Kindesmissbrauch Sexueller Missbrauch auch an hessischer Eliteschule

Nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche wurden nun Fälle in einer Privatschule in Hessen bekannt. Die Geschehnisse sollen über Jahre vertuscht worden sein.

Blick auf Häuser der Odenwaldschule in Heppenheim: Seit Jahren sollen hier Missbrauchsfälle vertuscht worden sein

Blick auf Häuser der Odenwaldschule in Heppenheim: Seit Jahren sollen hier Missbrauchsfälle vertuscht worden sein

Auch an einer Reformschule im hessischen Odenwald soll es zu sexuellem Missbrauch von Schülern gekommen sein. Nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau wurden die Fälle jahrelang heruntergespielt. Bis zu 100 ehemalige Schüler sollen betroffen sein.

Der Vorstand der Odenwaldschule (OSO) hat nach Informationen der Zeitung "den jahrelangen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Pädagogen" eingeräumt. Die Schulleiterin Margarita Kaufmann sagte der Frankfurter Rundschau: "Es ist für mich eine Tatsache, dass hier mindestens seit 1971 sexueller Missbrauch stattgefunden hat."

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Die private Odenwaldschule in Heppenheim mit gut 200 Schülern ist eine Unesco-Modellschule. Zahlreiche Prominente gehören zu ihren ehemaligen Schülern, darunter der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit sowie Klaus Mann. 2005 kürte das Wirtschaftsmagazin Capital die Schule zur besten hessischen Schule mit gymnasialer Oberstufe.

Ehemalige Schüler berichteten der Zeitung zufolge davon, wie sie von Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als "sexuelle Dienstleister" für ganze Wochenenden eingeteilt und zu Oralverkehr gezwungen wurden.

Einzelne Pädagogen hätten ihren Gästen Schüler zum sexuellen Missbrauch überlassen, schreibt die Zeitung weiter. Lehrkräfte hätten Schutzbefohlene geschlagen, mit Drogen und Alkohol versorgt oder beim gemeinschaftlichen Missbrauch eines Mädchens nicht eingegriffen.

Erste Vorwürfe gegen den langjährigen Rektor Gerold Becker, der die OSO von 1971 bis 1985 leitete, waren der Zeitung zufolge vor gut zehn Jahren publik geworden. Seinerzeit berichteten ehemalige Schüler von massiven Übergriffen Beckers gegen 13-Jährige. Die Vorwürfe wurden aber nur halbherzig aufgegriffen. "Es war eine Unterlassung und ein grober Fehler, dass die Schule damals nicht nachgeforscht hat", sagte Kaufmann, die seit 2007 im Amt ist.

Im August 1999 war eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Internatsleiter bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt eingegangen. Ermittlungen habe es aber wegen der Verjährung der Vorfälle nicht gegeben, sagte ein Sprecher damals.

Die jetzige Schulleiterin selbst sei im vergangenen Jahr erneut von Altschülern angesprochen worden, die fürchteten, die Schule werde sich auch bei der 100-Jahr-Feier im April 2010 wieder ihrer Verantwortung entziehen. Daraufhin habe sie etliche Gespräche mit Ex-Schülern geführt und dabei erst "das wahre Ausmaß" des Skandals erahnt. Kaufmann geht von mindestens drei Lehrern aus, die sich sexueller Übergriffe schuldig gemacht haben sollen. Von Zeugen habe sie "die Namen von 20 Opfern gehört".

Derweil heißt es in der Erklärung Kaufmanns im Internet. "Die Odenwaldschule erkennt den jahrelangen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Pädagogen ihrer Schulgeschichte an und versteht diese traumatische Erfahrung als Teil ihrer Identität."

Die hessische Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) kündigte eine Prüfung der Vorgänge und möglicher Versäumnisse der Schulaufsicht an. "Wir werden uns das sehr genau ansehen und unseren Beitrag zur Aufklärung der damaligen Vorgänge leisten", sagte Henzler am Samstag nach Angaben ihres Sprechers. Die Grünen wollen den Fall zum Thema im Schulausschuss des Landtags machen.

 
Leser-Kommentare
    • ddkddk
    • 06.03.2010 um 13:43 Uhr

    um den Sumpf trocken zu legen.

    Sowohl die zivilrechtliche als auch die strafrechtliche Verjährung müssen ausgeweitet werden.

    Die Nichtanzeige solcher Straftaten muss strafbar werden.

    Verurteilte Personen müssen dauerhaft Berufsverbot als Erzieher oder Betreuer oder Aufssichtspersonen von Minderjährigen erhalten.

