Initiations-Mutproben Ekel-Rituale, jahrelange Praxis bei der Bundeswehr
Erniedrigende Rituale und Mutproben der Gebirgsjäger in der Mittenwald-Kaserne sind wohl keine Ausnahme. Wehrbeauftragter Robbe berichtet von vielen weiteren Beispielen.
© Sean Gallup/Getty Images

Bundeswehr-Rekruten bei ihrer Vereidigung: Viele ertragen ekelerregende Rituale und Mutproben
Die Affäre um ekelerregende Aufnahme-Rituale bei der Bundeswehr weitet sich aus. Der Bundestags-Wehrbeauftragte Reinhold Robbe legte den Mitgliedern des Verteidigungsausschusses sowie dem Heeresführungskommando und dem Verteidigungsministerium eine Sammlung von 23 Zuschriften vor, in denen Reservisten über Exzesse in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten berichten. Die Schreiben deuten darauf hin, dass die Rituale der Gebirgsjäger im bayerischen Mittenwald kein Einzelfall waren.
Zwei E-Mails handeln von ähnlichen Ritualen im Gebirgsjägerbataillon in Bischofswiesen-Strub, nur wenige Kilometer von Mittenwald entfernt. Die Absender geben an, 1993/1994 und 2003/2004 ihren Wehrdienst bei den dortigen Gebirgsjägern geleistet zu haben. "Es werden ein paar Bier um die Wette getrunken, man muss um die Wette unter Stühlen durchrobben, zwischendurch erneut ein paar Bier trinken. Und muss aus einer ekligen Suppe (Stichwort: Rohe Leber) was trinken", heißt es in einer Mail. In der anderen wird erwähnt, dass es die Rituale "bis vor einiger Zeit" auch in Reichenhall gegeben habe.
In beiden Schreiben ist die Rede davon, dass die Vorgesetzten von den Ritualen wussten: "Bezogen auf die Dienstgrade muss ich sagen, dass ich davon ausgehe, dass so gut wie jeder Unteroffizier und Feldwebel, der eine Weile dabei ist, weiß was passiert und auch in welchem Umfang", schreibt einer. In dem anderen Schreiben heißt es: "Zu meiner Zeit hatte nahezu jeder Soldat, der in einem der Gebirgsjägerbataillone Dienst tat, zumindest andeutungsweise von den Dingen gehört, nicht nur die Hochzügler."
Mehrere weitere Schreiben befassen sich mit Alkoholexzessen und Ritualen in anderen Einheiten der Bundeswehr. "In meinen Dienstjahren war ich in 3 Einheiten und musste feststellen, dass man als Antialkoholiker in der Truppe einen schweren Stand hat", heißt es in einem Schreiben unter der Überschrift "Mittenwald ist nur die Spitze des Eisbergs". "Bei sogenannten Veranstaltungen geselliger Art ist das Trinken von Alkohol praktisch befohlen, ohne dass dies jemand ausspricht."
Ein ehemaliger Obergefreiter, der zwischen 1996 und 1998 als Zeitsoldat an verschiedenen Standorten im Süden Deutschlands eingesetzt war, berichtet aus seiner Zeit im baden-württembergischen Ellwangen (Jagst) über verschiedene "Spiele". Beim Spiel "Jukebox" etwa werde ein Soldat in seinen Spind eingeschlossen und darin dann umgestoßen, während er bestimmte Lieder singen müsse.
Ein anderer Soldat, der vor 20 Jahren auf einem Marine-Zerstörer eingesetzt war, berichtet vom sogenannten "Rotarsch-Ritual": "Eine Bohnermaschine (eine mobile Maschine mit einer großen elektrisch betriebenen Borstenscheibe) wurde in Betrieb gesetzt und dem Rekruten an den nackten Hintern gehalten, bis dieser rot war."
Robbe wird voraussichtlich an diesem Mittwoch vor dem Verteidigungsausschuss zu den neuen Erkenntnissen Stellung nehmen. Zuvor wolle er in der Öffentlichkeit keinen Kommentar dazu abgeben, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Selbstverständlich müssen alle zusätzlich eingegangenen Hinweise überprüft werden." Erst dann könne eine Bewertung vorgenommen werden.
Bereits Mitte Februar hatte der Wehrbeauftragte die Abgeordneten des Ausschusses über die Aufnahmerituale bei den Gebirgsjägern in Mittenwald informiert. Dort mussten Neulinge den "Fuxtest" über sich ergehen lassen, zu dem das Essen roher Schweineleber und Alkoholkonsum bis zum Erbrechen gehört. Die Enthüllung hatte für großes Aufsehen gesorgt und zu staatsanwaltlichen Ermittlungen geführt.
