Beben in Chile Millionen sind ohne Obdach, mehr als 700 starben
Die Zahl der Todesopfer wächst stetig. Aufgrund der beschädigten Infrastruktur kommt Hilfe vielerorts nicht oder nur spät an. Auch Telefonverbindungen sind gekappt.
© Leo La Valle/ EFE/ dpa

Nach dem Beben: eine der wichtigsten Straßen Chiles, die Route 5, in Mulchen in der Region Bio Bio ist zerstört und unbefahrbar
Die Zahl der Todesopfer nach dem verheerenden Erdbeben in Chile ist offiziellen Angaben zufolge auf 708 gestiegen. Das teilte Staatspräsidentin Michelle Bachelet am Sonntag in der Hauptstadt Santiago de Chile mit. Es wird befürchtet, dass sich die Zahl der Opfer in den nächsten Tagen noch erhöhen wird. Rund zwei Millionen Häuser und Wohnungen sollen zerstört worden sein. Über deutsche Opfer ist bislang nichts bekannt.
Bachelet versuchte, ihren geplagten Landsleuten Mut zu machen: "Wie bei früheren Katastrophen werden wir auch diese Probe bestehen", sagte sie in einer Fernsehansprache. Es wird wohl noch Tage dauern, ehe das ganze Ausmaß der Schäden bekannt ist. Der gewählte Präsident Sebastián Piñera, der sein Amt am 11. März übernimmt, kündigte einen nationalen Plan "Wiederaufbau Chile" an.
Die starken Erdstöße erreichten die Stärke 8,8 und gehörten damit zu den stärksten je gemessenen Beben. Für nahezu die gesamte Pazifik-Region wurde zunächst Tsunami-Alarm gegeben. In Hawaii, Japan und Russland blieben die befürchteten Riesenwellen zwar aus. Doch an der chilenischen Küste verstärkten die Wassermassen das Elend noch.
"Das Wasser hat alles, aber auch alles fortgerissen", sagte ein Überlebender aus dem kleinen Küstenort Boyecura. "Es bebte und dann kam das Meer in unser Haus, es reichte uns bis zum Hals", sagte eine Einwohnerin von Iloca im Süden des Landes. In der Stadt Talcahuano wurden selbst größere Schiffe bis ins Stadtzentrum geschwemmt, im Hafen lagen riesige Seecontainer wie Streichhölzer durcheinander.
Die Marine räumte inzwischen ein, dass ihr ein schwerer Fehler unterlaufen sei, weil sie zunächst eine Flutwelle ausgeschlossen hatte. Die meisten Menschen in den Küstenorten hatten sich dennoch rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Auf der chilenischen Insel Robinson Crusoe, rund 670 Kilometer westlich von Südamerika, wurden fast alle Gebäude zerstört. Dort starben mindestens fünf Menschen in den Wassermassen, elf wurden noch vermisst.
In der besonders betroffenen Stadt Concepción lieferten sich die Rettungsmannschaften am Sonntag einen Wettlauf mit der Zeit. Dort war bei dem Beben ein Wohnhaus mit 14 Stockwerken in zwei Teile zerbrochen. Wie die Zeitung La Tercera berichtete, wurden bis zum späten Abend etwa 30 Menschen lebend aus den Trümmern befreit, 60 Menschen seien noch in dem Komplex gefangen, der jederzeit einstürzen könnte. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte etwa 92 Kilometer nordwestlich von Concepción.

Santiago nach dem Beben. Anderswo sind die Zerstörungen größer, viele suchen im Netz nach Informationen über Freunde und Verwandte
Die Sicherheitskräfte traften erst spät ein und waren mit der Lage zunächst völlig überfordert. In Concepción plünderten hunderte Menschen einen Supermarkt. "Wir haben keine Milch, nichts für die Kinder", sagte eine weinende Frau. "Die Situation war von Anfang an völlig chaotisch. Wir tun, was wir können", sagte der Polizist Jorge Córdova. Wie La Tercera berichtet, wurden die wichtigsten Eigentümer von Supermarktketten in den chilenischen Präsidentenpalast gebeten, um die Lage zu erörtern. Ihren Angaben zufolge sei die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln garantiert.
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Vor allem in den am stärksten betroffenen Regionen von Maule und Bío Bío gelten zahlreiche Menschen noch als verschollen. Die genaue Zahl der Obdachlosen war zunächst unbekannt. Auch in dieser Region klagten die Menschen über ausbleibende Hilfen. Fast alle Geschäfte in der Katastrophenregion etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago waren geschlossen. Andere boten ihre Produkte zu stark überhöhten Preisen an.
- Datum 28.02.2010 - 20:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Interessant ist das Chile nicht sofort nach Internationaler Hilfe ruft, sonder erst mal versucht mit dieser schlimmen Lage im Süden des Landes selbst fertig zu werden. Dies ist nicht nur Stolz, sonder auch eine Eigenständigkeit und eine dafür notwendige Infrastruktur.
VIVA CHILE!!!
spuckt er die ganze Wahrheit über die Bedeutung seiner Geschöpfe aus ...
Ein Nichts seid ihr vor mir.
Den Einen trifft's wie eine Cucaracha, dem Andern stockt der Atem.
In regelmäßigen Abständen geht dieses Land unter und ersteht wieder auf aus seinen Trümmern. Bravo!
Carpe Diem, Chile! -- carpe diem, Mensch!
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