NS-Kriegsverbrechen SS-Mann Boere zu lebenslanger Haft verurteilt
1944 erschoss Heinrich Boere als Mitglied des SS-Kommandos "Feldmeijer" mehrere Niederländer. Ein Gericht verhängte jetzt gegen ihn eine lebenslange Haftstrafe.
Das Landgericht Aachen hat sein Urteil gesprochen: Der ehemalige SS-Angehörige Heinrich Boere soll lebenslang ins Gefängnis. In einem der letzten Prozesse wegen Kriegsverbrechen während des Nationalsozialismus befanden die Richter Boere für schuldig, im Jahr 1944 drei Zivilisten in den Niederlanden getötet zu haben. Sie folgten damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung verlangte, das Verfahren einzustellen.
Boere hatte die Taten bereits mehrfach eingeräumt und auch in dem jetzigen Prozess zugegeben. Im Jahr 1942 wurde der heute 88-Jährige Mitglied in dem SS-Sonderkommandos "Feldmeijer". Dessen Auftrag: Attentate niederländischer Widerstandskämpfer auf die deutschen Besatzer oder Kollaborateure zu bestrafen, indem man Zivilisten erschießt. Im Juli und September 1944 führten Boere mit anderen SS-Männern eine solche Vergeltungsaktion aus – in Breda, Voorschoten und Wassenaar erschossen sie insgesamt drei Männer.
Boere war bereits 1949 wegen dreifachen Mordes in den Niederlanden zum Tode verurteilt worden. Die Justiz wandelte die Strafe später in lebenslange Haft. Der Ex-SS-Mann entzog sich dem durch Flucht nach Deutschland. Ein Auslieferungsgesuch der Niederlande scheiterte in den achtziger Jahren.
Drei Söhne von zwei Opfern waren Nebenkläger in dem Prozess. Boere schwieg, sitzend im Rollstuhl, nahezu alle 19 Verhandlungstage und ließ seine Anwälte sprechen. Sie argumentierten, dass ihr Mandant, trotzdem er die Taten einräume, nach dem niederländischen Urteil nicht ein zweites Mal verurteilt werden dürfe, da die neue Grundrechte-Charta der EU dies verbiete. Sie hatten vor dem Urteilsspruch bereits angekündigt, in Revision zu gehen.
Ob Boere tatsächlich ins Gefängnis muss, ist auch wegen seines Gesundheitszustandes fraglich. Vor Antritt seiner Strafe müssten ihn Mediziner erst für haftfähig erklären.
Auch in München läuft derzeit ein Kriegsverbrecherprozess. Dort muss sich der mutmaßliche NS-Verbrecher John Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord an Tausenden von Juden im Vernichtungslager Sobibor verantworten.
- Datum 23.03.2010 - 10:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 10
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vor Strafe nicht. Aber das der Mann seine Haftstrafe jemals antreten wird, bezweifel ich doch stark!
(kallewestrich.blogspot) Es wurde hier vor Monaten schon mal der typische Fall der NS-Verbrecher aus den NL beschrieben, wie sie in Bayern wegend er Hitlerschen Gesetzgebung, die heute noch gültig ist (!!!) friedlich als Ex-SS-Mitglieder vor sich hin leben dürfen. Auch dieser Todesschütze war beteiligt, aber wie spät kam er hier vor Gericht! Wie gering die Zahl der Ermordungen! Unklar: Unter welchen Umständen wurden diese 3 Menschen erschossen? Tausende von Ermordeten in den KZs ungesühnt und ein Fasttoter kriegt lebenslänglich.
Herr Boere ist zwar schon einmal verurteilt worden für seine Taten, hat sich aber der ausgesprochenen Strafe durch Flucht entzogen und wurde auch nicht an die Niederlande ausgeliefert. Er hat also in Deutschland unbehelligt als verurteilter Mörder jahrzehntelang leben dürfen. Das ist für mich ein weiterer unbegreiflicher Fall des Schützens von nationalsozialisten Tätern in der Bundesrepublik.
Sollte man nicht bevor man ein Gerichtsverfahren anstrebt prüfen ob der zu Verurteilende Haftfähig ist?
Man könte die Justiz entlasten und Steuergelder sparen.
