Gewalt im Kinderheim Mixa wehrt sich gegen Misshandlungsvorwürfe
Bischof Walter Mixa soll in seiner Zeit als Stadtpfarrer Heimkinder mit der Faust und dem Teppichklopfer geschlagen haben. Das Bistum Augsburg nennt die Vorwürfe "absurd".
Das Bistum Augsburg hat die Vorwürfe der Kindesmisshandlung gegen Bischof Walter Mixa "entschieden" dementiert. Sie seien "absurd, unwahr und offenbar in der Absicht erfunden, den Bischof persönlich zu diffamieren". Bischof Mixa habe zu keinem Zeitpunkt in keiner Funktion Kinder misshandelt, sagte die Sprecherin des Augsburger Ordinariats, Kathi Marie Ulrich. Das Bistum "behält sich ausdrücklich zivilrechtliche und strafrechtliche Schritte" vor.
Fünf ehemalige Heimkinder hatten laut einem Zeitungsbericht Vorwürfe gegen den Augsburger Bischof Walter Mixa erhoben. In eidesstattlichen Erklärungen behaupten die drei Frauen und zwei Männer, Mixa habe sie in den siebziger und achtziger Jahren im Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef im bayerischen Schrobenhausen mehrmals geschlagen.
Laut Süddeutscher Zeitung (SZ) berichten die ehemaligen Heimkinder von Ohrfeigen, Fausthieben gegen den Oberarm sowie zahlreichen Schlägen auf das Gesäß mit Teppichklopfer und Stock. Walter Mixa war von 1975 bis 1996 Stadtpfarrer von Schrobenhausen und habe regelmäßig die Mallersdorfer Schwestern besucht, die das Kinderheim damals leiteten. Nach den Berichten der ehemaligen Heimkinder drohten die Schwestern mit dem Besuch des Stadtpfarrers. Die Erziehung der Kinder im Heim gehört allerdings nicht zu dessen Aufgabe, bestätigte der heutige Stadtpfarrer Josef Beyrer der SZ.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Prügelstrafe für Kinder im Jahr 1973 abgeschafft. Das Bayerische Oberste Landesgericht erklärte noch 1979, dass "im Gebiet des Freistaates Bayern ein gewohnheitsrechtliches Züchtigungsrecht" besteht. 1980 wurde die Prügelstrafe an Schulen auch in Bayern abgeschafft.
Auch die Nonnen des Kinderheims sollen die Kinder geschlagen haben, "mit Holzbesen, Holzpantoffeln und Kleiderbügeln", wie die heute 41 bis 47 Jahre alten Personen berichten. Der Orden der Mallersdorfer Schwestern gab an, zum ersten Mal von diesen Vorwürfen zu hören, kündigte aber einen offenen Umgang damit sowie eine gemeinsame Aufarbeitung mit den Betroffenen an.
Im Zusammenhang mit den Enthüllungen über den jahrelangen Missbrauch von Schülern an deutschen Jesuitenschulen war Bischof Mixa einer der ersten, die sich aus den Reihen der Kirche zu Wort gemeldet hatten. Der für seine provokanten Thesen bekannte Bischof Mixa sagte, die "sogenannte sexuelle Revolution" sei an derartigen Entwicklungen "sicher nicht unschuldig". Ihm war daraufhin Kritik entgegengeschlagen; Grünen-Chefin Claudia Roth hatte die Äußerungen als "haarsträubend" und als eine "beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs" bezeichnet.
Auf heftige Ablehnung stießen Mixas Äußerungen auch beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Deren Vizepräsidentin Karin Kortmann warf ihm vor, ihm fehle anscheinend der "Realitätssinn".
- Datum 31.03.2010 - 10:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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...dritte Partei um sich zu diffamieren. Das besorgt er lustvoll und effektiv am Liebsten persönlich.
....ob Mixa verantwortlich ist oder nicht; was er tat als "Tat"....
