hat 2003 den damals bei der Caritas tätigen und heutigen Dompropst Stefan Dybowski eingesetzt. In etlichen Bistümern gibt es auch die empfohlenen Gremien aus externen Psychologen und Juristen – allerdings oftmals nur auf dem Papier. In manchen Bistümern ist der ernannte Beauftragte unabhängig, in anderen nicht. Mal werden Staatsanwaltschaft und Öffentlichkeit informiert, mal nicht. Wie hellhörig man in einem Bistum in Bezug auf das Thema sexueller Missbrauch ist, ob zum Beispiel die Telefonnummer des Beauftragten auf der Internetseite des Bistums steht, so dass potenzielle Opfer wissen, an wen sie sich wenden können, das hängt davon ab, wie ernst der Ortsbischof das Thema nimmt. Und das ist eben unterschiedlich.

"Es mangelt nicht an gut gemeinten Worten, aber nach wie vor an einem Konzept für ein konsequentes und strukturiertes Vorgehen", kritisiert deshalb Helmut Schüller, der langjährige Leiter der Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Um strukturiert vorzugehen, müssten die Bischöfe zusammenarbeiten, sagt Schüller, denn sonst könne es leicht passieren, dass auffällig gewordene Priester einfach in ein anderes Bistum wechseln, wo das Thema nicht so hoch gehängt wird. Aber mit der Zusammenarbeit würden sich Bischöfe immer noch sehr schwertun. Und der Vatikan könne zwar in jedes einzelne Bistum hineinregieren, aber nicht die Bischöfe zur Kooperation zwingen.

Nach Schüllers Ansicht wird zudem bei der Auswahl der Priesteramtsanwärter zu wenig darauf geachtet, welches Verhältnis ein Kandidat zu seiner Sexualität hat und ob es Probleme gibt, die sich dann unter dem Deckmantel des Zölibats auswachsen könnten. Da alle Diözesen in Westeuropa unter Priestermangel leiden, werde sich dieses Problem in Zukunft noch verschärfen, schätzt Schüller, da man froh sein wird, wenn sich überhaupt noch jemand bewirbt.

Leser-Kommentare
    • ddkddk
    • 31.01.2010 um 13:11 Uhr

    katholischer Priester oder Mönche geben.

    Es handelt sich offenbar nicht nur um Einzelfälle.

    Dass die Fälle erst viele Jahre nach den Übergriffen bekannt wurden, zeigt, dass es sich wohl nur um die Spitze des Eisbergs handelt.

    Ist der Kirche eigentlich klar, was sie hier bei den Kindern tatsächlich anrichtet? Man hat den Eindruck, dass sie dies eher als eine Art Kollateralschaden ansieht und sich mehr um ihr Personal und ihren Ruf als um die Opfer sorgt.

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    ja, der Kirche ist bekannt, was so alles mit den "Schäfchen" gemacht wird. Aber das ist ja auch nichts Neues. Wenn Sie das Gesamtkonstrukt Kirche einmal verstanden haben und verstehen, dass nahezu alle Religionen zwecks Unterdrückung der Masse durch eine kleine herrschende Clique betsehen, wundern Sie sich über garnichts.

    Immer wieder interessant ist, wie heuchlerisch diese Unterdrücker vorgehen. Widerlich, mit Schutzbefohlenen so umzugehen. Gehört aber alles zum System.

    Wenn Sie aus den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen die Konsequenz ziehen, Ihre Kinder "nie in Hände katholischer Priester oder Mönche" zu geben, sollten Sie aber auch konsequent sein und nach entsprechenden Fällen Ihre Kinder nie in die Hände von Erziehern, Lehrern, Sporttrainern usw. geben. Da bleibt dann nur noch Homeschooling und ein Asylantrag in den USA. Konsequenterweise müssten Sie Ihre Kinder aber auch vor Ihren Verwandten schützen. In der eigenen Familie gibt es nachweislich die meisten Fälle.

    Wichtig ist vielmehr, Kinder so zu erziehen, dass sie sich auch gegenüber "Respektspersonen" gegen Übergriffe verbal wehren können und vor allem dass sie genug Vertrauen haben, sich mit allem an die eigenen Eltern zu wenden.

