Streit um Palmöl Nestlé lenkt nach Greenpeace-Kritik ein
Nach heftiger Kritik wechselt Nestlé seinen Lieferanten für Palmöl. Greenpeace hatte dem Unternehmen vorgeworfen, es trage zu Abholzung der indonesischen Regenwälder bei.
Nach Kritik der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat der Lebensmittelkonzern Nestlé seine Zusammenarbeit mit dem umstrittenen indonesischen Palmöl-Produzenten Sinar Mas aufgekündigt. Nestlé teilte mit, es habe Sinar Mas durch einen anderen Palmöl-Hersteller ersetzt.
Der Lebensmittelkonzern Nestlé trägt laut Greenpeace mit der Produktion von palmölhaltigen Schokoriegeln wie Kitkat zur Zerstörung des indonesischen Urwalds bei. Durch die Rodung des Urwalds zugunsten von Ölpalmplantagen werde die Lebensgrundlage der bedrohten Orang-Utans vernichtet, heißt es in einem Greenpeace-Bericht. Palmöl wird etwa bei der Herstellung von Schokoriegeln oder Keksen genutzt. "Jeder Biss in einen Kitkat-Riegel zerstört das Leben der letzten Orang-Utans ein bisschen mehr", sagte die Waldexpertin der Umweltschutzorganisation, Corinna Hölzel.
Der umstrittene Lieferant, der indonesische Hersteller Sinar Mas, verletze internationale Standards und indonesisches Recht, er sei an Landkonflikten beteiligt und rode wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten. Allein Nestlé, der größte Nahrungsmittel- und Getränkehersteller der Welt, habe seinen Bedarf an Palmöl in den letzten drei Jahren auf 320.000 Tonnen verdoppelt.
Als Reaktion auf die illegalen Machenschaften von Sinar Mas hatten die Lebensmittelfirmen Unilever und Kraft laut Greenpeace bereits ihre Verträge mit den Indonesiern gekündigt. "Während andere Firmen handeln, weigert sich Nestlé, seine Verantwortung wahrzunehmen und seine Geschäfte mit dem größten Urwald- und Klimakiller Indonesiens zu stoppen", hatte Hölzel gesagt.
Der Direktor der Sinar-Mas-Tochterfirma Smart, Daud Dharsono, sagte, sein Unternehmen sei zum Dialog mit Greenpeace bereit. Smart beachte die Regeln zum nachhaltigen Anbau von Ölpalmen, versicherte der Manager.
- Datum 18.03.2010 - 16:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP
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Ich finde es toll, mal wieder eine gute Nachricht aus dem Umweltbereich zu lesen. Es freut mich sehr, dass der Druck von NGOs immer öfter zu einem Umdenken im Handeln von Konzernen führt. Ich hoffe nur, dass Nestlé mittelfristig vollkommen auf die Nutzung von Palmöl verzichtet.
Der Fall Nestlé trägt hoffentlich auch dazu bei, Umweltschützer in ihrer Arbeit zu bestärken, die wahrscheinlich mit dem Versagen von Kopenhagen einen gewaltigen Dämpfer erfahren musste.
Nur Mut. Weiter so!
Dieser Sieg ist nur einer, wenn nun das produzierte Palmöl nicht zu Treibstoff gemacht wird. Die europäische Richtlinie, die für 2020 20% Biotreibstoff im Benzin und Diesel vorsieht, zwingt Europa dazu im Ausland Pflanzenöl zu kaufen. Die Hersteller werden auf die Natur keine Rücksicht nehmen, wenn sie weiter Abnehmer finden. Europa muß seine Grenzen für solches Palmöl schließen.
Noch besser wäre es überhaupt kein Öl aus Urwaldregionen zu importieren. Die CO2-Bilanz ist negativ, denn beim Roden des Urwaldes wird so viel CO2 freigesetzt, dass die Pflanzen 60-80 Jahre brauchen um es wieder einzusammeln.
Nur die Produktion von Biotreibstoff auf heute nicht bewachsenen Flächen wird wirklich zu einer Verringerung des CO2-Gehaltes der Luft beitragen, denn die Palmen oder Jatropha-Büsche binden in ihrer Biomasse etwa 12 kg CO2 pro erzeugtem Liter Öl. Das bleibt dann als Holz stehen, bis der Baum nach mehr als 60 Jahren gefällt wird.
Auf 10% der weltweiten Wüstenflächen kann man so viel Pflanzenöl erzeugen, wie jährlich gebraucht wird, 3600 Milliarden Tonnen. Das würde das fossile Öl CO2-neutral ersetzen und gleichzeitig würden die Pflanzen 1,5 mal so viel CO2 einsammeln, wie heute jährlich durch Verbrennen fossilen Öls und Kohle und durch Urwaldrodung frei wird, 1,5 * 30 Milliarden Tonnen CO2.
Details dazu in folgender Veröffentlichung:
http://thet.uni-paderborn... des Weltklimas durch Oelpflanzenanbau in der Wueste_091001.pdf
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