Aber wenn die Berichte stimmen, so hat er in den 60ern und 70ern Schüler mit dem Zeigestock geschlagen und Derlei Strafen eingesetzt. Das war in deutschen Schulen damals nicht unüblich. In NRW, Bayern und Baden-Würtemberg war an den Schulen, die ich kenne solches Verfahren nicht nur üblich. Es war die akzeptierte Norm. Ich weiss das noch, weil ich damals aus dem Ausland kam, wo ich Summer Hill kennen lernte, und ich entsetzt war, wie deutsche Lehrer mit Schülern umgingen.
Die heutige nachahmung der Summerhill Methoden strafarmer Erziehung setzten erst in den 70ern ein und wurden in unserer Gleichschrittgesellschaft dann sehr rasch dominant. Dass die Leute das heute nicht wahrhaben wollen, ist komisch und für einen Lehrer seiner Zeit unfair.
Wesentlich berichtenswerter heute ist das verhungerte Kind. Das Sozialamt war wohl wieder einmal vorgewarnt gewesen. Alle Beamte solcher Ämter wissen ob der Probleme der Misshandlungen und Verwahrlosungen und Toten Kinder. Was versagt da? Warum ist heute Mixa das Thema. Die meisten Zerstörten Kinder werden im Fürsorgebereich des Staates in Verwahrung ungeeigneter Eltern Misshandelt. Dort muss man nun bohren. Die Schäden in diesem Bereich sind ein Vielfaches derer im kirchlichen Bereich.
....ob Mixa verantwortlich ist oder nicht; was er tat als "Tat"....
Aber wenn die Berichte stimmen, so hat er in den 60ern und 70ern Schüler mit dem Zeigestock geschlagen und Derlei Strafen eingesetzt. Das war in deutschen Schulen damals nicht unüblich. In NRW, Bayern und Baden-Würtemberg war an den Schulen, die ich kenne solches Verfahren nicht nur üblich. Es war die akzeptierte Norm. Ich weiss das noch, weil ich damals aus dem Ausland kam, wo ich Summer Hill kennen lernte, und ich entsetzt war, wie deutsche Lehrer mit Schülern umgingen.
Die heutige nachahmung der Summerhill Methoden strafarmer Erziehung setzten erst in den 70ern ein und wurden in unserer Gleichschrittgesellschaft dann sehr rasch dominant. Dass die Leute das heute nicht wahrhaben wollen, ist komisch und für einen Lehrer seiner Zeit unfair.
Wesentlich berichtenswerter heute ist das verhungerte Kind. Das Sozialamt war wohl wieder einmal vorgewarnt gewesen. Alle Beamte solcher Ämter wissen ob der Probleme der Misshandlungen und Verwahrlosungen und Toten Kinder. Was versagt da? Warum ist heute Mixa das Thema. Die meisten Zerstörten Kinder werden im Fürsorgebereich des Staates in Verwahrung ungeeigneter Eltern Misshandelt. Dort muss man nun bohren. Die Schäden in diesem Bereich sind ein Vielfaches derer im kirchlichen Bereich.
Dieser alleswissende, stets oberschlaue Kirchenexperte wird niemals einen Fehler eingestehen, schon garnicht einen, den er selbst begangen hat. Darin besteht das Dilemma der katholischen Kirche. Sie hält sich für fehlerfrei. Reformen lehnt sie generell ab in der Befürchtung, am System der diktatorischen Befehlsgewalt der Kirche etwas ändern zu müssen. Dem einfachen Gläubigen predigt sie Gehorsam, Selbstkritik und das unbedingte Befolgen der auf ewig gesetzten Dogmen. Das kann nicht gut gehen. Doch die alte Männer-Gilde in den Führungsgremien der Kirche verharrt weiter auf den längst überholten Dogmen. Mit dieser Praxis verliert die Kirche noch mehr Anhänger. Menschen, die aufrichtig und gehorsam an Gott und das göttliche Leben glauben, werden durch Würdenträger wie Mixa verunsichert. Ob das auch gottgewollt ist ?