    Der Artikel aber zeigt die Problematik gut auf. Allerdings ein Zusatz noch: Die Aussage "Solche Männer flüchten sich ins Priesteramt, um dort dann auch krankhaften Neigungen unter dem Deckmantel des Zölibats nachgehen zu können" ist sicher zum Teil richtig. Für pädophile Männer kann das Priesteramt aber auch als eine Erlösung erscheinen. Man hofft, dass das Zölibat das Problem der verhassten eigenen Neigungen zum Verschwinden bringt - was ein Trugschluss sein muss. Und dann finden Pädophile durch ihr Amt besonders "günstige" Bedingungen vor.

    Nicht übersehen sollte man dabei, dass sich nicht nur Pädophile an Kindern und Heranwachsenden vergehen. Oft sind Kinder einfach die leichteren Opfer, wenn sich der Täter an einen Erwachsenen nicht herantraut.

    • baksb
    • 31.01.2010 um 17:51 Uhr

    Ich würde z.B. niemals meine Kinder in die HÄnde von Glaubenshassern gegeben haben. Man muss überall hinschauen, wen man vor sich hat. Verallgemeinerungen sind überall von Übel.

    ja, der Kirche ist bekannt, was so alles mit den "Schäfchen" gemacht wird. Aber das ist ja auch nichts Neues. Wenn Sie das Gesamtkonstrukt Kirche einmal verstanden haben und verstehen, dass nahezu alle Religionen zwecks Unterdrückung der Masse durch eine kleine herrschende Clique betsehen, wundern Sie sich über garnichts.

    Immer wieder interessant ist, wie heuchlerisch diese Unterdrücker vorgehen. Widerlich, mit Schutzbefohlenen so umzugehen. Gehört aber alles zum System.

    Wenn Sie aus den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen die Konsequenz ziehen, Ihre Kinder "nie in Hände katholischer Priester oder Mönche" zu geben, sollten Sie aber auch konsequent sein und nach entsprechenden Fällen Ihre Kinder nie in die Hände von Erziehern, Lehrern, Sporttrainern usw. geben. Da bleibt dann nur noch Homeschooling und ein Asylantrag in den USA. Konsequenterweise müssten Sie Ihre Kinder aber auch vor Ihren Verwandten schützen. In der eigenen Familie gibt es nachweislich die meisten Fälle.

    Wichtig ist vielmehr, Kinder so zu erziehen, dass sie sich auch gegenüber "Respektspersonen" gegen Übergriffe verbal wehren können und vor allem dass sie genug Vertrauen haben, sich mit allem an die eigenen Eltern zu wenden.

    Der Artikel aber zeigt die Problematik gut auf. Allerdings ein Zusatz noch: Die Aussage "Solche Männer flüchten sich ins Priesteramt, um dort dann auch krankhaften Neigungen unter dem Deckmantel des Zölibats nachgehen zu können" ist sicher zum Teil richtig. Für pädophile Männer kann das Priesteramt aber auch als eine Erlösung erscheinen. Man hofft, dass das Zölibat das Problem der verhassten eigenen Neigungen zum Verschwinden bringt - was ein Trugschluss sein muss. Und dann finden Pädophile durch ihr Amt besonders "günstige" Bedingungen vor.

    Nicht übersehen sollte man dabei, dass sich nicht nur Pädophile an Kindern und Heranwachsenden vergehen. Oft sind Kinder einfach die leichteren Opfer, wenn sich der Täter an einen Erwachsenen nicht herantraut.

    • baksb
    • 31.01.2010 um 17:51 Uhr

    Ich würde z.B. niemals meine Kinder in die HÄnde von Glaubenshassern gegeben haben. Man muss überall hinschauen, wen man vor sich hat. Verallgemeinerungen sind überall von Übel.

  1. 2. ?!

    "Und der Vatikan könne zwar in jedes einzelne Bistum hineinregieren, aber nicht die Bischöfe zur Kooperation zwingen."

    Was für eine feige Ausrede. Die Katholische Kirche hat wohl eine der strengsten Hierarchien der Welt.

  2. ja, der Kirche ist bekannt, was so alles mit den "Schäfchen" gemacht wird. Aber das ist ja auch nichts Neues. Wenn Sie das Gesamtkonstrukt Kirche einmal verstanden haben und verstehen, dass nahezu alle Religionen zwecks Unterdrückung der Masse durch eine kleine herrschende Clique betsehen, wundern Sie sich über garnichts.