    Unabhängig davon ist auch zu fragen, ob private oder staatliche Aufsichtspersonen ihre Dienstpflichten verletzt haben, indem Sie ihren Pflichten mangelhaft nachgekommen sind.

    Handlungsbedarf besteht jetzt!

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    ...die gar nichts von dem Verbrechen wussten, sollten genau dafür verhaftet werden. Wie stellen Sie sich die Umsetzung dessen vor, was Sie da fordern?

    Mißbrauch (in allen Formen) ist nicht ein Problem der Schulen, es findet IMMER und ÜBERALL statt. Seit allen Zeiten. Das soll das nicht verharmlosen, aber aber diese plötzliche Schockreaktion ist unangemessen.

    ...die gar nichts von dem Verbrechen wussten, sollten genau dafür verhaftet werden. Wie stellen Sie sich die Umsetzung dessen vor, was Sie da fordern?

    Mißbrauch (in allen Formen) ist nicht ein Problem der Schulen, es findet IMMER und ÜBERALL statt. Seit allen Zeiten. Das soll das nicht verharmlosen, aber aber diese plötzliche Schockreaktion ist unangemessen.

    • joG
    • 06.03.2010 um 13:48 Uhr

    ....Schulen nachforschen würde, würde man feststellen, dass nicht-sexuelle Misshandlungen der Art, wie sie im Augenblick berichtet werden in den 60ern und 70ern an deutschen Schulen üblich waren. Lehrer schlugen Schüler oft und verwendeten auch andere physische Strafen. Das war Teil der Kultur. Wenn man heute so tut, als wäre dem nicht so gewesen, so ist das unehrlich oder unwissend. Jedenfalls scheint die momentane Reaktion wirklich etwas hysterisch oder zeigt ein Lechzen nach geilen Geschichtleins.

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    "Das war Teil der Kultur."

    Ähm, wo sind Sie denn, bitte, zur Schule gegangen? Ich kann mich nicht erinnern, dass das Schlagen von Schülern in den 70er Jahren noch gesellschaftlich akzeptiert war.

    "Jedenfalls scheint die momentane Reaktion wirklich etwas hysterisch"

    Seltsame Anmerkung angesichts folgender obiger Textpassage:

    "Ehemalige Schüler berichteten der Zeitung zufolge davon, wie sie von Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als "sexuelle Dienstleister" für ganze Wochenenden eingeteilt und zu Oralverkehr gezwungen wurden."

    Der Vorwurf der Hysterie hat eine lange, ungute Tradition bei der Verharmlosung von Gewalt. Schade, dass Sie glauben, darauf zurückgreifen zu müssen.

    • joG
    • 06.03.2010 um 15:57 Uhr

    in Bayern und Baden Würtemberg. Ich war selbst nicht betroffen (zu gefährliche Eltern schätze ich) aber ich beobachtete schlagen mit Stock auf Hände und Hintern, werfen von Schlüsselbund und Derlei, ziehen von Haaren, Hand ins Gesicht und natürlich die weniger körperlichen Dinge wie Sarkasmus und Beschimpfung von Intelligenz und Herkunft von Schülern. Beobachtet habe ich es in beiden Ländern sowohl in Primärschule als auch im Gymnasium.

    ist erst 1973 oder um den Dreh aus den Schulgesetzen herausgenommen worden. Von daher sind, ohne bestimmte krasse in der letzten Zeit geschilderte Praktiken verteidigen zu wollen, diese Züchtigungen damals durchaus rechtens gewesen. Zudem muss man diese "pädagogischen" Verhältnisse historisch betrachten und dann ergibt sich gesamtgesellschaftlich ein ganz anderes Erziehungsideal und -ziel. Nicht umsonst hatten die 68er mit ihrer Forderung "Unter den Talaren steckt der Mief von 1000 Jahren" nicht ganz Unrecht.
    Mein Vorschlag an Frau Scharia, gemäß dem Motto "Wir tun was!", Verbot von männlichen Erziehern und Lehrern!

    "Das war Teil der Kultur."

    Ähm, wo sind Sie denn, bitte, zur Schule gegangen? Ich kann mich nicht erinnern, dass das Schlagen von Schülern in den 70er Jahren noch gesellschaftlich akzeptiert war.

    "Jedenfalls scheint die momentane Reaktion wirklich etwas hysterisch"

    Seltsame Anmerkung angesichts folgender obiger Textpassage:

    "Ehemalige Schüler berichteten der Zeitung zufolge davon, wie sie von Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als "sexuelle Dienstleister" für ganze Wochenenden eingeteilt und zu Oralverkehr gezwungen wurden."

