Ob das Alkoholvergehen der Bischöfin Konsequenzen für sie als höchste Repräsentantin der rund 25 Millionen Protestanten nach sich zieht, werde beraten, teilte die EKD mit. Käßmann hat vorerst alle Termine in den kommenden Tagen abgesagt. Die geplanten öffentlichen Auftritte fänden nicht statt, teilte die EKD mit. Käßmann war am Dienstag ursprünglich in Osnabrück zum Jubiläum der evangelischen Fachschulen und am Abend in Hildesheim im Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst erwartet worden.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, war betrunken am Steuer ihres Autos erwischt worden. Eine Sprecherin der Bischöfin bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung. Danach hatten Polizisten Käßmann am vergangenen Samstag gegen 23.00 Uhr in der Innenstadt von Hannover angehalten, nachdem sie mit ihrem Wagen eine rote Ampel überfahren hatte. Bei der anschließenden Kontrolle rochen sie Alkohol und ließen die Bischöfin einen Atemalkoholtest machen. Dieser ergab demnach einen Wert von 1,54 Promille, der von der Staatsanwaltschaft bestätigt wurde.

Die Bischöfin der evangelisch-lutherischen Landeskirche musste mit zur Wache kommen und sich dort eine Blutprobe für eine genauere Untersuchung entnehmen lassen. Ihr droht nun ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit am Steuer.

Käßmann äußerte sich schockiert über ihr eigenes Verhalten. "Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist. Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen", sagte die Bischöfin der Bild-Zeitung.

Als Bischöfin und seit Oktober Ratsvorsitzende steht Käßmann häufig in der Öffentlichkeit. Bereits ihre Wahl – als erste und dazu noch geschiedene Frau – an die Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland löste einen Eklat mit der russisch-orthodoxen Kirche aus, die daraufhin die Zusammenarbeit aufkündigte. Zuletzt sorgte ihre öffentliche, rigorose Positionierung gegen den Krieg in Afghanistan und den dortigen Einsatz der Bundeswehr für Aufsehen.