Britische und irische Zeitungen haben die Missbrauchsfälle in Irland bereits chronologisiert. Quellen der folgenden Chronologie sind The Irish Times, The Guardian sowie The Independent.

1990

Die katholische Kirche in Irland formt ein Komitee, das Konsequenzen in zukünftigen Missbrauchsfällen festlegen soll. Das Komitee wird von Bischof Laurence Forristal aus der Diözese Ossory geleitet.

1994

Juni
Priester Brendan Smyth aus dem Norbertiner-Orden wird in Nord-Irland wegen Kindesmissbrauchs zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Er wird in 17 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Zuvor hatte der Orden ihn über Jahrzehnte in irischen und amerikanischen Diözesen immer wieder versetzt und ihn so vor dem Zugriff der britischen Justiz geschützt.

November
Brendan Smyth hält sich in Irland auf und soll nach Nordirland ausgeliefert werden. Doch der irische Generalstaatsanwalt verzögert das Verfahren über Monate. Die Regierungskoalition bricht infolgedessen auseinander, die gesamte irische Regierung tritt zurück.

1995

April
Andrew Madden tritt als erstes Opfer priesterlichen Missbrauchs an die Öffentlichkeit. Er sagt, die Diözese Dublin habe ihm 35.000 Euro gezahlt, um diesen Schritt zu verhindern. Die irische Presse spricht von einer Entschädigungszahlung. Maddens Gang an die Öffentlichkeit treibt Hunderte weitere Opfer an, die Kirche zivilrechtlich zu verklagen.

Mai
Erzbischof Desmond Connell behauptet, die Erzdiözese Dublin habe keine Entschädigungen gezahlt.

Juni
Ein Pfarrer aus Dublin wird wegen Kindesmissbrauchs zu zwölf Monaten Haft verurteilt. Der Pfarrer Daniel Curran aus Belfast wird wegen desselben Vergehens zu sieben Jahre Haft verurteilt.

September
In einer Sendung des irischen öffentlich-rechtlichen Senders RTÉ wird Priester Ivan Payne als Missbrauchstäter von Andrew Madden genannt. Erzbischof Connell droht mit Klage, sollte jemand öffentlich behaupten, er habe die Entschädigung für Madden auf den Weg gebracht. Es kommt nie zu einer Anklage.

Oktober
Die Zeitung The Irish Times macht einen weiteren Fall finanzieller Entschädigung öffentlich: Ein Pfarrer aus Dublin soll 55.000 Euro an einen Mann gezahlt haben, den er als Kind missbraucht hat.