Missbrauchsskandal Vatikan sieht Kampagne gegen Papst

Noch immer schweigt Benedikt XVI. zum Missbrauchsskandal, auch in seinem früheren Erzbistum. Die Kurie in Rom sieht hinter den Vorwürfen indes einen persönlichen Angriff.

Rückt immer mehr selbst in den Fokus der Kritik: Papst Benedikt XVI.

Rückt immer mehr selbst in den Fokus der Kritik: Papst Benedikt XVI.

Während die Politik über Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal diskutiert, der nicht nur die katholische Kirche betrifft, sieht sich diese einer Kampagne ausgesetzt. Insbesondere ihr Oberhaupt, Papst Benedikt XVI. müsse sich gegen schwere persönliche Angriffe erwehren. "Es ist offensichtlich, dass in den vergangenen Tagen einige mit einer gewissen Verbissenheit in Regensburg und München nach Elementen gesucht haben, um den Heiligen Vater persönlich in die Missbrauchsfrage hineinzuziehen", sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. "Für jeden objektiven Beobachter ist klar, dass diese Versuche fehlgeschlagen sind", fügte er hinzu.

Grund für die Debatte bis hin zur Kurie in Rom ist ein neuer Missbrauchsfall im Erzbistum München und Freising. Dieses hatte am Freitag bestätigt, dass unter Mitwirkung des damaligen Erzbischofs Joseph Ratzinger ein pädophiler Priester nach München versetzt wurde, der sich Jahre später erneut an Minderjährigen sexuell verging. Der Geistliche habe eine Therapie machen sollen, sei aber stattdessen direkt in der Gemeindearbeit eingesetzt worden. Das Erzbistum sprach von einem schweren Fehler, für den der damalige Generalvikar Gerhard Gruber in der Erklärung die Verantwortung übernahm und sich bei den Opfern entschuldigte.

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Ratzingers Nachfolger, Erzbischof Reinhard Marx, sagte eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle zu. Die Täter müssten sich ihrer Verantwortung stellen, sagte er der Bild am Sonntag. "Den Opfern soll Gerechtigkeit widerfahren. Wir sehen uns darin von Papst Benedikt XVI. bestärkt." Gemeinsam mit anderen Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen wolle man sich zudem der Aufgabe stellen, Missbrauch zu verhindern, die Prävention zu verstärken und die Sorge um das Wohl der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu stellen.

Den Reformern geht dies aber nicht weit genug. Sie fordern eine Entschuldigung vom Pontifex selbst. "Wir sind enttäuscht, dass der Papst bisher kein mitfühlendes Wort für eine Bitte um Vergebung und Versöhnung gefunden hat", sagte der Sprecher der Reformbewegung "Wir sind Kirche", Christian Weisner. Es reiche nicht aus, dass der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nach einer Papst-Audienz – so wie am Freitag – nur berichte, dass das Oberhaupt der Kirche erschüttert sei.

Weisner widersprach auch der Ansicht des Münchner Erzbistums, wonach der frühere Generalvikar Gerhard Gruber die "volle Verantwortung" in diesem Fall trage. Die letzte Verantwortung habe bei Ratzinger gelegen – wegen des "hierarchischen Prinzips" in der Kirche, meint die Gläubigen-Organisation. Dagegen sagte ein Sprecher des Erzbistums München und Freising: "Üblicherweise geht in so einem Fall natürlich eine Notiz an das Sekretariat des Erzbischofs, aber man kann bei mehreren hundert Priestern nicht davon ausgehen, dass er jeden Beschluss im Einzelnen noch einmal zur Kenntnis nimmt."

Unterstützung bekam Papst Benedikt XVI. dagegen vom Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. "Ich persönlich sehe da keinen weiteren Aufklärungsbedarf", sagte er im Deutschlandfunk. Dafür stellte er in der Süddeutschen Zeitung die Zölibatspflicht für Priester infrage. Eine Lockerung des Eheverbots sei "ein Weg". Die Kirche müsse "Konsequenzen struktureller Art ziehen und dabei reflektieren, ob es kirchenspezifische Bedingungen gibt, die den Missbrauch begünstigten." Auch der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke plädierte für ein Nachdenken über die Zölibatspflicht.