    Der Vorwurf der Hysterie hat eine lange, ungute Tradition bei der Verharmlosung von Gewalt. Schade, dass Sie glauben, darauf zurückgreifen zu müssen.

    • joG
    • 06.03.2010 um 15:57 Uhr

    in Bayern und Baden Würtemberg. Ich war selbst nicht betroffen (zu gefährliche Eltern schätze ich) aber ich beobachtete schlagen mit Stock auf Hände und Hintern, werfen von Schlüsselbund und Derlei, ziehen von Haaren, Hand ins Gesicht und natürlich die weniger körperlichen Dinge wie Sarkasmus und Beschimpfung von Intelligenz und Herkunft von Schülern. Beobachtet habe ich es in beiden Ländern sowohl in Primärschule als auch im Gymnasium.

    ist erst 1973 oder um den Dreh aus den Schulgesetzen herausgenommen worden. Von daher sind, ohne bestimmte krasse in der letzten Zeit geschilderte Praktiken verteidigen zu wollen, diese Züchtigungen damals durchaus rechtens gewesen. Zudem muss man diese "pädagogischen" Verhältnisse historisch betrachten und dann ergibt sich gesamtgesellschaftlich ein ganz anderes Erziehungsideal und -ziel. Nicht umsonst hatten die 68er mit ihrer Forderung "Unter den Talaren steckt der Mief von 1000 Jahren" nicht ganz Unrecht.
    Mein Vorschlag an Frau Scharia, gemäß dem Motto "Wir tun was!", Verbot von männlichen Erziehern und Lehrern!

  1. "Im August 1999 war eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Internatsleiter bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt eingegangen. Ermittlungen habe es aber wegen der Verjährung der Vorfälle nicht gegeben"

    Es ist mir *absolut* unverständlich, warum die Bundesjustizministerin die Aufhebung oder Verlängerung der Verjährung im Strafrecht ablehnt.

    Und Raub gilt im deutschen Strafrecht als Verbrechen, "einfache" sexualisierte Gewalt gegen Kinder nur als Vergehen. Weswegen dann die beliebten Bewährungsstrafen ausgesprochen werden und die Täter oft im Grunde ungestraft davon kommen.

    Da muss sich *dringend* etwas ändern, und zwar so schnell wie möglich.

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    Es ist ziemlich naheliegend, warum die Bundesjustizministerin die Verlängerung der Verjährung ablehnt. Dann nämlich kämen massive Entschädigungsforderungen auf öffentliche Träger zu - sie könnte schon mal mit dem Finanzminister darüber beraten - So versucht sie einzweilen nach der Methode "Haltet den Dieb!" den Blick nur auf katholische Schulen zu wenden.

    Der Fall Odenwaldschule wirft etliche Fragen auf:

    1. Der betroffene Leiter, der ein Missbrauchssystem von oben herab geschaffen hat, war Lebensgefährte des Pädagogen Hartmunt von Hentig. Wie weit war er ins System einbezogen?

    2. Es gab vielfältige übergreifende Kontakte zwischen den Spitzen der Reformpädagik (Hentig, Gerold Becker, Enja Riegel, Reinhard Kahl, Hans Brügelmann): gemeinsame Symposien, Bücher, Gremien, Arbeit an Lehrplänen, auch nachdem die Missbrauchsfälle bekannt wurden. Welche Schlüsse muss man für die Reformpädagogik ziehen? Gab es hier ein Vertuschungssystem? Oder zumindest eine gemeinsame Kultur des Wegschauens?

    3.Es gab pädagogische Initiativen, die selbstbestimmtes Lernen und selbstbestimmte Sexualität zugleich in den Fokus nahmen. Was hat das unter dem Licht der Missbrauchsfälle zu bedeuten?

    4. Absolventen der Schule forderten just zu dem Zeitpunkt, als dort ein Missbrauchssystem herrschte, die Straffreiheit für sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen. Hat das eine mit dem anderen zu tun?

    So beklagenswert die Vorgänge sind, so wenig überraschen sie. Die menschliche Natur hat sich seit der Steinzeit wenig verändert. Eine stärkere Kriminalisierung der einschlägigen Taten ist auch wegen der oft schwierigen Beweislage sehr problematisch; Ganz leicht können auch Unschuldige lebenslang ruiniert werden.

