Staatsanwaltschaft Unfairer Umgang mit Kachelmann
Die Ermittlungen gegen TV-Star Kachelmann zeigen: Den deutschen Staatsanwälten fehlen klare Regeln für ihre Informationspolitik.
Wetter, Sex, Prominenz, Verbrechen. Fehlt eigentlich nur Fußball. Jörg Kachelmann, der Unternehmer und Moderator, ist Journalist genug um zu wissen, dass der Vergewaltigungsverdacht gegen ihn nicht nur vor Staatsanwälten und Richtern, sondern in der Öffentlichkeit verhandelt wird. Ein bekannter Mann, ein schwerer Vorwurf, ein neugieriges Publikum - und Medien, die es zu bedienen verstehen.
Muss man sich damit abfinden, dass es so ist? Wohl ja. Märkte und Medien sind recht frei in einer westlichen Demokratie; man kann hoch steigen und tief fallen. Aber muss man sich auch damit abfinden, wie es ist? Eher nein. Der Fall des wegen Kinderporno-Besitzes angeklagten Politikers Jörg Tauss hat es gezeigt, jetzt kündigt es sich wieder an: Den Staatsanwälten hier zu Lande fehlen klare Regeln für ihre Informationspolitik. Also machen sie sich welche selbst.
Dazu gehört die wachsende Überzeugung, anderslautenden Überzeugungen zur Frage der Schuld öffentlich entgegentreten zu müssen. Wenn Kachelmanns Anwälte ihren Mandanten verteidigen und erklären, an den Vorwürfen sei nichts dran, ist das ihr und Kachelmanns gutes Recht. Über ihm schwebt ein schlimmer Verdacht, das Verfahren kann seine Karriere zerstören und vielleicht noch mehr.
Ermittler haben ihre Informationen in diesem Stadium des Verfahrens zu beschränken; sie müssen der Öffentlichkeit nicht aufnötigen, wie sehr sie von ihrem Verdacht überzeugt sind, welche Beweise es dafür gibt. Sie müssen sich nicht rechtfertigen und so die fragwürdige Vorabdiskussion um Schuld und Strafe vorantreiben. Sie sind in der stärkeren Position.
Der Vorwurf selbst und ein Untersuchungshaftbefehl sagen mehr als genug. Zumal es hier, auch und gerade angesichts des Tatverdachts, um die Privat- und Intimsphäre der Betroffenen geht und Kachelmann ein Wetter-Unternehmer mit Darstellerqualitäten ist, kein Papst oder Politiker.
(Erschienen zuerst im Tagesspiegel vom 25.03.2010)
- Datum 25.03.2010 - 14:36 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Herr Müller-Neuhof ist ja richtig lustig. Er nimmt also an, der Staatsanwalt allein entscheidet darüber, wie und wann sein Fall an die Öffentlichkeit tritt.
Herr Müller-Neuhof vergisst offenbar, dass nachgerade journalistische Medien manchmal Leute dafür engagieren, die Anwälte und Richter über anstehende Fälle ausfragen.
Besonders Medien wie dpa, die nur aus News existieren, werden, ganz klar, warten, bis auch alle Zeitungen der Nation geschrieben haben, dass eine öffentliche Person angeklagt wird.
Auch Staatsanwälte wissen, dass sie mit einem Haftbefehl gegen Kachelmann dessen Leben ruinieren können. Sie nehmen das in Kauf um ihrer Karriere Willen. Macht sich doch gut im Lebenslauf. Kachelmann vernichtet. Wie wärs denn mit einer Vernehmung vor der Verhaftung gewesen. Ist doch auch möglich. Wegen Fluchtgefahr brauchen die sich doch keine Sorgen machen. Wohin sollte der denn? In die Schweizer Berge? Die ganze Sache ist doch höchst suspekt. Ich traue dem Kachelmann das nicht zu.
Das wird wohl Schule machen nach dem Präzedenzfall Zumwinkel. Im übrigen ist Herr Kachelamnn Schweizer und damit potentieller Steuerbetrüger mit Unterstützungsqualität sowie Teil der weltweiten Ausländer-und Islamfeindlichkeit. Ausserdem könnte er sich absetzen, und dann hätten wir das gleiche Theater wie mit Polanski.
