Katholizismus "Die Kirche will sich nicht mit den strukturellen Ursachen auseinandersetzen"Seite 2/2

ZEIT ONLINE: Diese Beispiele liegen alle mehrere Jahre zurück, könnte sich nicht durch die große Zahl der jetzt aufgedeckten Fälle in Deutschland auch im Verhalten der Kirche, zumal der hiesigen Bischöfe, etwas ändern?

Ranke-Heinemann: Ich sehe vor allem, dass die Kirche sich nicht mit den strukturellen Ursachen des Missbrauchs auseinandersetzen will. Nichts anderes steckt ja dahinter, wenn Bischof Robert Zollitsch von Anfang an jeden Zusammenhang mit dem Zölibat oder der katholischen Sexuallehre zurückgewiesen hat. Und wenn Zollitsch keinen Runden Tisch wollte, an dem nur der Staat und die Katholische Kirche vertreten gewesen wären, dann deshalb, weil auf keinen Fall der Eindruck entstehen soll, hier handele es sich um ein Problem, von dem die Katholische Kirche in besonderer Weise betroffen ist.

Und da ist er ja bei Weitem nicht der einzige. Bischof Andreas Laun aus Salzburg beispielsweise hat nun gefordert, man solle doch auch mal bei den evangelischen Christen nach Missbrauchsfällen suchen. Wörtlich sagte Bischof Laun am 9. März in der Sendung Menschen bei Maischberger: "Bei den Evangelischen, wenn man da mal reinschauen würde." Das ist nun wirklich der Gipfel der Unverfrorenheit. Die Reformation fand deshalb statt, weil Martin Luther, ein Priester und Mönch, eine Frau geheiratet hat. Evangelische Pfarrer sind bekanntlich nicht zur Ehelosigkeit verpflichtet. Deshalb hat die Evangelische Kirche keinesfalls die gleichen Probleme mit Pädophilie und Missbrauchsfällen wie die katholische.

ZEIT ONLINE: Welche Strukturen machen Sie denn für die kirchlichen Missbrauchsfälle verantwortlich?

Ranke-Heinemann: Schuld ist die von der Kirche seit Jahrhunderten praktizierte Vertreibung der Frauen. Dies hat auch in den biblischen Texten seinen Niederschlag gefunden. In der ursprünglichen Übersetzung des 1. Korintherbriefes 9,5 fragt Paulus zum Beispiel "habe ich nicht das Recht eine Ehefrau auf den Reisen mitzunehmen wie die übrigen Apostel und Petrus?" Von Zölibat kann hier keine Rede sein. Doch 1592 wurde diese Übersetzung geändert. Aus den Ehefrauen wurden Schwestern. Und Papst Johannes Paul II. bezeichnete Gründonnerstag 1979 den Zölibat als "apostolische Lehre" und die Apostel als "Lehrer des Zölibats".

Die monosexuelle Kirche mit ihren zwangsentsexualisierten Priestern fördert die Pädophilie. Und solange es den Priestern nicht gestattet ist zu heiraten, wird dieses Übel in den jetzigen Ausmaßen bestehen bleiben.

ZEIT ONLINE: Am Zölibat wird so schnell nicht gerüttelt werden. Welche anderen Konsequenzen müssen aus den Missbrauchsfällen gezogen werden?

Ranke-Heinemann: Vor allem muss das Vertuschen aufhören. Der heutige Papst Benedikt hat als Kardinal Ratzinger beispielsweise 2001 in dem Schreiben De delictis gravioribus an alle Bischöfe die alleinige Kompetenz des Vatikans für Missbrauchsfälle reklamiert. Damit hat er die Bischöfe zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Staat darf aber auf gar keinen Fall einen rechtsfreien Raum tolerieren.

Entschädigungszahlungen für die Opfer sind richtig, sie dürfen aber nicht dazu führen, dass Kardinäle und Bischöfe – wie dies in den USA leider der Fall war – auf diese Weise vermeiden können, auszusagen. Solche Zahlungen dürfen Strafverfolgung nicht ersetzen.

