Kindesmissbrauch Bergmann verlangt finanzielle Zusagen

Die neue Missbrauchsbeauftragte fordert, am Runden Tisch nicht nur die Vergangenheit aufzuarbeiten. Es brauche Geld, um den Missbrauchsopfern von heute zu helfen.

Fordert Geld für Beratungs- und Betreuungsangebote: die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann (SPD, Archivfoto)

Fordert Geld für Beratungs- und Betreuungsangebote: die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann (SPD, Archivfoto)

Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Christine Bergmann (SPD), hat ihre Erwartungen an den Runden Tisch zum Kindesmissbrauch konkretisiert. Keineswegs sei nur die Vergangenheitsbewältigung ein Thema, sagte sie der Berliner Zeitung. "Es geht auch darum zu sagen, was passiert eigentlich heute? Wo braucht es mehr Fortbildung, mehr Beratung, mehr Angebote?"

Maßnahmen zur Beratung, Betreuung und Aufklärung müssten ausgebaut werden. "Zum Nulltarif gibt es das nicht", fügte Bergmann hinzu. Sie erwarte von den Teilnehmern des Runden Tisches konkrete finanzielle Zusagen. "Und zwar verbindlich und nicht nur für das nächste Haushaltsjahr."

Anzeige

Der von der Bundesregierung eingesetzte Runde Tisch gegen sexuellen Kindesmissbrauch kommt am Freitag erstmals zusammen. Die 61 Teilnehmer wollen über Hilfen für die Opfer beraten und Konzepte zur Vorbeugung entwickeln. Er wird von den Ministerinnen Kristina Schröder (CDU, Familie), Annette Schavan (CDU, Bildung) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP, Justiz) geleitet.

Bei dem ersten Treffen sollen zwei Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Die erste befasst sich unter Leitung der Familienministerin mit Fragen der Prävention, Intervention und der Information, die zweite unter Leitung der Justizministerin mit der Durchsetzung des Strafanspruches und rechtspolitischen Folgerungen. Außerdem sollen die Anerkennung der Leiden der Opfer und daraus folgende Entschädigungsansprüche diskutiert werden. Ein Zwischenbericht des Runden Tisches wird zum Jahresende erwartet.

Auch mit materiellen Entschädigungen für die Betroffenen werde man sich befassen, kündigte Bergmann an. "Dabei geht es nicht nur um Geldzahlungen, sondern auch um konkrete Hilfen wie Psychotherapien." Der Runde Tisch werde zudem über Verjährungsfristen, Führungszeugnisse und eine generelle Anzeigepflicht reden und Präventionskonzepte erarbeiten.

Leutheusser-Schnarrenberger appellierte an die Teilnehmer, jenseits parteipolitischer Interessen nach raschen Antworten zu suchen. Dem Hamburger Abendblatt sagte sie: "Der institutionalisierte Dialog über Prävention und Aufarbeitung sollte mit großer Ernsthaftigkeit, jenseits parteipolitischer Interessen geführt werden." Vor allem die Fragen der Aufarbeitung bedürften gründlicher und schneller Antworten. Die Ministerin kündigte an, dem Auftakt werde ein "ehrgeiziger Fahrplan" folgen.

Familienministerin Schröder sagte im ZDF, am Ende des Runden Tisches sollten konkrete Forderungen und Selbstverpflichtungen für Institutionen und Staat stehen. Letztere zielten unter anderem auf Änderungen in den Schulen, bei der Ausbildung und in der Frage der Entschädigung ab. Sie erneuerte ihre Forderung nach einem erweiterten polizeilichen Führungszeugnis für alle, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen. Dieses solle auch aufführen, "wenn jemand Kinderpornografie konsumiert hat und dafür verurteilt wurde", sagte Schröder.

