BerlinTäter stürmen Pokerturnier und entkommen mit Teil des Jackpots

Sie kamen mit Schusswaffen und einer Machete und entkamen mit rund 200.000 Euro. Nach dem spektakulären Überfall auf Deutschlands größtes Pokerturnier hat die Polizei noch keine Spur von den Räubern.

Ein Polizeiauto steht vor der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz

Ein Polizeiauto steht vor der Spielbank Berlin am Potsdamer Platz  |  © Timur Emek/AFP/Getty Images

Mindestens vier maskierte und mit Schusswaffen und mindestens einer Machete bewaffnete Täter waren am Samstag in das Berliner Luxushotel "Grand Hyatt" am Potsdamer Platz eingedrungen und hatten die Herausgabe von Geld erzwungen. Die Kriminellen hatten es auf das Preisgeld in Höhe von einer Million Euro abgesehen. Zunächst war in Medienberichten von bis zu 800.000 Euro Beute die Rede gewesen, später berichtete die Berliner Morgenpost unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass die Täter mit 200.000 Euro auf der Flucht seien.

Als es zu Handgreiflichkeiten zwischen einigen Räubern und einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes kam, verloren die Täter eine Tasche mit "einem größeren Teil ihrer Beute", teilte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mit. Der Sicherheitsmann wurde dabei leicht verletzt. Weitere Angaben zur Höhe der gestohlenen Summe und zum Tathergang wollte die Polizei zunächst nicht machen.

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"Wir haben rund 80 Prozent der Beute retten können", zitierte die Berliner Morgenpost einen Hotel-Mitarbeiter. Nach einem Bericht auf der Internetseite des Blattes habe ein Praktikant des Hotels in einem unbeobachteten Moment eine Tasche mit mehreren hunderttausend Euro an sich nehmen und in Sicherheit bringen können.

In dem Fünf-Sterne-Hotel, wo sich einige der weltbesten Pokerspieler versammelt hatten, war gegen 14.15 Uhr das Chaos ausgebrochen. Bereits wenige Minuten nach dem Überfall im Empfangsbereich des Turniers kursierten im Internet schon Videos vom Tatort. Spieler ließen ihre Karten fallen und rannten aufgeregt durcheinander. Viele suchten Schutz unter den Spieltischen oder wollten aus den Räumen im ersten Stock des Hotels flüchten.

Bei dem Gedränge wurden nach Polizeiangaben sieben Menschen leicht verletzt. Schüsse sollen nicht gefallen sein. Augenzeugen berichteten von Glassplittern auf dem Weg zu den Spieltischen, Stühle lagen umgekippt auf dem Boden. Die Täter sollen zunächst durch eine Einkaufspassage am Potsdamer Platz geflüchtet sein, danach in einem Pkw. Laut der Berliner Tageszeitung B.Z. war es ein schwarzer Mercedes.

Knapp vier Stunden nach dem Überfall wurde das prominent besetzte Turnier, das am Sonntag enden sollte, fortgesetzt. Knapp 1000 Teilnehmer aus 48 Ländern hatten je 5300 Euro Startgeld für das Hauptturnier bezahlt. Der Preispool betrug insgesamt 4.725.000 Euro. Ein Start beim größten Nebenturnier kostete 10.300 Euro. Dieses hatte kurz vor dem Überfall begonnen. Die Anmeldegebühr mussten die Spieler laut dem Berliner Tagesspiegel an der Kasse im ersten Stock entrichten. Dort sollen sich in einem Schrank 600.000 Euro befunden haben. Da an den Tischen nicht direkt um Geld gespielt wurde, seien die Täter nicht in die beiden Ballsäle eingedrungen.

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Leserkommentare
  1. Die Berichterstattung über diese belanglose Angelegenheit.

    Gestern im TV gab es nichts mehr anderes.

    Wen interessiert der Jackpot von Zockern? Glücksspiel hat einen viel zu hohen Stellenwert. Früher war sowas peinlich, heute ist es cool seine Kohle zu verzocken.

  2. 2. Schade

    Schade, dass sie nicht alles bekommen haben.

    Glücksspieler sollte man ächten.

  3. ... plündern als Gewinne gleich ganze Staatshaushalte und brauchen dazu noch nicht einmal eine Waffe*.