Im Falle des NS-Verbrecher John Demjanjuk sehe ich außer Spesen nichts gewesen den er ist ein Pflegefall den der Steuerzahler finanzieren muss, Hätte man ihn in Amerika gelassen hätten der Deutsche Steuerzahler dies nicht zahlen brauchen.
ausser ihm selbst? Eine wirkliche Strafe für ihn wäre doch eine hohe Geldstrafe gewesen. Jetzt muss er sich um seinen Lebensabend keine Sorgen mehr machen. Im Knast geht's ihm doch gut. Eigentlich verursacht die Aktion den Bürgern nur Kosten und bringt rein gar nichts. Wer trägt das dann eigentlich? Niederlande oder Deutschland?
Was heute Recht ist kann morgen Unrecht sein!Die Gesetze im
dritten Reich gaben diesen Mann Recht,was er gemacht hat,es
war Krieg und erst nach dem Nürnberger Prozess,wo die SS und
Waffen-SS als verbrecherische Organisation verurteilt wurde,
wurde aus Recht der Nazis Unrecht und dieser Prozess sollte
als Signal für Menschenrechte gelten,für mich heute Sieger-
justiz,denn in allen nachfolgenden Kriegen wurde dieses Recht gebrochen,Indochina,besonders Algerien,Vietnam,Irak und heute Afghanistan,daran beteiligt waren die Sieger des
zweiten Weltkriegs!Nur der Jugoslawien-Krieg verlief anders,
denn die Schuldigen sitzen vor Gericht!Auch Taliban sind keine Soldaten nach der Nato und können auch wehrlos erscho-
ssen werden,sie haben keine Rechte,jeder Natosoldat kann sie
bei Gefangennahme erschiessen,die Bundeswehr gibt sie an die
Afghanen ab und hört nie wieder was,das ist zur Zeit gelten-
des Recht.Sollte mal ein Soldat der Nato in Gefangenschaft
kommen,wird er genauso umgebracht,aber dann gibt es einen
Aufschrei in den Medien und Politik.Die Allierten sind die
Gutmenschen und deren Feinde die Schlechten,für mich reine
Siegermentalität.Besser ist der Spruch:right or wrong,my
country,denn keiner weiss,wie er reagiert in Kriegszeiten,
als Sieger kann ich mich immer in rechten Licht dastellen.
Zum »Wegmachen« von niederländischen Zivilisten während der NS-Herrschaft wird Boere in einem Bericht des Magazins Focus vom Sommer 2009 wie folgt zitiert: »Ach nein, schwer fiel mir das nicht. Man braucht doch nur einen Finger krumm zu machen.«
Einen großen Bohei um derartigen Bodensatz der Zivilisation sollte sich die BRD-Justitz tunlichst schenken. Boere wurde im EU-Staat Niederlande vbereits erurteilt und sollte m.E. zwecks sofortigen Antritts der Haft schleunigst dorthin überstellt werden.
http://www.focus.de/polit...
Zum »Wegmachen« von niederländischen Zivilisten während der NS-Herrschaft wird Boere in einem Bericht des Magazins Focus vom Sommer 2009 wie folgt zitiert: »Ach nein, schwer fiel mir das nicht. Man braucht doch nur einen Finger krumm zu machen.«
Einen großen Bohei um derartigen Bodensatz der Zivilisation sollte sich die BRD-Justitz tunlichst schenken. Boere wurde im EU-Staat Niederlande vbereits erurteilt und sollte m.E. zwecks sofortigen Antritts der Haft schleunigst dorthin überstellt werden.
http://www.focus.de/polit...
Ich möchte Kabelbaum recht geben und hinzufügen: Das Herr Boere ein Kriegsverbrecher ist und dafür bereits schon viel früher hätte bestraft werden müssen (und die Strafe auch hätte antreten müssen), ist klar!!!
Indes habe ich bei solchen Ereignissen immer einen faden Beigeschmack: Die wirklich ranghohen Nazis, die, die den Tod von Hunderten und Tausenden zu verantworten haben, wurden in der Mehrzahl lebenslang nicht belangt, gar in Führungspositionen eingesetzt (von der Deutschen Großindustrie und ihren Unternehmensverläufen mal ganz zu schweigen).
Nun wird ein 88- jähriger!!!! lebenslang verurteilt. Setzt das zu diesem Zeitpunkt wirklich ein rechtschaffendes Zeichen? Ich habe da meine Zweifel....
Interessant, wie man zur NS-Zeit zur deutschen Staatsangehörigkeit kommen konnte (während andere zwangsausgebürgert wurden!. Heutzutage spielt vom Verfassungsschutz beurteiltes politisches Wohlverhalten (s. Jannine Menger-Hamilton) eine maßgebliche Rolle.
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