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg versprach erneut eine zügige Aufklärung "Es ist jedem einzelnen Fall vernünftig nachzugehen, und auch mit Nachdruck nachzugehen", sagte der CSU-Politiker. Gegebenenfalls müssten Konsequenzen gezogen werden. "Wenn es Dinge gibt, die abgestellt werden müssen, müssen sie abgestellt werden."
Guttenberg schloss auch einzelne Disziplinarverfahren nicht aus. Er verwahrte sich allerdings dagegen, von Einzelfällen auf den Gesamtzustand der Bundeswehr zu schließen. "Ich wehre mich nur dagegen, Pauschalurteile auszusprechen", sagte er.
- Datum 23.02.2010 - 12:31 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Ist das nun "harmlose Trinkspiele betrunkener junger Männer - reloaded"? Solche Sachen gibt's doch genauso auf der Freizeitfahrt des Fußballclubs, der Pfadfinder oder div. Abi-Feten. Vielleicht sollten Vorgesetzte, die darüber besorgt sind dann auch umgehend die Soldaten aus Afghanistan zurückrufen, da ist es nämlich wahrscheinlich, daß die dort ekligere Sachen als rohe Leber oder zu viel Bier erleben.
Wenn es dass alles auch außerhalb einer Armee gibt, wofür brauchen wir dann eine Armee??????
Wenn es dass alles auch außerhalb einer Armee gibt, wofür brauchen wir dann eine Armee??????
Wenn man jetzt die Frage stellte, was Bürger alles "eklig" finden, dann wäre die Liste ziemlich lang. Der Oberbegriff wäre dann die Toleranz - denn wenn unsereins erzählt, was er als "eklig" empfindet, dann kommt mit Sicherheit die Einlassung, man würde es an Toleranz mangeln lassen. Insofern stellt die Beanspruchung der Definitionshoheit über das, was als "eklig" empfunden wird, eine Machtfrage dar. Die, die immer Herrschen und die Macht haben, werden schon sagen, was die Bevölkerung als "eklig" und "Nichteklig" ansehen solle. Insofern wäre die lange Liste dessen, was oftmals als so empfunden werden könnte, lang - aber tabuisiert, weil nur die Herrschenden die Definitionshoheit haben. Bezüglich irgendwelcher Rituale bei der Armee käme dann wiederum die gesamte Schizophrenie beliebiger nicht in den Sachzusammenhang gestellter Sprachäußerungen zum Tragen. Bundeswehrsoldaten bedienen Geschütze, die Atomgranaten verschießen können und diese Munition wird auch in der Bundesrepublik gelagert, sie sollen im Ausland unter völlig anderen Bedingungen widerstandsfähig gegen alle - auch seelisch-psychische - Belastungen sein. Man muss auch wissen, ob man sich auf den Kameraden verlassen kann, da wird dann mal "Schinkenklopfen" gespielt oder "Blutsbrüderschaft" mit echtem Blut geschlossen und wer Führen und Befehle erteilen will, soll auch mal einen Spass auf eigene Kosten für die Kameraden zulassen - kenne ich auch nicht anders - entsprechend die "Äquatortaufe".
Vielleicht gibt es im 21. Jahrhundert professionellere und effizientere Wege, psychische Belastbarkeit des Personals einer deutschen Armee zu trainieren als mitteralterliche Rituale zu dulden ? Diese Geschichten sind nicht neu, aber aus Rekruten Alkoholiker zu machen durch Gruppenzwang, der, wie ich finde, von einer starken Truppe Vorgesetzter geduldet, zumindest erkannt worden sein könnte, ist schon eine schwache Armee, finde ich.
Vielleicht gibt es im 21. Jahrhundert professionellere und effizientere Wege, psychische Belastbarkeit des Personals einer deutschen Armee zu trainieren als mitteralterliche Rituale zu dulden ? Diese Geschichten sind nicht neu, aber aus Rekruten Alkoholiker zu machen durch Gruppenzwang, der, wie ich finde, von einer starken Truppe Vorgesetzter geduldet, zumindest erkannt worden sein könnte, ist schon eine schwache Armee, finde ich.
Vielleicht gibt es im 21. Jahrhundert professionellere und effizientere Wege, psychische Belastbarkeit des Personals einer deutschen Armee zu trainieren als mitteralterliche Rituale zu dulden ? Diese Geschichten sind nicht neu, aber aus Rekruten Alkoholiker zu machen durch Gruppenzwang, der, wie ich finde, von einer starken Truppe Vorgesetzter geduldet, zumindest erkannt worden sein könnte, ist schon eine schwache Armee, finde ich.
