Anschläge in Moskau Eine Stadt unter Schock
Panik, Weinkrämpfe und Drohungen: Die Anschläge in der Moskauer Metro verstören die Menschen. Die Behörden rechnen damit, dass die Zahl der Toten weiter steigt.
Die Anschläge auf die Moskauer U-Bahn haben den Terror zurück nach Moskau gebracht. Durch die Explosionen zweier Sprengsätze in der Metro kamen mindestens 37 Menschen ums Leben, mehr als 60 weitere wurden verletzt. Die Behörden erwarten, dass die Zahl der Toten weiter steigt, da mindestens 30 Menschen sehr schwere Verletzungen erlitten.
Die erste Bombe zerriss kurz vor 8.00 Uhr Ortszeit einen voll besetzen U-Bahn-Wagen an der Station Lubjanka im Zentrum Moskaus, nur wenige Meter entfernt vom Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Rund 40 Minuten später detonierte ein zweiter Sprengsatz in einem wartenden Zug am Bahnhof Park Kulturi unweit des beliebten Gorki Parks. Meldungen, wonach Sicherheitskräfte in der Stationen eine weitere Bombe entschärften, bestätigten sich nicht.
"Ich war in der Mitte der Bahn, als ich plötzlich im ersten oder zweiten Wagen eine laute Explosion hörte", berichtete ein Augenzeuge. "Ich habe die Erschütterung in meinem ganzen Körper gespürt. Die Menschen haben höllisch geschrien. Nach etwa zwei Minuten war alles in Rauch gehüllt." Ein anderer Zeuge sagt: "An den Türen stolperten alle Menschen übereinander. Ich habe eine Frau mit einem Kind auf dem Arm gesehen. Sie hat darum gefleht, durchgelassen zu werden, aber es war unmöglich."
FSB-Chef Alexander Bortnikow sagte, die Sprengsätze seien mit Schrauben und Eisenteilchen gefüllt gewesen. Die Ermittler vermuten, dass die Bomben per Telefonanruf gezündet wurden.
Überwachungskameras an der Station Lubjanka zeigten leblose Körper auf dem Boden. Sanitäter beugten sich über die Opfer. Schnell breitete sich Panik aus, als die Überlebenden versuchten, sich im dichten Qualm den Weg nach draußen zu bahnen. Rettungskräfte sperrten die Anschlagsorte ab, um Schaulustige fernzuhalten. Rettungshubschrauber landeten an den U-Bahn-Ausgängen, um die Verletzten schnell zu versorgen.
Auf den Straßen rund um die Bahnhöfe machte sich Panik breit. Völlig verstört stolperten die Menschen aus den Metro-Schächten, viele von ihnen brachen in Tränen aus. "Ich werde jemanden umbringen", schrie ein junger Mann wie von Sinnen, dessen Freundin verletzt wurde. "Einen Tadschiken, einen Aserbajdschaner, völlig egal, das ist doch alles dasselbe." Kurz bevor Polizisten ihn abführten, drohte der Mann: "Jetzt beginnt der Krieg."
Auch die russische Regierung machte islamistische Gruppen aus dem Nordkaukasus für die Anschläge verantwortlich und drohte mit harten Konsequenzen. Präsident Dmitrij Medwedjew kündigte eine Fortsetzung des "Kriegs gegen den Terror" an, Ministerpräsident Wladimir Putin zeigte sich überzeugt, die Terroristen würden "vernichtet".
Ein Bekennerschreiben liegt freilich noch nicht vor. Der russische Geheimdienst teilte jedoch mit, die Spur der Täter führe in den Nordkaukasus. Laut FSB-Chef Bortnikow hätten Forensik-Experten die sterblichen Überreste zweier Selbstmordattentäterinnen sichergestellt. In der Vergangenheit hatten wiederholt Witwen und Schwestern getöteter muslimischer Extremisten aus dem Kaukasus – sogenannte schwarze Witwen – Anschläge verübt.
Medwedjew ordnete für das ganze Land verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an. Auf allen Transportstrecken und an den Flughäfen der russischen Hauptstadt wurden die Einsatzkräfte
in Alarmbereitschaft versetzt. Die rote Metro-Linie wurde gut acht Stunden nach den Anschlägen bis auf die beiden getroffenen Stationen wieder bedient.
Seit Februar 2004 gab es keinen derart verheerenden Anschlag in Moskau. Damals starben mindestens 39 Menschen, als sich ein Selbstmordattentäter in der Metro in die Luft sprengte. Zwei Jahre zuvor hatten tschetschenische Rebellen das Moskauer Musical-Theater gestürmt und rund 800 Zuschauer und Schauspieler als Geiseln genommen. Drei Tage später beendeten russische Spezialeinheiten das Geiseldrama mit Gewalt. 130 Menschen wurden getötet, die meisten durch den Einsatz von Giftgas während der Befreiungsaktion.
Die russischen Behörden versuchen seit Langem vergeblich, die Konflikte im muslimisch geprägten Nordkaukasus an der Grenze zu Georgien und Aserbajdschan unter Kontrolle zu bringen. Die Gewalt konzentriert sich auf Dagestan und Inguschetien, doch auch Tschetschenien ist nicht zur Ruhe gekommen.
Im Februar hatte Rebellen-Anführer Doku Umarow im Internet angekündigt, den "Krieg in die russischen Städte" zu tragen. Umarow will im Nordkaukasus einen islamischen Staat errichten und hatte sich bereits zu dem Anschlag auf den Newski-Express bekannt. Der Schnellzug war Ende November auf dem Weg von Moskau nach St. Petersburg durch eine Explosion entgleist. Dabei wurden 28 Menschen getötet.
