Hirtenbrief Papst enttäuscht die Kirchenbewegungen
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Papst will auch zu deutschen Opfern Stellung beziehen

Er könne nur ein erster Anfang sein. Eine sorgfältige Prüfung der innerkirchlichen Strukturfragen stehe noch aus. Dabei gehe es ihm vor allem um eine Debatte über das Zölibat und eine Neuausrichtung der kirchlichen Sexuallehre, sagte Weisner. "Es wird immer noch nicht gesehen, dass es sich nicht nur um Einzelfälle handelt, sondern dass es ein globales Strukturproblem ist." Das Umsteuern müsse deutlich weiter gehen.

Problematisch sei zudem, dass der Papst am traditionellen Priester-Bild festhalte, sagte Weisner. "Der Priester hält den Schlüssel zu den Schätzen des Himmels: er ist es, der die Tür öffnet: er ist der Statthalter des guten Herrn; der Verwalter seiner Güter", hatte Benedikt XVI. in dem Hirtenbrief einen heiliggesprochenen katholischen Priester aus dem 19. Jahrhundert zitiert. "Mit so einem Priester-Bild kommen wir nicht weiter", sagte Weisner.

Die Initiative Kirche von unten (IKvu) warf dem Papst vor, in seinem Hirtenbrief an die irischen Katholiken bei "verbaler Betroffenheit stehen" zu bleiben. "Statt effektiver Krisenbewältigung bietet der Vatikan das Schauspiel einer sich autistisch abkapselnden Institution", hieß es.

Der Vatikan wies Kritik daran zurück, dass Papst Benedikt XVI. nicht auf die Missbrauchsfälle in Deutschland einging. Vatikan-Sprecher Federic Lombardi sagte, der Papst werde "einen angemessenen Weg finden, um auch auf die deutsche Situation Bezug zu nehmen".

(Der Hirtenbrief in der Übersetzung von Radio Vatikan: http://dpaq.de/RBMeX)

 
Leser-Kommentare
    • honett
    • 20.03.2010 um 17:22 Uhr

    wann kommen endlich handfeste Taten?

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    denn Benedikt XVI will 3.000 neue Stellen für Exorzisten einrichten: Dann wird (uns) ausgetrieben!

    denn Benedikt XVI will 3.000 neue Stellen für Exorzisten einrichten: Dann wird (uns) ausgetrieben!

    • Ranjit
    • 20.03.2010 um 17:58 Uhr

    Der Papst macht sich wichtig, im wortwörtlichen Sinne.
    Je länger er schweigt, desto gewichtiger scheint dann jede Äusserung und jedes auch noch so kleine Zugeständnis.

    Wichtiger als die Missbrauchsopfer ist ihm offensichtlich sein eigenes Amt. Der Papst bestimmt, wann er sich äussert und niemand sonst. Die Kirche ist schließlich keine Demokratie sondern wird absolutistisch geführt. Die Laien sind zwar die eigentliche Basis aber zugleich bar jeglicher Rechte. Es geht nicht an, dass Laien sich in die Amtsgeschäfte des Papstes einmischen. Diese Botschaft zu vermitteln ist anscheinend wichtiger, als Missbrauch zu verhindern und Opfern zu helfen.

    Ich bin ja kein Christ, aber hies es da nicht:
    "... wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20)?
    Vielleicht sollten wir nicht mit dem Finger auf die Arabische Welt oder China deuten, solange der Vatikan nicht demokratisch ist.

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    • TDU
    • 20.03.2010 um 18:07 Uhr

    Zumindest formal sind Staat und Kirche getrennt oder kann sich eine Kirche wählen lassen? Die katholische Kirche ist auch keine Staatsform. Ich kann die Kirche kritisieren aber genauso andere Staaten.

    Und noch schafft es die katholische Kirche auch hier nicht, dass jemand eingesperrt wird, nur weil er ein Buch schreibt. Und Kindesmißbrauch ist weder erlaubt noch Teil der Religion.