    Es ist ein wenig merkwürdig, dass gerade jetzt nach so vielen Jahren diese Themen hochkommen und eine Änderung der Verjährung im Strafrecht gefordert wird. Viel näher liegt die Verlängerung der Verjährung bei Vermögensstraftaten, die zur lebenlanger Verarmung der Opfer und Ausplünderung im volkswirtschaftlichen Maßstab geführt haben und führen, und die um und in der Finanzkrise weiterhin begangen werden - bisher ohne nennenswerte Konsequenzen bei Strafverfolgung und Gesetzgebung. Das ist der weitaus größere Skandal dieser Zeit!

    Man sollte nicht nach härteren Strafen rufen. Sind diese Personen denn nach den vielen Jahren noch eine Gefahr? Nicht nach Strafen sollten wir rufen, sondern nach Ursachen. WIr müssen us fragen, wann wir ein Mensch pädophil? Was passiert in dessen Psyche und welche Hilfe kann es geben um diese kriminellen Neigungen in den Griff zu bekommen? Es gibt bereits solche Programme und Therapien. Wir brauchen da Einfühlungsvermögen und Debatten. Ein Triebtäter wird ein Kind nicht weswegen nicht vergewaltigen weil die Strafe größer ist. Deswegennent man ihn ja Triebtäter.

    Ein solcher Mensch WIRD nicht pädophil er hat eine regressive oder nie entwickelte reife Sexualität. Geistig/bewusstseinstechnisch ein Kind.

    Es ist ziemlich naheliegend, warum die Bundesjustizministerin die Verlängerung der Verjährung ablehnt. Dann nämlich kämen massive Entschädigungsforderungen auf öffentliche Träger zu - sie könnte schon mal mit dem Finanzminister darüber beraten - So versucht sie einzweilen nach der Methode "Haltet den Dieb!" den Blick nur auf katholische Schulen zu wenden.

    Der Fall Odenwaldschule wirft etliche Fragen auf:

    1. Der betroffene Leiter, der ein Missbrauchssystem von oben herab geschaffen hat, war Lebensgefährte des Pädagogen Hartmunt von Hentig. Wie weit war er ins System einbezogen?

    2. Es gab vielfältige übergreifende Kontakte zwischen den Spitzen der Reformpädagik (Hentig, Gerold Becker, Enja Riegel, Reinhard Kahl, Hans Brügelmann): gemeinsame Symposien, Bücher, Gremien, Arbeit an Lehrplänen, auch nachdem die Missbrauchsfälle bekannt wurden. Welche Schlüsse muss man für die Reformpädagogik ziehen? Gab es hier ein Vertuschungssystem? Oder zumindest eine gemeinsame Kultur des Wegschauens?

    3.Es gab pädagogische Initiativen, die selbstbestimmtes Lernen und selbstbestimmte Sexualität zugleich in den Fokus nahmen. Was hat das unter dem Licht der Missbrauchsfälle zu bedeuten?

    4. Absolventen der Schule forderten just zu dem Zeitpunkt, als dort ein Missbrauchssystem herrschte, die Straffreiheit für sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen. Hat das eine mit dem anderen zu tun?

    So beklagenswert die Vorgänge sind, so wenig überraschen sie. Die menschliche Natur hat sich seit der Steinzeit wenig verändert. Eine stärkere Kriminalisierung der einschlägigen Taten ist auch wegen der oft schwierigen Beweislage sehr problematisch; Ganz leicht können auch Unschuldige lebenslang ruiniert werden.

    Es ist ein wenig merkwürdig, dass gerade jetzt nach so vielen Jahren diese Themen hochkommen und eine Änderung der Verjährung im Strafrecht gefordert wird. Viel näher liegt die Verlängerung der Verjährung bei Vermögensstraftaten, die zur lebenlanger Verarmung der Opfer und Ausplünderung im volkswirtschaftlichen Maßstab geführt haben und führen, und die um und in der Finanzkrise weiterhin begangen werden - bisher ohne nennenswerte Konsequenzen bei Strafverfolgung und Gesetzgebung. Das ist der weitaus größere Skandal dieser Zeit!

    Man sollte nicht nach härteren Strafen rufen. Sind diese Personen denn nach den vielen Jahren noch eine Gefahr? Nicht nach Strafen sollten wir rufen, sondern nach Ursachen. WIr müssen us fragen, wann wir ein Mensch pädophil? Was passiert in dessen Psyche und welche Hilfe kann es geben um diese kriminellen Neigungen in den Griff zu bekommen? Es gibt bereits solche Programme und Therapien. Wir brauchen da Einfühlungsvermögen und Debatten. Ein Triebtäter wird ein Kind nicht weswegen nicht vergewaltigen weil die Strafe größer ist. Deswegennent man ihn ja Triebtäter.

