Missbrauchsskandal in den USA: Verschleiert, vertuscht, verschleppt
Vor acht Jahren wurde der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche der USA publik. Doch noch immer beklagen die Opfer die zögerliche Aufklärung. Was bisher geschah. Von Leonie Seifert, New York
Kardinal Edward Egan gehört zur High Society New Yorks. Der ehemalige Erzbischof der Metropole feiert Feste mit Opernsängern und Schauspielern, mit Schriftstellern und Politikern. Im US-Wahlkampf lud er sowohl Barack Obama als auch John McCain zu einem großen Spendendinner ein. In festlicher Robe scherzte er mit den beiden Kandidaten im Ballsaal des edlen Waldorf-Astoria-Hotels.
Doch zuletzt hat sich der Edelpater seltener auf Partys blicken lassen. Denn im vergangenen Dezember musste die Diözese von Bridgeport, in der Egan früher Bischof war, die Kirchenakten und Zeugenaussagen aus 23 Missbrauchsprozessen aus den 1990er Jahren veröffentlichen. Darunter sind auch Aussagen von Kardinal Egan, der inzwischen als Bischof von New York zurückgetreten ist. Die Kirche hatte den Opfern damals hohe Vergleichssummen gezahlt und ausgehandelt, dass die Dokumente im Gegenzug geheim bleiben.
Die New York Times und drei weitere Zeitungen hatten dagegen geklagt und Recht bekommen. Die Dokumente legen nahe: Bevor Egan zu einem der einflussreichsten Erzbischöfe der Welt wurde, hat er als Bischof in Bridgeport, Connecticut, jahrelang Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester vertuscht. Er hat pädophile Priester aus der einen in die nächste Gemeinde versetzt. So wollte Egan sich und seine Diözese vor schlechter Presse schützen. Aus den Protokollen geht hervor, dass Egan den Opfern nicht geglaubt und ihnen sogar vorgeworfen hat, sie wollten mit ihren Beschuldigungen nur der Kirche schaden. "19 Opfer haben Vorwürfe erhoben, Bischof Egan, halten Sie das nicht für eine bedeutende Anzahl?", wurde Egan bei der Zeugenvernehmung im Gericht gefragt. "Ich glaube nicht, dass bei 360.911 Gemeindegliedern 19 Opfer eine signifikante Zahl sind", antwortete Egan.
Auch vorher gab es bereits Anlass, sich Egans Wirken genauer anzuschauen. 2002 enthüllte der Boston Globe durch eine Reihe von Berichten erstmals die Missbrauchsfälle an der katholischen Kirche in den USA. Wenig später geriet Egan in die Schlagzeilen. Plötzlich meldeten sich immer neue Opfer aus zahlreichen amerikanischen Gemeinden. Zwei Jahre später veröffentlichte die US-Bischofskonferenz selbst einen erschreckenden Bericht: Zwischen 1950 und 2004 bestätigte sie 6700 Missbrauchsvorwürfe gegen 4392 Priester. Die meisten Opfer waren zwischen 11 und 17 Jahre alt. 3300 Priester waren bereits verstorben, als der Bericht veröffentlicht wurde, gegen 384 der restlichen wurde ermittelt, 252 wurden verurteilt. Nur 100 kamen ins Gefängnis. Das Prinzip war immer das gleiche: Die Kirche hatte die pädophilen Priester nicht angezeigt, sondern lange nur weiter versetzt, weil sie Angst vor strafrechtlicher Verfolgung, vor Schadenersatzklagen und negativen Schlagzeilen hatte. So machten manche Priester in einer anderen Gemeinde einfach weiter wie bisher. Die Bischofskonferenz erklärte, dass Missbrauch früher als "spirituelles Problem” angesehen worden sei, als eine Sünde, die man beichten und die vergeben werden konnte.





Erstens, es entsteht der Eindruck, Kardinal Egan sei im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen als Erzbischof von New York zurückgetreten. Dieser Eindruck ist falsch. Vielmehr ist er - ganz regulär - mit nahezu 77 Jahren aus Altersgründen abgetreten.
