Katholizismus "Die Kirche will sich nicht mit den strukturellen Ursachen auseinandersetzen"

Ein Runder Tisch soll Maßstäbe für künftige Missbrauchsfälle setzen, auch in der Katholischen Kirche. Die Theologin Uta Ranke-Heinemann zeigt sich im Interview skeptisch.

ZEIT ONLINE: Frau Ranke-Heinemann, seit vielen Jahren beschäftigen Sie sich mit dem Problem der Pädophilie bei katholischen Priestern und sexuellem Missbrauch im kirchlichen Rahmen. Die Katholische Kirche ist jetzt bereit, sich an einem Runden Tisch zu beteiligen, bei dem es darum gehen soll, gemeinsam mit anderen Institutionen Maßstäbe zu entwickeln, wie künftig mit Missbrauchsfällen umzugehen ist und wie diesen vorgebeugt werden kann. Das müssten Sie doch eigentlich begrüßen, oder?

Uta Ranke-Heinemann: Ich bin sehr skeptisch, was die Wirksamkeit eines solchen Runden Tisches angeht. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob die Kirche tatsächlich bereit ist, mit ihrer bisherigen Praxis des Vertuschens und Verschweigens von Missbrauchsfällen zu brechen – und da sehe ich bisher kein Signal.

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Deswegen ist zu befürchten, dass ein solcher Runder Tisch in Deutschland ein ähnliches Schicksal erleiden wird wie das "National Review Board", das 2002 in Amerika zur Aufklärung kirchlicher Missbrauchs-Vorwürfe eingerichtet wurde. Dessen Direktor, der ehemalige Gouverneur von Oklahoma, Frank Keating, kam nach einem Jahr zu dem Schluss: "Das ist nicht meine Kirche, das ist Mafia, das ist die Cosa Nostra." Er musste dann zurücktreten. Dabei hatten auch andere Mitglieder des Runden Tischs die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Bischöfe beklagt.

Aber selbstverständlich wäre es noch sinnloser, die Bischöfe allein im Dunkeln wirken zu lassen, möglichst bis zur Verjährung aller Verbrechen, die seitens der Opfer nie verjähren können.

ZEIT ONLINE: Wieso glauben Sie der Kirche nicht, dass sie an einer tatsächlichen Aufarbeitung interessiert ist?

Ranke-Heinemann: Weil auch in der Vergangenheit von kirchlicher Seite bereits immer wieder Krokodilstränen über die Missbrauchsfälle vergossen wurden, die durch die tatsächlichen Taten konterkariert wurden. Nehmen sie zum Beispiel den Fall des Kardinals von Boston, Bernhard Francis Law. Er trat zwar 2002 zurück, weil er durch das ständige Versetzen von pädophilen Priestern und durch das Verheimlichen von Missbrauchsfällen vor staatlichen Behörden großen Schaden angerichtet hatte. Danach allerdings bekam er ein hohes Amt im Vatikan.

Auch ein BBC-Film von 2006 dokumentiert, wie der Vatikan sich in früheren Fällen geweigert hat, mit den staatlichen Stellen zusammenzuarbeiten. Dort wird zum Beispiel berichtet wie der Staatsanwalt von Phoenix, Rick Romley, mit einem umfangreichen Schriftstück beim Vatikan um die Auslieferung von Priestern ersuchte, die teilweise von Interpol gesucht wurden. Der Vatikan verweigerte die Annahme dieses Schreibens.

Leser-Kommentare
  1. Herr Weihbischof Laun war in der Sendung Menschen bei Maischberger unverfroren genug, die Leiden der Missbrauchten an der Tracht Prügel zu relativieren, die er von seinem Vater bekommen hat.
    Die Kirchengranden sind einfach nur widerliche, verstockte Personen, die nicht sehen, dass sie absolut im Unrecht sind und zutiefst unchristlich leben und handeln.

