Reaktionen auf Käßmann "Respekt und Bedauern"Seite 2/2

Auch der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer bedauert den Rücktritt Käßmanns. "Für sie persönlich ist der Schritt richtig. Für uns alle, für den Protestantismus ist die Entscheidung schlecht", sagte Schorlemmer der Leipziger Volkszeitung. Jedoch könne er die persönlichen Gründe Käßmanns für ihren Rücktritt verstehen. "Sie gewinnt damit ihre Freiheit zurück, die sie sonst nicht wieder bekommen hätte." Schorlemmer kritisierte eine Scheinmoral in Deutschland. "Diejenigen, die jetzt so tun, als könne ihnen gar nichts passieren, gefallen sich in einer moralischen Pose der Überlegenheit gegenüber denen, die sich falsch verhalten." Für die Zukunft an der EKD-Ratsspitze erwartet Schorlemmer eine schwierige Phase des Übergangs. "Es wird sich eine Persönlichkeit finden. Aber Margot Käßmann ist erst einmal unersetzbar."

Käßmann hatte auf einer Pressekonferenz ihren Rücktritt begründet. Nach ihrer alkoholisierten Autofahrt könne sie nicht mit der notwendigen Autorität im Amt bleiben. "Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so, wie ich sie hatte." Es gehe ihr aber auch um die Achtung vor sich selbst und ihre eigene Geradlinigkeit. "Es tut mir leid, dass ich viele enttäusche, die mich gebeten haben, im Amt zu bleiben", sagte Käßmann. Sie werde ihre Erfahrungen aber gern an anderer Stelle zur Verfügung stellen. Käßmann will nach eigenen Worten weiter als Pastorin tätig sein. Sie dankte dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für seine Unterstützung.

Die Staatsanwaltschaft in Hannover rechnet mit einem zügigen Abschluss des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens gegen Käßmann, sagte Staatsanwalt Jürgen Lendeckel. Da nicht davon auszugehen sei, dass die EKD-Ratsvorsitzende bei ihrer Fahrt andere konkret gefährdet habe, sei alleine der ermittelte Wert von 1,54 Promille relevant für die Höhe des Strafbefehls.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich möchte Ihnen meinen Respekt für diese richtige Entscheidung aussprechen! Sie haben offensichtlich erkannt welche Kreise so ein bedauerlicher Vorfall mit sich zieht.

    Ich wünsche mir das Sie trotzdessen weiter Ihrer bischöflichen Tätigkeit nachgehen.

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    natuerlich sollte SIE Bischoefin bleiben, hoffentlich unterstuetzt man sie dabei, wer koennte hier "Ersatz"
    spielen: MOMENTAN KEINER !

    Wie soll sie ihre bischöfliche Tätigkeit weiter ausüben, wenn sie als Landesbischöfin zurückgetreten ist?

    Ich bezog' den Rücktritt lediglich auf ihre Tätigkeit als EKD-Vorsitzende!
    Über den Rücktritt als Bischöfin wusste ich zu dem Zeitpunkt nichts!

    natuerlich sollte SIE Bischoefin bleiben, hoffentlich unterstuetzt man sie dabei, wer koennte hier "Ersatz"
    spielen: MOMENTAN KEINER !

    Wie soll sie ihre bischöfliche Tätigkeit weiter ausüben, wenn sie als Landesbischöfin zurückgetreten ist?

    Ich bezog' den Rücktritt lediglich auf ihre Tätigkeit als EKD-Vorsitzende!
    Über den Rücktritt als Bischöfin wusste ich zu dem Zeitpunkt nichts!

  2. 2. Danke

    Danke Frau Käßmann... für Ihren Rücktritt!!!
    Viell. können Sie ja den Rat der EKD dazu überreden Ihnen zu folgen,
    könnte ja sonst sein, dass die viell. auf die Idee kommen Dieter Bohlen heilig zu sprechen...einstimmig!

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    In seiner sarkastischen Formulierung trifft dieser Beitrag des "Pudels Kern": in unserer "orientierungslosen" Gesellschaft scheint wirklich alles möglich zu sein.
    Um Jesus am Kreuz zu zitieren: "Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"

    Herzliche Grüsse

    Klaus Metzger
    HILDESHEIM
    www.twitter.com/klmmetzger

    • cvnde
    • 24.02.2010 um 17:44 Uhr

    Auf welches Niveau ist "Die Zeit" nur gesunken?
    Hier schreiben Menschen, die nicht mal wissen, dass es in der Protestantischen Kirche keine Heiligen gibt.
    Ergo kann auch niemand zum Heiligen werden, nicht einmal Dieter Bohlen!