    Ein solcher Mensch WIRD nicht pädophil er hat eine regressive oder nie entwickelte reife Sexualität. Geistig/bewusstseinstechnisch ein Kind.

  2. "Das war Teil der Kultur."

    Ähm, wo sind Sie denn, bitte, zur Schule gegangen? Ich kann mich nicht erinnern, dass das Schlagen von Schülern in den 70er Jahren noch gesellschaftlich akzeptiert war.

    "Jedenfalls scheint die momentane Reaktion wirklich etwas hysterisch"

    Seltsame Anmerkung angesichts folgender obiger Textpassage:

    "Ehemalige Schüler berichteten der Zeitung zufolge davon, wie sie von Lehrern regelmäßig durch das Streicheln der Genitalien geweckt, wie sie als "sexuelle Dienstleister" für ganze Wochenenden eingeteilt und zu Oralverkehr gezwungen wurden."

    Der Vorwurf der Hysterie hat eine lange, ungute Tradition bei der Verharmlosung von Gewalt. Schade, dass Sie glauben, darauf zurückgreifen zu müssen.

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    • joG
    • 06.03.2010 um 16:07 Uhr

    ....durch so prickelnde Sätze aufgeregt werden, aber ich verstehe trotzdem nicht, wieso sich die Wut auf die Kirchen entlädt. Die Gesamtzahlen der Misshandlungen sind in der Gesellschaft recht hoch und nicht besonders prävalent in kirchlichen Anstalten. Es scheint nach Zahlen ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht eines der Kirchen zu sein. Da wäre ein allgemeine Behandlung des Themas Zielführender, es sei den, man hat andere Motive als die Sache an sich.

    @jog: Weil Kirchen moral predigen, sich zum vormund der gesellschaft aufspielt. Weil kirche andere niedermacht, wenn sie homosexuell sind oder vorehelichen sex haben. Wenn soetwas scheinheiliges am ende kinder vergewaltigt, ist das ein riesen skandal. Dann gehört diese "moral" hinterfragt und die strukturen geprüft. Dazu kommt noch das jahrzehntelange verschweigen durch die kirch eselbt. Das ungestraft davonkommen lassne. bis heute sagt die kirche deutlich, dass sie verdachtsfälle nicht der polizei melden wird.

    Deswegen ist es gesellschaftlich schwerwiegender wenn in krichen mehrfach kinder misshandelt und vergewaltigt werden. Diese Menschen, die anderen Moral vorbeten, können sie selber nicht buchstabieren. Die Kirche muss isch ändern. Die Kirche muss die Ursachen suchen. Bishersehe ich nur ein ind ie Ecke gedrängtes tier welches um sich schnapt, anstatt selsbtkritisch zu hinterfragen, wie es sine konnte, dass ausgerechnet in kirchlichen einrichtungen derartiges passieren kann.
    ich hab da so meine theorien, und sehe mich in meienr deutlichen ablehnung zu jeder denkbaren kirche bestätigt.

    • joG
    • 06.03.2010 um 16:07 Uhr

    ....durch so prickelnde Sätze aufgeregt werden, aber ich verstehe trotzdem nicht, wieso sich die Wut auf die Kirchen entlädt. Die Gesamtzahlen der Misshandlungen sind in der Gesellschaft recht hoch und nicht besonders prävalent in kirchlichen Anstalten. Es scheint nach Zahlen ein gesamtgesellschaftliches Problem und nicht eines der Kirchen zu sein. Da wäre ein allgemeine Behandlung des Themas Zielführender, es sei den, man hat andere Motive als die Sache an sich.

    @jog: Weil Kirchen moral predigen, sich zum vormund der gesellschaft aufspielt. Weil kirche andere niedermacht, wenn sie homosexuell sind oder vorehelichen sex haben. Wenn soetwas scheinheiliges am ende kinder vergewaltigt, ist das ein riesen skandal. Dann gehört diese "moral" hinterfragt und die strukturen geprüft. Dazu kommt noch das jahrzehntelange verschweigen durch die kirch eselbt. Das ungestraft davonkommen lassne. bis heute sagt die kirche deutlich, dass sie verdachtsfälle nicht der polizei melden wird.

    Deswegen ist es gesellschaftlich schwerwiegender wenn in krichen mehrfach kinder misshandelt und vergewaltigt werden. Diese Menschen, die anderen Moral vorbeten, können sie selber nicht buchstabieren. Die Kirche muss isch ändern. Die Kirche muss die Ursachen suchen. Bishersehe ich nur ein ind ie Ecke gedrängtes tier welches um sich schnapt, anstatt selsbtkritisch zu hinterfragen, wie es sine konnte, dass ausgerechnet in kirchlichen einrichtungen derartiges passieren kann.
    ich hab da so meine theorien, und sehe mich in meienr deutlichen ablehnung zu jeder denkbaren kirche bestätigt.

