Gewalt gegen Frauen in der Türkei Medine starb, weil sie sich wehrte
Ein grausiges Verbrechen bewegt die Türkei: Ein Mädchen wurde von Angehörigen lebendig begraben. Seitdem debattiert das Land über die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen.
© STR/AFP/Getty Images

Die Grube, in der Medine Memi im Garten ihrer Familie lebendig begraben wurde
Das Entsetzen in der Türkei ist noch immer groß. Kürzlich wurde dort ein grausiges Verbrechen bekannt, das sich schon im vergangenen Jahr ereignet hatte: In der südostanatolischen Stadt Adiyaman haben Familienmitglieder die 16-jährige Medine Memi lebendig im Garten begraben. Der Großvater und der Vater rechtfertigten die Tat damit, dass das Mädchen mit Jungen gesprochen haben soll. Eine andere Version lautet, dass Medine sich zuvor mehrfach bei der Polizei über ihre gewalttätigen Verwandten beschwert hatte. Sie soll dort auch erzählt haben, dass ihr Großvater in den Waffenschmuggel verstrickt sei.
Die Polizisten sollen das Mädchen jedoch jedes Mal nach Hause geschickt haben. Im Oktober verschwand sie spurlos. Nach einem anonymen Hinweis eines Nachbarn suchte die Polizei auf dem Grundstück der Familie und stieß auf den grausigen Fund. Das tote Mädchen war an den Händen gefesselt und saß aufrecht in einem zwei Meter tiefen Loch. Die Autopsie ergab: Medine hatte Erde in Lunge und Magen. Sie musste also noch gelebt haben, als Vater und Großvater Erde über sie schütteten und die Grube zubetonierten. Die Täter wurden verhaftet. Sie schweigen.
Seither beschäftigt die Geschichte von Medine Memi das türkische Parlament, Frauenorganisationen und die Gesellschaft. Wer ist verantwortlich? Hätte die Polizei das Mädchen schützen müssen? Und handelt es sich um einen "Ehrenmord" oder ein Verbrechen in der Familie? Die Kolumnistin Ayse Karabat kritisierte in der Zeitung Today’s Zaman, dass die Presse erst auf den Autopsiebericht reagierte. "Was mich am meisten beunruhigt ist der Gedanke, dass manche Morde vielleicht als normal oder noch schlimmer als Routine betrachtet werden", schrieb sie.
Oppositionsabgeordnete forderten das Innen- und Frauenministerium auf, sich zur Rolle der Polizei zu äußern. "Wird die mögliche Fahrlässigkeit der Sicherheitskräfte untersucht?", fragte Gaya Erbatur von der CHP. Eine Antwort hat sie noch nicht erhalten.
Dabei hat sich die Lage für Frauen zumindest in den Gesetzestexten in den vergangenen zehn Jahren erheblich verbessert. Die Verfassung und das bürgerliche Gesetzbuch verankerten die Gleichstellung von Mann und Frau und gleiche Rechte für Ehegatten. Das Gesetz über den Schutz der Familie lässt inzwischen zu, dass sich von Gewalt betroffene Frauen direkt an den Staatsanwalt wenden können. Und das Strafgesetzbuch stellt seit April 2005 sexuelle Übergriffe als "Verbrechen gegen Einzelpersonen" und nicht mehr wie zuvor als "Verbrechen gegen Familie, Gesellschaft oder Tradition" unter Strafe. Der zuvor verbriefte Strafnachlass für "Ehrenmorde" existiert nicht mehr und auch die Regelung, dass ein Vergewaltiger nicht mehr bestraft wird, wenn er sein Opfer heiratet, wurde gekippt.
Trotzdem ist Gewalt in der Familie in der Türkei allgegenwärtig wie nicht nur das Schicksal von Medine zeigt. Nil Mutluer von der Frauenorganisation Amargi sagt: "Unser Ziel ist es, mehr Aufmerksamkeit für häusliche Gewalt in der Gesellschaft zu schaffen." Sie warnt jedoch vor einer zu schnellen Verallgemeinerung des Falles. Gewalt in der Familie gebe es überall, auch in Istanbul. Es habe also nichts mit der Religion oder der Rückständigkeit des Ostens zu tun.
