Misshandlungsvorwürfe Mixa gesteht Ohrfeigen
Der Bischof räumt ein, Kinder körperlich gezüchtigt zu haben. Damit überführt er sich selbst der Lüge: Bisher hatte er alle Misshandlungsvorwürfe zurückgewiesen.
© Rolf Haid/dpa

Kann sich an "die die eine oder andere Watschn" erinnern: Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa
Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat in der Auseinandersetzung um körperliche Züchtigungen im Kinderheim St. Josef in Schrobenhausen "Ohrfeigen" eingeräumt. "Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschn von vor zwanzig oder dreißig Jahren natürlich nicht ausschließen kann", teilte Mixa schriftlich mit. "Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch." Mixa sagte: "Falls es zu Ohrfeigen gekommen sein sollte, bedauere ich das heute aufrichtig. Meine Einladung zum Gespräch an die Frauen und Männer, die Vorwürfe gegen mich erhoben haben, bleibt bestehen."
Der vom Kinderheim St. Josef eingesetzte Sonderermittler zu Misshandlungsvorwürfen an Heimkindern, Sebastian Knott, legt heute einen ersten Bericht vor. Hintergrund ist neben den Misshandlungsvorwürfen auch der Verdacht, er sei mit Finanzmitteln der Heimstiftung bei der Anschaffung umstrittener Kunstobjekte fehlerhaft umgegangen. Beim Ankauf von Kunstwerken hatte Mixa finanztechnische Versäumnisse ohne Absicht eingeräumt.
Alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe hatte Mixa wiederholt als unwahr zurück gewiesen. Zu den Vorwürfen sagte Mixa, dass er "zu keiner Zeit gegen Kinder und Jugendliche körperliche Gewalt in irgendeiner Form angewandt habe". Mit den "Ohrfeigen" gesteht Mixa nun ein, dass er gelogen hat. Dem Bischof wird in mehreren eidesstattlichen Erklärungen vorgeworfen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Kinder mit der Faust, Stock oder Teppichklopfer brutal geschlagen zu haben.
- Datum 16.04.2010 - 11:04 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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Der eine lügt, der andere schlägt, mancher tut beides.
Als Bischof natürlich ungünstig, wenn man moralische Autorität beansprucht - aber das wird Mixa wohl in Zukunft nicht mehr tun.
Bleibt nur noch die Frage nach dem Auftreten gegenüber den damaligen Kindern. Als die Vorwürfe aufkamen, waren sie schliesslich noch "absurd, unwahr und offenbar in der Absicht erfunden, den Bischof persönlich zu diffamieren."
Das sind sie nun ja scheinbar nicht mehr so ganz.
Damals behielt sich das Bistum auch vor, gegen die ehemaligen Heimkinder "zivilrechtlich und strafrechtlich" vorzugehen. Ich hoffe, zumindest diese Drohung - so unverschämt sie von Anfang an war - ist nun zumindest vom Tisch.
...recht, wenn er sagt, Watschn seien damals üblich gewesen. Zumindest waren sie das in NRW, Hessen, BW und Bayern und wurden erst im Verlauf ab Mitte der 70er als Strafe durch andere abgelöst. Es gab natürlich Schulen, die anders ausgerichtet waren und es gab Schüler, die den Schutz ihrer Eltern genossen. Das waren aber die ausgesprochene Ausnahme noch Ende der 60er. Das wissen die Personen, die damals auf Schule waren.
Ob man einem Lehrer der Zeit vorwerfen kann, dass er tat, was dem Zeitgeist entsprach und von ihm erwartet wurde, ist eigentlich die Frage hier. Wenn ich bedenke, dass die Juristen der Zeit zwischen '35 und '45 nach '45 wieder Menschen verurteilen durften, so finde ich die Diskussion schon recht absurd, wie sie hier momentan geführt wird.
...recht, wenn er sagt, Watschn seien damals üblich gewesen. Zumindest waren sie das in NRW, Hessen, BW und Bayern und wurden erst im Verlauf ab Mitte der 70er als Strafe durch andere abgelöst. Es gab natürlich Schulen, die anders ausgerichtet waren und es gab Schüler, die den Schutz ihrer Eltern genossen. Das waren aber die ausgesprochene Ausnahme noch Ende der 60er. Das wissen die Personen, die damals auf Schule waren.