Bundesbildungsministerin Schavan erwartet von dem Runden Tisch eine lückenlose Aufklärung der Missbrauchsfälle. "Institutionen schützen sich nicht dadurch, dass sie zu sehr den Blick auf sich selbst gerichtet haben", sagte Schavan der Schwäbischen Zeitung. Ihr Augenmerk liege besonders bei der Vorbeugung. Dabei gehe es auch um die Weiterbildung der Pädagogen zur Früherkennung von Missbrauch.

Aus der Opposition kam Kritik an der Aufklärungsarbeit der Kirchen. Nach Ansicht der Vorsitzenden der Jugend- und Familienkonferenz der Länder, Manuela Schwesig (SPD), müssen die Kirchen viel mehr tun, um sexuellen Missbrauch in den eigenen Reihen aufzuklären. Schwesig, die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern ist, sagte der Frankfurter Rundschau, es dürfe bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der Kirche "keine Salami-Taktik wie bei Walter Mixa geben".

Der Augsburger Bischof hatte lange abgestritten, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder geohrfeigt zu haben, bevor er jetzt seinen Rücktritt einreichte. "Entweder sie tut endlich alles, um aufzuklären, oder sie bleibt eine Wagenburg", sagte Schwesig an die Adresse der Kirche. 

Leser-Kommentare
    • 2cents
    • 23.04.2010 um 10:40 Uhr

    Die ganze Mißbrauchsdiskussion hat sicher den erstrebenswerten Effekt auf das Problem Mißbrauch aufmerksam zu machen und Wege zu finden Opfer zu entschädigen und Mißbrauch in Zukunft reduzieren.

    Was mich wundert ist das kein Mensch darüber zu reden scheint, das der meiste Mißbrauch doch innerhalb der eigenen vier Wände stattfindet. Die Opfer die in Klöstern,auf Internaten oder in DDR-Heimen waren sind Teil der öffentlichen Diskussion, aber die grpße Mehrheit die in den eigenen Familien Opfer waren, sind und werden nicht.

    Wahrscheinlich ist es einfacher auf etwas Fremdes, ausserhalb der eigenen Privatsphäre zu zeigen, selbst wenn gerade dort die meisten Opfer zu finden sind. Und es ist sicher auch einfacher einen Interessenverband ehemaliger Klosterschüler, Internatsschüler oder Heimkinder zu gründen, als einen Verband "ehemaliger" Familienmitglieder.

    • rubu
    • 23.04.2010 um 11:38 Uhr

    Als vor einigen Jahren die früheren Zustände in zumeist konfessionell geführten Kinderheimen (Zwangsarbeit, Folter, Vergewaltigung) in den Blick der Öffentlichkeit gelangten, war der allgemeine Bohei längst nicht so groß wie heute.
    Und das, obwohl die Zahl der betroffenen Heimkinder um Größenordnungen größer ist, als die der betroffenen Domspatzen und Internatsschüler.
    Auch wird heute von verschiedenen Seiten die Frage nach einer Entschädigung gestellt.
    Als ehemalige Heimkinder wagten dies zu fordern, wurde diese Forderung, auch und gerade durch die Politik, als "der Aufklärung abträglich" abgelehnt.

    Man könnte zu dem Schluss kommen, dass Heimkinder irgendwie unwichtiger sind als andere Kinder.
    Irgendwie Menschen zweiter Klasse.
    Untermenschen, die selber Schuld sind an ihrem Schicksal?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Atan
    • 23.04.2010 um 12:33 Uhr

    weil dass ein viel zum umfassendes Thema ist, welches die ganze Gesellschaft betrifft. Und die harsche Behandlung der Heimkinder basierte ebenfalls auf einem umfassenden Konsens der damaligen Gesellschaft. Die Skandalisierung eines Verhaltens funktioniert nur, wenn man einen Schuldigen präsentieren kann (dessen Habitus idealerweise noch der Mehrheit der Gesellschaft und der Medienschaffenden fernsteht).
    Für die Heimkinder waren alle verantwortlich und somit letztlich niemand. Und wer in seiner Familie missbraucht wird, hat schlicht ein hartes persönliches Schicksal, weil fast alle Menschen in Familien leben und somit wieder kein Schuldiger benannt werden kann.
    Ohne klaren Schuldigen/"Feind" keine Kampagne, das ist quasi ein Marktgesetz des Journalismus.

    Zum anderen waren "Heimkinder" in der 68er-Bewegung leider nur deshalb so wichtig, weil sie in einer bestimmten Theorie des Widerstands als besonders geeignete Gruppe für den revolutionären Kampf definiert wurden; nachdem allerdings die völlig andere Sozialisation von Heimkind und Student klar wurde, verloren die 68er-Aktivisten das Interesse.

    Trauriges Fazit: einmal ganz unten, immer ganz unten.
    (Und wenn nicht irgendwann ein Modemacher die "Armenhaus-Couture" kreiert, oder ein Management-Guru seine Erfahrungen im Kinderheim als Grundlage seiner Karriere entdeckt, wird das leider auch so bleiben.)

    • Atan
    • 23.04.2010 um 12:33 Uhr

    weil dass ein viel zum umfassendes Thema ist, welches die ganze Gesellschaft betrifft. Und die harsche Behandlung der Heimkinder basierte ebenfalls auf einem umfassenden Konsens der damaligen Gesellschaft. Die Skandalisierung eines Verhaltens funktioniert nur, wenn man einen Schuldigen präsentieren kann (dessen Habitus idealerweise noch der Mehrheit der Gesellschaft und der Medienschaffenden fernsteht).
    Für die Heimkinder waren alle verantwortlich und somit letztlich niemand. Und wer in seiner Familie missbraucht wird, hat schlicht ein hartes persönliches Schicksal, weil fast alle Menschen in Familien leben und somit wieder kein Schuldiger benannt werden kann.
    Ohne klaren Schuldigen/"Feind" keine Kampagne, das ist quasi ein Marktgesetz des Journalismus.

    Zum anderen waren "Heimkinder" in der 68er-Bewegung leider nur deshalb so wichtig, weil sie in einer bestimmten Theorie des Widerstands als besonders geeignete Gruppe für den revolutionären Kampf definiert wurden; nachdem allerdings die völlig andere Sozialisation von Heimkind und Student klar wurde, verloren die 68er-Aktivisten das Interesse.

    Trauriges Fazit: einmal ganz unten, immer ganz unten.
    (Und wenn nicht irgendwann ein Modemacher die "Armenhaus-Couture" kreiert, oder ein Management-Guru seine Erfahrungen im Kinderheim als Grundlage seiner Karriere entdeckt, wird das leider auch so bleiben.)

    • Atan
    • 23.04.2010 um 12:33 Uhr

    weil dass ein viel zum umfassendes Thema ist, welches die ganze Gesellschaft betrifft. Und die harsche Behandlung der Heimkinder basierte ebenfalls auf einem umfassenden Konsens der damaligen Gesellschaft. Die Skandalisierung eines Verhaltens funktioniert nur, wenn man einen Schuldigen präsentieren kann (dessen Habitus idealerweise noch der Mehrheit der Gesellschaft und der Medienschaffenden fernsteht).
    Für die Heimkinder waren alle verantwortlich und somit letztlich niemand. Und wer in seiner Familie missbraucht wird, hat schlicht ein hartes persönliches Schicksal, weil fast alle Menschen in Familien leben und somit wieder kein Schuldiger benannt werden kann.
    Ohne klaren Schuldigen/"Feind" keine Kampagne, das ist quasi ein Marktgesetz des Journalismus.

    Zum anderen waren "Heimkinder" in der 68er-Bewegung leider nur deshalb so wichtig, weil sie in einer bestimmten Theorie des Widerstands als besonders geeignete Gruppe für den revolutionären Kampf definiert wurden; nachdem allerdings die völlig andere Sozialisation von Heimkind und Student klar wurde, verloren die 68er-Aktivisten das Interesse.