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    Sehr geehrte/r Herr/Frau dborrmann

    Laun ist EIN katholischer Bischof, er steht nicht für alle anderen. Da gibt es genug konträre Meinungen von genügend anderen Bischöfen.
    Launs Art und Weise bei Maischberger empfinden alle als peinlich, aber repräsentativ ist er Gott sei Dank nicht.
    Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert.

    MfG
    Hainer

    Alle Jahre wieder kommt Frau Ranke-Heinemann und verbreitet ihre Privattheorien.
    Deshalb ein paar Zusatzinformationen:
    Das national Review Board in den USA ist sehr schwierig gestartet, hat sich seitdem recht gut entwickelt. Keating selbst hebt explizit hervor, dass er seine Kirche nicht mit der Mafia verglichen hat, sondern dass er einige Kirchenvertreter erlebt hat, die sich immer noch benehmen, als wären sie bei der Mafia und müssten ein Schweigegesetz befolgen. Das wurde auch von anderen Bischöfen und Laien schwer kritisiert und ist vielfach (leider immer noch nicht überall) besser geworden.
    Was man schon nicht mehr hören kann: De delictis gravioribus ist keine Anweisung zum Schweigen, sondern regelt das innerkirchliche Verfahren bei Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, die päpstliche Geheimhaltung gilt dabei für die entstandenen Akten. Die sind einfach nur vertraulich zu behandeln. Alle Opfer und Zeugen können und sollen zum Staatsanwalt gehen. Wikipedia hilft hier weiter.
    Ach ja und Bischof Laws hoher Vatikanposten ist seine Stelle als Nonnenseelsorger im Kloster und Erzpriester in Santa Maria Maggiore. Der Mann sitzt auf einem bedeutungslosen Posten, nahe am Vatikan, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann. Wo Frau R.-H. ihre Infos her hat, fragt man sich da wirklich. Ihre Bibelausflüge lasse ich unkommentiert. Aber gut zu sehen, dass wir alle erkenntnisleitende Interessen haben.
    Bedauerlich, dass hier schon wieder über nur über den Zölibat diskutiert werden soll.

    Sehr geehrte/r Herr/Frau dborrmann

    Laun ist EIN katholischer Bischof, er steht nicht für alle anderen. Da gibt es genug konträre Meinungen von genügend anderen Bischöfen.
    Launs Art und Weise bei Maischberger empfinden alle als peinlich, aber repräsentativ ist er Gott sei Dank nicht.
    Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert.

    MfG
    Hainer

    Alle Jahre wieder kommt Frau Ranke-Heinemann und verbreitet ihre Privattheorien.
    Deshalb ein paar Zusatzinformationen:
    Das national Review Board in den USA ist sehr schwierig gestartet, hat sich seitdem recht gut entwickelt. Keating selbst hebt explizit hervor, dass er seine Kirche nicht mit der Mafia verglichen hat, sondern dass er einige Kirchenvertreter erlebt hat, die sich immer noch benehmen, als wären sie bei der Mafia und müssten ein Schweigegesetz befolgen. Das wurde auch von anderen Bischöfen und Laien schwer kritisiert und ist vielfach (leider immer noch nicht überall) besser geworden.
    Was man schon nicht mehr hören kann: De delictis gravioribus ist keine Anweisung zum Schweigen, sondern regelt das innerkirchliche Verfahren bei Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, die päpstliche Geheimhaltung gilt dabei für die entstandenen Akten. Die sind einfach nur vertraulich zu behandeln. Alle Opfer und Zeugen können und sollen zum Staatsanwalt gehen. Wikipedia hilft hier weiter.
    Ach ja und Bischof Laws hoher Vatikanposten ist seine Stelle als Nonnenseelsorger im Kloster und Erzpriester in Santa Maria Maggiore. Der Mann sitzt auf einem bedeutungslosen Posten, nahe am Vatikan, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann. Wo Frau R.-H. ihre Infos her hat, fragt man sich da wirklich. Ihre Bibelausflüge lasse ich unkommentiert. Aber gut zu sehen, dass wir alle erkenntnisleitende Interessen haben.
    Bedauerlich, dass hier schon wieder über nur über den Zölibat diskutiert werden soll.