Wegen der jahrzehntelangen Geheimhaltung und Justizbehinderung seitens des Vatikans sollte nun zudem staatlicherseits die Verjährungsfrist für diese schweren Verbrechen aufgehoben werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Herr Weihbischof Laun war in der Sendung Menschen bei Maischberger unverfroren genug, die Leiden der Missbrauchten an der Tracht Prügel zu relativieren, die er von seinem Vater bekommen hat.
    Die Kirchengranden sind einfach nur widerliche, verstockte Personen, die nicht sehen, dass sie absolut im Unrecht sind und zutiefst unchristlich leben und handeln.

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    Sehr geehrte/r Herr/Frau dborrmann

    Laun ist EIN katholischer Bischof, er steht nicht für alle anderen. Da gibt es genug konträre Meinungen von genügend anderen Bischöfen.
    Launs Art und Weise bei Maischberger empfinden alle als peinlich, aber repräsentativ ist er Gott sei Dank nicht.
    Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert.

    MfG
    Hainer

    Alle Jahre wieder kommt Frau Ranke-Heinemann und verbreitet ihre Privattheorien.
    Deshalb ein paar Zusatzinformationen:
    Das national Review Board in den USA ist sehr schwierig gestartet, hat sich seitdem recht gut entwickelt. Keating selbst hebt explizit hervor, dass er seine Kirche nicht mit der Mafia verglichen hat, sondern dass er einige Kirchenvertreter erlebt hat, die sich immer noch benehmen, als wären sie bei der Mafia und müssten ein Schweigegesetz befolgen. Das wurde auch von anderen Bischöfen und Laien schwer kritisiert und ist vielfach (leider immer noch nicht überall) besser geworden.
    Was man schon nicht mehr hören kann: De delictis gravioribus ist keine Anweisung zum Schweigen, sondern regelt das innerkirchliche Verfahren bei Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, die päpstliche Geheimhaltung gilt dabei für die entstandenen Akten. Die sind einfach nur vertraulich zu behandeln. Alle Opfer und Zeugen können und sollen zum Staatsanwalt gehen. Wikipedia hilft hier weiter.
    Ach ja und Bischof Laws hoher Vatikanposten ist seine Stelle als Nonnenseelsorger im Kloster und Erzpriester in Santa Maria Maggiore. Der Mann sitzt auf einem bedeutungslosen Posten, nahe am Vatikan, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann. Wo Frau R.-H. ihre Infos her hat, fragt man sich da wirklich. Ihre Bibelausflüge lasse ich unkommentiert. Aber gut zu sehen, dass wir alle erkenntnisleitende Interessen haben.
    Bedauerlich, dass hier schon wieder über nur über den Zölibat diskutiert werden soll.

    Sehr geehrte/r Herr/Frau dborrmann

    Laun ist EIN katholischer Bischof, er steht nicht für alle anderen. Da gibt es genug konträre Meinungen von genügend anderen Bischöfen.
    Launs Art und Weise bei Maischberger empfinden alle als peinlich, aber repräsentativ ist er Gott sei Dank nicht.
    Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert.

    MfG
    Hainer

    Alle Jahre wieder kommt Frau Ranke-Heinemann und verbreitet ihre Privattheorien.
    Deshalb ein paar Zusatzinformationen:
    Das national Review Board in den USA ist sehr schwierig gestartet, hat sich seitdem recht gut entwickelt. Keating selbst hebt explizit hervor, dass er seine Kirche nicht mit der Mafia verglichen hat, sondern dass er einige Kirchenvertreter erlebt hat, die sich immer noch benehmen, als wären sie bei der Mafia und müssten ein Schweigegesetz befolgen. Das wurde auch von anderen Bischöfen und Laien schwer kritisiert und ist vielfach (leider immer noch nicht überall) besser geworden.
    Was man schon nicht mehr hören kann: De delictis gravioribus ist keine Anweisung zum Schweigen, sondern regelt das innerkirchliche Verfahren bei Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, die päpstliche Geheimhaltung gilt dabei für die entstandenen Akten. Die sind einfach nur vertraulich zu behandeln. Alle Opfer und Zeugen können und sollen zum Staatsanwalt gehen. Wikipedia hilft hier weiter.
    Ach ja und Bischof Laws hoher Vatikanposten ist seine Stelle als Nonnenseelsorger im Kloster und Erzpriester in Santa Maria Maggiore. Der Mann sitzt auf einem bedeutungslosen Posten, nahe am Vatikan, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann. Wo Frau R.-H. ihre Infos her hat, fragt man sich da wirklich. Ihre Bibelausflüge lasse ich unkommentiert. Aber gut zu sehen, dass wir alle erkenntnisleitende Interessen haben.
    Bedauerlich, dass hier schon wieder über nur über den Zölibat diskutiert werden soll.