Vielleicht ist ja das "im Gebiet des Freistaates Bayern... gewohnheitsrechtliche Züchtigungsrecht" "sicher nicht unschuldig"e Ursache für die "sogenannte sexuelle Revolution".
Ironie Ende.
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Schlagende und ohrfeigende Stadtpfarrer zersetzen natürlich das Vertrauen an den Glauben katholischer Prägung als Maxime für ein liebeserfülltes Leben. Da ist es naheliegend, dass die suchende Seele ihren Glauben an einen Religionsersatz heftet, bekannt unter dem Namen Sexuelle Revolution. Wer jetzt in giftige Diskussionen einsteigt, welche Alternative nun die Bessere war, macht sich lächerlich.
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JEDER "-ismus", ob Katholizismus, Hedonismus o.ä. diskreditert sich selber, wenn er Gewaltanwendung als Überzeugungsmittel befürwortet.
müssten alle Erwachsene, die zur Zeiten der gesetzmäßig erlaubten Prügelstrafe Kinder zu Erziehungszwecken geschlagen haben, an den Pranger der linksgrünen Gutmenschenöffentlichkeit gestellt werden, auf dass diese ihre tägliche Dosis wohliges Gefühl bekomme.
So ist es, wenn hehre moralische Ansprüche der Jetztzeit angelegt werden.
Ich persönlich hatte ja das Glück nur noch die Ausläufer der Prügelkultur kennen zu lernen. Es wurde mal in die Rippen geboxt, aber von den alten Studienräten war bekannt, dass sie früher gerne mal richtig hinlangten.
Lebhaft erinnere ich mich an einen Sportlehrer der seinen Schlüsselbund gerne als Wurfgeschoss verwendete. Trotz zahlreicher Beschwerden durfte der zunächst weiter unterrichten, bis man ihn frühpensionieren konnte. Alles an einer staatlichen Schule. Ich vermute einfach mal, dass niemand aus der SZ-Redaktion die älteren Jahrgänge, die noch richtig Senge bekamen, je um eine eidesstattliche Erklärung bitten wird. Es gibt halt verschiedene Klassen von Opfern.
Man sollte sich mit "an den Pranger stellen" auf Erwachsene beschränken, die mit besonders hohem moralischem Anspruch durch die Welt schreiten und dann so schrecklich versagen. Nonnen die mit Kleiderbügeln zuschlagen?? Von wegen "nur mit Jesus verheiratet", ... mit dem Belzebub wohl eher.
Richtig ist, dass das gesetzliche Verbot des Prügelns eine Tradition des "Erziehungsprügelns" beendet hat. Da macht die Zeit vor dem Verbot, nicht besser.
Richtig ist auch: Die Kirche und Ihre Mitarbeiter und Geweihten legen immer wieder hohe moralische Ansprüche an! Sie fordern ja sogar Ansprüche ein, nehmen auch politisch als moralische Instanz Stellung.
Wenn dann die Mitarbeiter an ihren eigenen friedfertig deklarierten Zielen scheitern und die Liebe Gottes lieber in die Kinder einprügeln (gilt für Katholik. und Protestanten, Nonnen, Priester etc.) dann darf man das schon bemängeln, ohne ein "linksgrüner Gutmensch" zu sein. Als Konservativer (und Christ) möchte ich derartige Menschenrechtsverletzungen (de facto ist es ja nichts anderes) auch diskutiert und aufgearbeitet sehen.
Ich kann doch keinem Priester oder Pastor seine Position, seinen Glauben abnehmen, wenn ich weiß, was dieser Mann/Frau in seiner Vergangenheit und Gegenwart "geleistet" hat.
Ich sehe mich das als wertkonservativ und modern und verstehe Ihre Diffamierungen nicht! Was würden Sie denn bitte als Betroffener (geschlagen oder auch sexuell missbraucht ) denken? Oder als Elternteil?