Wie Armee und Militär gemacht wird, sollte man Armee und Militär fragen. Es ist erstaunlich, dass jeder Nichtfachmann meint, es besser zu wissen, als die Truppe selber. Waren die Sowjetsoldaten, die ihre Flagge 1945 über Berlin hissten, Abstinenzler? So wird weiter fleißig versucht die Quadratur des Kreises zu schaffen, indem die einen ausschließlich das zulassen wollen, was ihren Interessen dient und keinesfalls zulassen wollen, was andere gut finden - aber eine moderne Gesellschaft mit den Vorzügen der Zivilisation soll es dann doch bleiben. So richtig Taliban wollen diese Alles- und Besserwisser dann doch nicht werden, dann werden sie auch einmal akzeptieren müssen, was das "Militär" seit Beginn der Menschheit und weltweit an Brauchtum entwickelt hat.
Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass diese "Zulassungsprüfungen" oder auch durch die jeweilige Gruppierung selbst gewählten und praktizierten Aufnahmevorausetzungen aus Soldaten Gewohnheitssäufer macht. Die Äquatortaufe als Vergleich anzuführen ist Nonsens.
Ein Vergleich ist allenfalls bzgl. der Anzahl erlaubt, 1x und dann ist es genug. Selbst bei einem "nicht bestehen" der Prozedur wird eine Wiederholung nicht verlangt.
Problematisch ist allerdings oft die Durchführung. Sie ist auch in jeder Einheit und jeder Gruppierung anders. Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt, schließt aber bewusste, gewollte physische Verletzungen immer aus. An mögliche momentane psychische Verletzungen, auch mit Langzeitwirkung, denkt kaum jemand
Allen gemeinsam sind: 1.Der Spaßfaktor oder was immer die Zuschauer darunter verstehen. Aus Sicht des Probanden zwangsläufig genau das Gegenteil. 2.Eine oft bodenlose Schweinerei, wenn 1 Liter undefinierbarer eklik riechender und aussehender schleimiger Mix aus hoch% Alkohol, Zwiebeln, Paprika, rohen Eiern, Fischöl, Fischaugen, Salz und Pfeffer in hohem Bogen wieder ausgekotzt wird. Man stelle sich das mal bei gleich mehreren Aspiranten vor. Persönlich habe ich mich dem bei allen Beförderungen (33 Dienstjahre) immer entzogen. Die Nachteile waren nur kurzfristig und beschränkten sich in der Regel nur auf den Vorwurf, ein Spaßverderber zu sein.
All das gab es schon 1958 bei HG, Uff. Fw. und im Offz.Korps.
sich vor,
durch
Wie Armee und Militär gemacht wird, sollte man Armee und Militär fragen. Es ist erstaunlich, dass jeder Nichtfachmann meint, es besser zu wissen, als die Truppe selber. Waren die Sowjetsoldaten, die ihre Flagge 1945 über Berlin hissten, Abstinenzler? So wird weiter fleißig versucht die Quadratur des Kreises zu schaffen, indem die einen ausschließlich das zulassen wollen, was ihren Interessen dient und keinesfalls zulassen wollen, was andere gut finden - aber eine moderne Gesellschaft mit den Vorzügen der Zivilisation soll es dann doch bleiben. So richtig Taliban wollen diese Alles- und Besserwisser dann doch nicht werden, dann werden sie auch einmal akzeptieren müssen, was das "Militär" seit Beginn der Menschheit und weltweit an Brauchtum entwickelt hat.
Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, dass diese "Zulassungsprüfungen" oder auch durch die jeweilige Gruppierung selbst gewählten und praktizierten Aufnahmevorausetzungen aus Soldaten Gewohnheitssäufer macht. Die Äquatortaufe als Vergleich anzuführen ist Nonsens.
Ein Vergleich ist allenfalls bzgl. der Anzahl erlaubt, 1x und dann ist es genug. Selbst bei einem "nicht bestehen" der Prozedur wird eine Wiederholung nicht verlangt.
