Kölner U-Bahn-Skandal Auch ICE-Trasse unter Baupfusch-VerdachtSeite 2/2

Derweil berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger, dass die Baustelle an der Station Waidmarkt kaum kontrolliert worden sei. Eine Bauaufsicht habe es dort "faktisch nicht gegeben", sagte der Zeitung zufolge ein Monteur einer Brunnenbaufirma während einer polizeilichen Vernehmung. Sein Vorgesetzter habe die Angaben bestätigt. Die Firma des Mannes aus Thüringen hatte mehrere Brunnen in der Baugrube installiert und gewartet. Ihren Angaben zufolge können sich die Brunnenbauer an keine einzige Überprüfung in der Zeit vor der Katastrophe erinnern.

Das Kölner Stadtarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Probleme mit einströmendem Grundwasser gelten als eine der möglichen Ursachen für die Katastrophe. Die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt, da zwei Menschen ums Leben kamen. Am kommenden Montag sollen nach Verzögerungen die Böschungen an der Einsturzstelle mit Spritzbeton befestigt und gesichert werden, um an die letzten fünf bis zehn Prozent der noch nicht geborgenen Archivalien heranzukommen.

Auch an der größten U-Bahn-Baustelle am Heumarkt werden als Folge der Mängel derzeit umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen, um die Baugrube vor drohendem Hochwasser zu schützen. Die Anwohner blicken dem Wochenende mit Sorge entgegen, da infolge der Schneeschmelze steigende Pegelstände erwartet werden.

 
Leser-Kommentare
  1. viereggtext - Ganz Köln von der Skrupellosigkeit von Bauarbeitern, -unternehmern unterwandert. Ohne auf die Konsequenzen zu achten, das Privatkässchen angefüllt. Da muss ein exemplarischer Prozess her, der Gleichgesinnten klarmacht: So nicht! Die brutale Gerissenheit weniger gefährdet eine ganze Stadt!

    • pbosch
    • 20.02.2010 um 21:52 Uhr

    Megathema am Stammtisch.

    "Dichtmachen den Laden". Oder: "Aufträge entziehen".

    Frage: "Uns was geschieht dann mit der Maxi-Mehrheit derjenigen die damit nichts zu tun hatten?"

    Betretenes Schweigen. Hängt sie alle, denn sie waren zugegen. Demnach hätten wir heute in der BRD bzw Ex-DDR eine unglaubliche Minderpopulation.

    Die Hydra lässt sich nur am Kopf zerstören.

    Und - was geschieht - nach voraussichtlich vielen Jahren von Prozessverlahmenden Gutachten?

    Geldstrafe aus der Portokasse? Freiheitsstrafe mit Bewährung auf Cayman Islands?

    Das lasche System dieses "Rechtsstaates" lädt doch ein zum Pfusch, zur Korruption.

    Ein "dummer" Bankräuber riskiert - auf der Flucht - sein Leben für vielleicht 10 Mille. Der Vorstand des beraubten Institute lacht sich über solche Peanuts kaputt.

    Noch Fragen?

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