Tatsächlich gibt es in dieser Frage kaum große Unterschiede zwischen dem Land und den Städten. Im Januar 2009 wurde eine "nationale Untersuchung von Gewalt in der Familie gegen Frauen in der Türkei" vom Büro des Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan veröffentlicht. Insgesamt zeichnet der Bericht ein erschreckendes Bild. 38 Prozent der Frauen in den Städten und 43 Prozent auf dem Land müssen demnach ein Leben lang physische Gewalt erleiden. 40 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie geschlagen, getreten, gewürgt oder mit einer Waffe angegriffen werden. 15 Prozent berichteten von sexueller Gewalt und sieben Prozent waren als Kinder missbraucht worden. Traurige Realität ist der Untersuchung zufolge aber auch, dass viele Frauen Ungleichheit und Gewalt akzeptieren. 35 Prozent sagen, Kinder dürften geschlagen werden. 49 Prozent glauben, sie müssten ihrem Ehemann gehorchen.
Opfer von Gewalt haben auch nur wenige Möglichkeiten, ihren Peinigern zu entkommen. In der gesamten Türkei gibt es knapp 60 Frauenhäuser. Nur eines davon in Ankara bietet einen 24 Stunden Service an. Ein Gesetz schreibt vor, dass alle Gemeinden mit über 50.000 Einwohnern ein Frauenhaus betreiben müssen. Doch entweder fehlt das Geld oder der politische Wille. Sevinc Ünal, Mitarbeiterin der Organisation Frauensolidarität, erzählt, dass viele Mitarbeiter des Sozialdienstes sich bestraft fühlten, wenn sie in einem Frauenhaus arbeiten müssten.
Um Veränderungen voranzutreiben, reicht es jedoch nicht die Polizisten anzuklagen. Sema Hosta, Sprecherin von Unicef Türkei fordert vor allem mehr Bildung. In der Türkei unterstützt Unicef seit 2003 Programme für Mädchen, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen und damit auch ihr Bewusstsein über ihre Rechte zu schärfen. Im ersten Jahr nach dem Start der Kampagne waren 15 Prozent mehr Mädchen zur Schule gegangen. Außerdem fördert die Organisation Fortbildungen für Polizisten, um ein Problembewusstsein für häusliche Gewalt zu schaffen. "Mir sagte ein Gefängniswärter nach einem Training, dass er nun auch mit seinen eigenen Kindern anders spreche", sagte Hosta. Meltem Agduk vom United Nations Population Fund sagte der Zeitung Today's Zaman: "Polizisten müssen lernen, dass sie nicht einen Kompromiss zwischen Oper und Täter aushandeln. Das ist nicht ihr Job."
Die NGOs haben in der Türkei noch viel Arbeit vor sich, um das Bewusstsein für eine größeren Schutz von Frauen und Kindern zu schaffen. Vielfach beginnt die Arbeit bei den Frauen selbst: Die Schutzbedürftigen müssen oft davon überzeugt werden, dass sie sich wehren dürfen. So wie Medine Memi es offensichtlich versucht hat.
- Datum 22.02.2010 - 11:50 Uhr
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Wer selbst diese starke Gewalt erlebt hat, kann nicht mehr wegsehen. Wie schade ist das, wenn man sich im tiefsten Mittelalter wohl fühlen kann und auch noch denkt das man im Recht ist.
"Was mich am meisten beunruhigt ist der Gedanke, dass manche Morde vielleicht als normal oder noch schlimmer als Routine betrachtet werden"
Na da dachte ich doch gleich an Abtreibung und geschlagene Kinder. Da besteht noch nicht mal die Möglichkeit Rechtfertigung zu verlangen.
Da brauchen wir uns überhaupt nicht über diese Kultur zu stellen. Dies ist nun ja ein Fall besonderer Art, der wir zig Abtreibungen oder Kindstötungen oder Missbrauch von Patres gegenüberstellen können.
Dass sowas passiert ist schlimm. Aber die Selbstgerechtigkeit, mit der sowas immer präsentiert wird nicht im geringsten gerechtfertigt.
Wo bitte enthält dieser Artikel "selbstgerechte Berichterstattung"? Ich würde sagen, dass der Artikel lediglich eine Sachlage beschreibt - ohne Arroganz und Spott.