Unterdessen sieht sich Papst-Bruder Georg Ratzinger mit neuen Details aus seiner Zeit bei den Regensburger Domspatzen konfrontiert. Der Spiegel berichtete, Missbrauch bei den weltbekannten Regensburger Domspatzen, die Ratzinger von 1964 bis 1994 leitete, habe es bis in die neunziger Jahre hinein gegeben. Bisher ging es dort um Vorwürfe aus den fünfziger und sechziger Jahren. Ein Ex-Schüler sagte, er sei in dem Internat bis 1992 von älteren Schülern vergewaltigt worden. In der Wohnung eines Präfekten sei es zu Verkehr zwischen Schülern gekommen. Georg Ratzinger habe er als "extrem cholerisch und jähzornig" erlebt. Vor ein paar Tagen hatte Georg Ratzinger gesagt, von sexuellem Missbrauch nichts mitbekommen zu haben. Er bereute, früher geschlagen zu haben.

Telefonberatung

Telefonberatungen

Die TelefonSeelsorge ist eine gebührenfreie Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist – anonym. Die bereitstehenden Gesprächspartner geben vertraulichen Rat bei einer Vielzahl von Problemen – auch bei sexuellem Missbrauch. Die TelefonSeelsorge ist unter (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222 zu erreichen.

Ein ähnliches Angebot bieten die Kinder- und Jugendtelefone unter der Nummer (0800) 111 0 333, allerdings nur von Montag bis Freitag, 15.00 - 19.00 Uhr.

Auch die Katholische Kirche hat eine Telefonhotline eingerichtet. Die Berater sind von dienstags, mittwochs und donnerstags von 13.00 bis 20.30 Uhr zu erreichen. Auf der Website www.hilfe-missbrauch.de bietet die Kirche außerdem eine Online-Beratung an.

Anlaufstellen

Anlaufstellen für Kinder und Eltern

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinderschutz-Zentren und der Wildwasser e.V.  bieten Hilfe für Betroffene sexuellen Missbrauchs und ihre Angehörigen. Die Vereine betreiben eine Vielzahl von Anlaufstellen in ganz Deutschland. Vor Ort helfen sie Betroffenen mit Beratung und psychologischer Unterstützung.

Beratung für Männer, die in ihrer Jugend misshandelt wurden

Der Verein Tauwetter e.V. bietet Beratung und Hilfe für Männer, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuell missbraucht wurden. Mit einer großen Bandbreite von Angeboten geht der Verein auf die spezielle Situation der Betroffenen ein. Für erste Fragen und Terminabsprache ist der Verein telefonisch erreichbar unter: (030) 693 80 07 dienstags 17.00 - 18.00 Uhr und donnerstags 17.00 - 19.00 Uhr).

Beratung für Frauen, die in ihrer Jugend misshandelt wurden

Die Organisation Terre des Femmes sowie der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe wenden sich an Frauen, die in ihrer Jugend oder Kindheit sexuell missbraucht wurden. 

Unter (07071) 79730 bietet Terre des Femmes zwischen 10.00-13.00 Uhr telefonische Beratung an. Auf der Website des Bundesverbands gibt es eine Übersicht von Frauenberatungsangeboten in vielen deutschen Städten.

Beratungsangebote der evangelischen Kirche

Das evangelische Hilfswerk Diakonie bietet Beratung und Hilfe im Falle sexuellen Missbrauchs an. Der angegliederte KOBRA e.V. mit Sitz in Stuttgart hilft Kindern und Jugendlichen bei sexueller Gewalt. Der Verein ist unter (0711) 162970 oder per E-Mail (beratungsstelle@kobra-ev.de) erreichbar. Darüber hinaus organisiert die Beratungsstelle Projekte zur Missbrauchsprävention.