Die Diskussion nun als linkes Gutmenschentum anzuprangern, wird den erlittenen Unrecht nicht gerecht und ich möchte mal sehen wie Sie solche Aussagen einem Opfer
erklären. Sagen Sie dann: "stellt euch nicht so an, andere wurden auch geschlagen?"
I
Stadtpfarrer und späterem Bischof hätte ich eigentlich keine Prügeleien erwartet. Sollte der nicht auch noch die andere Wange hinhalten, anstatt selbst zu prügeln oder hat er das Neue Testament nicht gelesen?
Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, man ist immer auch ein Kind seiner Zeit.
Allerdings sollte Bischof Mixa, sofern die Vorwürfe zutreffen, heute anerkennen, dass körperliche Züchtigung falsch ist. Insbesondere wenn es tatsächlich zutreffen sollte, dass die Betroffenen nicht nur einen Klapps bekamen, sondern nach ihren eigenen Schilderungen z.T. offenbar grün und blau geschlagen wurden.
Ich denke, die nächste Zeit wird zeigen, was an den Vorwürfen dran ist. Wenn die möglichen Opfer ihre eidestaatlichen Versicherungen auch vor den zuständigen Strafverfolgungsbehörden aufrecht erhalten, besteht ja auch Aussicht auf gerichtliche Klärung.
dann sollte ich selber nicht nur drunter her laufen können.
Es stimmt, dass es mal eine größere gesellschaftliche Akzeptanz von Prügelstrafen gab und ich bin mir sicher, dass dies auch nicht zur vollkommenen Verwahrlosung einer ganzen Generation von Opfern geführt hat.
Nun, heute denkt man anders und das ist ein Fortschritt. Geprügelt wird und wurde immer nur von Leuten, die sich nicht anders zu helfen wissen weil sie entweder unfähig oder überfordert sind.
Und was sagt uns dies über die Kirche?
Die Kirche und ihre Angehörigen sind nicht befähigt Kinder zu erziehen. Außerdem scheinen sie nicht standhaft genug ihre gepredigten Werte selber umzusetzen, auch gegen den Zeitgeist.
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die Kirche auch nur aus Menschen besteht. Dann sollen sie sich aber bitte auch so verhalten und sich nicht selber ständig eine Sonderrolle zuweisen, sowohl moralisch, als auch finanziell.
Hin und wieder etwas Einsicht und Reue täten dem Vertrauen in die Kirche ganz gut (für den der es braucht). Für mich ist das Geschwafel eines Priesters denn auch genauso viel wert wie Geschwafel von anderen Besserwissern, die glauben ihre Religion sei das einzig Richtige und meinen diese der ganzen Welt aufdrücken zu müssen.
Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
André Gide
Ja, da haben Sie Recht.
So gilt wohl auch heute noch:
a) Was gerade wachsen will, krümmt sich beizeiten !!
b) Wer nicht geschunden wurde, wurde nicht erzogen !!
Und alles andere ist natürlich "Gutmenschenpädagogik".
weil hier nicht der Naßstab eines Erziehungsstils wie er 2010 zumindest von den meisten Eltern gepflegt wird an die Erziehungspraxis der fünfziger und sechziger Jahre angelegt wird, sondern weil die katholische Kirche nach den Maßstäben ihrer Ethik sich schon damals an Jugendlichen und Kindern vergriff. Dass die kirchlichen Kinderheime der Nachkriegszeit für die meisten ihrer Zöglinge - so nannte man das damals glaub' ich - die Hölle waren, hat viele Gründe. Aber ein Grund dürfte sein, dass selbstgerechte Menschen wie Herr Mixa die Wahrheit gepachtet haben und zum Gefühl der Scham und zum Mitleid nicht fähig sind. Ausserdem weiß ich aus eigener Erfahrung, das eine Ohrfeige mit der flachen Hand etwas anderes ist als ein Faustschlag, eine Ohrfeige aus der Situation heraus schon als keiner Junge für mich "weniger schlimm" war, als ein Bestrafungsritual. Und noch etwas; ich kann es nicht mehr hören, wenn der Einzelfallcharakter dieser Vorfälle behauptet wird. Nee, Nee, je grösser die Macht einer Organisation über Körper und Herzen der Menschen ist, um so grösser ist auch der Mißbrauch den sie treibt.