    Wenn man meint, man könnte da was instrumentalisieren, ist man auf dem Holzwege.

    sollten wirklich auf niemanden anderen mit dem Finger zeigen als auf sich selbst und in sich selbst erkennen, ob sie den Weg genommen haben oder nehmen, den Jesus vorlebte. Wenn sie dies tun, in Ordnung; dann strahlt das aber auch auf die Umgebung aus - und das reicht. Wenn sie es nicht tun (wie das Vertuschen der Mißbrauchsfälle zeigt), dann haben sie umzukehren und Buße zu leisten. Das scheint speziell für den Vatikan mit Benedikt XVI zu schwer zu sein.

    • TDU
    • 20.03.2010 um 18:07 Uhr

    Zumindest formal sind Staat und Kirche getrennt oder kann sich eine Kirche wählen lassen? Die katholische Kirche ist auch keine Staatsform. Ich kann die Kirche kritisieren aber genauso andere Staaten.

    Und noch schafft es die katholische Kirche auch hier nicht, dass jemand eingesperrt wird, nur weil er ein Buch schreibt. Und Kindesmißbrauch ist weder erlaubt noch Teil der Religion.

    Wenn man meint, man könnte da was instrumentalisieren, ist man auf dem Holzwege.

    sollten wirklich auf niemanden anderen mit dem Finger zeigen als auf sich selbst und in sich selbst erkennen, ob sie den Weg genommen haben oder nehmen, den Jesus vorlebte. Wenn sie dies tun, in Ordnung; dann strahlt das aber auch auf die Umgebung aus - und das reicht. Wenn sie es nicht tun (wie das Vertuschen der Mißbrauchsfälle zeigt), dann haben sie umzukehren und Buße zu leisten. Das scheint speziell für den Vatikan mit Benedikt XVI zu schwer zu sein.

    • TDU
    • 20.03.2010 um 17:59 Uhr

    Die Kirche von unten ist mir ein Rätsel. Dr Papst unterwirft alle der kirchlichen Rechtsprechung, er bzeichnet alle als Sünder, entschuldigt sich und kündigt eine apostolische Untersuchng an.

    Was denn noch. Verbrennen, kreuzigen? Und auch "wir sind Kirche" kritisiert, es ginge nur ums Ansehen. Man hat wirklich das Gefühl denen auch. Das globale Srukturproblem ist eien Behauptung. Zum Zwecke der Durchsetzung anderer Ziele?

    Der Papst kann weder eigenmächtig das Zölibat von heute auf morgen abschaffen noch die christliche Lehre von Sexualität und Ehe ändern.

    Und auch die säkulare Reformpädagogik wird ja hoffentlich nicht abgeschafft oder?

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    Ganz einfach: diese "päpstliche" Konfliktbewältigung ist UNERTRÄGLICH, die da heißt: Briefe, Schweigen, Überlegen...
    something is coming! Ah ja, when?

    Sondern Verurteilung der Verbrecher, der Vertuscher, Vereitler: Gefängnis.

    Verführung Minderjähriger, Missbrauch von Schutzbefohlenen, Prügeln, Erniedrigen, Diskriminieren : schwere Straftaten.

    Unterlassenen Hilfeleistung, Erpressung, Drohung: schwere Straftaten

    Irreführen der Behörden: schwere Straftat.

    Ganz einfach: diese "päpstliche" Konfliktbewältigung ist UNERTRÄGLICH, die da heißt: Briefe, Schweigen, Überlegen...
    something is coming! Ah ja, when?

    Sondern Verurteilung der Verbrecher, der Vertuscher, Vereitler: Gefängnis.

    Verführung Minderjähriger, Missbrauch von Schutzbefohlenen, Prügeln, Erniedrigen, Diskriminieren : schwere Straftaten.