Beratungsangebote der katholischen Kirche

Die katholische Kirche bietet Hilfe für Opfer von sexuellem Missbrauch im Rahmen ihrer Bundeskonferenz der Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Dort findet sich das bundesweite Verzeichnis aller Beratungsstellen. Darüber hinaus bietet diese Liste einen Überblick über alle Ansprechpartner für Betroffene in den 27 deutschen Bistümern.

Prävention

Missbrauchsprävention

Die deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. ist ein Zusammenschluss von über 800 Personen und Institutionen. Der Verein versucht durch Aufklärung Missbrauch zu verhindern. Für den Verein sind Mitglieder aus Medizin, Pädagogik, Polizei, Psychologie, Sozialarbeit und Wissenschafttätig.

Täterhilfe

Hilfe für Täter und potenzielle Täter

Das "Kein-Täter-werden"-Projekt der Berliner Charité bietet Beratung und Hilfe für Menschen mit auf Kinder und Jugendliche gerichtete sexuelle Fantasien.

Telefonisch unter (030) 450 529 529, per E-Mail (praevention-online@charite.de) oder über das Kontaktformular auf der Website können sich Betroffene anonym melden und sich für das Projekt anmelden .

Unterdessen wurde bekannt, dass der Vatikan seit 2001 von rund 3000 Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche aus den vergangenen 50 Jahren erfahren hat. Das sagte ein Vertreter der päpstlichen Glaubenskongregation, Charles Scicluna, der italienischen Bischofszeitung Avvenire. In rund 60 Prozent der Fälle sei es um gleichgeschlechtliche Kontakte gegangen. Bei 30 Prozent der Beschwerden handelt es sich demnach um heterosexuelle Kontakte und in nur zehn Prozent der Fälle um pädophile Übergriffe Geistlicher.

Insgesamt seien in neun Jahren 300 von 400.000 Priestern weltweit der Pädophilie bezichtigt worden. Gegen 60 Prozent der Betroffenen strengte die Kirche seinen Angaben zufolge keine Prozesse, sondern lediglich disziplinarische Maßnahmen an. Der Grund war laut Scicluna meistens das "fortgeschrittene Alter" der Beschuldigten.

Mit Spannung erwarten viele Gläubige an diesem Sonntag die Rede des Papstes beim traditionellen Angelus-Gebet am Ende der Messe in Rom. Dabei schneidet das Kirchenoberhaupt der Katholiken immer wieder auch politische und aktuelle Probleme an. Damit könnte sich Benedikt XVI. erstmals direkt zu dem Missbrauchsskandal in Deutschland zu äußern.

 
Leser-Kommentare
  1. Vorhin noch 404 - Seite nicht gefunden, dann erwähn ich das in einem Kommentar und 5 Minuten später funktioniert der Artikel wieder. Lob an die Redaktion.

    Zum Thema: Ratzinger hat sich auch schon damals hinter Bischof Krenn gestellt, der den Skandal um Kinderpornographie und Missbrauch am Priesterseminar recht verharmlost hatte und vermutlich selbst drin verstrickt war. Er vergibt holocaustleugnenden Bischöfen, lässt pädophile Priester wegen ihres hohen Alters entschuldigen und predigt in Afrika weiter gegen Kondome. Und währenddessen kämpfen manche Kinder von Priestern immer noch erfolglos darum, Unterhalt oder Erbe von ihrem Vater zu bekommen, werden Frauen, die sich verbotenerweise zu Priesterinnen weihen lassen exkommuniziert und hochintelligente Theologen wie Küng und Drewermann von der Kirche ausgeschlossen, nur weil sie die jungfräulichkeit Marias hinterfragen.
    Wem sollte man zuerst vergeben, jemanden, der den Holocaust leugnet oder jemanden, der die Jungfräulichkeit Marias anzweifelt? Jemanden, der Kinder missbraucht, oder jemanden, der ein Kind gezeugt hat?
    Und da ist der Punkt wo ich wirklich jegliche Rechtfertigungen und Verteidigungen der Kirche nicht mehr verstehen kann.