    Immer wieder interessant ist, wie heuchlerisch diese Unterdrücker vorgehen. Widerlich, mit Schutzbefohlenen so umzugehen. Gehört aber alles zum System.

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    So einfach ist es leider nicht. Ein Bischof ist "Christi Stellvertreter" einer ihm zugewiesenen Teilkirche (Bistum), wo er weitestgehend eigenmächtig "regieren" darf und soll. Natürlich kann ein Bischof nicht aus der Reihe tanzen und z.B. B predigen, während die restliche Kirche A lehrt. Aber viele nicht- dogmatisierte kirchenpolitischen Entscheidungen kann ein Bischof durchaus alleine treffen. Das beginnt z.B. schon mit der Rekrutierung von Priestern. Für die Ausbildung und Auswahl "seiner" Priester ist der Bischof zuständig. Ob eine Person X die Weihe erhält, liegt im Ermessen des Bischofs, bzw. de facto des Regens, der vom Bischof mit der Ausbildung betraut ist und i.d.R. die Kandidaten 100mal besser kennt als der Bischof, sodass sich der Bischof blind auf das Urteil seines Regens verlassen muss. Also SO zentralistisch ist auch nicht alles in der Kirche. Dafür ist die RKK als Ganzes auch viel zu groß.

    Das System als Ganzes ist faul, die konkreten Fehler werden aber oft nicht im Vatikan sondern "im Kleinen" begangen, wenn z.B. einem Regens nicht auffällt, dass der Seminarist XY Kinderpornos konsumiert. Oder wenn ein Bischof einen vorbelasteten Pfarrer wieder in einer Pfarrei einsetzt, wo er erneut mit Kindern "arbeitet". Da trägt der Papst persönlich keine Schuld. Aber die faule Grundstruktur lässt er natürlich trotzdem unangetastet und DAS kann man ihm ankreiden.

    der vorherige Beitrag sollte eigentlich unter Beitrag Nr. 2 stehen, nicht 3.

    • baksb
    • 31.01.2010 um 17:53 Uhr

    Wir alle sind Stellvertreter Gottes. Manche sind aber die des Teufels.

    So einfach ist es leider nicht. Ein Bischof ist "Christi Stellvertreter" einer ihm zugewiesenen Teilkirche (Bistum), wo er weitestgehend eigenmächtig "regieren" darf und soll. Natürlich kann ein Bischof nicht aus der Reihe tanzen und z.B. B predigen, während die restliche Kirche A lehrt. Aber viele nicht- dogmatisierte kirchenpolitischen Entscheidungen kann ein Bischof durchaus alleine treffen. Das beginnt z.B. schon mit der Rekrutierung von Priestern. Für die Ausbildung und Auswahl "seiner" Priester ist der Bischof zuständig. Ob eine Person X die Weihe erhält, liegt im Ermessen des Bischofs, bzw. de facto des Regens, der vom Bischof mit der Ausbildung betraut ist und i.d.R. die Kandidaten 100mal besser kennt als der Bischof, sodass sich der Bischof blind auf das Urteil seines Regens verlassen muss. Also SO zentralistisch ist auch nicht alles in der Kirche. Dafür ist die RKK als Ganzes auch viel zu groß.

    Das System als Ganzes ist faul, die konkreten Fehler werden aber oft nicht im Vatikan sondern "im Kleinen" begangen, wenn z.B. einem Regens nicht auffällt, dass der Seminarist XY Kinderpornos konsumiert. Oder wenn ein Bischof einen vorbelasteten Pfarrer wieder in einer Pfarrei einsetzt, wo er erneut mit Kindern "arbeitet". Da trägt der Papst persönlich keine Schuld. Aber die faule Grundstruktur lässt er natürlich trotzdem unangetastet und DAS kann man ihm ankreiden.

    der vorherige Beitrag sollte eigentlich unter Beitrag Nr. 2 stehen, nicht 3.

    • baksb
    • 31.01.2010 um 17:53 Uhr

    Wir alle sind Stellvertreter Gottes. Manche sind aber die des Teufels.