    Frau Käßmann hat gerade nun mal keinen Mut bewiesen, wenn jeder gleich wegen einemetwas erhöhnten Alkohol wert gleich hinschmeißt, dann müsste ja massig Pfarrstellen dauernd frei werden.

    • merili
    • 24.02.2010 um 20:44 Uhr

    ev. Kirche? heilig sprechen? gehts mal noch?

    In seiner sarkastischen Formulierung trifft dieser Beitrag des "Pudels Kern": in unserer "orientierungslosen" Gesellschaft scheint wirklich alles möglich zu sein.
    Um Jesus am Kreuz zu zitieren: "Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"

    Herzliche Grüsse

    Klaus Metzger
    HILDESHEIM
    www.twitter.com/klmmetzger

    • cvnde
    • 24.02.2010 um 17:44 Uhr

    Auf welches Niveau ist "Die Zeit" nur gesunken?
    Hier schreiben Menschen, die nicht mal wissen, dass es in der Protestantischen Kirche keine Heiligen gibt.
    Ergo kann auch niemand zum Heiligen werden, nicht einmal Dieter Bohlen!

    Frau Käßmann hat gerade nun mal keinen Mut bewiesen, wenn jeder gleich wegen einemetwas erhöhnten Alkohol wert gleich hinschmeißt, dann müsste ja massig Pfarrstellen dauernd frei werden.

    • merili
    • 24.02.2010 um 20:44 Uhr

    ev. Kirche? heilig sprechen? gehts mal noch?

  3. Schade, sehr schade, aber das zeigt, dass sie Klasse hat (was man von ihren Gegner nur schwerlich behaupten kann). Der Rückritt passt voll und ganz zu der integren Persönlichkeit, die sie bisher in der Öffentlichkeit gezeigt hat. Schön, dass es noch so gradlinige Persönlichkeiten in solchen Ämtern gibt.

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    • wp
    • 24.02.2010 um 15:38 Uhr

    Sie hat insofern Klasse, daß sie erkannte, daß sie keine andere Wahl hatte. Somit blieb ihr der würdelose Prozess erspart, der ein aussichtsloses "am Sessel kleben" mit sich gebracht hätte. Genauso wie niemand mehr Friedman in moralischen Fragen ernst nimmt, wäre es auch bei Käßmann gewesen. Der Unterschied ist nur, daß die moralische Integrität bei Käßmanns Amt unbedingte Voraussetzung ist.

    • frl_f
    • 24.02.2010 um 15:39 Uhr

    Ich finde es ebenfalls sehr schade, dass Frau Käßmann zurücktritt.
    Ich bin der Kirche nicht verbunden, aber habe sie als Mensch mit Rückgrat und eigener Meinung sehr geschätzt. Sie war auf der Immatrikulationsfeier meiner Uni als Sprecherin geladen und hat mit einer sehr motivierenden und bewegenden Rede bei mir Eindruck hinterlassen. Nicht als kirchliche Vertreterin, sondern als Mensch - und zu diesem Eindruck passt es vollkommen, dass sie die Konsequenzen aus ihrem Verhalten zieht. Ich denke, sie ist eine starke Persönlichkeit und wünsche ihr alles Gute für die kommende Zeit - und eine andere Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einzusetzen.

    Nach außen steht die Partei voll hinter einem Chef, die Bischofskonferenz voll hinter der Chefin, der Aufsichtsrat voll hinter dem Vorstand. Intern wird Tacheles geredet. Man gibt dem Delinquenten die Chance, würdevoll zurückzutreten. Dieses Theater kann man bestimmt 10 Mal im Jahr beobachten.

    • wp
    • 24.02.2010 um 15:38 Uhr

    Sie hat insofern Klasse, daß sie erkannte, daß sie keine andere Wahl hatte. Somit blieb ihr der würdelose Prozess erspart, der ein aussichtsloses "am Sessel kleben" mit sich gebracht hätte. Genauso wie niemand mehr Friedman in moralischen Fragen ernst nimmt, wäre es auch bei Käßmann gewesen. Der Unterschied ist nur, daß die moralische Integrität bei Käßmanns Amt unbedingte Voraussetzung ist.