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    • Lapje
    • 14.03.2010 um 12:09 Uhr

    "Und währenddessen kämpfen manche Kinder von Priestern immer noch erfolglos darum, Unterhalt oder Erbe von ihrem Vater zu bekommen..."

    Sie haben - vielleicht auch ungewollt - den Sinn des Zöllibats erkannt...

    • Lapje
    • 14.03.2010 um 12:09 Uhr

    "Und währenddessen kämpfen manche Kinder von Priestern immer noch erfolglos darum, Unterhalt oder Erbe von ihrem Vater zu bekommen..."

    Sie haben - vielleicht auch ungewollt - den Sinn des Zöllibats erkannt...

  2. "Wir sind enttäuscht, dass der Papst bisher kein mitfühlendes Wort für eine Bitte um Vergebung und Versöhnung gefunden hat"

    Ich möchte von niemanden - egal ob Kirchenvertreter, nicht-kirchliche Schulleitungen oder Politiker - mehr die Begriffe "tiefe Erschütterung" oder "große Betroffenheit" hören.

    Der Papst war bereits bei dem Treffen mit Missbrauchsopfern in den USA vor längerer Zeit "tief erschüttert".

    Was man sich doch gewünscht hätte: Der Papst setzt sich ins Flugzeug, reist nach Ettal oder Berlin und nimmt sich einen Tag Zeit, um mit den Opfern zu sprechen. Und zwar nur mit den Opfern. Das wäre glaubwürdiger.

    Dass der Papst sich jetzt selbst "als Opfer" sieht - da fehlen mir die Worte. In der gegenwärtigen Situation muss sich die Kirche halt kritischen Nachfragen und Nachforschungen stellen - angeblich will sie doch selbst alles lückenlos aufklären. Das gilt dann auch für die Zeit Ratzingers im Bistum München-Freising.

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    es ist schlicht erbärmlich, wie der Papst sich selbst zum Opfer erklären läßt.
    Würden Vertreter der RKK und auch er selbst sich dazu herbeilassen, mit und nicht über von sexualisierter Gewalt Betroffenen zu sprechen und zwar auf Augenhöhe - bliebe eine ehrliche 'Betroffenheit' und 'tiefe Erschütterung' nicht aus. 'Betroffenheit' bedeutet, daß einen Menschen etwas betrifft, etwas angeht, daß dem tätige Reue folgt.

    Und nicht nur Erklärungen von Betroffenheiten, Erschütterungen und vor allem von Entschuldigungen - begreift denn in der RKK niemand, was 'Entschuldigung' bedeutet? Wem sie nützt? Nicht den Betroffenen - die sollen ja die Täter auch noch ent-schuldigen! Das Minimum dafür wäre die Anerkennung von Schuld plus Reue, gefolgt von einer Bitte! um Entschuldigung, der auch nicht automatisch stattgegeben werden kann - das liegt ausschließlich im Ermessen und den Möglichkeiten der Betroffenen. Die bislang spürbaren Umgangsweisen aus der RKK stellen sich mir als weiterer Mißbrauch der Betroffenen dar und das ist empörend!

    Es sollte aber nicht vergessen werden - die meiste sexualisierte Gewalt findet in Familien statt - das wird beim Fokussieren der Kirchen und Internate zulasten einer gesamtgesellschaftlichen, überfälligen Diskussion sträflich übersehen.

    Die RKK sollte sich hier aber über ihre Vorbildfunktion klar werden - ich möchte mir gar nicht ausmalen, wieviele Kinder heute mit der kranken Logik vergewaltigt werden, da das ja auch in Eliteschulen und der RKK passiert.

    • keox
    • 14.03.2010 um 14:33 Uhr

    das würde so manches Opfer erneut traumatisieren, sich allein mit dem Chef dieser Sekte zu treffen.

    es ist schlicht erbärmlich, wie der Papst sich selbst zum Opfer erklären läßt.
    Würden Vertreter der RKK und auch er selbst sich dazu herbeilassen, mit und nicht über von sexualisierter Gewalt Betroffenen zu sprechen und zwar auf Augenhöhe - bliebe eine ehrliche 'Betroffenheit' und 'tiefe Erschütterung' nicht aus. 'Betroffenheit' bedeutet, daß einen Menschen etwas betrifft, etwas angeht, daß dem tätige Reue folgt.