Ich persönlich hatte ja das Glück nur noch die Ausläufer der Prügelkultur kennen zu lernen. Es wurde mal in die Rippen geboxt, aber von den alten Studienräten war bekannt, dass sie früher gerne mal richtig hinlangten.
Lebhaft erinnere ich mich an einen Sportlehrer der seinen Schlüsselbund gerne als Wurfgeschoss verwendete. Trotz zahlreicher Beschwerden durfte der zunächst weiter unterrichten, bis man ihn frühpensionieren konnte. Alles an einer staatlichen Schule. Ich vermute einfach mal, dass niemand aus der SZ-Redaktion die älteren Jahrgänge, die noch richtig Senge bekamen, je um eine eidesstattliche Erklärung bitten wird. Es gibt halt verschiedene Klassen von Opfern.
Man sollte sich mit "an den Pranger stellen" auf Erwachsene beschränken, die mit besonders hohem moralischem Anspruch durch die Welt schreiten und dann so schrecklich versagen. Nonnen die mit Kleiderbügeln zuschlagen?? Von wegen "nur mit Jesus verheiratet", ... mit dem Belzebub wohl eher.
Richtig ist, dass das gesetzliche Verbot des Prügelns eine Tradition des "Erziehungsprügelns" beendet hat. Da macht die Zeit vor dem Verbot, nicht besser.
Richtig ist auch: Die Kirche und Ihre Mitarbeiter und Geweihten legen immer wieder hohe moralische Ansprüche an! Sie fordern ja sogar Ansprüche ein, nehmen auch politisch als moralische Instanz Stellung.
Wenn dann die Mitarbeiter an ihren eigenen friedfertig deklarierten Zielen scheitern und die Liebe Gottes lieber in die Kinder einprügeln (gilt für Katholik. und Protestanten, Nonnen, Priester etc.) dann darf man das schon bemängeln, ohne ein "linksgrüner Gutmensch" zu sein. Als Konservativer (und Christ) möchte ich derartige Menschenrechtsverletzungen (de facto ist es ja nichts anderes) auch diskutiert und aufgearbeitet sehen.
Ich kann doch keinem Priester oder Pastor seine Position, seinen Glauben abnehmen, wenn ich weiß, was dieser Mann/Frau in seiner Vergangenheit und Gegenwart "geleistet" hat.
Ich sehe mich das als wertkonservativ und modern und verstehe Ihre Diffamierungen nicht! Was würden Sie denn bitte als Betroffener (geschlagen oder auch sexuell missbraucht ) denken? Oder als Elternteil?
Die Diskussion nun als linkes Gutmenschentum anzuprangern, wird den erlittenen Unrecht nicht gerecht und ich möchte mal sehen wie Sie solche Aussagen einem Opfer
erklären. Sagen Sie dann: "stellt euch nicht so an, andere wurden auch geschlagen?"
I
Stadtpfarrer und späterem Bischof hätte ich eigentlich keine Prügeleien erwartet. Sollte der nicht auch noch die andere Wange hinhalten, anstatt selbst zu prügeln oder hat er das Neue Testament nicht gelesen?
Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, man ist immer auch ein Kind seiner Zeit.
Allerdings sollte Bischof Mixa, sofern die Vorwürfe zutreffen, heute anerkennen, dass körperliche Züchtigung falsch ist. Insbesondere wenn es tatsächlich zutreffen sollte, dass die Betroffenen nicht nur einen Klapps bekamen, sondern nach ihren eigenen Schilderungen z.T. offenbar grün und blau geschlagen wurden.