  2. Ja, ja,ja ,Frau Ranke-Heinemann !

  3. Sehr geehrte/r Herr/Frau dborrmann

    Laun ist EIN katholischer Bischof, er steht nicht für alle anderen. Da gibt es genug konträre Meinungen von genügend anderen Bischöfen.
    Launs Art und Weise bei Maischberger empfinden alle als peinlich, aber repräsentativ ist er Gott sei Dank nicht.
    Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert.

    MfG
    Hainer

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    • Herr-M
    • 10.03.2010 um 17:27 Uhr

    Doch doch! Sie wollen uns doch nicht einreden, dass die KK einen Bischof zu Maischberger schickt, der nicht repräsentativ für die KK spricht. Ich bin nun gespannt auf die vielen statements/Dementi, die nun von anderen Bischöfen kommen werden, um sich von Hr. Laun abzugrenzen..
    Ich denke, es werden keine kommen. Und Sie?
    Ich befürchte, Hr. Laun hat in einem unbedachten Moment nur gesagt, was er wirklich denkt. Was die Mehrheit aller denken, die jetzt als Täter und Mitwisser sich wenigstens moralisch/ethisch zu verantworten haben, wenn schon nicht juristisch.
    Ein kleiner unbedachter Moment! Passiert schnell in Situationen, die einen emotional sehr mitnehmen. Das ist natürlich nicht klug! Das sind ja keine Idioten, die nicht wissen, was man nun der Öffentlichkeit vorzuspielen hat. Tja, da ist nun dieser fauxpas passiert und flugs erklärt man den Herrn für nicht repräsentativ. So geht das….

    dborrmann hat geschrieben: "Die Kirchengranden sind einfach nur widerliche, verstockte Personen, die nicht sehen, dass sie absolut im Unrecht sind und zutiefst unchristlich leben und handeln."

    Und Sie Antworten: "Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert."

    dborrmann schreibt über die "Kirchengranden" (also nicht über die Laien). Da müssen Sie ihn nicht bitten, doch nicht alle über einen Kamm zu scheren, denn er greift nur die Kirchengranden an und nicht die Laien.

    Sie versuchen eine Mehrheit hinter sich zu bekommen, in dem Sie versuchen die Laien mit ein zu beziehen. Es geht aber nur um die Fehler der Kirchengranden.

    und welche Kirchengranden meinen Sie ganz genau, wenn Sie meinen, die wären nicht alle so?

    Ach der Heiner wieder. Aber die muss es auch geben.

    • Herr-M
    • 10.03.2010 um 17:27 Uhr

    Doch doch! Sie wollen uns doch nicht einreden, dass die KK einen Bischof zu Maischberger schickt, der nicht repräsentativ für die KK spricht. Ich bin nun gespannt auf die vielen statements/Dementi, die nun von anderen Bischöfen kommen werden, um sich von Hr. Laun abzugrenzen..
    Ich denke, es werden keine kommen. Und Sie?
    Ich befürchte, Hr. Laun hat in einem unbedachten Moment nur gesagt, was er wirklich denkt. Was die Mehrheit aller denken, die jetzt als Täter und Mitwisser sich wenigstens moralisch/ethisch zu verantworten haben, wenn schon nicht juristisch.
    Ein kleiner unbedachter Moment! Passiert schnell in Situationen, die einen emotional sehr mitnehmen. Das ist natürlich nicht klug! Das sind ja keine Idioten, die nicht wissen, was man nun der Öffentlichkeit vorzuspielen hat. Tja, da ist nun dieser fauxpas passiert und flugs erklärt man den Herrn für nicht repräsentativ. So geht das….

    dborrmann hat geschrieben: "Die Kirchengranden sind einfach nur widerliche, verstockte Personen, die nicht sehen, dass sie absolut im Unrecht sind und zutiefst unchristlich leben und handeln."