    Und nicht nur Erklärungen von Betroffenheiten, Erschütterungen und vor allem von Entschuldigungen - begreift denn in der RKK niemand, was 'Entschuldigung' bedeutet? Wem sie nützt? Nicht den Betroffenen - die sollen ja die Täter auch noch ent-schuldigen! Das Minimum dafür wäre die Anerkennung von Schuld plus Reue, gefolgt von einer Bitte! um Entschuldigung, der auch nicht automatisch stattgegeben werden kann - das liegt ausschließlich im Ermessen und den Möglichkeiten der Betroffenen. Die bislang spürbaren Umgangsweisen aus der RKK stellen sich mir als weiterer Mißbrauch der Betroffenen dar und das ist empörend!

    Es sollte aber nicht vergessen werden - die meiste sexualisierte Gewalt findet in Familien statt - das wird beim Fokussieren der Kirchen und Internate zulasten einer gesamtgesellschaftlichen, überfälligen Diskussion sträflich übersehen.

    Die RKK sollte sich hier aber über ihre Vorbildfunktion klar werden - ich möchte mir gar nicht ausmalen, wieviele Kinder heute mit der kranken Logik vergewaltigt werden, da das ja auch in Eliteschulen und der RKK passiert.

    • keox
    • 14.03.2010 um 14:33 Uhr

    das würde so manches Opfer erneut traumatisieren, sich allein mit dem Chef dieser Sekte zu treffen.

  3. Wenn Reformen seit Jahrhunderten nicht oder nur in kleinstem Maße zu realisieren sind, warum greifen dann die Kirchenmitglieder nicht zu härten Maßnahmen ?
    Was immer zieht ist Geld !
    Warum muss ich mit meinen gezahlten Steuern die Bischöfe mitfinanzieren, obwohl ich nicht mehr Kirchenmitglied mehr bin ?
    Warum wird die Kirchensteuer in der jetzigen Form nicht abgeschafft ?
    Warum bilden die erfolglosen Reformer nicht eine reformierte katholische Kirche und demonstrieren damit einen radikalen Neuanfang ?
    Wo ist die Glaubwürdigkeit der Kirche, die mit Samt, Seide, Gold und immensen Immobilienwerten protzt und andererseits soviel Not zu lindern ist ?
    Mit Jesus hat das auf alle Fälle nichts zu tun ! Er würde sie aus dem Vatikan jagen !!!

  4. Die Haltung des Vatikan kommt mir paranoid vor. Der Papst sollte abdanken und sich wieder theologischen Studien hingeben; ich glaube, dass dies wirklich sein Ding wäre. Im Grunde ist er eine tragische Figur.

  5. Jetzt funktioniert der Link. Jetzt erstmal lesen.

  6. Schon bei der Meldung mit den Regensburger Domspatzen war
    klar ... man sucht die Nähe zu Prof. Ratzinger, dem Papst der Katholiken. Ich verstehe die Aufregung nicht. Immer wieder sind in den Jahrzehnten Meldungen über Missbrauch
    in der Öffentlichkeit gemacht worden. Sind jetzt alle erst seit gestern von den Mustöpfen hinterm Mond zurück ? Das
    ist nicht anders als in den Sportvereinen u.u.u. Glaubt etwa
    jemand daran ... das die seit den Kampagnen der letzten Jahre ... frei von Missbrauch sind ? Blödsinn. Ich habe auch weitaus mehr den Eindruck, es handelt sich in der Öffentlichkeitsarbeit verschiedener Medienvertreter eher um
    Destruktivismus vor Ostern. Den Menschen soll Angst und Bange werden und sie sollen keinen Halt für das Gute mehr haben.