  3. Als Bruder Martin 1515 seine Rom-Pilgerreise machte und er anschließend angewiedert vom moralischen Verfall des damaligen kath. Klerus zurück nach Wittenberg reiste, um dann ab 1517 neben den Ablassbriefen auch den sexuellen Abschweifungen des Klerus geißelte, da bewegte er über Jahrzehnte eine Veränderung dieser Praxis auch in der kath.Hierarchie, nachdem viele ehem.Priester und Mönche dann ehem. Nonnen wie Martin Luther die ehem. Nonne von Bora geehelicht hatte.
    Es heißt dass heute über 30% homosexuelle Priester im Klerus stecken (Lt. M. Drevermann).
    Die Ursache des Problems heißt "Zölibat"!
    Solange das für den unteren Klerus nicht freigegeben wird, so wie dass bis 1077 war, solange hat man diese "Krüppel" im Klerus drin!!
    Rom muss sich da eindeutig reformieren! Ein neuer Martin Luther muss her!

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    • baksb
    • 31.01.2010 um 17:59 Uhr

    Es genügt, Jesus ernst zu nehmen.

    • baksb
    • 31.01.2010 um 17:59 Uhr

    Es genügt, Jesus ernst zu nehmen.

    • joG
    • 31.01.2010 um 13:35 Uhr

    ....Themen innerhalb eines Rahmens zu sehen. So ersieht man die relative Bedeutung eines Themas in Verhältnis zu ähnlichen Zusammenhängen. Aus den Daten scheint sich ein allgemeines Problem der Kinderbetreuung abzuleiten und keines, das die RK Kirche besonders belastet. Dazu sind vielleicht die Zahlen usw in Wiki hilfreich:
    http://de.wikipedia.org/w...

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    • ddkddk
    • 31.01.2010 um 13:44 Uhr

    das mit dem Hinweis auf Missbrauchsfälle bei nichtkatholischen Erziehern zu relativieren.

    Dabei übersieht man aber eins:

    Die katholische Kirche behauptet bei ihrer Erziehungsarbeit einen besonderen Anspruch. Durch die innige Verbindung von Erziehung und Religion, die bei dieser Arbeit bewusst indoktriniert wird und die nun einmal besondere moralische Ansprüche erhebt, darf und muss beim Versagen auch an diesen Ansprüchen gemessen werden.

    Der Missbrauch bei diesen Fällen ist für das Opfer und dessen Angehörige wesentlich tragischer, verheerender und prägender, als wenn irgendein atheistischer Erzieher versagt.

    • joG
    • 31.01.2010 um 15:38 Uhr

    ...bei ihrer Erziehungsarbeit einen besonderen Anspruch."

    Oh, da verstehen Sie mich falsch. Relativieren wollte ich nicht. Jeder Fall muss aufgearbeitet werden. Doch ist es so, dass unsere Regierung auch einen "besonderen Anspruch" bei der Erziehungsarbeit behauptet, den sie ebenfalls nicht hält. So ist es eine Art Ablenkmanöver hier mit dem Finger zu deuten. Oder will man lediglich ein bisschen den Gruseleffekt einiger Vorurteile nutzen, um eine lesenswerte Geschichte zu erzählen; ein wenig so wie früher man das Internationalen Kommunistisch-Jüdischen Komplott bemühte?

    PS: Auch bin ich nicht unbedingt überzeugt, dass ein vergewaltigtes Kind weniger leidet, wenn es "irgendein atheistischer Erzieher" der staatlichen Schule ist, der das Ritual vollbringt.

    • ddkddk
    • 31.01.2010 um 13:44 Uhr

    das mit dem Hinweis auf Missbrauchsfälle bei nichtkatholischen Erziehern zu relativieren.

    Dabei übersieht man aber eins:

    Die katholische Kirche behauptet bei ihrer Erziehungsarbeit einen besonderen Anspruch. Durch die innige Verbindung von Erziehung und Religion, die bei dieser Arbeit bewusst indoktriniert wird und die nun einmal besondere moralische Ansprüche erhebt, darf und muss beim Versagen auch an diesen Ansprüchen gemessen werden.

    Der Missbrauch bei diesen Fällen ist für das Opfer und dessen Angehörige wesentlich tragischer, verheerender und prägender, als wenn irgendein atheistischer Erzieher versagt.