  2. Ja, ja,ja ,Frau Ranke-Heinemann !

  3. Sehr geehrte/r Herr/Frau dborrmann

    Laun ist EIN katholischer Bischof, er steht nicht für alle anderen. Da gibt es genug konträre Meinungen von genügend anderen Bischöfen.
    Launs Art und Weise bei Maischberger empfinden alle als peinlich, aber repräsentativ ist er Gott sei Dank nicht.
    Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert.

    MfG
    Hainer

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    • Herr-M
    • 10.03.2010 um 17:27 Uhr

    Doch doch! Sie wollen uns doch nicht einreden, dass die KK einen Bischof zu Maischberger schickt, der nicht repräsentativ für die KK spricht. Ich bin nun gespannt auf die vielen statements/Dementi, die nun von anderen Bischöfen kommen werden, um sich von Hr. Laun abzugrenzen..
    Ich denke, es werden keine kommen. Und Sie?
    Ich befürchte, Hr. Laun hat in einem unbedachten Moment nur gesagt, was er wirklich denkt. Was die Mehrheit aller denken, die jetzt als Täter und Mitwisser sich wenigstens moralisch/ethisch zu verantworten haben, wenn schon nicht juristisch.
    Ein kleiner unbedachter Moment! Passiert schnell in Situationen, die einen emotional sehr mitnehmen. Das ist natürlich nicht klug! Das sind ja keine Idioten, die nicht wissen, was man nun der Öffentlichkeit vorzuspielen hat. Tja, da ist nun dieser fauxpas passiert und flugs erklärt man den Herrn für nicht repräsentativ. So geht das….

    dborrmann hat geschrieben: "Die Kirchengranden sind einfach nur widerliche, verstockte Personen, die nicht sehen, dass sie absolut im Unrecht sind und zutiefst unchristlich leben und handeln."

    Und Sie Antworten: "Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert."

    dborrmann schreibt über die "Kirchengranden" (also nicht über die Laien). Da müssen Sie ihn nicht bitten, doch nicht alle über einen Kamm zu scheren, denn er greift nur die Kirchengranden an und nicht die Laien.

    Sie versuchen eine Mehrheit hinter sich zu bekommen, in dem Sie versuchen die Laien mit ein zu beziehen. Es geht aber nur um die Fehler der Kirchengranden.

    und welche Kirchengranden meinen Sie ganz genau, wenn Sie meinen, die wären nicht alle so?

    Ach der Heiner wieder. Aber die muss es auch geben.

    • Herr-M
    • 10.03.2010 um 17:27 Uhr

    Doch doch! Sie wollen uns doch nicht einreden, dass die KK einen Bischof zu Maischberger schickt, der nicht repräsentativ für die KK spricht. Ich bin nun gespannt auf die vielen statements/Dementi, die nun von anderen Bischöfen kommen werden, um sich von Hr. Laun abzugrenzen..
    Ich denke, es werden keine kommen. Und Sie?
    Ich befürchte, Hr. Laun hat in einem unbedachten Moment nur gesagt, was er wirklich denkt. Was die Mehrheit aller denken, die jetzt als Täter und Mitwisser sich wenigstens moralisch/ethisch zu verantworten haben, wenn schon nicht juristisch.
    Ein kleiner unbedachter Moment! Passiert schnell in Situationen, die einen emotional sehr mitnehmen. Das ist natürlich nicht klug! Das sind ja keine Idioten, die nicht wissen, was man nun der Öffentlichkeit vorzuspielen hat. Tja, da ist nun dieser fauxpas passiert und flugs erklärt man den Herrn für nicht repräsentativ. So geht das….

    dborrmann hat geschrieben: "Die Kirchengranden sind einfach nur widerliche, verstockte Personen, die nicht sehen, dass sie absolut im Unrecht sind und zutiefst unchristlich leben und handeln."

