Der Fall Mixa Es wird eng für den Bischof

Walter Mixa will nicht mehr ausschließen, Ohrfeigen gegeben zu haben. Und ein Untersuchungsbericht wirft ihm finanzielles Missmanagement vor.

Als die Vorwürfe und Anschuldigungen Anfang des Monats auf Bischof Walter Mixa niederprasselten, keilte er zurück, wie man es von ihm gewöhnt ist: Laut im Ton, vehement im Widerspruch, ohne Rücksicht auf Verluste.

Kaum waren die Vorwürfe der körperlichen Züchtigung in der Welt, drohte das Bistum den Opfern mit rechtlichen Schritten. Via Bild am Sonntag ließ Mixa wissen: "Ich habe ein reines Herz."

Anzeige

Inzwischen hat der Geistliche aber nicht mehr ausgeschlossen, dass es "Ohrfeigen" gegeben habe. Und das just bevor der Sonderermittler Sebastian Knott seinen Bericht über finanzielle Zweckentfremdungen Mixas in dessen Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer vorgelegt hatte. Mit seiner Aussage gab Mixa indirekt zu, zuvor die Unwahrheit gesagt zu haben. Also ein Lügner zu sein, so wie er es denen vorgeworfen hat, die ihn beschuldigt hatten.

Wenn das schon für einen Politiker ein Rücktrittsgrund darstellt, dann fällt dies bei einem Bischof schwerer ins Gewicht. Denn nur Glaubwürdigkeit allein garantiert die Autorität seines Amts, ihr Verlust unterminiert sie. Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann erkannte dies nach ihrer Promillefahrt schnell – und trat umgehend zurück.

Es wird demnach eng für Bischof Mixa. Als ob die Vorwürfe der körperlichen Züchtigung nicht schon gravierend genug waren, sah sich der Bischof zuletzt auch dem Vorwurf ausgesetzt, mit Finanzmitteln einer Waisenhausstiftung bei der
 Anschaffung umstrittener Kunstobjekte fehlerhaft umgegangen zu sein. Dazu hat der Sonderermittler Rechtsanwalt Knott umfangreiches Material vorgelegt. Knott sagte auf der Pressekonferenz: "Die stiftungsfremde Verwendung von Finanzmitteln wurde auch durch Bischof Mixa vorgenommen." Neben der Beschaffung von antiquarischen Möbeln gehörten beispielsweise auch Uhrenreparaturen, Teppiche und Ausgaben für Weine in Höhe von 2000 Euro im Jahr dazu.

Satzungswidrige Verwendung

Zahlreiche Gegenstände sind von der Pfarrei, der Bischof Mixa vorstand, eingekauft und über die Waisenhausstiftung Schrobenhausen bezahlt worden - was unzulässig war.

Satzungswidrige Verwendung von Finanzmitteln für Dritte:

Uhren-Reparatur für 940,46 DM
Zimmereinrichtung für 21.000 DM
Bischofsring für 3.854,34 DM

Stiftungsfremde Anschaffungen

Solarium und Extra-Röhren für 6.051,73 DM
Kunstgegenstände für 136.500 DM, die aber nur 68.500 DM wert waren
Weine für 11.114,42 DM
Korkenzieher für 279,9 DM

Walter Mixa ist seit 2005 Bischof von Augsburg und war im Jahr 2000 auch zum Katholischen Militärbischof für die Bundeswehr ernannt worden. Wie lange wird der Staat so einem Militärbischof noch tatenlos zusehen? Der Militärbischof wird bislang vom heiligen Stuhl einvernehmlich bestimmt. Dies gründet auf das Reichskonkordat, einem Vertrag zwischen Kirche und Staat. Solange sich Mixa als Militärbischof keines Vergehens schuldig macht, wird der Staat keinen Grund haben, um bei der katholischen Kirche mal vorsichtig anzufragen.

Leser-Kommentare
  1. Wir können hier viel über Menschenkenntnis lernen. Jemanden, der in Bedrängnis kommt wegen Geldgeschäften, jemanden, den man jetzt wohl öffentlich der Lüge zichtigen darf, jemanden, der wohl ein sehr verqueres Verständnis von Erziehung hat, den wurde hier zum Bischof gemacht.

    Mein Rat an Herrn Mixa, in ein Kloster zu gehen und nachzudenken, halte ich aufrecht. Und das meine ich wirklich ernst. Ich denke, Meditation über Mitgefühl, über Achtsamkeit, über Wahrheit täte ihm wirklich gut.

    Nicht viel besser scheint übrigens die Wahl von Overbeck für Essen zu sein. Nach dem Besuch bei Anne Will kann man diese Wahl ja wohl auch als fatal bezeichnen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die falscheste Wahl war die von Ratzinger selbst zum Papst und Stellvertreter Gottes. Vermutlich wurde er nur gewählt, weil er über entsprechende Kenntnisse der Verfehlungen seiner Kardinalskollegen verfügte - so wird Politik gemacht !