    • joG
    • 31.01.2010 um 15:38 Uhr

    ...bei ihrer Erziehungsarbeit einen besonderen Anspruch."

    Oh, da verstehen Sie mich falsch. Relativieren wollte ich nicht. Jeder Fall muss aufgearbeitet werden. Doch ist es so, dass unsere Regierung auch einen "besonderen Anspruch" bei der Erziehungsarbeit behauptet, den sie ebenfalls nicht hält. So ist es eine Art Ablenkmanöver hier mit dem Finger zu deuten. Oder will man lediglich ein bisschen den Gruseleffekt einiger Vorurteile nutzen, um eine lesenswerte Geschichte zu erzählen; ein wenig so wie früher man das Internationalen Kommunistisch-Jüdischen Komplott bemühte?

    PS: Auch bin ich nicht unbedingt überzeugt, dass ein vergewaltigtes Kind weniger leidet, wenn es "irgendein atheistischer Erzieher" der staatlichen Schule ist, der das Ritual vollbringt.

    • ddkddk
    • 31.01.2010 um 13:44 Uhr

    das mit dem Hinweis auf Missbrauchsfälle bei nichtkatholischen Erziehern zu relativieren.

    Dabei übersieht man aber eins:

    Die katholische Kirche behauptet bei ihrer Erziehungsarbeit einen besonderen Anspruch. Durch die innige Verbindung von Erziehung und Religion, die bei dieser Arbeit bewusst indoktriniert wird und die nun einmal besondere moralische Ansprüche erhebt, darf und muss beim Versagen auch an diesen Ansprüchen gemessen werden.

    Der Missbrauch bei diesen Fällen ist für das Opfer und dessen Angehörige wesentlich tragischer, verheerender und prägender, als wenn irgendein atheistischer Erzieher versagt.

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    • joG
    • 02.02.2010 um 11:39 Uhr
    • joG
    • 02.02.2010 um 11:39 Uhr
  4. Oder doch ein Fehler im System?

    Also es gibt ja inoffizielle mehr oder weniger seriöse Statistiken und v.a. Spekulationen, dass der Anteil homosexueller Männer im Klerus viel größer ist als der Anteil in der Gesamtbevölkerung. Wenig verwunderlich, wie ich finde. Gerade in ländlichen Gebieten wird ja immer noch nicht offen mit dem Thema umgegangen und ich kann mir gut vorstellen, dass manch ein junger schwuler Mann vom Land da das Priesteramt für besonders attraktiv hält - immerhin sichert es Ansehen, ohne dass man heiraten muss. Vermutlich spüren manche zunächst nur, dass sie einfach nicht auf Frauen stehen, "wissen" aber nicht explizit, dass sie schwul sind und wollen es auch gar nicht erst herausfinden - was man im Priesterseminar ja auch nicht muss.

    Ich halte die These dieses Psychologen für durchaus plausibel: nicht der Zölibat macht pädophil, sondern er zieht Schwule und latent Pädophile an.

    Ich will nicht unterstellen, dass Homosexualität notwendig oder hinreichend für eine pädophile Neigung ist. Aber ich kann mir vorstellen, dass das System eben genauso eine Anziehungskraft auf Leute mit was weiß ich was für Paraphilien ausübt, wie auf Homosexuelle. Insofern dürfte der Klerus eine Sammlung von allerhand sexueller Couleur sein, alles außer "normal" heterosexuell jedenfalls. Und das da dann auch ein paar richtig Perverse drunter sein können, wundert dann nicht mehr.

    Wer heute noch ins Seminar geht, hat was zu "vertuschen". Da bin ich mir sicher.

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    Pädophilie hat mit Homosexualität nichts zu tun, sondern ist lediglich das älteste und mieseste Vorurteil gegen Homosexuelle überhaupt.