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    • joG
    • 14.03.2010 um 12:59 Uhr

    ....ist erzeugt worden und daher leicht zu verstehen. Alle Elemente sind ja da. Dunkle moralische Instanz, korrupte Priester, Kinder, Sex, Gewalt...Was will der Leser mehr? Dass man eine solche Kampagne gegen den Papst weithin will ist doch auch verständlich, spätestens seitdem er die Abtreibung als Massenmord holocaustianischen Ausmaßes bezeichnete und erklärte, dass Politiker und Andere, die sie erlauben oder ermöglichen, sich exkommunizieren, ist er zu einem grundsätzlichen Feind der säkularen Elite geworden. Dass es nun zum Eklat kommt ist nicht verwunderlich.

    3 von 4 Kindern werden in der Familie missbraucht. Das darf auch nicht beschönigt werden.
    Aber die Kirche ist eine moralische Instanz. Geschlechtsverkehr ist laut katholischer Kirche nur zur Zeugung von Kindern erlaubt. Deshalb sind Kondome verboten, selbst wenn sie vor AIDS schützen sollen. Nach der Kirchenmeinung schützt die Monogamie gegen AIDS. Das ist zwar richtig, aber weltfremd.
    Wenn sich Priester an Kindern sexuell vergehen, hat das eine andere Brisanz, als wenn es Vater, Mutter, Onkel oder Tante machen. Das schlimme ist, dass die Kirche die Täter geschützt hat. Dass sie nicht gelernt hat, dass sich Pädophile nicht ändern. Da werden die Täter versetzt, aber wieder in eine Position mit Umgang mit Kindern. Die Bischöfe, die die Täter gedeckt haben, sind für mich genauso kriminell wie die Täter.
    Bisher war ich immer der Meinung, dass Hexenverbrennung, Gottesurteile und ähnliche Schandtaten der Vergangenheit angehören und die Kirche sich geläutert hat. Heute muss man erkennen, dass es die Schandtaten immer noch gibt.
    Eine evangelische Bischöfin ist von ihrem Amt zurückgetreten, weil sie betrunken mit dem Auto eine rote Ampel überfuhr. Hier wurde niemand geschädigt. Auf eine solche Reaktion warte ich bei den katholischen Bischöfen, die Kriminelle in ihrem eigenen Lager geschützt und gedeckt haben.

    ... welche für sich die alleinige Gottesvertretung, ja sogar das Stellvertretertum Gottes beansprucht. Und die seit Jahrhunderten Moral predigt - aber großes Leid erzeugt.

    Jetzt will ich gar nicht über die Vergangenheit schreiben, die Gegenwart reicht: Wer sich als oberste Moralinstanz hinstellt und dann Kinderschänder versteckt, ja, deren Verbrechen sogar weiter geschehen lässt und auch dies leugnet - der hat alles verspielt.

    Dass Kindesmissbrauch auch woanders stattfindet, in mehr Fällen als in der Kirche, ist keine Ausrede, keine Entschuldigung. Auch dies muss bekämpft werden, mit allen Mitteln.

    Aber das die katholische Kirche als eine der großen Sekten diese Gräueltaten systematisch deckt und erst unter dem übergroßen Druck der Gesellschaft langsam vom bisherigen Verhalten ablässt - das ist nicht zu ertragen.

    Jede andere Organisation wäre längst verboten - wann wird es die katholische Kirche?

    Sollte es eine göttliche Instanz geben und wir nach unserem Tod vor dieser Verantwortung für unser Leben übernehmen müssen: Welcher Katholik kann dann angstfrei ins Jenseits treten?

    • joG
    • 14.03.2010 um 12:59 Uhr

    ....ist erzeugt worden und daher leicht zu verstehen. Alle Elemente sind ja da. Dunkle moralische Instanz, korrupte Priester, Kinder, Sex, Gewalt...Was will der Leser mehr? Dass man eine solche Kampagne gegen den Papst weithin will ist doch auch verständlich, spätestens seitdem er die Abtreibung als Massenmord holocaustianischen Ausmaßes bezeichnete und erklärte, dass Politiker und Andere, die sie erlauben oder ermöglichen, sich exkommunizieren, ist er zu einem grundsätzlichen Feind der säkularen Elite geworden. Dass es nun zum Eklat kommt ist nicht verwunderlich.