  3. Es ist ziemlich naheliegend, warum die Bundesjustizministerin die Verlängerung der Verjährung ablehnt. Dann nämlich kämen massive Entschädigungsforderungen auf öffentliche Träger zu - sie könnte schon mal mit dem Finanzminister darüber beraten - So versucht sie einzweilen nach der Methode "Haltet den Dieb!" den Blick nur auf katholische Schulen zu wenden.

  4. Der Fall Odenwaldschule wirft etliche Fragen auf:

    1. Der betroffene Leiter, der ein Missbrauchssystem von oben herab geschaffen hat, war Lebensgefährte des Pädagogen Hartmunt von Hentig. Wie weit war er ins System einbezogen?

    2. Es gab vielfältige übergreifende Kontakte zwischen den Spitzen der Reformpädagik (Hentig, Gerold Becker, Enja Riegel, Reinhard Kahl, Hans Brügelmann): gemeinsame Symposien, Bücher, Gremien, Arbeit an Lehrplänen, auch nachdem die Missbrauchsfälle bekannt wurden. Welche Schlüsse muss man für die Reformpädagogik ziehen? Gab es hier ein Vertuschungssystem? Oder zumindest eine gemeinsame Kultur des Wegschauens?

    3.Es gab pädagogische Initiativen, die selbstbestimmtes Lernen und selbstbestimmte Sexualität zugleich in den Fokus nahmen. Was hat das unter dem Licht der Missbrauchsfälle zu bedeuten?

    4. Absolventen der Schule forderten just zu dem Zeitpunkt, als dort ein Missbrauchssystem herrschte, die Straffreiheit für sexuelle Kontakte zwischen Kindern und Erwachsenen. Hat das eine mit dem anderen zu tun?

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    • sudek
    • 07.03.2010 um 13:45 Uhr

    woher diese behauptete Detailkenntnis der Vorgänge? Um diesen Kommentar zu schreiben, muss man schon sehr nahe an der Schule (Eltern, SchülerIn, LehrerIn) gewesen sein.

    Ich halte die Reformpädagogik nach wie vor für ein hervorragendes Konzept.Und einen Zusammenhang zwischen den Taten des ehemaligen Schulleiters und dieser Pädagogik kann ich nicht erkennen, ist für mich unbewiesen und nur durch Fragen nahegelegt.

    Die Schule hat nie die Vorkommnisse, so weit sie ihr zur Kenntnis gebracht wurden, bestritten. Sie hat sich auch, so weit mir bekannt, intern bemüht, das Geschehene aufzuarbeiten

    • sudek
    • 07.03.2010 um 13:45 Uhr

    woher diese behauptete Detailkenntnis der Vorgänge? Um diesen Kommentar zu schreiben, muss man schon sehr nahe an der Schule (Eltern, SchülerIn, LehrerIn) gewesen sein.

    Ich halte die Reformpädagogik nach wie vor für ein hervorragendes Konzept.Und einen Zusammenhang zwischen den Taten des ehemaligen Schulleiters und dieser Pädagogik kann ich nicht erkennen, ist für mich unbewiesen und nur durch Fragen nahegelegt.

    Die Schule hat nie die Vorkommnisse, so weit sie ihr zur Kenntnis gebracht wurden, bestritten. Sie hat sich auch, so weit mir bekannt, intern bemüht, das Geschehene aufzuarbeiten

  5. Gut,dass die beschämenden und entwürdigenden Praktiken an das licht kommen, mit denen Verantwortliche Schutzbefohlene missbraucht haben und das beschränkt sich offensichtlich nicht auf den sexuellen Bereich.
    Jetzt wird offenbar, wie sehr die hölzernen Prinzipien der katholischen Ethik an den praktischen Herausforderungen scheitern.
    Die Schuld der missbrauchenden Geistlichen ist das eine. Die offenbar hoffnungslos schizophrene Spaltung zwischen Anspruch und Wirklichkeit lässt nun eine Not offenbaren, denen Menschen ganz selten gewachsen sind.
    Das Agieren von führenden Geistlichen reicht von hilflos bis anmaßend und zeigt das Bild einer Kirche, die reagiert, wie ein in die Enge getriebener Hund. In ihrem sicher reichen Erfahrungsschatz und den doch eindeutigen Aussagen der Bibel müsste mehr finden sein als Floskeln, allgemeine Prinzipien und Sanktionen.
    Nachdem der Damm gebrochen ist, überschwemmen uns täglich neue Nachrichten von Missbrauch und Misshandlungen und die Institution Kirche wird für ihre Glaubwürdigkeit einiges mehr tun müssen, als Schuldige zu markieren und die Wogen sich wieder glätten zu lassen.
    Die zum Teil theatralisch schäumende Empörung lässt Glaubwürdigkeit vermissen. Wer von den Priestern sich jetzt zu seinen Verfehlungen bekennt, ist den schreienden Zaungästen um einiges voraus.
    Lieben und geliebt werden kann den Opfern die Türen zu ihrem Wert öffnen. Ohne sich dessen bewusst zu sein, haben sie mit dem Aushalten reapektable Größe gezeigt.