Ob man einem Lehrer der Zeit vorwerfen kann, dass er tat, was dem Zeitgeist entsprach und von ihm erwartet wurde, ist eigentlich die Frage hier. Wenn ich bedenke, dass die Juristen der Zeit zwischen '35 und '45 nach '45 wieder Menschen verurteilen durften, so finde ich die Diskussion schon recht absurd, wie sie hier momentan geführt wird.
... erst wird Jahrzehntelang vertuscht, dann wird gelogen und die Opfer bedroht, jetzt also Verharmlosung der Taten.
Diese Art der Vergangenheitsbewältigung scheint typisch für die kath. Kirche zu sein... oder für die alten und verknöcherten Männer, die da an der Spitze sitzen und "wider den Zeitgeist" geifern.
Wobei ich vermute, dass selbst bei völligem Zutreffen der Prügel-Vorwürfe das Herz von Mixa "zu 100% rein" wäre, schließlich ist er als geistger Brandstifter ohnehin der Typ dazu.
Die Art der Vergangenheitsbewältigung hat nichts mit der kath. Kirche zu tun. Es ist die Art, mit der die Täter und Täterinnen ihr Handeln schon immer gerechtfertigt und entschuldigt haben - und TäterInnen finden Sie in allen Gesellschaftschichten und -bereichen.
Die Art der Vergangenheitsbewältigung hat nichts mit der kath. Kirche zu tun. Es ist die Art, mit der die Täter und Täterinnen ihr Handeln schon immer gerechtfertigt und entschuldigt haben - und TäterInnen finden Sie in allen Gesellschaftschichten und -bereichen.
Nur sind gerade für Kinder (aber auch für Erwachsene) Schläge ins Gesicht besonders eine psychische Demütigung...aber was weiß ein Kirchenmann schon davon...
Seit Wochen eine Schande für die katholische Kirche !
Seit Wochen Lügen, Verschleiern und keinerlei Einsicht mit den Opfern chrsistlich umzugehen.
Wer als Mann dem Zölibat zustimmt, um ein Amt in der Kirche auszuüben, der soll der Kastration im Vorfeld zustimmen !
Ein kranker Sexualtrieb gepaart mit Macht und Unterwerfung von wehrlosen Opfern kann nur mit der Kastration bekämpft werden. Das ist medizinisch erwiesen.
Warum tun sie es dann.
Zitat:
"Ein kranker Sexualtrieb gepaart mit Macht und Unterwerfung von wehrlosen Opfern kann nur mit der Kastration bekämpft werden. Das ist medizinisch erwiesen."
Das ist einfach nur Unsinn und keinesfalls erwiesen.
Däumling
Warum tun sie es dann.
Zitat:
"Ein kranker Sexualtrieb gepaart mit Macht und Unterwerfung von wehrlosen Opfern kann nur mit der Kastration bekämpft werden. Das ist medizinisch erwiesen."
Das ist einfach nur Unsinn und keinesfalls erwiesen.
Däumling
"Vor zwanzig oder dreißig Jahren", also 1980-1990 "war die eine oder andere Watschn normal"? Wo? Ich bin 1970-1984 in Bayern zur Schule gegangen und habe nie auch nur davon gehört, dass an einer meiner Schulen ein Schüler geohrfeigt worden wäre.
Vielleicht mag sowas in katholischen Waisenhäusern "normal" gewesen sein. Wo Schüler unter dem Schutz ihrer Eltern standen, war es völlig undenkbar. Was die Sache erst so richtig widerwärtig macht.
ist Mixa von 68ern zu den Ohrfeigen angestiftet worden.
... es nur Ohrfeigen waren!
... es nur Ohrfeigen waren!
... es nur Ohrfeigen waren!
... wie diese Menschen, die angeblich der Wahrhaftigkeit verpflichtet sind, sich verhalten. Gewalt, Lüge, Diffamierung der Opfer - ich finde dieses Verhalten erschreckend, wenn auch nicht verwunderlich, wenn man sich den Gesamtapparat anschaut, innerhalb dessen das ablief.
Es darf nicht mehr im eigenen Saft gekocht und nach Aussen getäuscht werden!
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