Ein Hinweis auf problematische Zustände ist noch lange keine Selbstgerechtigkeit. Aus der (kulturellen) Distanz lassen sich nun mal interkulturelle Probleme (zumindest im Groben) besser beleuchten. Hier geht es nicht darum, alle komplexen Strukturen zu verstehen und das Gute daran unseren Werten gegenüber zu stellen, sondern vor allem erst mal darum, deutlich zu machen, dass ein Problem besteht und dazu die einzelnen Facetten zu beleuchten. Das hat weniger mit Selbstgerechtigkeit zu tun, als mehr mit der Möglichkeit einer anderen Perspektive. Der enorme Unterschied in der Analphabetisierungsrate zwischen Männern (ca. 8%) und Frauen (ca. 28%) in der Türkei ist womöglich kein Zufall. Selbiges gilt für die sog. "Ehrenmorde" und die hier berichtete Statisik über (häusliche) Gewalt gegen Frauen. Eine Korrelation mit bestimmten kulturellen Werten drängt sich zumindest auf. Und wenn man im Wald sitzt, sieht man ihn manchmal vor lauter Bäumen nicht. Wir reden hier nicht über den Werteverfall der Deutschen, sondern über ein spezifisches Problem in einer bestimmten Kultur. Das man vor allem auch aus der kulturellen Distanz heraus womöglich besser beschreiben und erklären kann - und vielleicht sogar muss.
Abtreibung ist das Recht der Frauen auf körperliche Selbstbestimmung und ist nicht mit der Ermordung dieses Mädchens gleichzusetzen.
Jemanden zu töten, ist eine Sache.
Man kann auch sicher lange darüber streiten, ob ein 8 Wochen "Mensch" dem Töten eines geboren Menschen, oder jungen Menschen lgeich kommt. Ethisch und sicher auch aus Perspektive des getöteten.
Ein Mädchen aber lebendig langsam einzugraben, es unter der Erde durch einatmen von Dreck langsam ersticken zu lassen, und das obwohl man selbst verwandt ist, ist nochmal was völlig anderes. Ist Ihnen wirklich bewußt, was Sie da sagen, und was Sie da in Relation setzen?
......mit was vergleichen Sie Abtreibungen?
Wo bitte enthält dieser Artikel "selbstgerechte Berichterstattung"? Ich würde sagen, dass der Artikel lediglich eine Sachlage beschreibt - ohne Arroganz und Spott.
Ein Hinweis auf problematische Zustände ist noch lange keine Selbstgerechtigkeit. Aus der (kulturellen) Distanz lassen sich nun mal interkulturelle Probleme (zumindest im Groben) besser beleuchten. Hier geht es nicht darum, alle komplexen Strukturen zu verstehen und das Gute daran unseren Werten gegenüber zu stellen, sondern vor allem erst mal darum, deutlich zu machen, dass ein Problem besteht und dazu die einzelnen Facetten zu beleuchten. Das hat weniger mit Selbstgerechtigkeit zu tun, als mehr mit der Möglichkeit einer anderen Perspektive. Der enorme Unterschied in der Analphabetisierungsrate zwischen Männern (ca. 8%) und Frauen (ca. 28%) in der Türkei ist womöglich kein Zufall. Selbiges gilt für die sog. "Ehrenmorde" und die hier berichtete Statisik über (häusliche) Gewalt gegen Frauen. Eine Korrelation mit bestimmten kulturellen Werten drängt sich zumindest auf. Und wenn man im Wald sitzt, sieht man ihn manchmal vor lauter Bäumen nicht. Wir reden hier nicht über den Werteverfall der Deutschen, sondern über ein spezifisches Problem in einer bestimmten Kultur. Das man vor allem auch aus der kulturellen Distanz heraus womöglich besser beschreiben und erklären kann - und vielleicht sogar muss.
Abtreibung ist das Recht der Frauen auf körperliche Selbstbestimmung und ist nicht mit der Ermordung dieses Mädchens gleichzusetzen.
Jemanden zu töten, ist eine Sache.
Man kann auch sicher lange darüber streiten, ob ein 8 Wochen "Mensch" dem Töten eines geboren Menschen, oder jungen Menschen lgeich kommt. Ethisch und sicher auch aus Perspektive des getöteten.
Ein Mädchen aber lebendig langsam einzugraben, es unter der Erde durch einatmen von Dreck langsam ersticken zu lassen, und das obwohl man selbst verwandt ist, ist nochmal was völlig anderes. Ist Ihnen wirklich bewußt, was Sie da sagen, und was Sie da in Relation setzen?
......mit was vergleichen Sie Abtreibungen?
