Islamkonferenz Muslim-Verbände vertagen Entscheidung über Ausstieg

Acht Stunden Beratung blieben ohne konkretes Ergebnis. Die großen muslimischen Verbände halten sich weiter offen, aus der Deutschen Islamkonferenz auszutreten.

In welcher Form die vom früheren Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) einberufene Islamkonferenz fortbesteht, bleibt nach den Beratungen der großen muslimischen Verbände weiter offen. Es gebe noch Diskussionsbedarf, sagte der Sprecher des Koordinationsrats der Muslime, Bekir Alboga, nach fast achtstündigen Beratungen. "Das war ein sehr intensives Gespräch – das verdeutlicht noch einmal die Wichtigkeit."

In welche Richtung die Entscheidung letztlich gehe, wisse er nicht. "Ob, wie, welche Form – alle Optionen sind offen", sagte Alboga. Die Beratungen würden wahrscheinlich am nächsten Freitag fortgesetzt, der Termin sei aber noch nicht sicher.

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An dem Treffen nahmen der Zentralrat der Muslime, die Türkisch-Islamische Union Ditib, der Verein der Islamischen Kulturzentren und der Islamrat teil. Die Verbände kritisieren die Suspendierung des Islamrats und die geplante Neuausrichtung der Konferenz durch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Dieser hatte kurz vor Beginn des Treffens der muslimischen Verbände Kompromissbereitschaft signalisiert. Die Suspendierung des Moscheeverbandes Milli Görüs und des Islamrates aus der Konferenz habe "nichts mit den anderen Verbänden zu tun", sagte de Maizière der Süddeutschen Zeitung. "Diese sind weiter herzlich willkommen."

Mit der Islamkonferenz schuf die damalige Bundesregierung 2006 ein institutionalisiertes Forum, um sich den Problemen bei der Integration der etwa vier Millionen muslimischen Religionsangehörigen in Deutschland zu stellen. Dennoch gab es Kritik: Längst nicht alle der etwa vier Millionen Muslime in Deutschland fühlen sich bei der Islamkonferenz ausreichend vertreten. Die große Mehrheit ist nicht organisiert.

Die zum Koordinationsrat der Muslime gehörenden Verbände – ZMD, Islamrat, Türkisch-Islamische Union Ditib und der Verein der Islamischen Kulturzentren – repräsentieren nur etwa 20 Prozent der Muslime. Deshalb sitzen in dem 30-köpfigen Islamrat neben fünf muslimischen Verbandsvertretern auch zehn muslimische Einzelpersonen. Die anderen 15 Mitglieder sind Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen.

Das nächste Mal soll die Konferenz am 17. Mai zusammentreffen.
 


 

 
Leser-Kommentare
  1. [Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende und diskriminierende Statements und bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/vv]
    Könnte man die nicht eigtl. ausweiten bzw. eine "Faschismuskonferenz" einberufen? Dann wären doch alle Faschisten froh und nicht nur die Muslime.

    LG,
    Erzengel Gabriel.

  2. Nun, bekanntermaßen war Quantität noch nie ein Kriterium für Qualität.

    Sprechblasen wie:

    „Das war ein sehr intensives Gespräch – das verdeutlicht noch einmal die Wichtigkeit."

    verleihen der Angelegenheit auch nicht mehr Substanz.

    "Ob, wie, welche Form – alle Optionen sind offen",

    Genau - so banal wie diese Aussage ist auch der Artikel.

    • TDU
    • 12.03.2010 um 19:55 Uhr

    Gut so, aber bitte nicht Herrn de Maizière als Verursacher oder gar Schuldigen für diesen Bedarf feststellen.

  3. ... für die Mehrheit der Muslime. Man denkt das man diesen Glauben durch Zentralräte weichklopfen kann so wie die christlichen Kirchen per Kirchensteuer. So dumm sind die nicht.

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    die Mehrheit der Muslime
    nur für die Mehrheit der aktiven, der progressiven Kräfte die wissen, was sie wollen und wie sie's erreichen können.
    Sozusagen die politischen Wegbereiter für dann politische Ayatollahs.
    Der Islam hat ein Ziel, eine Vorgabe - da brauchts nicht die Mehrheit der Muslime, es reicht die Mehrheit der progressiven Kräfte. Der Rest folgt oder wird folgsam gemacht.

    die Mehrheit der Muslime
    nur für die Mehrheit der aktiven, der progressiven Kräfte die wissen, was sie wollen und wie sie's erreichen können.
    Sozusagen die politischen Wegbereiter für dann politische Ayatollahs.
    Der Islam hat ein Ziel, eine Vorgabe - da brauchts nicht die Mehrheit der Muslime, es reicht die Mehrheit der progressiven Kräfte. Der Rest folgt oder wird folgsam gemacht.

  4. Ich würde gerne wissen, was in den 8 Stunden diskutiert wurde, und welche Vereinigung welche Position vertreten hat.

  5. die Mehrheit der Muslime
    nur für die Mehrheit der aktiven, der progressiven Kräfte die wissen, was sie wollen und wie sie's erreichen können.
    Sozusagen die politischen Wegbereiter für dann politische Ayatollahs.
    Der Islam hat ein Ziel, eine Vorgabe - da brauchts nicht die Mehrheit der Muslime, es reicht die Mehrheit der progressiven Kräfte. Der Rest folgt oder wird folgsam gemacht.

  6. Kurzum, wenn die Muslime nicht wollen, sollen sie doch draußenbleiben. Das spart Spesen und CO2.

  7. Wann werden eigentlich Konferenzen einberufen für:
    - Bahai
    - Hindus
    - Buddhisten
    - Satanisten
    - Scientologen
    - Atheisten

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    • lepkeb
    • 13.03.2010 um 0:35 Uhr

    wird es schwer alle Strömungen unter einen Hut zu bringen. ;-)
    Und die Wichtigste haben sie vergessen das Heidentum, welches durch die katholische Kirche nahezu ausgelöscht wurde. Soviel zur Offenheit von monotheistischen Religionen.
    Gleichzeitig sollten alle auch ihre eigenen Zentralräte gründen und sich bei jeder Gelegenheit äußern, auch wenn sie nichts zu sagen haben.

    • lepkeb
    • 13.03.2010 um 0:35 Uhr

    wird es schwer alle Strömungen unter einen Hut zu bringen. ;-)
    Und die Wichtigste haben sie vergessen das Heidentum, welches durch die katholische Kirche nahezu ausgelöscht wurde. Soviel zur Offenheit von monotheistischen Religionen.
    Gleichzeitig sollten alle auch ihre eigenen Zentralräte gründen und sich bei jeder Gelegenheit äußern, auch wenn sie nichts zu sagen haben.

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