- Datum 29.03.2010 - 19:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
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Der Beitrag enthaelt eine missverstaendliche Information. Im letzten Satz heisst es, die meisten Opfer der Geiselnahme im Musical-Theater in 2002 seien durch "Giftgas" gestorben. In Wirklichkeit haben die russischen Sicherheitskraefte eine Betaeubungssubstanz eingesetzt. Tatsaechlich erwies sie sich in vielen Faellen als toedlich. Dies rechtfertigt es aber nicht, von "Giftgas" zu sprechen. Denn bei Giftgasen handelt es sich um Substanzen, die gezielt Vergiftungen (bis hin zu toedlichen) hervorrufen sollen. Hier handelte es sich aber um eine in einigen Faellen toedlich wirkende Betaeubungssubstanz. Es mag sein, dass ihr Einsatz unter gegebenen Umstaenden fahrlaessig war. Aber es lag kein Vorsatz vor, Terroristen samt Geiseln zu vergiften. Das ist doch ein Unterschied, der durch die Wortwahl verwischt zu werden scheint.
dass man durch harmloses Gas mehr als 100 Leute tötet, ist wohl kaum fahrlässig, hier wurde der Tod vieler Geiseln willentlich einkalkuliert. Das war ein Wink mit dem Zaun in Richtung Terroristen/Freiheitskämpfer.
dass man durch harmloses Gas mehr als 100 Leute tötet, ist wohl kaum fahrlässig, hier wurde der Tod vieler Geiseln willentlich einkalkuliert. Das war ein Wink mit dem Zaun in Richtung Terroristen/Freiheitskämpfer.
dass man durch harmloses Gas mehr als 100 Leute tötet, ist wohl kaum fahrlässig, hier wurde der Tod vieler Geiseln willentlich einkalkuliert. Das war ein Wink mit dem Zaun in Richtung Terroristen/Freiheitskämpfer.
Entfernt. Verzichten Sie auf geschmacklose Spekulationen. Die Redaktion/sh
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Die vielen Opfer der Anschläge sind ein zweifellos dramatischer und zutiefst trauriger Umstand. auch Ihre Wut ist zu begreifen. Doch sollte nicht einmal aufrichtige Ursachenforschung betrieben werden? Sofort werden wieder Islamisten als die Schuldigen präsentiert. Woher kommt Ihr Hass, Ihre Wut. Schlägt hier nicht nur die agressive Politik Russlands auf eigen Volk zurück. Gleiches liese sich selbstredend auch über die USA sagen.
Wenn Mörder 40 Menschen töteten, dann ist das kein "dramatischer und zutiefst trauriger Umstand."
Das ist ein Verbrechen.
Was haben Sie für eine Erziehung genossen, die so eine falsche Sprache hervorbringt?
"Ihr lebt in einem Gewächshaus", Schirinowski vor dem Europarat,
http://www.youtube.com/wa...
Ein bisschen hat er eben Recht. Über Russland gibt es einige Missverständnisse. Wenn wir ein potentielles islamisches Emirat in den Alpen hätten sähe unsere Gesellschaft ganz anders aus. Über Wehrdienst würde gar nicht diskutiert, das wäre selbstverständlich.
Russland ist heute eine recht kluge Anpassung an Realitäten von denen man hier keinen Schimmer hat. Wie zB auch daß es sich um einen Vielvölkerstaat handelt.
Wenn Mörder 40 Menschen töteten, dann ist das kein "dramatischer und zutiefst trauriger Umstand."
Das ist ein Verbrechen.
Was haben Sie für eine Erziehung genossen, die so eine falsche Sprache hervorbringt?
"Ihr lebt in einem Gewächshaus", Schirinowski vor dem Europarat,
http://www.youtube.com/wa...
Ein bisschen hat er eben Recht. Über Russland gibt es einige Missverständnisse. Wenn wir ein potentielles islamisches Emirat in den Alpen hätten sähe unsere Gesellschaft ganz anders aus. Über Wehrdienst würde gar nicht diskutiert, das wäre selbstverständlich.
Russland ist heute eine recht kluge Anpassung an Realitäten von denen man hier keinen Schimmer hat. Wie zB auch daß es sich um einen Vielvölkerstaat handelt.
Wenn Mörder 40 Menschen töteten, dann ist das kein "dramatischer und zutiefst trauriger Umstand."
Das ist ein Verbrechen.
Was haben Sie für eine Erziehung genossen, die so eine falsche Sprache hervorbringt?
spacerunnernx, wieso schlägt die Politik Russlands aufs eigene Volk zurück? Russland hat erst vor kurzem die Strategie im Nord-Kaukasus gewechselt. Seit Anfang des Jahres ist das ganze Krisengebiet eine Föderalregion und wird erstmals von einem Politiker und nicht von einem General des Militärs oder der Polizei geleitet!
"Ihr lebt in einem Gewächshaus", Schirinowski vor dem Europarat,
http://www.youtube.com/wa...
Ein bisschen hat er eben Recht. Über Russland gibt es einige Missverständnisse. Wenn wir ein potentielles islamisches Emirat in den Alpen hätten sähe unsere Gesellschaft ganz anders aus. Über Wehrdienst würde gar nicht diskutiert, das wäre selbstverständlich.
Russland ist heute eine recht kluge Anpassung an Realitäten von denen man hier keinen Schimmer hat. Wie zB auch daß es sich um einen Vielvölkerstaat handelt.
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