Deswegen: Angehörige der Katholischen Kirche, der FDP, Schweizer Bürger, Steuerhinterzieher und bestimmte Prominente, sind je nach Delikt, das bestimmt egal wer, von der Unschuldsvemutung ausgeschlossen.
Im übrigen haben sie ihre Unschuld zu beweisen und nicht der Staat ihre Schuld.
Warum sollen Rechtsanwälte an die Öffentlichkeit gehen dürfen und Staatsanwälte nicht?
Wenn die Rechtsanwälte an die Öffentlichkeit gehen, dann ist die Öffentlichkeit doch bereits hergestellt. Sich zu beschweren, dass die Staatsanwälte es dann auch tun, erscheint zumindest unlogisch.
kann ich mie bei Kachelmann gar nicht vorstellen.
Doch wer einmal in die Gesetzesmühlen gerät sieht dann die andere Kehrseite unserer Welt.
Will die Sache nicht schönreden. Bei Clinton seinerzeit hat sich eine Monica Samille Lewinsky angedient, weil er berühmt war. Und hier ein bekannter Wettermann den man nun mit starken Hagelschauer und Orkan überschüttet um sich für etwas anderes zu rächen?
Sexuelle Nötigung, wo beginnt sie und wo hört sie auf?
Grundsätzlich immer im beiderseitigen einvernehmen.
Doch sind Frauen auch Männer manchmal wetterwendisch wie der Wind sich dreht.
Sollten Sie ein Problem damit haben zu erkennen, wo sexuelle Nötigung anfängt, empfehle ich Ihnen dringend, sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Sonst können Sie sich vielleicht bald eine Zelle mit Herrn Kachelmann teilen.
Sollten Sie ein Problem damit haben zu erkennen, wo sexuelle Nötigung anfängt, empfehle ich Ihnen dringend, sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Sonst können Sie sich vielleicht bald eine Zelle mit Herrn Kachelmann teilen.
...wenn ein Vertreter der Presse anfängt Steine auf jemanden zu werfen, der der Presse nur die Informationen geben hat, die sie selbst haben wollte.
Man mag sich an dieser Stelle mal fragen, wer eigentlich schlimmer ist: der Staatsanwalt, der in Voraussicht des Mediengewitters seine Position rechtfertigt? Oder die gesammelte Medienwelt, die je nach Lust und Laune entweder den Tatverdächtigen gerne schon mal vorab mit unverpixeltem Foto als "Bestie" präsentiert oder den Vertretern der Staatsgewalt Versagertum und Profilierungssucht vorwirft?
Wer so sehr beifallheischend sein Mäntelchen nach dem erwarteten Publikumsecho hängt wie die Medien sollte da mit Vorwürfen jedenfalls ganz vorsichtig sein - und mit der Vorsicht, die die Achtung der Persönlichkeitsrechte gebietet, berichten, egal wie reißerisch der Informant sich geäußert haben mag. Man muss ja nicht alles ungefiltert rausposaunen, was man so gesagt bekommt. Oder doch?
Staatsanwälten fehlen Regeln ? Naja. Da sind se ja nich'
alleene. Wer gibt uns denn nun wieder freiheitliche, rechts-
staatliche, die Würde der Person achtende Regeln ? Wieso
haben die Staatsanwälte keine ? Woher kommen die ? Hatten die kein gutes Zuhause ?
Sollten Sie ein Problem damit haben zu erkennen, wo sexuelle Nötigung anfängt, empfehle ich Ihnen dringend, sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben. Sonst können Sie sich vielleicht bald eine Zelle mit Herrn Kachelmann teilen.
...sollten vielleicht Richter werden, wenn Sie daß so zweifelsfrei feststellen können. Oder besser Papst. Auch egal, das ist in DE sowieso Ein und Dasselbe.
...sollten vielleicht Richter werden, wenn Sie daß so zweifelsfrei feststellen können. Oder besser Papst. Auch egal, das ist in DE sowieso Ein und Dasselbe.
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