Gewalt trifft übrigens nicht nur Frauen, sondern Männer und Kinder gleichermaßen.
Es ist schon traurig immer wieder von sowas zu lesen.
Schön für die Türkei, dass sie Gesetze zu gunsten der Frauen geändert haben, aber eigentlich ist das doch alles mehr Schein als Sein.
[entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf sinnlose Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/vv]
Männer, egal aus welcher Kultur, ihr seid Menschen und keine Unmenschen, also benimmt euch auch dementsprechend!
draussen ist zivilisation!! bitte aus der höhle kommen!
draussen ist zivilisation!! bitte aus der höhle kommen!
"Gewalt trifft übrigens nicht nur Frauen, sondern Männer und Kinder gleichermaßen." (Kommentar-ZeitS)
Mir ist zwar bekannt, dass es in Istanbul auch ein Männerhaus gibt, aber dass Männer gleichermaßen von Gewaltakten betroffen sein sollen, glaube ich jetzt erstmal nicht; es sei denn, Sie haben belegte Zahlen, die das bestätigen.
Ihrem ersten Kommentar hingegen gebe ich weitgehend recht, Herr ZeitS, und möchte zur Unterstützung noch hinzufügen, dass wir auch in der BRD erst seit den siebziger Jahren die Gleichstellung von Mann und Frau in sämtlichen Belangen verankert haben. Gewaltakte gegenüber Frauen waren zwar auch vorher nicht legal, aber schätzungsweise geduldet und im ehelichen Selbstverständnis oft mitgedacht; uneheliche Kinder wurden auch anders behandelt, damit auch deren Mütter etc. Davon abgesehen ist auch heute noch die Dunkelziffer der durch sexuelle Übergriffe geschädigten Frauen und Kinder (Jungen und Mädchen) kaum abzuschätzen, nicht nur innerhalb irgendwelcher Klostermauern, sondern genausosehr innerhalb der privaten vier Wände.
Dass man in jeder Gesellschaft und Kultur solche Probleme ein bisschen anders angehen muss, ist klar, aber wie mir scheint, eben auch, dass man sie in keiner Gesellschaft oder Kultur grundsätzlich mehr oder weniger angehen muss.
Aber man sieht ja am Ende doch viel eher die Fehler der anderen, als dass man sich um die Beseitigung seiner eigenen kümmert. Vielleicht ist das, neben dem Hang zur Gewalt in allen Kulturen ebenso verankert
' es sei denn, Sie haben belegte Zahlen, die das bestätigen.'
Eben. wo ist die Studie, die solch eine Aussage bestätigen könnte? (Also, dass Mann oder Frau oder Kinder mehr Gewalt erleiden?)
Wo ist die Studie die bestätigen könnte dass die Gewalt, die von Person X ausgeführt wird, tatsächlich von Person X herrührt, oder nicht doch etwa von wo anders her motiviert war?
Man muss es selbst erlebt haben, wie solche Strukturen (auch in D) funktionieren. Da kommt der Vater und hört nur von seiner Frau irgendetwas bzgl des Kindes und ohne Affekt und Motivation wird er zum Schläger. = Männliche Gewalt.
Das tyrannische Rumgekeifere, das zu dieser Gewalt führt - woher kommt das? Von den gewaltätigen Männerngruppe, von den zänkischen Frauen, von den bösen Kindern?
Eine andre Episode aus Ägypten: Es gibt streit zwischen einem Kameltreiber (17 Jahre) und einem Tourist samt Frau,welche auf dem Kamel sitzt, welches von dem Bruder (10Jahre) gehalten wird.
Das Gebrüll, weil der junge Sohn etwas fasch gemacht hat, die Angst in seinen Augen. Dann das 'Gerufen' werden vom Vater, die für die Kamele bestimmte Rute, die auf den Knaben Eindräscht. Scham. (Kamelbesitz bedeutet Millionär.)
Glauben Sie der große Bruder wurde anders erzogen, sein Vater? Glauben Sie, die könnten sich erlauben von Gewalt zu reden ohne ihr Gesicht zu verlieren?
Von Gewalt und nicht von Erziehungsmaßnahme sprechen zu können ist ja schon en Stück 'Freiheit'.
Es geht nicht um zahlen, aber lesen sie sich bitte in das Thema ein:
http://www.maennerberatun...
' es sei denn, Sie haben belegte Zahlen, die das bestätigen.'