Zweitens, wieviel mehr Transparenz kann man noch schaffen, als wenn man in einer umfangreichen Studie alle Anschuldigungen (!) zusammenfasst, die sich auf einen Zeitraum beziehen, der bis 1940 (!) zurückgeht ? Maximaler kann man doch nun wirklich nicht aufklären. Was soll denn noch geschehen ?
Seit Wochen legt die ZEIT fast täglich neue Artikel gegen die katholische Kirche nach.
Hier offenbart sich das gravierende Problem des tonangebenden linksliberalen Bürgertums, das „freigegebene Land der moralischen Werte“, wie es Wolfgang Schmidbauer kürzlich in der ZEIT nannte. Tatsächlich ist der alte Konservatismus bereits vor Jahrzehnten unwiderruflich untergegangen, auch wenn das die wenigen verbliebenen Konservativen alten Schlages nicht verwinden können. Das damals entstandene Vakuum konnte jedoch bis heute nicht durch neue Inhalte gefüllt werden. Die Verheißungen einer völligen Liberalisierung der Gesellschaft überzeugen nicht mehr, die alten Parolen sind verbraucht, und die gesellschaftlichen Veränderungen seit den sechziger Jahren erweisen sich meist nicht als Verbesserungen. Die Chance zur Etablierung neuer Formen des Zusammenlebens ist nicht genutzt worden. Die Kleinfamilie ist keinesfalls durch alternative Formen abgelöst worden; sie ist durch das Fehlen des Vaters oft noch kleiner geworden. Welch leuchtendes Ziel war doch die sexuelle Befreiung, besonders die der Frau, nach Jahrhunderten der Unterdrückung. Herausgekommen aber ist ein Millionenheer alleinerziehender Mütter. Doch das linksliberale Bürgertum und sein Sprachrohr, die ZEIT, sind zu einer selbstkritischen Stellungnahme nicht in der Lage. Sie dreschen lieber auf einen Feind ein, der keiner mehr ist. Ein Zeichen innerer Schwäche!
Ich kann jetzt nicht erkennen, was Ihre Ausführungen mit dem voranstehenden Beitrag zu tun haben, oder mit der Missbrauchsproblematik. Erleuchten Sie mich bitte!
Ich kann jetzt nicht erkennen, was Ihre Ausführungen mit dem voranstehenden Beitrag zu tun haben, oder mit der Missbrauchsproblematik. Erleuchten Sie mich bitte!
Ich kann jetzt nicht erkennen, was Ihre Ausführungen mit dem voranstehenden Beitrag zu tun haben, oder mit der Missbrauchsproblematik. Erleuchten Sie mich bitte!
Die deutschen Kirchen unterhalten zwar noch große Bürokratien, aber sie haben ihren gesellschaftlichen Einfluß innerhalb der letzten Jahrzehnte fast vollkommen eingebüßt.
Wenn in der ZEIT fast jeden Tag ein neuer Beitrag zu diesem Thema erscheint, so dient dies zur Ablenkung von Fehlentwicklungen in der Gegenwart.
Meiner Meinung nach ist das Thema ausgereizt.
Die deutschen Kirchen unterhalten zwar noch große Bürokratien, aber sie haben ihren gesellschaftlichen Einfluß innerhalb der letzten Jahrzehnte fast vollkommen eingebüßt.
Wenn in der ZEIT fast jeden Tag ein neuer Beitrag zu diesem Thema erscheint, so dient dies zur Ablenkung von Fehlentwicklungen in der Gegenwart.
Meiner Meinung nach ist das Thema ausgereizt.