Ich denke, die nächste Zeit wird zeigen, was an den Vorwürfen dran ist. Wenn die möglichen Opfer ihre eidestaatlichen Versicherungen auch vor den zuständigen Strafverfolgungsbehörden aufrecht erhalten, besteht ja auch Aussicht auf gerichtliche Klärung.
dann sollte ich selber nicht nur drunter her laufen können.
Es stimmt, dass es mal eine größere gesellschaftliche Akzeptanz von Prügelstrafen gab und ich bin mir sicher, dass dies auch nicht zur vollkommenen Verwahrlosung einer ganzen Generation von Opfern geführt hat.
Nun, heute denkt man anders und das ist ein Fortschritt. Geprügelt wird und wurde immer nur von Leuten, die sich nicht anders zu helfen wissen weil sie entweder unfähig oder überfordert sind.
Und was sagt uns dies über die Kirche?
Die Kirche und ihre Angehörigen sind nicht befähigt Kinder zu erziehen. Außerdem scheinen sie nicht standhaft genug ihre gepredigten Werte selber umzusetzen, auch gegen den Zeitgeist.
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die Kirche auch nur aus Menschen besteht. Dann sollen sie sich aber bitte auch so verhalten und sich nicht selber ständig eine Sonderrolle zuweisen, sowohl moralisch, als auch finanziell.
Hin und wieder etwas Einsicht und Reue täten dem Vertrauen in die Kirche ganz gut (für den der es braucht). Für mich ist das Geschwafel eines Priesters denn auch genauso viel wert wie Geschwafel von anderen Besserwissern, die glauben ihre Religion sei das einzig Richtige und meinen diese der ganzen Welt aufdrücken zu müssen.
Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.
André Gide
Ja, da haben Sie Recht.
So gilt wohl auch heute noch:
a) Was gerade wachsen will, krümmt sich beizeiten !!
b) Wer nicht geschunden wurde, wurde nicht erzogen !!
Und alles andere ist natürlich "Gutmenschenpädagogik".
weil hier nicht der Naßstab eines Erziehungsstils wie er 2010 zumindest von den meisten Eltern gepflegt wird an die Erziehungspraxis der fünfziger und sechziger Jahre angelegt wird, sondern weil die katholische Kirche nach den Maßstäben ihrer Ethik sich schon damals an Jugendlichen und Kindern vergriff. Dass die kirchlichen Kinderheime der Nachkriegszeit für die meisten ihrer Zöglinge - so nannte man das damals glaub' ich - die Hölle waren, hat viele Gründe. Aber ein Grund dürfte sein, dass selbstgerechte Menschen wie Herr Mixa die Wahrheit gepachtet haben und zum Gefühl der Scham und zum Mitleid nicht fähig sind. Ausserdem weiß ich aus eigener Erfahrung, das eine Ohrfeige mit der flachen Hand etwas anderes ist als ein Faustschlag, eine Ohrfeige aus der Situation heraus schon als keiner Junge für mich "weniger schlimm" war, als ein Bestrafungsritual. Und noch etwas; ich kann es nicht mehr hören, wenn der Einzelfallcharakter dieser Vorfälle behauptet wird. Nee, Nee, je grösser die Macht einer Organisation über Körper und Herzen der Menschen ist, um so grösser ist auch der Mißbrauch den sie treibt.
Ich persönlich hatte ja das Glück nur noch die Ausläufer der Prügelkultur kennen zu lernen. Es wurde mal in die Rippen geboxt, aber von den alten Studienräten war bekannt, dass sie früher gerne mal richtig hinlangten.