    Und Sie Antworten: "Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert."

    dborrmann schreibt über die "Kirchengranden" (also nicht über die Laien). Da müssen Sie ihn nicht bitten, doch nicht alle über einen Kamm zu scheren, denn er greift nur die Kirchengranden an und nicht die Laien.

    Sie versuchen eine Mehrheit hinter sich zu bekommen, in dem Sie versuchen die Laien mit ein zu beziehen. Es geht aber nur um die Fehler der Kirchengranden.

    und welche Kirchengranden meinen Sie ganz genau, wenn Sie meinen, die wären nicht alle so?

    Ach der Heiner wieder. Aber die muss es auch geben.

  4. sich ernsthaft (!) mit den strukturellen Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch auseinandersetzen, heißt nichts anderes, als dass sie sich in letzter Konequenz selbst auflösen müsste.
    Dazu sind diese Leute selbstverständlich nicht bereit, obwohl das ein großer Schritt für die Menschheit wäre.
    Die Dogmen dieser Firma sind nun einmal mit wahrer, nicht geheuchelter (!) Menschenliebe und damit Kinderliebe nicht vereinbar.

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    • joG
    • 11.03.2010 um 10:40 Uhr

    ....ernsthaft (!) mit den strukturellen Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch auseinandersetzen, heißt nichts anderes, als dass sie sich in letzter Konequenz selbst auflösen müsste."

    Das gleiche gälte allerdings noch mehr für die öffentlichen Einrichtungen für Kinder, Sportvereine und für Familien. Wenn ich die Zahlen überschlage, sind maximal 30 Misshandlungsfälle pro Jahr der RKK in der Diskussion zugeschrieben worden. In Deutschland gibt es aber jährlich über 1.300 Fälle.

    Da schneidet die RKK eigentlich recht ordentlich ab und das hysterische Gequaake dient offensichtlich anderen Interessen als man hier vorgibt.

    • joG
    • 11.03.2010 um 10:40 Uhr

    ....ernsthaft (!) mit den strukturellen Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch auseinandersetzen, heißt nichts anderes, als dass sie sich in letzter Konequenz selbst auflösen müsste."

    Das gleiche gälte allerdings noch mehr für die öffentlichen Einrichtungen für Kinder, Sportvereine und für Familien. Wenn ich die Zahlen überschlage, sind maximal 30 Misshandlungsfälle pro Jahr der RKK in der Diskussion zugeschrieben worden. In Deutschland gibt es aber jährlich über 1.300 Fälle.

    Da schneidet die RKK eigentlich recht ordentlich ab und das hysterische Gequaake dient offensichtlich anderen Interessen als man hier vorgibt.

  5. Dass Frau Ranke-Heinemanns Einlassungen zu allen möglichen Themen, um es vorsichtig zu sagen, weniger von einem Willen zu sachbezogener Analyse als von der immer gleichen Polemik geprägt sind, sollte sich inzwischen eigentlich schon herumgesprochen haben. Dass sie auch von der "Zeit" immer wieder um Ihre Ansicht gebeten wird - was bietet das Interview eigentlich Neues zur Sache? -, verwundert deshalb doch, es sei denn, man geht davon aus, dass das Thema schlicht noch eine Weile am Kochen gehalten werden soll.

    Wenn sich eine Kirchenhistorikerin(!) bereitfindet, zu erklären, die "Reformation" habe "deshalb statt[gefunden], weil Martin Luther, ein Priester und Mönch, eine Frau geheiratet hat", dann fehlen einem selbst dann die Worte, wenn man von Frau Ranke-Heinemann nicht (mehr) viel erwartet. Jedenfalls weiß man dann aber, wie man ihre Ausführungen insgesamt einzuordnen hat. (Fragen kann man allenfalls, warum die Redaktion, indem sie solche Aussagen stehen lässt, die intellektuelle Selbstdemontage von Frau R.-H. zulässt.)