Problematisch ist allerdings oft die Durchführung. Sie ist auch in jeder Einheit und jeder Gruppierung anders. Der Phantasie sind da kaum Grenzen gesetzt, schließt aber bewusste, gewollte physische Verletzungen immer aus. An mögliche momentane psychische Verletzungen, auch mit Langzeitwirkung, denkt kaum jemand
Allen gemeinsam sind: 1.Der Spaßfaktor oder was immer die Zuschauer darunter verstehen. Aus Sicht des Probanden zwangsläufig genau das Gegenteil. 2.Eine oft bodenlose Schweinerei, wenn 1 Liter undefinierbarer eklik riechender und aussehender schleimiger Mix aus hoch% Alkohol, Zwiebeln, Paprika, rohen Eiern, Fischöl, Fischaugen, Salz und Pfeffer in hohem Bogen wieder ausgekotzt wird. Man stelle sich das mal bei gleich mehreren Aspiranten vor. Persönlich habe ich mich dem bei allen Beförderungen (33 Dienstjahre) immer entzogen. Die Nachteile waren nur kurzfristig und beschränkten sich in der Regel nur auf den Vorwurf, ein Spaßverderber zu sein.
All das gab es schon 1958 bei HG, Uff. Fw. und im Offz.Korps.
sich vor,
durch
Wenn es dass alles auch außerhalb einer Armee gibt, wofür brauchen wir dann eine Armee??????
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Maennlichkeitsrituale hat es gerade in der Armee immer gegeben und solange die "Alkoholexzesse" die Dienstfaehigkeit nicht beeintraechtigen, was solls? Ist doch Skandaloes ueber welche Nichtigkeiten sich hier aufgeregt wird...hat der Wehrbeauftragte keine anderen Missstaende aufzuzeigen?
Männlichkeitsrituale. Soso..Sexismus also auch noch.
Was ist los mit euch? Wer will eine Armee die zum Tier wird? Wer will eine besoffene, verrohte Armee. Wir rbauchen eine gebildete, moralische Armee. Wir brauchen übrzeugte Soldaten, nicht verkorkste Psychopaten. Primitive rituale haben da nichts zu suchen und gehören zurrecht öffentlich kritisiert. Es muss endlich aufhören. Soldaten müssen Vernünftig und Tugendhaft handeln können. Sie müssen Streesssituationen Meistern können aufgrund von Willenskraft. Und nicht weil ihre Schamgrenze praktisch nicht vorhanden ist.
Derartige Rituale haben aber vielleicht das Zeug zu erklären, wie es ein kann, dass es immerwieder zu Menchenrechtsverstöße durch Sodalten kommt. Man muss ein MANN sein. Man muss STARK sein. Man muss ein TIER sien. Der Mensch...den gibt es nicht in der Armee. Widerlich.
Männlichkeitsrituale. Soso..Sexismus also auch noch.
Was ist los mit euch? Wer will eine Armee die zum Tier wird? Wer will eine besoffene, verrohte Armee. Wir rbauchen eine gebildete, moralische Armee. Wir brauchen übrzeugte Soldaten, nicht verkorkste Psychopaten. Primitive rituale haben da nichts zu suchen und gehören zurrecht öffentlich kritisiert. Es muss endlich aufhören. Soldaten müssen Vernünftig und Tugendhaft handeln können. Sie müssen Streesssituationen Meistern können aufgrund von Willenskraft. Und nicht weil ihre Schamgrenze praktisch nicht vorhanden ist.
Derartige Rituale haben aber vielleicht das Zeug zu erklären, wie es ein kann, dass es immerwieder zu Menchenrechtsverstöße durch Sodalten kommt. Man muss ein MANN sein. Man muss STARK sein. Man muss ein TIER sien. Der Mensch...den gibt es nicht in der Armee. Widerlich.
Was eigentlich schade ist, ist dass Robbe mit seiner scheinheiligen Empörung sich selbst disqualifiziert und das Amt des Wehrbeauftragten beschädigt. Ich kann nur hoffen, dass er sich nicht von Parteitaktik leiten läßt in einem neuen Auftakt in der Jagd auf den Verteidigungsminister.
Wie Armee und Militär gemacht wird, sollte man Armee und Militär fragen. Es ist erstaunlich, dass jeder Nichtfachmann meint, es besser zu wissen, als die Truppe selber. Waren die Sowjetsoldaten, die ihre Flagge 1945 über Berlin hissten, Abstinenzler? So wird weiter fleißig versucht die Quadratur des Kreises zu schaffen, indem die einen ausschließlich das zulassen wollen, was ihren Interessen dient und keinesfalls zulassen wollen, was andere gut finden - aber eine moderne Gesellschaft mit den Vorzügen der Zivilisation soll es dann doch bleiben. So richtig Taliban wollen diese Alles- und Besserwisser dann doch nicht werden, dann werden sie auch einmal akzeptieren müssen, was das "Militär" seit Beginn der Menschheit und weltweit an Brauchtum entwickelt hat.
diesen Haufen komplett aufzulösen.
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