Lebhaft erinnere ich mich an einen Sportlehrer der seinen Schlüsselbund gerne als Wurfgeschoss verwendete. Trotz zahlreicher Beschwerden durfte der zunächst weiter unterrichten, bis man ihn frühpensionieren konnte. Alles an einer staatlichen Schule. Ich vermute einfach mal, dass niemand aus der SZ-Redaktion die älteren Jahrgänge, die noch richtig Senge bekamen, je um eine eidesstattliche Erklärung bitten wird. Es gibt halt verschiedene Klassen von Opfern.
Der zentrale fehler ist, die Mißbrauchsskandale zum System zu erklären, auch wenn es viele sind, sind es Einzelfälle, viel einzelfälle halt.
Aber der Vorwurf, Mixa habe kinder MISSHANDELT, der zeigt ins System Katholizismus. In katholischen Kinderheimen wurden - in Irland bis ins 3. Jahrtausend, in Deutschland bis tief in die 80er - systematisch wehrlose Kinder physisch und psychisch mißhandelt und zu Zwangsarbeit verurteilt. eine kurze aufzählung:
* Ohrfeigen
* Schläge mit Stöcken und Lederriemen
* Zwang, Erbrochenes wieder aufzuessen
* stundenlanges Knieen auf Erbsen
* Beschimpfung als Sünder, Satansbrut
* androhung Ewiger Verdammnis und allerley bizarrer Höllenstrafen
* Zwangsarbeit a la Tütenkleben
Das blühte, in katholischen Kinderheimen, in der Regel von Nonnen geleitet, schon neunjährigen Kindern. Man sollte allerdings noch dazu sagen, daß die Jugendämter, die heute ja gerne mal untätig bleiben, wenn Kinder verhungern oder elterlich zu Tode gequält werden, damals ledigen Müttern aus nichtigsten Gründen die Kinder wegnahmen, um sie in die "Obhut" dieser Folternonnen zu geben.
Das Bodenpersonal der Katholischen Kirche setzt sich zu einem nicht unerheblichen Teil aus Sadisten, Menschenhassern und Kinderschändern zusammen. was sagt das über die Götter aus, die sie anbeten lassen?
Sie hätten noch erwähnen können, wie mit minderjährigen Müttern, die in Heime gesteckt wurden, umgegangen wurde. Konfessionsübergreifend!
....3 und vier würde ich nicht glauben. Die anderen Punkte waren üblich an deutschen Schulen der 60er und beginnenden 70er.
..."Die Kirche und Ihre Mitarbeiter und Geweihten legen immer wieder hohe moralische Ansprüche an! Sie fordern ja sogar Ansprüche ein, nehmen auch politisch als moralische Instanz Stellung."
Das hört sich an wie die Bundesrepublikanischen Regierungen der letzten Jahre.
Sie hätten noch erwähnen können, wie mit minderjährigen Müttern, die in Heime gesteckt wurden, umgegangen wurde. Konfessionsübergreifend!
....3 und vier würde ich nicht glauben. Die anderen Punkte waren üblich an deutschen Schulen der 60er und beginnenden 70er.
..."Die Kirche und Ihre Mitarbeiter und Geweihten legen immer wieder hohe moralische Ansprüche an! Sie fordern ja sogar Ansprüche ein, nehmen auch politisch als moralische Instanz Stellung."
Das hört sich an wie die Bundesrepublikanischen Regierungen der letzten Jahre.
Man sollte sich mit "an den Pranger stellen" auf Erwachsene beschränken, die mit besonders hohem moralischem Anspruch durch die Welt schreiten und dann so schrecklich versagen. Nonnen die mit Kleiderbügeln zuschlagen?? Von wegen "nur mit Jesus verheiratet", ... mit dem Belzebub wohl eher.
Richtig ist, dass das gesetzliche Verbot des Prügelns eine Tradition des "Erziehungsprügelns" beendet hat. Da macht die Zeit vor dem Verbot, nicht besser.
Richtig ist auch: Die Kirche und Ihre Mitarbeiter und Geweihten legen immer wieder hohe moralische Ansprüche an! Sie fordern ja sogar Ansprüche ein, nehmen auch politisch als moralische Instanz Stellung.