    Und Sie Antworten: "Übrigens würde ich sie bitten, nicht alle Menschen, die sich entschieden haben ihren Glauben in der Kath. Kirche zu leben so über einen Kamm zu scheren. Weder Laien noch Kleriker sind in ihrer großen Mehrheit auch nur anähernd so, wie ihr Kommentar das impliziert."

    dborrmann schreibt über die "Kirchengranden" (also nicht über die Laien). Da müssen Sie ihn nicht bitten, doch nicht alle über einen Kamm zu scheren, denn er greift nur die Kirchengranden an und nicht die Laien.

    Sie versuchen eine Mehrheit hinter sich zu bekommen, in dem Sie versuchen die Laien mit ein zu beziehen. Es geht aber nur um die Fehler der Kirchengranden.

    und welche Kirchengranden meinen Sie ganz genau, wenn Sie meinen, die wären nicht alle so?

    Ach der Heiner wieder. Aber die muss es auch geben.

  4. sich ernsthaft (!) mit den strukturellen Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch auseinandersetzen, heißt nichts anderes, als dass sie sich in letzter Konequenz selbst auflösen müsste.
    Dazu sind diese Leute selbstverständlich nicht bereit, obwohl das ein großer Schritt für die Menschheit wäre.
    Die Dogmen dieser Firma sind nun einmal mit wahrer, nicht geheuchelter (!) Menschenliebe und damit Kinderliebe nicht vereinbar.

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    • joG
    • 11.03.2010 um 10:40 Uhr

    ....ernsthaft (!) mit den strukturellen Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch auseinandersetzen, heißt nichts anderes, als dass sie sich in letzter Konequenz selbst auflösen müsste."

    Das gleiche gälte allerdings noch mehr für die öffentlichen Einrichtungen für Kinder, Sportvereine und für Familien. Wenn ich die Zahlen überschlage, sind maximal 30 Misshandlungsfälle pro Jahr der RKK in der Diskussion zugeschrieben worden. In Deutschland gibt es aber jährlich über 1.300 Fälle.

    Da schneidet die RKK eigentlich recht ordentlich ab und das hysterische Gequaake dient offensichtlich anderen Interessen als man hier vorgibt.

    • joG
    • 11.03.2010 um 10:40 Uhr

    ....ernsthaft (!) mit den strukturellen Ursachen von Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch auseinandersetzen, heißt nichts anderes, als dass sie sich in letzter Konequenz selbst auflösen müsste."

    Das gleiche gälte allerdings noch mehr für die öffentlichen Einrichtungen für Kinder, Sportvereine und für Familien. Wenn ich die Zahlen überschlage, sind maximal 30 Misshandlungsfälle pro Jahr der RKK in der Diskussion zugeschrieben worden. In Deutschland gibt es aber jährlich über 1.300 Fälle.

    Da schneidet die RKK eigentlich recht ordentlich ab und das hysterische Gequaake dient offensichtlich anderen Interessen als man hier vorgibt.

  5. Dass Frau Ranke-Heinemanns Einlassungen zu allen möglichen Themen, um es vorsichtig zu sagen, weniger von einem Willen zu sachbezogener Analyse als von der immer gleichen Polemik geprägt sind, sollte sich inzwischen eigentlich schon herumgesprochen haben. Dass sie auch von der "Zeit" immer wieder um Ihre Ansicht gebeten wird - was bietet das Interview eigentlich Neues zur Sache? -, verwundert deshalb doch, es sei denn, man geht davon aus, dass das Thema schlicht noch eine Weile am Kochen gehalten werden soll.