Eben. wo ist die Studie, die solch eine Aussage bestätigen könnte? (Also, dass Mann oder Frau oder Kinder mehr Gewalt erleiden?)
Wo ist die Studie die bestätigen könnte dass die Gewalt, die von Person X ausgeführt wird, tatsächlich von Person X herrührt, oder nicht doch etwa von wo anders her motiviert war?
Man muss es selbst erlebt haben, wie solche Strukturen (auch in D) funktionieren. Da kommt der Vater und hört nur von seiner Frau irgendetwas bzgl des Kindes und ohne Affekt und Motivation wird er zum Schläger. = Männliche Gewalt.
Das tyrannische Rumgekeifere, das zu dieser Gewalt führt - woher kommt das? Von den gewaltätigen Männerngruppe, von den zänkischen Frauen, von den bösen Kindern?
Eine andre Episode aus Ägypten: Es gibt streit zwischen einem Kameltreiber (17 Jahre) und einem Tourist samt Frau,welche auf dem Kamel sitzt, welches von dem Bruder (10Jahre) gehalten wird.
Das Gebrüll, weil der junge Sohn etwas fasch gemacht hat, die Angst in seinen Augen. Dann das 'Gerufen' werden vom Vater, die für die Kamele bestimmte Rute, die auf den Knaben Eindräscht. Scham. (Kamelbesitz bedeutet Millionär.)
Glauben Sie der große Bruder wurde anders erzogen, sein Vater? Glauben Sie, die könnten sich erlauben von Gewalt zu reden ohne ihr Gesicht zu verlieren?
Von Gewalt und nicht von Erziehungsmaßnahme sprechen zu können ist ja schon en Stück 'Freiheit'.
Es geht nicht um zahlen, aber lesen sie sich bitte in das Thema ein:
http://www.maennerberatun...
-- Dass sowas passiert ist schlimm. Aber die Selbstgerechtigkeit, mit der sowas immer präsentiert wird nicht im geringsten gerechtfertigt. --
Wo lesen Sie denn da bitte "Selbstgerechtigkeit"? Es hilft niemandem wenn auf hingewiesene Missstände mit einem trotzigen "Kehrt vor eurer eigenen Tür!" reagiert wird. Damit schützen Sie nur die Täter. Der Ton in dem Sie schreiben erweckt den Eindruck, es wäre ihnen am liebsten, solche Dinge kämen garnicht zur Sprache und würden still und heimlich unter den Teppich gekehrt. Sehr fortgeschrittenes Weltbild!
ich schreibe hier diese Kommentare, weil das Thema dazu missbraucht wird, ein Weltbild zu setzen und zu zementieren.
Selbstgerechtigkeit lese ich darin, dass der Subtext mit: Gewalt gegen Frauen lautete, und Nicht ein Kind wurde übelst ermordet.
Das eine ist eine kollektive Ebene, deren einseitige Aussage korrigiert werden muss, und das andre ist die konkrete Ebene, bei der man einfach nur erschauern kann.
Die Autorin benutzt und entzieht dadurch das Mitleid gegenüber dem Mädchen und dem schlimmen Schucksal, für die kollektive Ebene.
Das kommt zunächst total einfühlsam daher, aber wenn man auf solche Vorgänge sensibilisiert ist, bemerkt man wie kalt und ausnutzend der Artikel in Wirklichkeit ist.
ich schreibe hier diese Kommentare, weil das Thema dazu missbraucht wird, ein Weltbild zu setzen und zu zementieren.
Selbstgerechtigkeit lese ich darin, dass der Subtext mit: Gewalt gegen Frauen lautete, und Nicht ein Kind wurde übelst ermordet.
Das eine ist eine kollektive Ebene, deren einseitige Aussage korrigiert werden muss, und das andre ist die konkrete Ebene, bei der man einfach nur erschauern kann.
Die Autorin benutzt und entzieht dadurch das Mitleid gegenüber dem Mädchen und dem schlimmen Schucksal, für die kollektive Ebene.
Das kommt zunächst total einfühlsam daher, aber wenn man auf solche Vorgänge sensibilisiert ist, bemerkt man wie kalt und ausnutzend der Artikel in Wirklichkeit ist.
Werte Frau Landwehr,
schön dass Sie sich nun dem Thema angenommen haben und noch etwas mehr Licht ins Dunkle bringen möchten. Schade, dass nun erst ein Bericht erfolgt.