    Homosexualität wendet sich an erwachsene gleichgeschlechtliche Sexualpartner, Pädophilie hingegen an Kinder. Wobei anzumerken ist, daß lediglich 12-20% (die berühmte Dunkelziffer) der Fälle sexualisierter Gewalt tatsächlich von Pädophilen verübt werden, der ganze große Rest wird von heterosexuellen Erwachsenen an Kindern beiderlei Geschlecht begangen. Es gibt sehr viele Pädophile, die ihrer Neigung niemals nachgeben und denen hat höchster Respekt zu gelten. Hilfe gibt es bei 'Kein Täter werden', dem richtungsweisenden Forschungs- und Therapieprojekt der Charité, mittlerweile auch mit einer Außenstelle in Kiel:
    http://www.kein-taeter-we...

    Der Hintergrund für sexualisierte Gewalt von Priestern an Jungen liegt vermutlich eher nicht an einer gleichgeschlechtlichen Neigung, sondern daran, daß in der katholischen Kirche Mädchen und Frauen nicht so häufig vorkommen.

    Festzuhalten bleibt - die Vergewaltigung von Kindern ist Gewalt, an deren Folgen betroffene Menschen meist lebenslang zu leiden haben - mit einer Entschuldigung ist hier gar nichts wieder gut.
    Solange die katholische Kirche ihre rückständige Sexualmoral vertritt, daß Sex in Ausschließlichkeit der Zeugung zu dienen hat, um keine Sünde zu sein, wird sich daran, wie auch an vielem anderen mehr, nichts ändern, da sie verklemmtes Personal auf diese Weise geradezu anzieht.

    Pädophilie hat mit Homosexualität nichts zu tun, sondern ist lediglich das älteste und mieseste Vorurteil gegen Homosexuelle überhaupt.

    Homosexualität wendet sich an erwachsene gleichgeschlechtliche Sexualpartner, Pädophilie hingegen an Kinder. Wobei anzumerken ist, daß lediglich 12-20% (die berühmte Dunkelziffer) der Fälle sexualisierter Gewalt tatsächlich von Pädophilen verübt werden, der ganze große Rest wird von heterosexuellen Erwachsenen an Kindern beiderlei Geschlecht begangen. Es gibt sehr viele Pädophile, die ihrer Neigung niemals nachgeben und denen hat höchster Respekt zu gelten. Hilfe gibt es bei 'Kein Täter werden', dem richtungsweisenden Forschungs- und Therapieprojekt der Charité, mittlerweile auch mit einer Außenstelle in Kiel:
    http://www.kein-taeter-we...

    Der Hintergrund für sexualisierte Gewalt von Priestern an Jungen liegt vermutlich eher nicht an einer gleichgeschlechtlichen Neigung, sondern daran, daß in der katholischen Kirche Mädchen und Frauen nicht so häufig vorkommen.

    Festzuhalten bleibt - die Vergewaltigung von Kindern ist Gewalt, an deren Folgen betroffene Menschen meist lebenslang zu leiden haben - mit einer Entschuldigung ist hier gar nichts wieder gut.
    Solange die katholische Kirche ihre rückständige Sexualmoral vertritt, daß Sex in Ausschließlichkeit der Zeugung zu dienen hat, um keine Sünde zu sein, wird sich daran, wie auch an vielem anderen mehr, nichts ändern, da sie verklemmtes Personal auf diese Weise geradezu anzieht.

  5. Unter dem Deckel von Verboten und Verschwiegenheit entsteht ein optimales Gärungsklima und es wundert hier nur noch,wie eine Kirche nach jahrhundertelanger Erfahrung mit diesem Phänomen keinen offenen Weg gefunden hat, der hier Reinigung und Luft verschaffen kann und nach Misserfolgen und Fehltritten die Türen für neue Anfänge öffnet.
    Dazu kann eine ehrliche Bilanz Raum schaffen. Die Glaubwürdigkeit des präsentierten Verzichts und der gepredigten Bescheidenheit kann mit dogmatischen Ansprüchen nur gegenüber duckmäusernden Anhängern vermittelt werden, bis das Beispiel wirklich entsprechend Schule machen kann.
    Der Teufel kann hier als die Verkörperung einer Versuchung erfolgreich sein oder nicht. Es wird davon anbängen, ob Gläubige die Herausforderung verstehen und sich ihr entgegen stellen oder ihrem verführerischen Drängen nachgeben.
    Die Einsicht in das Notwendige und Vertretbare öffnet uns den Weg in die Freiheit. Das sich gehen lassen lässt uns zum zappelnden Opfer einfacher Hormonsteuerungen werden.

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