    Wenn sich eine Kirchenhistorikerin(!) bereitfindet, zu erklären, die "Reformation" habe "deshalb statt[gefunden], weil Martin Luther, ein Priester und Mönch, eine Frau geheiratet hat", dann fehlen einem selbst dann die Worte, wenn man von Frau Ranke-Heinemann nicht (mehr) viel erwartet. Jedenfalls weiß man dann aber, wie man ihre Ausführungen insgesamt einzuordnen hat. (Fragen kann man allenfalls, warum die Redaktion, indem sie solche Aussagen stehen lässt, die intellektuelle Selbstdemontage von Frau R.-H. zulässt.)

    Nun könnte man ja meinen, das Reformationsthema habe mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs herzlich wenig zu tun (was, wenn es für Herrn Laun stimmt, auch für Frau R.-H. zutreffen sollte), aber es geht ja noch weiter: Da (!) es dort keinen Zölibat gebe, habe "die Evangelische Kirche keinesfalls [sic!] die gleichen Probleme mit Pädophilie und Missbrauchsfällen wie die katholische".

  6. Alle Jahre wieder kommt Frau Ranke-Heinemann und verbreitet ihre Privattheorien.
    Deshalb ein paar Zusatzinformationen:
    Das national Review Board in den USA ist sehr schwierig gestartet, hat sich seitdem recht gut entwickelt. Keating selbst hebt explizit hervor, dass er seine Kirche nicht mit der Mafia verglichen hat, sondern dass er einige Kirchenvertreter erlebt hat, die sich immer noch benehmen, als wären sie bei der Mafia und müssten ein Schweigegesetz befolgen. Das wurde auch von anderen Bischöfen und Laien schwer kritisiert und ist vielfach (leider immer noch nicht überall) besser geworden.
    Was man schon nicht mehr hören kann: De delictis gravioribus ist keine Anweisung zum Schweigen, sondern regelt das innerkirchliche Verfahren bei Bekanntwerden von Missbrauchsfällen, die päpstliche Geheimhaltung gilt dabei für die entstandenen Akten. Die sind einfach nur vertraulich zu behandeln. Alle Opfer und Zeugen können und sollen zum Staatsanwalt gehen. Wikipedia hilft hier weiter.
    Ach ja und Bischof Laws hoher Vatikanposten ist seine Stelle als Nonnenseelsorger im Kloster und Erzpriester in Santa Maria Maggiore. Der Mann sitzt auf einem bedeutungslosen Posten, nahe am Vatikan, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann. Wo Frau R.-H. ihre Infos her hat, fragt man sich da wirklich. Ihre Bibelausflüge lasse ich unkommentiert. Aber gut zu sehen, dass wir alle erkenntnisleitende Interessen haben.
    Bedauerlich, dass hier schon wieder über nur über den Zölibat diskutiert werden soll.

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    ... Frau R.-H. aber auch nicht gering schätzen:
    Manchmal überkommt mich der leise Verdacht, sie könnte - aus Kirchensteuermitteln! - von der Kirche für solche Stellungnahmen bezahlt werden, deren Sinnlosigkeit sofort zu durschschauen ist, nämlich als Teil einer raffinierten PR-Strategie: Wer solche Feinde hat, braucht für Freunde nicht erst zu sorgen.

    aber Sie sind doch derjenige, der die Zeit-Kommentaro mit seinen Privattheorien übersät. Sie projezieren mal wieder.

    ... Frau R.-H. aber auch nicht gering schätzen:
    Manchmal überkommt mich der leise Verdacht, sie könnte - aus Kirchensteuermitteln! - von der Kirche für solche Stellungnahmen bezahlt werden, deren Sinnlosigkeit sofort zu durschschauen ist, nämlich als Teil einer raffinierten PR-Strategie: Wer solche Feinde hat, braucht für Freunde nicht erst zu sorgen.

    aber Sie sind doch derjenige, der die Zeit-Kommentaro mit seinen Privattheorien übersät. Sie projezieren mal wieder.