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    dass der aktuellste Fall, der Gegenstand des hier zu diskutierenden Artikels ist, nämlich die reformpädagigisch orientierte "Odenwaldschule", mit der Katholischen Kirche und den - vermeintlich - "hölzernen Prinzipien der katholischen Ethik - nichts zu tun hat.

    Dieser Fall ist natürlich kein die Kirche in dem Sinn entlastendes Argument, als man nun etwa darauf verweisen könnte, was "bei den anderen" auch im Argen liege, Ihr Kommentar belegt aber doch ein Problem, für das auch die Pressebereichterstattung (auch der "Zeit") in den letzten Wochen zweifellos mitverantwortlich ist: die automatische Gleichsetzung von sexuellem Missbrauch mit der Katholischen Kirche.

    Die Odenwaldschule scheint aber keine katholische Schule zu sein, was die ganze Zölibatstheorie stark ins Wanken bringt und die öffentliche Diskussion doch mal wieder eher als Problemabwälzung erscheinen lässt. Der rote Faden der sich meiner Meinung nach durch die Missbrauchsfälle zieht ist die Tatsache, dass die vermeintlichen Refugien vor der gefährlichen Außenwelt schlicht rechtsfreie Räume sind.
    Falls man doch wieder im großen Argumentieren will, scheint mir eine psychologische Erklärung am besten. Wenn man an das psychologische Experiment denkt (auf das auch der Film "das Experiment" abzielt), dass eine Gruppe zufällig in Wärter und Gefangene unterteilt und sich dann mit wagen Regeln selbst überlässt und in absurder Gewalt endet, bekommt man vielleicht eine Ahnung was partielle, aber uneingeschränkte Macht ermöglicht: Die schlimmsten und vielleicht bisher unterdrückten Seiten der Menschen kommen zum Vorschein. Ja, auch nur so eine Theorie. Sinnvoller als das Problem "in der Kirche" zu suchen kommt mir das aber trotzdem vor

    dass der aktuellste Fall, der Gegenstand des hier zu diskutierenden Artikels ist, nämlich die reformpädagigisch orientierte "Odenwaldschule", mit der Katholischen Kirche und den - vermeintlich - "hölzernen Prinzipien der katholischen Ethik - nichts zu tun hat.

    Dieser Fall ist natürlich kein die Kirche in dem Sinn entlastendes Argument, als man nun etwa darauf verweisen könnte, was "bei den anderen" auch im Argen liege, Ihr Kommentar belegt aber doch ein Problem, für das auch die Pressebereichterstattung (auch der "Zeit") in den letzten Wochen zweifellos mitverantwortlich ist: die automatische Gleichsetzung von sexuellem Missbrauch mit der Katholischen Kirche.

    Die Odenwaldschule scheint aber keine katholische Schule zu sein, was die ganze Zölibatstheorie stark ins Wanken bringt und die öffentliche Diskussion doch mal wieder eher als Problemabwälzung erscheinen lässt. Der rote Faden der sich meiner Meinung nach durch die Missbrauchsfälle zieht ist die Tatsache, dass die vermeintlichen Refugien vor der gefährlichen Außenwelt schlicht rechtsfreie Räume sind.
    Falls man doch wieder im großen Argumentieren will, scheint mir eine psychologische Erklärung am besten. Wenn man an das psychologische Experiment denkt (auf das auch der Film "das Experiment" abzielt), dass eine Gruppe zufällig in Wärter und Gefangene unterteilt und sich dann mit wagen Regeln selbst überlässt und in absurder Gewalt endet, bekommt man vielleicht eine Ahnung was partielle, aber uneingeschränkte Macht ermöglicht: Die schlimmsten und vielleicht bisher unterdrückten Seiten der Menschen kommen zum Vorschein. Ja, auch nur so eine Theorie. Sinnvoller als das Problem "in der Kirche" zu suchen kommt mir das aber trotzdem vor

  6. So beklagenswert die Vorgänge sind, so wenig überraschen sie. Die menschliche Natur hat sich seit der Steinzeit wenig verändert. Eine stärkere Kriminalisierung der einschlägigen Taten ist auch wegen der oft schwierigen Beweislage sehr problematisch; Ganz leicht können auch Unschuldige lebenslang ruiniert werden.

