Beschädigte Infrastruktur erschwert die Hilfe
Vielerorts gab es weder Wasser noch Gas oder Strom. Die Telefonverbindungen über das Festnetz und über Handy-Netze waren entweder unterbrochen oder stark überlastet. Carmen Fernández, die Leiterin des chilenischen Zentrums für Katastrophenschutz, versicherte, es werde alles unternommen, um die Lage der Menschen zu erleichtern. Die stark beschädigte Infrastruktur erschwert jedoch die Hilfsbemühungen.
Unterdessen landete auf dem internationale Flughafen der chilenischen Hauptstadt erstmals seit dem Erdbeben wieder eine Passagiermaschine. Das Flugzeug der Fluglinie LAN kam aus der peruanischen Hauptstadt Lima, berichtete das chilenische Fernsehen. Es würden noch vier weitere Maschinen erwartet, unter anderem aus Miami. Der Flughafen war bei dem Beben erheblich beschädigt worden.
Ein Erdbeben der Stärke 8,8 gilt als Großbeben. Damit war das Beben nach Einschätzung von Experten bis zu hundertmal heftiger als die Erdstöße der Stärke 7,0, die am 12. Januar Haiti erschüttert hatten. Das heftigste je auf der Erde gemessene Beben hatte eine Stärke von 9,5 und ereignete sich 1960 ebenfalls in Chile. Damals starben 1655 Menschen.
Nach dem großen Beben wurden mehr als 70 Nachbeben mit einer Stärke von mindestens 4,9 registriert, berichtete die US-Geologiebehörde USGS. Auch der Norden Pakistans wurde am Sonntag von einem Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert. In Argentinien hatte es ebenfalls Erdbeben gegeben, die südjapanische Inselprovinz Okinawa war am frühen Samstag von einem Erdbeben der Stärke 6,9 heimgesucht worden - es verlief jedoch glimpflich. Meldungen über Tote oder Schäden gab es zunächst nicht.
Die Europäische Union, die Vereinten Nationen, die USA und mehrere Nachbarländer boten Chile Hilfe an. "Die UN, insbesondere der Nothilfekoordinator, stehen bereit", sagte Generalsekretär Ban Ki Moon in New York. "Wir bieten schnelle Unterstützung, wenn das chilenische Volk und die Regierung das wünschen." Die EU-Kommission gibt drei Millionen Euro als Soforthilfe. Erste Hilfsmannschaften aus Deutschland machten sich auf den Weg ins Katastrophengebiet. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach den Opfern sein Mitgefühl aus.
- Datum 28.02.2010 - 20:47 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Interessant ist das Chile nicht sofort nach Internationaler Hilfe ruft, sonder erst mal versucht mit dieser schlimmen Lage im Süden des Landes selbst fertig zu werden. Dies ist nicht nur Stolz, sonder auch eine Eigenständigkeit und eine dafür notwendige Infrastruktur.
VIVA CHILE!!!
spuckt er die ganze Wahrheit über die Bedeutung seiner Geschöpfe aus ...
Ein Nichts seid ihr vor mir.
Den Einen trifft's wie eine Cucaracha, dem Andern stockt der Atem.
In regelmäßigen Abständen geht dieses Land unter und ersteht wieder auf aus seinen Trümmern. Bravo!
Carpe Diem, Chile! -- carpe diem, Mensch!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren