Das Flugzeug des polnischen Präsidenten Lech Kaczyński (60) ist während des Anflugs auf den russischen Flughafen Smolensk verunglückt. An Bord des Flugzeugs waren auch Kaczynskis Frau Maria, der polnische Zentralbankchef Slawomir Skrzypek, Armeechef Franciszek Gagor sowie der stellvertretende Außenminister Andrzej Kremer und andere Politiker, sowie Vertreter von Nichtregierungsorganisationen.

Ein Flugzeug mit dem polnischen Präsidenten Kaczynski an Bord ist beim Landeanflug in Smolensk abgestürzt ©Petras Malukas/Getty Images

Nach jüngsten Angaben kamen alle 96 Insassen bei dem Absturz der Maschine, einer  Tupolew vom Typ TU-154, ums Leben. Ermittler sagten, es sei zu früh, um über die Gründe der Katastrophe zu spekulieren. Mögliche technische und menschliche Ursachen würden untersucht. Der Flugschreiber - die Black Box – sei sichergestellt.

Zuvor hatten Moskauer Medien von einem möglichen Fehler des Piloten berichtet. Der Pilot der Präsidentenmaschine habe bei nebligem Wetter vier Landeversuche unternommen, sagte der Vizekommandeur der russischen Luftwaffe, Sergej Rasygrajew, der Agentur Itar-Tass. Der Flughafen in der Nähe der Stadt Smolensk sei technisch in einwandfreiem Zustand gewesen. Wegen des Nebels soll dem Piloten angeboten worden sein, in der weißrussischen Stadt Minsk zu landen oder nach Warschau umzukehren, berichteten russische Medien. Demnach habe der Pilot eigenmächtig gehandelt. Das Flugzeug war in einen Wald gestürzt.

Die Unglücksmaschine war zuletzt im Dezember in der Werkstatt zur Generalüberholung, sagte der Generaldirektor der russischen Flugzeugfirma Awiakor, Alexej Gussew. Die nun in Smolensk abgestürzte Maschine habe die auf den TU-154-Bau spezialisierte Werkstatt in tadellosem Zustand verlassen. Die Wartung sei in polnischen Händen gewesen, sagte Gussew im russischen TV-Sender Westi. Dennoch war auf polnischer Seite in der Vergangenheit bereits darauf hingewiesen worden, dass die veralteten Maschinentypen ausgewechselt werden müssten. Polens Ex-Premier Leszek Miller, der 2003 einen Hubschrauberabsturz überlebt hatte, sagte gegenüber polnischen Medien, er habe so ein Unglück erwartet.

Rußlands Staatspräsident Dmitrij Medwedjew setzte eine Untersuchungskommission unter Leitung von Ministerpräsident Wladimir Putin ein. Kaczyński war auf dem Weg nach Katyn, um der polnischen Opfer des Massakers zu gedenken, das sowjetische Geheimpolizisten 1940 dort an rund 22.000 polnischen Offizieren und Intellektuellen verübt hatten. An Bord des Flugzeugs waren auch der polnische Zentralbankchef Slawomir Skrzypek, Armeechef Franciszek Gagor sowie der stellvertretende Außenminister Andrzej Kremer. Mit dem Präsidenten flogen nach offiziellen Angaben auch Angehörige von Polen, die in Katyn ermordet wurden.