Ich denke die Kath. Kirche hat hier wie alle anderen noch einen weiten Weg vor sich. Allerdings gibt die Entwicklung in den USA schon seit längerem zu denken, denn dort hat die Art und Weise, wie mit dem Problem des Missbrauchs umgegangen wurde, bereits dazu geführt, dass sich die katholischen Milieus wieder einpanzern. Dies vor allem, weil nicht auf individuelle Schicksale (egal ob Opfer oder Täter) geschaut wurde, sondern nur auf Institutionen und Verbände. Wir haben in Dtl. jetzt die Chance, es anders zu machen. Die sollten wir auch nutzen, sonst erleben wir hier vielleicht dasselbe Fiasko wie die USA: Kaum wirkliche Maßnahmen gegen Missbrauch, dafür eine formidable Schlacht der Anwälte und PR-Strategen, denen Leid nur eine Ware ist.
Besonders zu denken gibt hier auch ein Kommentar von Alexander Gauland im Tagesspiegel, der den treffenden Titel: Raus aus den Schützengräben trägt. Vgl. http://www.tagesspiegel.d...
Sein Fazit:
Nicht hilfreich sind (..) eine Kultur des Verdachtes und ideologische Scheuklappen, die (..) geradezu reflexartig ausgefahren werden, wenn die alten Schützengräben wieder benutzbar erscheinen (..).
Kirche wie Pädagogik sind nur so gut und eben manchmal auch so schlecht wie die Menschen, die sie vertreten. Nicht der Zölibat oder eine (..) pädagogische Theorie sind schuldig, (..) deshalb sollte man die Aufarbeitung auch besser der Justiz als palavernden runden Tischen überlassen.
Die deutschen Kirchen unterhalten zwar noch große Bürokratien, aber sie haben ihren gesellschaftlichen Einfluß innerhalb der letzten Jahrzehnte fast vollkommen eingebüßt.
Wenn in der ZEIT fast jeden Tag ein neuer Beitrag zu diesem Thema erscheint, so dient dies zur Ablenkung von Fehlentwicklungen in der Gegenwart.
Meiner Meinung nach ist das Thema ausgereizt.
Der Partylöwe schreibt: "Die deutschen Kirchen unterhalten zwar noch große Bürokratien, aber sie haben ihren gesellschaftlichen Einfluß innerhalb der letzten Jahrzehnte fast vollkommen eingebüßt."
Das ist doch gut so und für den Rest sorgt die Kirche selbst, nicht ein Medium wie die Zeit, die ihrer demokratischen Pflichtaufgabe nachkommt und hoffentlich das Thema nicht schnell zu den Akten legt, wie Sie und andere es gerne hätten. Es hat doch erst gerade angefangen, siehe Schweiz, Portugal, Holland, Österreich. Warten Sie mal ab, wieviel "verschubte" Priester in Deutschland noc h bekannt werden. P.S.: Verschubt ist ein Begriff aus der Gefängniswelt, wohin die schwarzkitteltragenden Kinderschänder gehören.
Sie und Ihresgleichen hoffen vielleicht, dass die Diskussion beendet wird, bevor sie überhaupt zu einem für die Tausende Opfer der letzten Jahrzehnte zu einem befriedigenden Ergebnis führt.
Vielleicht wird es etwas ruhiger, aber das Thema liegt auf dem Tisch und es wird erst wieder verschwinden, wenn die Menschen in diesem Land und in vielen anderen Ländern erleben, dass die Organisation, welche die Täter in ihren Reihen bis jetzt geduldet und geschützt hat, durch ihre Taten zeigt, dass sie nicht nur auf gesellschaftlichen Druck reagiert, sondern wirklich verstanden hat.
Ansonsten erinnern mich ihre Zeilen an Bemerkungen, die ich als Kind Ende der 50er Jahre hörte, dass das Thema Naziverbrechen jetzt wirklich langsam genug besprochen sei.
Der Partylöwe schreibt: "Die deutschen Kirchen unterhalten zwar noch große Bürokratien, aber sie haben ihren gesellschaftlichen Einfluß innerhalb der letzten Jahrzehnte fast vollkommen eingebüßt."