    • frl_f
    • 24.02.2010 um 15:39 Uhr

    Ich finde es ebenfalls sehr schade, dass Frau Käßmann zurücktritt.
    Ich bin der Kirche nicht verbunden, aber habe sie als Mensch mit Rückgrat und eigener Meinung sehr geschätzt. Sie war auf der Immatrikulationsfeier meiner Uni als Sprecherin geladen und hat mit einer sehr motivierenden und bewegenden Rede bei mir Eindruck hinterlassen. Nicht als kirchliche Vertreterin, sondern als Mensch - und zu diesem Eindruck passt es vollkommen, dass sie die Konsequenzen aus ihrem Verhalten zieht. Ich denke, sie ist eine starke Persönlichkeit und wünsche ihr alles Gute für die kommende Zeit - und eine andere Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einzusetzen.

    Nach außen steht die Partei voll hinter einem Chef, die Bischofskonferenz voll hinter der Chefin, der Aufsichtsrat voll hinter dem Vorstand. Intern wird Tacheles geredet. Man gibt dem Delinquenten die Chance, würdevoll zurückzutreten. Dieses Theater kann man bestimmt 10 Mal im Jahr beobachten.

    • rabin
    • 24.02.2010 um 15:15 Uhr

    Das Publikum bekommt nur mit, was offiziell läuft. Die Kirche unterstützt, die Beschöfin geht. Passt irgendwie nicht richtig zusammen.

    Ist aber vielleicht eine Lösung, die beide so gut wie möglich aussehen lässt.

    Wird man je erfahren, wieviel Druck wirklich auf Frau Kässmann gemacht wurde ? Wahrscheinlich nicht. Alles Spekulation.

    Der hätte eine sofortige Reaktion auf das Fehlverhalten Einhalt geboten werden können.

    Vielleicht ist es von beiden Seiten so ehrenhaft wie möglich, vielleicht auch nicht. Wer Kirche von innen kennt, wird seine Zweifel haben, dass das Offzielle zugleich auch das "Wahre" ist.

  4. Sollte Frau Käßmann tatsächlich zurücktreten, können sich viele andere "große" Leute in eine Reihe stellen, um sich ein Beispiel an dieser Frau zu nehmen!

  5. liebe Sektenmitglieder,
    wird sich schon ein neuer Oberlügner finden...

    Die Geschichte von der Hydra und so...

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    So ja wohl nicht!
    Auch als ehemaliger Amtsinhaber bin ich sehr (kirchen)kritisch - aber ich lege auessersten Wert auf Respekt.
    Dieser Kommentar verdient eine Beleidigungsklage seitens der Staatsanwaltschaft!

    [entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/ew]

    Respekt ist etwas, dass man nur persönlich jemandem entgegenbringen kann. Wie soll man jemanden respektieren, denn man nicht persönlich kennt, und vielleicht noch viel wichtiger: dessen Position und Handeln man ür falsch hällt?

    Ich gehöre zu denen, die es lächerlich finden, einen Menschen von eienr bruflichen Position wünschen, weil Sie einen Fehler im privaten Bereich getan haben. Zumal das in diesem speziellen Bereich doch wirklcih unangebracht ist. Käßmann scheint doch immernoch ein mehr oder midner guter Mensch zu sein. So gut man eben sein kann, als Christ.

    Ich glaube nicht, dass eine Kirche ein besseres Oberhaupt hervorbingen kann. Aber ich glaube, dass eine Kirche keine gesellschftlich wertvollen Oberhäupter hervorbingen kann. Kirchen stelln vielmehr eine Gefahr da. Sie sind dogmatisch und sie sind manipulativ. Sie sind das Gegenteil von derjenigen Kraft, die aus Europa. zumindest im Ansatz, einen Freien und gerechten Kontinent gemacht hat, der vorallem das individuum als solches Ehr und es nicht unter einer Masse leiden lässt (jeder hat rechte, die auch nicht werwirkt sind, wenn es 100 anderen menschen nützen würde)

    Ich finde aber dass Kircheninhalte durchaus wert sind diskuttiert zuw erden. Dann aber doch bitte vernünfitg auf fruchtbarem, philosophischen Boden. Und nich tin hübschen Häusern mit Weihrauch und einem Vorbeter. Das ist mittelalterlich.

    Seit wann sind hier Stammtischkommentare erwünscht?