    (*nur willfährige Politiker)

  4. denn Poker ist kein Glücksspiel. Ich finde es mal wieder bezaubernd wie einige Personen ihr Nicht-Wissen mit absolut stumpfsinningen Äußerungen zur Schau stellen müssen.Denn keiner dieser engstirnigen Neider kann mir erklären warum es clevere Personen gibt, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Worauf sollte man da neidisch sein? Darauf, dass man sein Geld zu 99% verliert?

    Das ist armseelig, weil jeder ab einem IQ von 85 wissen sollte, dass nur einer am Ende am Pokerspiel gewinnt: der Veranstalter.

    Die Ausnahmen bestätigen die Regel. Klar gibt es einige, die sich damit einen Lebensunterhalt finanzieren können.

    Allerdings würde mich mal interessieren, wie viel Prozent der Pokerspieler das sind.

  5. Worauf sollte man da neidisch sein? Darauf, dass man sein Geld zu 99% verliert?

    Das ist armseelig, weil jeder ab einem IQ von 85 wissen sollte, dass nur einer am Ende am Pokerspiel gewinnt: der Veranstalter.

    Die Ausnahmen bestätigen die Regel. Klar gibt es einige, die sich damit einen Lebensunterhalt finanzieren können.

    Allerdings würde mich mal interessieren, wie viel Prozent der Pokerspieler das sind.

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    denn Vorurteile vernebeln die Urteilskraft.

    Rein mathematisch gewinnen 10% der Teilnehmer mehr Geld als sie vorhher einsetzten. Noch weniger ist allerdings der Anteil derjeniger,die mit Pokern dauerhaft Geld machen,der bei ca 5% liegt. Diese 5 Prozent haben sicherlich immer einen IQ der über 85 Prozent liegt, weil sie aufgrund ihrer mathematischen Fähigkeiten und ihrem Psychologischem Gespür den anderen 95% überlegen sind.

    Die Illusion, dass Poker 'nur' ein Glücksspiel ist lässt den Pokerprofis ein recht luxuriöses Leben führen, wo man die Welt bereist und sich Urlaub nehmen kann wann man will und dafür noch ne Stange Geld bekommt. Vielleicht ist es besser so dass die schlausten der Schlaufen in diesem Forum nicht Pokern :)

  6. denn Vorurteile vernebeln die Urteilskraft.

    Rein mathematisch gewinnen 10% der Teilnehmer mehr Geld als sie vorhher einsetzten. Noch weniger ist allerdings der Anteil derjeniger,die mit Pokern dauerhaft Geld machen,der bei ca 5% liegt. Diese 5 Prozent haben sicherlich immer einen IQ der über 85 Prozent liegt, weil sie aufgrund ihrer mathematischen Fähigkeiten und ihrem Psychologischem Gespür den anderen 95% überlegen sind.

    Die Illusion, dass Poker 'nur' ein Glücksspiel ist lässt den Pokerprofis ein recht luxuriöses Leben führen, wo man die Welt bereist und sich Urlaub nehmen kann wann man will und dafür noch ne Stange Geld bekommt. Vielleicht ist es besser so dass die schlausten der Schlaufen in diesem Forum nicht Pokern :)

    Antwort auf "Worauf neidisch?"
  7. 7. Grund

    Der Grund liegt - ohne von "Pokerfach" zu sein wahrscheinlich schlicht in 2 Faktoren:

    - viele Anfänger können sehr schlecht spielen (und lassen sich somit ausnehmen, weil sie denken, sie könnten das große Geld machen)
    - die Pros haben wahrscheinlich eine sehr gute finanzielle Ausstattung und können damit länger durchhalten als andere

    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es ein Glücksspiel bleibt - wenn auch in einigen Fällen - Gewinn gemacht wird.

    Das ist ja gerade das Besondere am Glücksspiel - die Masse verliert - wenige haben Glück. So wie Lotto Gewinner.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bei 90-95% der Spieler wird es ein Glücksspiel sein, ja. 5-10% sind dagegen Mathegenies und können es einfach.

    Ob Poker ein Glücksspiel ist oder nicht, hängt also allein vom Spieler ab.

    Aber auch als Glücksspiel kann's Spaß machen.

  8. Bei 90-95% der Spieler wird es ein Glücksspiel sein, ja. 5-10% sind dagegen Mathegenies und können es einfach.

    Ob Poker ein Glücksspiel ist oder nicht, hängt also allein vom Spieler ab.

    Aber auch als Glücksspiel kann's Spaß machen.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Grund"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Berlin | Mercedes | Chaos | Euro | Hotel | PKW
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