    Unterlassenen Hilfeleistung, Erpressung, Drohung: schwere Straftaten

    Irreführen der Behörden: schwere Straftat.

  1. 4. Bald,

    denn Benedikt XVI will 3.000 neue Stellen für Exorzisten einrichten: Dann wird (uns) ausgetrieben!

    Antwort auf "Worte Worte Worte"
    • TDU
    • 20.03.2010 um 18:07 Uhr

    Zumindest formal sind Staat und Kirche getrennt oder kann sich eine Kirche wählen lassen? Die katholische Kirche ist auch keine Staatsform. Ich kann die Kirche kritisieren aber genauso andere Staaten.

    Und noch schafft es die katholische Kirche auch hier nicht, dass jemand eingesperrt wird, nur weil er ein Buch schreibt. Und Kindesmißbrauch ist weder erlaubt noch Teil der Religion.

    Wenn man meint, man könnte da was instrumentalisieren, ist man auf dem Holzwege.

    Antwort auf "Absolutismus"
  2. sollten wirklich auf niemanden anderen mit dem Finger zeigen als auf sich selbst und in sich selbst erkennen, ob sie den Weg genommen haben oder nehmen, den Jesus vorlebte. Wenn sie dies tun, in Ordnung; dann strahlt das aber auch auf die Umgebung aus - und das reicht. Wenn sie es nicht tun (wie das Vertuschen der Mißbrauchsfälle zeigt), dann haben sie umzukehren und Buße zu leisten. Das scheint speziell für den Vatikan mit Benedikt XVI zu schwer zu sein.

    Antwort auf "Absolutismus"
  3. Seit dem Verlust seiner weltlichen Macht, bleibt dem Papsttum eigentlich nur moralische Führung. Johannes Paul II. hat das noch gewusst, sein Nachfolger versagt im moralischen Bereich hingegen bei praktisch jedem Thema.
    Zu seiner jüngsten Verfehlungen, gibt es ein nettes Brecht-Wort: "Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher." Dass Benedikt nicht weiß, was in seiner Kirche los ist, kann man kaum unterstellen. Bleibt nur die zweite Variante.

    • aram62
    • 20.03.2010 um 18:27 Uhr

    Wenn man den Brief des Papstes an die Katholische Kirche Irlands liest, kann man sich nur wünschen, er wäre nie geschrieben worden.
    Ganz gewiss zeugt er von ehrlicher Betroffenheit und Erschütterung über das Geschehene und vermutlich auch über eigene Versäumnisse und Fehlentscheidungen.
    Er ist aber auch ein erschütterndes Zeugnis dafür, dass an der Spitze der Katholischen Kirche ein alter Mann steht, der noch nicht einmal im 20. geschweige denn im 21. Jahrhundert angekommen ist. Benedikt XVI. tut das, was er immer tut: Er versucht eine Kirche zu konservieren, die in der Ära Pius XII. stecken geblieben ist. Und natürlich sieht er die Ursachen für den vieltausendfachen Missbrauch von Klerikern an Kindern und Jugendlichen in der moralischen Laxheit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Im Grunde drückt er damit etwas vornehmer aus, was Bischof Mixa in seiner ungehobelten Art vor einigen Wochen schon gesagt hat, wenn er die sexuelle Revolution der späten sechziger Jahre für den Missbrauch von Priestern verantwortlich machte.
    Ganz gewiss trägt das päpstliche Schreiben nicht dazu bei, das Vertrauen in die Katholische Kirche wieder herzustellen. Fast muss man dankbar dafür sein, dass Benedikt XVI. sich nicht auch noch zu den Vorgängen in der Kirche Deutschlands geäussert hat.
    Zu guterletzt sollte der Vatikan endlich einmal seine PR-Abteilung auf Vordermann bringen, damit päpstliche Dokumente auch in einer Sprache abgefasst werden, die nicht so penetrant nach Weihrauch riechen.

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