Seit längerer Zeit gibt es schon in den Medien Meldungen über den Fall Medina. Kurze Meldungen, da diese Tat anscheinend niemand interessiert....
Es wurde bereits vor einer Woche in den Medien spekuliert, ob es sich nun in der Türkei um einen sogenannten „Ehremord“ handelt oder ob es andere Tatmotive gibt.
Direkt nach der Bekanntgabe des Mordes in der hiesigen Regionalzeitung suchte ich nach Informationen im Internet und habe dann einen Artikel in der Community veröffentlicht, der auch das Thema Ehrenmord betrifft.
Experten müssen nun klären, wie der Fall zu werten ist...
http://community.zeit.de/user/corina-wagner/beitrag/2010/02/12/medinas-mord-debatte-nicht-nur-der-türkei
Mit freundlichen Grüßen
Corina Wagner
Ihren Artikel fand ich bereits im Leserbereich stark.
Die auf dem Fuß folgenden Kommentare, die relativieren, einordnen, erklären usw., sind der Psychohygiene dienende Rationalisierungen. Sich nur nicht mit dem Grauen konfrontieren lassen, zu was Menschen fähig sind...
Auch der stete Verweis auf gesellschaftliche Ursachen dient heute immer noch der eigenen Entlastung. Es erinnert mich an die vielen Sozialethiker, die ich kennenlernen musste. In der Individualethik Versager! Als Menschen Kotzbrocken, jeder einzelne.
Es gibt immer einzelne, die aus Mitgefühl nicht fertigbringen, was in der jeweiligen Kultur angesagt ist. Und es sind immer einzelne, die solange auf Unrecht hinweisen, bis sich etwas in der Gesellschaft ändert.
Ihren Artikel fand ich bereits im Leserbereich stark.
Die auf dem Fuß folgenden Kommentare, die relativieren, einordnen, erklären usw., sind der Psychohygiene dienende Rationalisierungen. Sich nur nicht mit dem Grauen konfrontieren lassen, zu was Menschen fähig sind...
Auch der stete Verweis auf gesellschaftliche Ursachen dient heute immer noch der eigenen Entlastung. Es erinnert mich an die vielen Sozialethiker, die ich kennenlernen musste. In der Individualethik Versager! Als Menschen Kotzbrocken, jeder einzelne.
Es gibt immer einzelne, die aus Mitgefühl nicht fertigbringen, was in der jeweiligen Kultur angesagt ist. Und es sind immer einzelne, die solange auf Unrecht hinweisen, bis sich etwas in der Gesellschaft ändert.
' es sei denn, Sie haben belegte Zahlen, die das bestätigen.'
Eben. wo ist die Studie, die solch eine Aussage bestätigen könnte? (Also, dass Mann oder Frau oder Kinder mehr Gewalt erleiden?)
Wo ist die Studie die bestätigen könnte dass die Gewalt, die von Person X ausgeführt wird, tatsächlich von Person X herrührt, oder nicht doch etwa von wo anders her motiviert war?
Man muss es selbst erlebt haben, wie solche Strukturen (auch in D) funktionieren. Da kommt der Vater und hört nur von seiner Frau irgendetwas bzgl des Kindes und ohne Affekt und Motivation wird er zum Schläger. = Männliche Gewalt.
Das tyrannische Rumgekeifere, das zu dieser Gewalt führt - woher kommt das? Von den gewaltätigen Männerngruppe, von den zänkischen Frauen, von den bösen Kindern?
Eine andre Episode aus Ägypten: Es gibt streit zwischen einem Kameltreiber (17 Jahre) und einem Tourist samt Frau,welche auf dem Kamel sitzt, welches von dem Bruder (10Jahre) gehalten wird.
Das Gebrüll, weil der junge Sohn etwas fasch gemacht hat, die Angst in seinen Augen. Dann das 'Gerufen' werden vom Vater, die für die Kamele bestimmte Rute, die auf den Knaben Eindräscht. Scham. (Kamelbesitz bedeutet Millionär.)
Glauben Sie der große Bruder wurde anders erzogen, sein Vater? Glauben Sie, die könnten sich erlauben von Gewalt zu reden ohne ihr Gesicht zu verlieren?
Von Gewalt und nicht von Erziehungsmaßnahme sprechen zu können ist ja schon en Stück 'Freiheit'.
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