Schon seit Jahrhunderten schicken sich Menschen gegenseitig "in den April", woher der Brauch kommt ist umstritten. Sicher ist jedoch, dass er heute im zwischenmenschlichen Alltag nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Dafür genießen es die Redakteure vieler Medien offenbar umso mehr, einmal im Jahr ein bisschen dem Ernst der Welt zu entfliehen und einfach mal eine Story zu erfinden, statt stets nur nachzuerzählen. Hier die wichtigsten Schlagzeilen des Tages:

Merkel stellt sich Attac-Bankentribunal!

iPad-Touchscreen schmilzt bei Dauernutzung!

Google kauft Burda-Verlag, und alle anderen deutschen Verlage!

Mit solchen Meldungen schicken Medien heute ihre Leser in den April. Das Medienblog turi2.de glänzt zum Beispiel mit einer Exklusivmeldung über die Einkaufspläne von Google. Der Suchmaschinen-Gigant habe sich bereits mit dem Burda-Verlag auf eine Übernahme geeinigt. Die europäische Konzernzentrale Googles werde nach Offenbach umziehen und der Konzern sich fortan "Burgle" nennen. Davon abgesehen würde man auch gerne die restliche deutsche Verlagslandschaft zum "Paketpreis" von zehn Milliarden Euro erwerben.

Der Onlineauftritt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) sieht Apple in Not. Das iPad sei defekt und stelle die "größte Blamage in der Geschichte des Unternehmens" dar. Bei intensiver Nutzung des Touchpads schmelze die Oberfläche und klebe wie "gläsernes Kaugummi" an den Fingern, zitiert die FAZ einen namenlosen Tech-Blogger. Damit sei der geplante Verkaufsstart am 3. April in Gefahr.

Attac hingegen feiert einen großen Erfolg an diesem besonderen Tag. In einer Pressemitteilung erklären die Globalisierungskritiker, dass ihre stete Kritik am unregulierten Bankenwesen sich endlich auszahlt: Bundeskanzlerin Angela Merkel werde sich einem Tribunal zu dem Thema stellen. Frau Merkel sei sich bewusst, dass es "kein angenehmer Termin" werden wird, nichtsdestotrotz ein wichtiger, müsse man doch mit der Zivilgesellschaft in Kontakt treten.