    Nun könnte man ja meinen, das Reformationsthema habe mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs herzlich wenig zu tun (was, wenn es für Herrn Laun stimmt, auch für Frau R.-H. zutreffen sollte), aber es geht ja noch weiter: Da (!) es dort keinen Zölibat gebe, habe "die Evangelische Kirche keinesfalls [sic!] die gleichen Probleme mit Pädophilie und Missbrauchsfällen wie die katholische".

  6. Alle Jahre wieder kommt Frau Ranke-Heinemann und verbreitet ihre Privattheorien.
    Deshalb ein paar Zusatzinformationen:
    Das national Review Board in den USA ist sehr schwierig gestartet, hat sich seitdem recht gut entwickelt. Keating selbst hebt explizit hervor, dass er seine Kirche nicht mit der Mafia verglichen hat, sondern dass er einige Kirchenvertreter erlebt hat, die sich immer noch benehmen, als wären sie bei der Mafia und müssten ein Schweigegesetz befolgen. Das wurde auch von anderen Bischöfen und Laien schwer kritisiert und ist vielfach (leider immer noch nicht überall) besser geworden.
    Was man schon nicht mehr hören kann: De delictis gravioribus ist keine Anweisung zum Schweigen, sondern regelt das innerkirchliche Verfahren bei Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, die päpstliche Geheimhaltung gilt dabei für die entstandenen Akten. Die sind einfach nur vertraulich zu behandeln. Alle Opfer und Zeugen können und sollen zum Staatsanwalt gehen. Wikipedia hilft hier weiter.
    Ach ja und Bischof Laws hoher Vatikanposten ist seine Stelle als Nonnenseelsorger im Kloster und Erzpriester in Santa Maria Maggiore. Der Mann sitzt auf einem bedeutungslosen Posten, nahe am Vatikan, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann. Wo Frau R.-H. ihre Infos her hat, fragt man sich da wirklich. Ihre Bibelausflüge lasse ich unkommentiert. Aber gut zu sehen, dass wir alle erkenntnisleitende Interessen haben.
    Bedauerlich, dass hier schon wieder über nur über den Zölibat diskutiert werden soll.

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    ... Frau R.-H. aber auch nicht gering schätzen:
    Manchmal überkommt mich der leise Verdacht, sie könnte - aus Kirchensteuermitteln! - von der Kirche für solche Stellungnahmen bezahlt werden, deren Sinnlosigkeit sofort zu durschschauen ist, nämlich als Teil einer raffinierten PR-Strategie: Wer solche Feinde hat, braucht für Freunde nicht erst zu sorgen.

    aber Sie sind doch derjenige, der die Zeit-Kommentaro mit seinen Privattheorien übersät. Sie projezieren mal wieder.

    ... Frau R.-H. aber auch nicht gering schätzen:
    Manchmal überkommt mich der leise Verdacht, sie könnte - aus Kirchensteuermitteln! - von der Kirche für solche Stellungnahmen bezahlt werden, deren Sinnlosigkeit sofort zu durschschauen ist, nämlich als Teil einer raffinierten PR-Strategie: Wer solche Feinde hat, braucht für Freunde nicht erst zu sorgen.

    aber Sie sind doch derjenige, der die Zeit-Kommentaro mit seinen Privattheorien übersät. Sie projezieren mal wieder.

  7. Nun sollte man ja meinen, derartige Aussagen, zumal wenn sie so kategorisch formuliert werden, sollten auf einer empirischen Basis beruhen. Nichts dergleichen bei FRau R.-H. Weshalb auch? Obwohl die Experten sich da durchaus nicht sicher sind, weiß Frau R.-H., dass die Wurzel aller ÜBel der Zölibat ist. Folglich ergibt sich allein daraus, dass es den bei den Protestanten nicht gibt: Diese KÖNNEN einfach kein Missbrauchs-Problem haben. Keinesfalls.
    So viel zur eingangs des Artikels behaupteten Expertise von Frau Ranke-Heinemann in der Frage sexueller MIssbrauch und Katholische Kirche.