    Es ist ein wenig merkwürdig, dass gerade jetzt nach so vielen Jahren diese Themen hochkommen und eine Änderung der Verjährung im Strafrecht gefordert wird. Viel näher liegt die Verlängerung der Verjährung bei Vermögensstraftaten, die zur lebenlanger Verarmung der Opfer und Ausplünderung im volkswirtschaftlichen Maßstab geführt haben und führen, und die um und in der Finanzkrise weiterhin begangen werden - bisher ohne nennenswerte Konsequenzen bei Strafverfolgung und Gesetzgebung. Das ist der weitaus größere Skandal dieser Zeit!

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    "Eine stärkere Kriminalisierung der einschlägigen Taten ist auch wegen der oft schwierigen Beweislage sehr problematisch"

    Das sollte man doch bitte den Staatsanwälten und Gerichten überlassen.

    Im vorliegenden Fall scheint es sich ja um ein "System" der Gewalttätigkeit zu handeln, das sehr gut juristisch zu verifizieren wäre.

    "Es ist ein wenig merkwürdig, dass gerade jetzt nach so vielen Jahren diese Themen hochkommen und eine Änderung der Verjährung im Strafrecht gefordert"

    Nö, ist es überhaupt nicht. Die Gesellschaft ist endlich bereit, genauer hinzuschauen und Gewalt nicht mehr so zu verharmlosen, wie bisher üblich.

    Zudem hat sich die medizinisch-psychologische Forschung in den letzten Jahren weiterentwickelt und ein vertieftes Verständnis von psychischen Traumata entwickelt, so dass die Opfer nicht mehr so leicht mit "alles nur Einbildung", "alles nicht so schlimm" abgebügelt werden können.

    "Viel näher liegt die Verlängerung der Verjährung bei Vermögensstraftaten, die zur lebenlanger Verarmung der Opfer (...) geführt haben"

    Nun ja, falls es sie beruhigt: Viele Opfer sexualisierter und / oder körperlicher Gewalt sind so schwer geschädigt, dass sie nicht mehr oder uur noch eingeschränkt arbeitsfähig sind und ebenfalls verarmen.

    Gönnen Sie sich doch am Wochenende bei einer schönen Tasse Tee eine Internet-Recherche zum Thema "Posttraumatische Belastungsstörung".

    Oder war Ihr Beitrag als Satire gemeint?

    "Eine stärkere Kriminalisierung der einschlägigen Taten ist auch wegen der oft schwierigen Beweislage sehr problematisch"

    Das sollte man doch bitte den Staatsanwälten und Gerichten überlassen.

    Im vorliegenden Fall scheint es sich ja um ein "System" der Gewalttätigkeit zu handeln, das sehr gut juristisch zu verifizieren wäre.

    "Es ist ein wenig merkwürdig, dass gerade jetzt nach so vielen Jahren diese Themen hochkommen und eine Änderung der Verjährung im Strafrecht gefordert"

    Nö, ist es überhaupt nicht. Die Gesellschaft ist endlich bereit, genauer hinzuschauen und Gewalt nicht mehr so zu verharmlosen, wie bisher üblich.

    Zudem hat sich die medizinisch-psychologische Forschung in den letzten Jahren weiterentwickelt und ein vertieftes Verständnis von psychischen Traumata entwickelt, so dass die Opfer nicht mehr so leicht mit "alles nur Einbildung", "alles nicht so schlimm" abgebügelt werden können.

    "Viel näher liegt die Verlängerung der Verjährung bei Vermögensstraftaten, die zur lebenlanger Verarmung der Opfer (...) geführt haben"

    Nun ja, falls es sie beruhigt: Viele Opfer sexualisierter und / oder körperlicher Gewalt sind so schwer geschädigt, dass sie nicht mehr oder uur noch eingeschränkt arbeitsfähig sind und ebenfalls verarmen.

    Gönnen Sie sich doch am Wochenende bei einer schönen Tasse Tee eine Internet-Recherche zum Thema "Posttraumatische Belastungsstörung".

    Oder war Ihr Beitrag als Satire gemeint?

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