    • joG
    • 17.04.2010 um 8:14 Uhr

    ....sind Sie voreingenommen und Ihre Meinung unbeachtlich.

    Die falscheste Wahl war die von Ratzinger selbst zum Papst und Stellvertreter Gottes. Vermutlich wurde er nur gewählt, weil er über entsprechende Kenntnisse der Verfehlungen seiner Kardinalskollegen verfügte - so wird Politik gemacht !

    • joG
    • 17.04.2010 um 8:14 Uhr

    ....sind Sie voreingenommen und Ihre Meinung unbeachtlich.

  2. steckt voller Lüge, abwegige Verwendung und Unterschlagung von Stiftungsgeldern kommt hinzu, und also muß jetzt das Bistum gegen ihren Bischof die rechtlichen Schritte einleiten, die aus Kaltschnäuzigkeit den Opfern via Bild am Sonntag angedroht wurden. - Die Opfer allerdings sollte das Bistum nicht vergessen; ich bin gespannt darauf, wieviel Ehrlichkeit das Bistum aufbringen wird. - Der Mühlstein aus Matth. 18 hängt Herrn Mixa längst am Hals. -

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    obliegen dem Staat und das ist die Einleitung eines Strafverfahrens. Die Kirche hat höchstens vereinsinterne Regeln.
    Die Neutralisationstechniken des H. Mixa werden sichtbarer denn je. "Gottseidank" ist er seiner Verkleidung bald ledig.
    Wenn ich Opfer wäre, ich wüsste, was ich am nächsten Sonntag machen würde!

    • joG
    • 17.04.2010 um 8:17 Uhr

    ....momentan in DLF empfehlen.

    obliegen dem Staat und das ist die Einleitung eines Strafverfahrens. Die Kirche hat höchstens vereinsinterne Regeln.
    Die Neutralisationstechniken des H. Mixa werden sichtbarer denn je. "Gottseidank" ist er seiner Verkleidung bald ledig.
    Wenn ich Opfer wäre, ich wüsste, was ich am nächsten Sonntag machen würde!

    • joG
    • 17.04.2010 um 8:17 Uhr

    ....momentan in DLF empfehlen.

  3. Wenn Jesus so aufgebrezelt herumgelaufen wäre, hätte er bestimmt nicht einen Jünger überzeugen können.
    Wie weit hat sich die Kirche vom Glauben entfernt?
    Aussehen, auftreten und handeln stehen in krassem Widerspruch zur Lehre Christi.

  4. Ich finde der Herr Mixa sieht furchtbar aus, sah der rumgiftende Herr Overbeck in Schwarz mit großem Kreuz an großer Kette bei Anne Will aber auch.
    Zum beseren Verständnis der ganzen Angelegenheit empfehle ich die aktuelle DVD-Box von South Park "Die Passion".

  5. Die falscheste Wahl war die von Ratzinger selbst zum Papst und Stellvertreter Gottes. Vermutlich wurde er nur gewählt, weil er über entsprechende Kenntnisse der Verfehlungen seiner Kardinalskollegen verfügte - so wird Politik gemacht !

  6. Habe diesen unsäglich unerträglichen Herrn Overbeck auch gesehen. Musste allerdings kurz darauf umschalten, da mich eine schwere Übelkeit überkam.
    Der Klasse Herr Rether hat in der letzten Sendung aus der Anstalt das Auftreten dieses Herren entsprechend gewürdigt.
    Er hat mir dabei aus dem Herzen gesprochen, was bei ihm übrigens fast immer der Fall ist.
    Pirol und Schramm taten, wie immer, mit Erfolg ihr Bestes!

  7. Wenn man keine fundierten Kentnisse hat, soll man sich aus Diskussionen heraushalten. Bischof Mixa wurde von Papst Johannes-Paul II ernannt. Oder schreiben Sie hier mit weil Sie ein Kirchenhasser oder sogar Religionshasser sind?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    [Entfernt, bitte bemühen Sie sich um eine sachlich-argumentative Debatte und sehen Sie von persönlichen Beleidigungen ab. Danke. /Die Redaktion pt.]

    [Entfernt, bitte bemühen Sie sich um eine sachlich-argumentative Debatte und sehen Sie von persönlichen Beleidigungen ab. Danke. /Die Redaktion pt.]

  8. Herr Bischof Overbeck hat sich tapfer geschlagen. Herr Jörges hat gegiftet!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • sfgrw
    • 17.04.2010 um 7:46 Uhr

    sich oder auch andere?
    reicht schon, wenn er diejenigen deckt die tapfer andere geschlagen haben.

    • sfgrw
    • 17.04.2010 um 7:46 Uhr

    sich oder auch andere?
    reicht schon, wenn er diejenigen deckt die tapfer andere geschlagen haben.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service