    3 von 4 Kindern werden in der Familie missbraucht. Das darf auch nicht beschönigt werden.
    Aber die Kirche ist eine moralische Instanz. Geschlechtsverkehr ist laut katholischer Kirche nur zur Zeugung von Kindern erlaubt. Deshalb sind Kondome verboten, selbst wenn sie vor AIDS schützen sollen. Nach der Kirchenmeinung schützt die Monogamie gegen AIDS. Das ist zwar richtig, aber weltfremd.
    Wenn sich Priester an Kindern sexuell vergehen, hat das eine andere Brisanz, als wenn es Vater, Mutter, Onkel oder Tante machen. Das schlimme ist, dass die Kirche die Täter geschützt hat. Dass sie nicht gelernt hat, dass sich Pädophile nicht ändern. Da werden die Täter versetzt, aber wieder in eine Position mit Umgang mit Kindern. Die Bischöfe, die die Täter gedeckt haben, sind für mich genauso kriminell wie die Täter.
    Bisher war ich immer der Meinung, dass Hexenverbrennung, Gottesurteile und ähnliche Schandtaten der Vergangenheit angehören und die Kirche sich geläutert hat. Heute muss man erkennen, dass es die Schandtaten immer noch gibt.
    Eine evangelische Bischöfin ist von ihrem Amt zurückgetreten, weil sie betrunken mit dem Auto eine rote Ampel überfuhr. Hier wurde niemand geschädigt. Auf eine solche Reaktion warte ich bei den katholischen Bischöfen, die Kriminelle in ihrem eigenen Lager geschützt und gedeckt haben.

    ... welche für sich die alleinige Gottesvertretung, ja sogar das Stellvertretertum Gottes beansprucht. Und die seit Jahrhunderten Moral predigt - aber großes Leid erzeugt.

    Jetzt will ich gar nicht über die Vergangenheit schreiben, die Gegenwart reicht: Wer sich als oberste Moralinstanz hinstellt und dann Kinderschänder versteckt, ja, deren Verbrechen sogar weiter geschehen lässt und auch dies leugnet - der hat alles verspielt.

    Dass Kindesmissbrauch auch woanders stattfindet, in mehr Fällen als in der Kirche, ist keine Ausrede, keine Entschuldigung. Auch dies muss bekämpft werden, mit allen Mitteln.

    Aber das die katholische Kirche als eine der großen Sekten diese Gräueltaten systematisch deckt und erst unter dem übergroßen Druck der Gesellschaft langsam vom bisherigen Verhalten ablässt - das ist nicht zu ertragen.

    Jede andere Organisation wäre längst verboten - wann wird es die katholische Kirche?

    Sollte es eine göttliche Instanz geben und wir nach unserem Tod vor dieser Verantwortung für unser Leben übernehmen müssen: Welcher Katholik kann dann angstfrei ins Jenseits treten?

  7. kallewestrich: In der faz las ich ein Interview mit einem norddeutschen Bischof, der genau zwei Dinge ansprach, die bahnbrechend wären: Frauen als Erzieherinnen einsetzen und Männer rausnehmen, außerdem die legale Beziehung von Pfarrern zu Lebenspartnern zu erlauben. Der Muff aus Rom wäre endlich gelüftet und Ruhe käme in die Internate und Schulen ... Die Kirche und ihre überalterten Macht-, Moral- und Erziehungsvorstellungen (die so nie von Klerikern eingehalten wurden) sind selbst Schuld.

  8. Buchstabenmangel.

    Die kath. Gemeinden müssen als Menschen wachsamer sein und als Eltern, die ihre Kinder in die Obhut fremder Menschen
    ( dazu zählen auch Internate u.s.w.) geben ... diese nicht nur loswerden wollen ... sondern von Herzen lieben und sie
    beschützen. Das ist eigentlich sowieso der Sinn des Lebens.

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