    Trauriges Fazit: einmal ganz unten, immer ganz unten.
    (Und wenn nicht irgendwann ein Modemacher die "Armenhaus-Couture" kreiert, oder ein Management-Guru seine Erfahrungen im Kinderheim als Grundlage seiner Karriere entdeckt, wird das leider auch so bleiben.)

    Antwort auf "Zweierlei Maß"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • rubu
    • 23.04.2010 um 13:33 Uhr

    Es ging mir nicht um die Benennung von Schuldigen.
    Es ging mir nicht um die Probleme bei der Skandalisierung eines Verhaltens.
    Es ging mir um den unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Opfergruppen. Um Opfer erster und Opfer zweiter Klasse.

    Und was soll der Seitenhieb auf "die" Achtundsechziger?
    Auch wenn die Heimkinder damals instrumentalisiert worden sein sollten, hat sich für sie doch danach Vieles zum Besseren gewendet. Woran man sieht, dass sich manches skandalisieren lässt, was zuvor gesellschaftlicher Konsens war.

    • rubu
    • 23.04.2010 um 13:33 Uhr

    Es ging mir nicht um die Benennung von Schuldigen.
    Es ging mir nicht um die Probleme bei der Skandalisierung eines Verhaltens.
    Es ging mir um den unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Opfergruppen. Um Opfer erster und Opfer zweiter Klasse.

    Und was soll der Seitenhieb auf "die" Achtundsechziger?
    Auch wenn die Heimkinder damals instrumentalisiert worden sein sollten, hat sich für sie doch danach Vieles zum Besseren gewendet. Woran man sieht, dass sich manches skandalisieren lässt, was zuvor gesellschaftlicher Konsens war.

  1. 4. Kohle

    Ein paar Kirchen verkaufen, die sowieso meistens leerstehen, dann klappt das schon.

  2. bei all den Missbrauchsfällen, die nun mehr und mehr in Internaten, Klosterschulen oder Sportvereinen aufgedeckt werden und die der größten Zahl der Bevölkerung jetzt als erschreckend und ungeheuerlich vorkommen, sollte man nie vergessen, dass Brutalität, Missbrauch und Sadismus überall in deutschen Häusern - ob privat oder öffentlich - an der Tagesordnung waren. Als 49er Jahrgang wurde ich zu Hause bis zu meinem 15. Lebensjahr in übelster Weise malträtiert: mit Schlägen (Lederriemen, Stock, Schuhen), Ohrfeigen, auf Holzscheiten knien, vom Essen ausgeschlossen werden, im Keller einsperren, Fronarbeit verrichten. Und in der Schule ging es weiter: Lehrer, die mit Linealen auf die Finger ballerten, Ohrfeigen verteilten, die Ohren umdrehten, in die Wangen kniffen. Das war eine der vielen dunklen Seiten der Adenauerära und der psychisch gestörten Nazimitläufer.
    Dieses Trauma begleitet mich bis heute, das führte zu Therapien. Es darf nicht sein, dass nur der Missbrauch und die Brutalität in geschlossenen Systemen angeprangert wird, nein, alles muss auf den Tisch, denn die Väter, die zu Hause zuschlugen waren auch Lehrer und schlugen dann im Unterricht zu. Es gab kein Entkommen und die 68er Bewegung war ganz eindeutig der Aufstand gegen diese wertverkommene und moralisch und ethisch fehlgeleitete Generation der Väter, der Täter.
    So möchte ich in der ZEIT auch lesen, wie der Alltag in deutschen Stuben und öffentlichen Schulen war - nicht nur in Elitegymnasien.

    Jeannotloup

    • rubu
    • 23.04.2010 um 13:33 Uhr

    Es ging mir nicht um die Benennung von Schuldigen.
    Es ging mir nicht um die Probleme bei der Skandalisierung eines Verhaltens.
    Es ging mir um den unterschiedlichen Umgang mit verschiedenen Opfergruppen. Um Opfer erster und Opfer zweiter Klasse.