    Die weitere Begründung liefert - ein merkwürdiges Geschwurbel über Bibelübersetzungen, über Eingriffe in "die" angeblich "ursprüngliche Bibelübersetzung" (kann man das so sagen, wenn man als Wissenschaftlerin ernst genommen werden will?) im Jahr 1592(!) als Beleg für die strukturelle Geringschätzung der Frau in der Katholischen Kirche. Da ließen sich sicher bessere und differenziertere Argumente finden.

    Und dann - natürlich - die üblichen unrichtigen Aussagen über "De delictis gravioribus". Man muss nicht Theologe oder Kirchenrechtler sein (und noch nicht einmal Latein können, da Übersetzungen verfügbar sind), sondern nur genau lesen, um zu sehen, dass die dort festgeschriebene Pflicht zur Geheimhaltung, das im Rahmen des kirchlichen Strafverfahrens Gesagte betrifft (und zwar deshalb, weil der Ausgangspunkt die Frage nach dem Umgang mit Verfehlungen im Kontext des Bußsakramentes ist).

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    Damit disqualifizieren Sie sich selbst.

    Bezweifeln Sie, dass die katholische Kirche den Text der Vulgata Clementina (aus dem 5. Jahrhundert) im 16. Jahrhundert geaendert hat?

    Als geuebter Internetbenutzer sollten Sie auch schnell herausfinden koennen, dass die Vulgata Clementina tatsaechlich als erste lateinische Uebersetzung der Bibel gesehen werden kann.

    Damit disqualifizieren Sie sich selbst.

    Bezweifeln Sie, dass die katholische Kirche den Text der Vulgata Clementina (aus dem 5. Jahrhundert) im 16. Jahrhundert geaendert hat?

    Als geuebter Internetbenutzer sollten Sie auch schnell herausfinden koennen, dass die Vulgata Clementina tatsaechlich als erste lateinische Uebersetzung der Bibel gesehen werden kann.

  8. Von einer Verhinderung eines davon ganz verschiedenen staatlichen Strafprozesses, gar von der Etablierung 'rechtsfreier Räume'kann die Rede nicht sein. Die alleinige Zuständigkeit nicht etwa "des Vatikans", sondern der Kongregation für die Glaubenslehre besteht deshalb auch innerkirchlich - die Kongregation, nicht der Ortsbischof und sein gericht, ist für die kirchliche Verfolgung und Aburteilung solcher Vergehen zuständig -, nicht aber im Verhältnis zwischen Kirche und Staat.

    Aber die wohlfeile Spitze gegen den damaligen "Kardinal Ratzinger" ist Frau Ranke-Heinemann natürlich auch mal eine kleine Unwahrheit wert.

    Man könnte ihr noch viele weitere Fehler und argumentativen Mängel nachweisen. Das ist, wann immer sie sich zu Wort meldet, stets dasselbe. Die einzige FRage, die noch bleibt, richtet sich aber an die Redaktion der "Zeit": Warum tun Sie das Ihren Lesern - schätzen Sie deren Intelligenz wirklich als so gering ein? -, vor allem aber den Opfern von sexuellem Missbrauch und Gewalt innerhalb und außerhalb der Kirche an? Diese Opfer hätten ganz bestimmt mehr verdient, als als Gegenstand einer Stellungnahme auf so niedrigem Niveau und als Munition in der Auseinandersetzung von Frau Ranke-Heinemann mit der Kirche zu dienen. Allein dies verhindert, dass man Frau Ranke-Heinemanns keiner Prüfung standhaltenden Einlassungen für das erklärt, was sie eigentlich sind: lächerlich.

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