  7. Nun sollte man ja meinen, derartige Aussagen, zumal wenn sie so kategorisch formuliert werden, sollten auf einer empirischen Basis beruhen. Nichts dergleichen bei FRau R.-H. Weshalb auch? Obwohl die Experten sich da durchaus nicht sicher sind, weiß Frau R.-H., dass die Wurzel aller ÜBel der Zölibat ist. Folglich ergibt sich allein daraus, dass es den bei den Protestanten nicht gibt: Diese KÖNNEN einfach kein Missbrauchs-Problem haben. Keinesfalls.
    So viel zur eingangs des Artikels behaupteten Expertise von Frau Ranke-Heinemann in der Frage sexueller MIssbrauch und Katholische Kirche.

    Die weitere Begründung liefert - ein merkwürdiges Geschwurbel über Bibelübersetzungen, über Eingriffe in "die" angeblich "ursprüngliche Bibelübersetzung" (kann man das so sagen, wenn man als Wissenschaftlerin ernst genommen werden will?) im Jahr 1592(!) als Beleg für die strukturelle Geringschätzung der Frau in der Katholischen Kirche. Da ließen sich sicher bessere und differenziertere Argumente finden.

    Und dann - natürlich - die üblichen unrichtigen Aussagen über "De delictis gravioribus". Man muss nicht Theologe oder Kirchenrechtler sein (und noch nicht einmal Latein können, da Übersetzungen verfügbar sind), sondern nur genau lesen, um zu sehen, dass die dort festgeschriebene Pflicht zur Geheimhaltung, das im Rahmen des kirchlichen Strafverfahrens Gesagte betrifft (und zwar deshalb, weil der Ausgangspunkt die Frage nach dem Umgang mit Verfehlungen im Kontext des Bußsakramentes ist).

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    Damit disqualifizieren Sie sich selbst.

    Bezweifeln Sie, dass die katholische Kirche den Text der Vulgata Clementina (aus dem 5. Jahrhundert) im 16. Jahrhundert geaendert hat?

    Als geuebter Internetbenutzer sollten Sie auch schnell herausfinden koennen, dass die Vulgata Clementina tatsaechlich als erste lateinische Uebersetzung der Bibel gesehen werden kann.

    Damit disqualifizieren Sie sich selbst.

    Bezweifeln Sie, dass die katholische Kirche den Text der Vulgata Clementina (aus dem 5. Jahrhundert) im 16. Jahrhundert geaendert hat?

    Als geuebter Internetbenutzer sollten Sie auch schnell herausfinden koennen, dass die Vulgata Clementina tatsaechlich als erste lateinische Uebersetzung der Bibel gesehen werden kann.

  8. Von einer Verhinderung eines davon ganz verschiedenen staatlichen Strafprozesses, gar von der Etablierung 'rechtsfreier Räume'kann die Rede nicht sein. Die alleinige Zuständigkeit nicht etwa "des Vatikans", sondern der Kongregation für die Glaubenslehre besteht deshalb auch innerkirchlich - die Kongregation, nicht der Ortsbischof und sein gericht, ist für die kirchliche Verfolgung und Aburteilung solcher Vergehen zuständig -, nicht aber im Verhältnis zwischen Kirche und Staat.

    Aber die wohlfeile Spitze gegen den damaligen "Kardinal Ratzinger" ist Frau Ranke-Heinemann natürlich auch mal eine kleine Unwahrheit wert.

    Man könnte ihr noch viele weitere Fehler und argumentativen Mängel nachweisen. Das ist, wann immer sie sich zu Wort meldet, stets dasselbe. Die einzige FRage, die noch bleibt, richtet sich aber an die Redaktion der "Zeit": Warum tun Sie das Ihren Lesern - schätzen Sie deren Intelligenz wirklich als so gering ein? -, vor allem aber den Opfern von sexuellem Missbrauch und Gewalt innerhalb und außerhalb der Kirche an? Diese Opfer hätten ganz bestimmt mehr verdient, als als Gegenstand einer Stellungnahme auf so niedrigem Niveau und als Munition in der Auseinandersetzung von Frau Ranke-Heinemann mit der Kirche zu dienen. Allein dies verhindert, dass man Frau Ranke-Heinemanns keiner Prüfung standhaltenden Einlassungen für das erklärt, was sie eigentlich sind: lächerlich.

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