    Und was soll der Seitenhieb auf "die" Achtundsechziger?
    Auch wenn die Heimkinder damals instrumentalisiert worden sein sollten, hat sich für sie doch danach Vieles zum Besseren gewendet. Woran man sieht, dass sich manches skandalisieren lässt, was zuvor gesellschaftlicher Konsens war.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Atan
    • 23.04.2010 um 14:33 Uhr

    sondern als Erklärung, wieso trotz der so notwendigen "Heimkampagne" der 68er nach den Reformen der siebziger Jahre das Thema wieder vergessen wurde.
    Und das ein Skandal nur mit einfach zu benennenden Schuldigen funktioniert ist eben der Grund, dass es Opfer erster und zweiter Klasse. Es gab hier in der Zeit vor Wochen einen einzigen Artikel (vom Tagesspiegel übernommen), wo genau kritisiert wurde, dass die aktuelle Missbrauchsdiskussion vom runden Tisch über die Heimerziehung getrennt wurde. Resonanz null, es folgte wieder monoton ein Artikel über die Kirche nach dem anderen, mit Einsprengseln von Odenwald. Heimkinder sind schlicht uninteressant, bei der Kirche kann jeder was sagen, und zum Odenwald kann man über die gefallenen Lichtgestalten der Reformpädagogik lamentieren.
    1000 verprügelte Kinder reichen nun mal nicht an umfangreiche Spekulationen über 1 schweigenden Hentig oder Papst ran.

    • Atan
    • 23.04.2010 um 14:33 Uhr

    sondern als Erklärung, wieso trotz der so notwendigen "Heimkampagne" der 68er nach den Reformen der siebziger Jahre das Thema wieder vergessen wurde.
    Und das ein Skandal nur mit einfach zu benennenden Schuldigen funktioniert ist eben der Grund, dass es Opfer erster und zweiter Klasse. Es gab hier in der Zeit vor Wochen einen einzigen Artikel (vom Tagesspiegel übernommen), wo genau kritisiert wurde, dass die aktuelle Missbrauchsdiskussion vom runden Tisch über die Heimerziehung getrennt wurde. Resonanz null, es folgte wieder monoton ein Artikel über die Kirche nach dem anderen, mit Einsprengseln von Odenwald. Heimkinder sind schlicht uninteressant, bei der Kirche kann jeder was sagen, und zum Odenwald kann man über die gefallenen Lichtgestalten der Reformpädagogik lamentieren.
    1000 verprügelte Kinder reichen nun mal nicht an umfangreiche Spekulationen über 1 schweigenden Hentig oder Papst ran.

    • honett
    • 23.04.2010 um 14:19 Uhr

    .. die USA haben eine Zentralkartei in die man seine Postleitzahl eingibt und sehen kann wer im Umkreis von z.B. drei Kilometern als vorbetraft registriert ist (siehe county 'criminal records search' und 'sex offender search')

    • Atan
    • 23.04.2010 um 14:33 Uhr

    sondern als Erklärung, wieso trotz der so notwendigen "Heimkampagne" der 68er nach den Reformen der siebziger Jahre das Thema wieder vergessen wurde.
    Und das ein Skandal nur mit einfach zu benennenden Schuldigen funktioniert ist eben der Grund, dass es Opfer erster und zweiter Klasse. Es gab hier in der Zeit vor Wochen einen einzigen Artikel (vom Tagesspiegel übernommen), wo genau kritisiert wurde, dass die aktuelle Missbrauchsdiskussion vom runden Tisch über die Heimerziehung getrennt wurde. Resonanz null, es folgte wieder monoton ein Artikel über die Kirche nach dem anderen, mit Einsprengseln von Odenwald. Heimkinder sind schlicht uninteressant, bei der Kirche kann jeder was sagen, und zum Odenwald kann man über die gefallenen Lichtgestalten der Reformpädagogik lamentieren.
    1000 verprügelte Kinder reichen nun mal nicht an umfangreiche Spekulationen über 1 schweigenden Hentig oder Papst ran.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service