Wenn dann die Mitarbeiter an ihren eigenen friedfertig deklarierten Zielen scheitern und die Liebe Gottes lieber in die Kinder einprügeln (gilt für Katholik. und Protestanten, Nonnen, Priester etc.) dann darf man das schon bemängeln, ohne ein "linksgrüner Gutmensch" zu sein. Als Konservativer (und Christ) möchte ich derartige Menschenrechtsverletzungen (de facto ist es ja nichts anderes) auch diskutiert und aufgearbeitet sehen.
Ich kann doch keinem Priester oder Pastor seine Position, seinen Glauben abnehmen, wenn ich weiß, was dieser Mann/Frau in seiner Vergangenheit und Gegenwart "geleistet" hat.
Ich sehe mich das als wertkonservativ und modern und verstehe Ihre Diffamierungen nicht! Was würden Sie denn bitte als Betroffener (geschlagen oder auch sexuell missbraucht ) denken? Oder als Elternteil?
Die Diskussion nun als linkes Gutmenschentum anzuprangern, wird den erlittenen Unrecht nicht gerecht und ich möchte mal sehen wie Sie solche Aussagen einem Opfer
erklären. Sagen Sie dann: "stellt euch nicht so an, andere wurden auch geschlagen?"
I
Diskussion über Misshandlungen inzwischen eine journalistische Berichterstattung der von mir als "linksgrün" titulierten Gutmenschen (obwohl das eine das andere zu 90% (über den Daumen gepeilt) schon einschließt), die Missbrauch von Kindern gerne ausschließlich mit der katholischen Kirche verknüpft sehen wollen. Und diese Sache exzessiv verfolgen.
Dass Problem z.B. mit dem Strafrecht ist aber, dass es zur Aufarbeitung von Straftaten nur dann taugt, wenn die moralischen Maßstäbe zur Zeiten der Ermittlung zumindest vergleichbar sind, was ich angezweifelt habe.
Daher (auch) Verjährungsfristen.
Es ist daher richtig, dass sich die Verantwortlichen erklären und ggf. entschuldigen müssen, dass verlange ich als Wertkonservativer auch – und hier geht es ja gerade nicht um sexuellen Missbrauch. Die Masstäbe eines Rechtsstaates sollten dabei nicht aus den Augen verloren werden.
" Da macht die Zeit vor dem Verbot, nicht besser."?
Immerhin glaubten die Menschen das Notwendige und Richtige zu tun und hatten keinen Grund anzunehmen, dass sie irrten. Sie taten ihre Pflicht, auch wenn sie es nicht gerne taten.
Diskussion über Misshandlungen inzwischen eine journalistische Berichterstattung der von mir als "linksgrün" titulierten Gutmenschen (obwohl das eine das andere zu 90% (über den Daumen gepeilt) schon einschließt), die Missbrauch von Kindern gerne ausschließlich mit der katholischen Kirche verknüpft sehen wollen. Und diese Sache exzessiv verfolgen.
Dass Problem z.B. mit dem Strafrecht ist aber, dass es zur Aufarbeitung von Straftaten nur dann taugt, wenn die moralischen Maßstäbe zur Zeiten der Ermittlung zumindest vergleichbar sind, was ich angezweifelt habe.
Daher (auch) Verjährungsfristen.
Es ist daher richtig, dass sich die Verantwortlichen erklären und ggf. entschuldigen müssen, dass verlange ich als Wertkonservativer auch – und hier geht es ja gerade nicht um sexuellen Missbrauch. Die Masstäbe eines Rechtsstaates sollten dabei nicht aus den Augen verloren werden.
" Da macht die Zeit vor dem Verbot, nicht besser."?
Immerhin glaubten die Menschen das Notwendige und Richtige zu tun und hatten keinen Grund anzunehmen, dass sie irrten. Sie taten ihre Pflicht, auch wenn sie es nicht gerne taten.
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