    Von anderen würde man sich wünschen, dass sie wegen geringerer Verfehlungen ihren Hut nähmen, ich erinnere an manch aktuellen Minister und Manager. Frau Käßmann erweist sich auch hier als starke Persönlichkeit, von denen wir in herausgehobenen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Positionen viel zu wenige haben. Das liegt aber auch an fehlenden öffentlichen Vorbildern; um so mehr ist es schade, dass sie nun aus der Öffentlichkeit verschwindet.

    Sorry, aber das ist dämlich und intolerant. Bitte nicht auf diesem Niveau. Konträr, ok.k, aber nicht so.

    So ja wohl nicht!
    Auch als ehemaliger Amtsinhaber bin ich sehr (kirchen)kritisch - aber ich lege auessersten Wert auf Respekt.
    Dieser Kommentar verdient eine Beleidigungsklage seitens der Staatsanwaltschaft!

    [entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf Provokationen. Danke. Die Redaktion/ew]

    Respekt ist etwas, dass man nur persönlich jemandem entgegenbringen kann. Wie soll man jemanden respektieren, denn man nicht persönlich kennt, und vielleicht noch viel wichtiger: dessen Position und Handeln man ür falsch hällt?

    Ich gehöre zu denen, die es lächerlich finden, einen Menschen von eienr bruflichen Position wünschen, weil Sie einen Fehler im privaten Bereich getan haben. Zumal das in diesem speziellen Bereich doch wirklcih unangebracht ist. Käßmann scheint doch immernoch ein mehr oder midner guter Mensch zu sein. So gut man eben sein kann, als Christ.

    Ich glaube nicht, dass eine Kirche ein besseres Oberhaupt hervorbingen kann. Aber ich glaube, dass eine Kirche keine gesellschftlich wertvollen Oberhäupter hervorbingen kann. Kirchen stelln vielmehr eine Gefahr da. Sie sind dogmatisch und sie sind manipulativ. Sie sind das Gegenteil von derjenigen Kraft, die aus Europa. zumindest im Ansatz, einen Freien und gerechten Kontinent gemacht hat, der vorallem das individuum als solches Ehr und es nicht unter einer Masse leiden lässt (jeder hat rechte, die auch nicht werwirkt sind, wenn es 100 anderen menschen nützen würde)

    Ich finde aber dass Kircheninhalte durchaus wert sind diskuttiert zuw erden. Dann aber doch bitte vernünfitg auf fruchtbarem, philosophischen Boden. Und nich tin hübschen Häusern mit Weihrauch und einem Vorbeter. Das ist mittelalterlich.

    Seit wann sind hier Stammtischkommentare erwünscht?

    Von anderen würde man sich wünschen, dass sie wegen geringerer Verfehlungen ihren Hut nähmen, ich erinnere an manch aktuellen Minister und Manager. Frau Käßmann erweist sich auch hier als starke Persönlichkeit, von denen wir in herausgehobenen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Positionen viel zu wenige haben. Das liegt aber auch an fehlenden öffentlichen Vorbildern; um so mehr ist es schade, dass sie nun aus der Öffentlichkeit verschwindet.

    Sorry, aber das ist dämlich und intolerant. Bitte nicht auf diesem Niveau. Konträr, ok.k, aber nicht so.

    • rabin
    • 24.02.2010 um 15:18 Uhr

    Liest man die ersten Kommentare, könnte die Rechnung aufgehen.

    Die Kirche als verzeihende, die Bischöfin als aufrechte Person.

    Ganz hypothetisch: was wäre eigentlich passiert, wenn nichts davon an die Öffentlichkeit gekommen wäre?

  6. Es ist traurig, das Frau Käßmann den Rückhalt nicht gespürt hat, welcher ihr von vielen Menschen entgegengebracht wurde. Frau Käßmann, unabhängig von ihrer Verkehrssünde, ich bin traurig das sie zurückgetreten sind. Viele Menschen haben ihnen verziehen, warum haben sie das nicht angenommen. Frau Käßmann, ich bin auf dem Papier Moslem und "praktizierender" Atheist, aber ich glaube an das Wunder des Verzeihens. Ich bin traurig, dass sie leider nicht genug Kraft gefunden haben diesen schwierigen Weg, der aber eine große Chance gewesen wäre, fortzuführen. Es ist kein Vorwurf, nicht falsch verstehen, es ist einfach nur trauer. Ich wünsche ihnen viel Kraft, Zuspruch und Wahrhaftigkeit für sie in ihrem leben. Ich werde sie vermissen.

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