Das ist doch gut so und für den Rest sorgt die Kirche selbst, nicht ein Medium wie die Zeit, die ihrer demokratischen Pflichtaufgabe nachkommt und hoffentlich das Thema nicht schnell zu den Akten legt, wie Sie und andere es gerne hätten. Es hat doch erst gerade angefangen, siehe Schweiz, Portugal, Holland, Österreich. Warten Sie mal ab, wieviel "verschubte" Priester in Deutschland noc h bekannt werden. P.S.: Verschubt ist ein Begriff aus der Gefängniswelt, wohin die schwarzkitteltragenden Kinderschänder gehören.
Sie und Ihresgleichen hoffen vielleicht, dass die Diskussion beendet wird, bevor sie überhaupt zu einem für die Tausende Opfer der letzten Jahrzehnte zu einem befriedigenden Ergebnis führt.
Vielleicht wird es etwas ruhiger, aber das Thema liegt auf dem Tisch und es wird erst wieder verschwinden, wenn die Menschen in diesem Land und in vielen anderen Ländern erleben, dass die Organisation, welche die Täter in ihren Reihen bis jetzt geduldet und geschützt hat, durch ihre Taten zeigt, dass sie nicht nur auf gesellschaftlichen Druck reagiert, sondern wirklich verstanden hat.
Ansonsten erinnern mich ihre Zeilen an Bemerkungen, die ich als Kind Ende der 50er Jahre hörte, dass das Thema Naziverbrechen jetzt wirklich langsam genug besprochen sei.
Es ist gut, darüber informiert zu werden, wie in den einzelnen Ländern mit dem sexuellen Mißbrauch aus der kath. Kirche umgegangen wird. Wenn ich lesen muß (Publik-Forum), daß in Irland der "Bischof von Ferns vorschlägt, die Kirchenmitglieder um Spenden zur Entschädigung kirchlicher Mißbrauchsopfer zu bitten", frage ich mich genauso wie bei der Zusammensetzung des National Review Board, ob innerhalb der kath. Kirche wirklich schon begriffen ist, was hier angerichtet wurde. Kuhhandel mit Schweigegeld, um Akten geheim zu halten; Schweigegelübde von den Opfern, um Taten geheim zu halten; Exkommunikation eines Priesters durch die Tat, Vergebung und Schutzschild; Exkommunikation honoriger Andersdenkender und Rauswurf aus Ämtern, auch bei lohnabhängig Arbeitenden, um ihre finanzielle Existenz zu zerstören: Dieser Abgrund von Unehrlichkeit und Lüge allein kann doch nicht gelebtes Christentum heißen. - Eine Wende sehe ich leider auch in Deutschland nicht. -
Es ist wirklich schwer, auf eine Wende in Deutschland zu hoffen, solange sich die Verantwortlichen so verhalten wie bisher und viele der noch Gläubigen sich so verhalten, wie sie es in den Kommentaren (nicht nur in dieser Zeitung) kundtun.
Das Verhalten der Verantwortlichen (bis hin zum KO in Rom) erinnert mich an das Verhalten von erwischten Kriminellen, die nur stückchenweise das zugeben, für das vom Kommissar die Beweise auf den Tisch gelegt wurden. Allerdings, von der Politik ist auch nichts besseres zu erwarten -siehe Lob der Kanzlerin für den Brief des Hirten an seine Schafe-.
Der Partylöwe schreibt: "Die deutschen Kirchen unterhalten zwar noch große Bürokratien, aber sie haben ihren gesellschaftlichen Einfluß innerhalb der letzten Jahrzehnte fast vollkommen eingebüßt."
Das ist doch gut so und für den Rest sorgt die Kirche selbst, nicht ein Medium wie die Zeit, die ihrer demokratischen Pflichtaufgabe nachkommt und hoffentlich das Thema nicht schnell zu den Akten legt, wie Sie und andere es gerne hätten. Es hat doch erst gerade angefangen, siehe Schweiz, Portugal, Holland, Österreich. Warten Sie mal ab, wieviel "verschubte" Priester in Deutschland noc h bekannt werden. P.S.: Verschubt ist ein Begriff aus der Gefängniswelt, wohin die schwarzkitteltragenden Kinderschänder gehören.
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