UmweltkatastropheÖlaustritt viel höher als angenommen

In der untergegangenen Bohrinsel im Golf von Mexiko wurde ein drittes Leck entdeckt, aus dem tonnenweise Öl ins Meer sprudelt. Der Gouverneur von Louisiana hat Nothilfen beantragt.

Rückschlag im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Nach Angaben des Senders CNN fließt pro Tag fast fünf Mal so viel Öl ins Meer wie bisher angenommen. Mary Landry von der US-Küstenwache hatte bereits vor dieser neuen Hiobsbotschaft mitgeteilt, dass der Ölteppich auf dem Meer unter den derzeitigen Wetterbedingungen am Freitag die Küste des US-Bundesstaates Louisiana erreichen werde.

Um die ökologisch höchst empfindliche Fauna an der Küste seines Bundesstaats vor einer drohenden Ölpest zu schützen, hat der Gouverneur von Louisiana Nothilfen beantragt. Ausläufer des Ölteppichs könnten neuesten Vorhersagen zufolge bereits heute auf Land treffen, teilte Gouverneur Bobby Jindal mit. Er habe deshalb zusätzliche Mittel bei der US-Regierung beantragt. "Unsere höchste Priorität ist es, unsere Bürger und die Umwelt zu schützen", erklärte er. Die Zusatzmittel seien für seinen Bundesstaat "von entscheidender Bedeutung", um das Ausmaß der drohenden Naturkatastrophe abzumildern.

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Für Louisiana könnte der noch vor der Küste treibende Ölteppich verheerende Folgen haben: Die Sumpflandschaft an der Küste ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten, vor allem für Wasservögel. Zudem ist der Bundesstaat auf die Fischindustrie als Wirtschaftszweig angewiesen.

Experten haben unterdessen erstmals Feuer gegen die Ölverseuchung eingesetzt. Das Team des britischen Ölkonzerns BP fackelte einen kleinen Teil des Ölteppichs ab. Zugleich bereiteten sich die Behörden auf das Eintreffen des Ölteppichs an der Küste vor. Vögel an den Stränden würden rechtzeitig verscheucht, bevor der Film die Küste erreiche, etwa durch Feuerwerke und andere Lärmquellen, teilte Landry mit. Nach Angaben der Küstenwache wurden in den gefährdeten Regionen der US-Anrainerstaaten – neben Louisiana Mississippi, Alabama, Texas und Florida - insgesamt fünf Stationen zur Vorbereitung von Schutzmaßnahmen errichtet.

Das Abfackeln hatte sich unter anderem wegen der Wetterbedingungen um mehrere Stunden verzögert. Zuvor war der Teppich in verschiedene Streifen unterteilt worden, um diese dann – jeweils abgetrennt durch ein flammenhemmendes Mittel – einzeln nacheinander in Brand zu stecken. Dabei wurde einkalkuliert, dass jedes Feuer etwa eine bis eineinhalb Stunden andauert. Die amerikanische Umweltbehörde EPA wollte die Maßnahme mit regelmäßigen Luftmessungen begleiten. Sobald die Werte das Sicherheitsmaß überstiegen, würde die Aktion abgebrochen, hieß es.

Der erste Brand war "eine Art Test" und dauerte daher nur 45 Minuten, sagte ein Sprecher der Küstenwache. Das Ergebnis werde zunächst geprüft und bewertet und danach über die nächsten Schritte entschieden.

Ausgelöst wurde die Ölkatastrophe durch eine verunglückte Bohrinsel: Die von BP geleaste Plattform war am Donnerstag vergangener Woche nach einer Explosion gesunken. Seitdem strömt täglich Rohöl aus Lecks in 1500 Metern Tiefe ins Meer. Bis Mittwochabend war von 140 Tonnen ausgegangen worden, die jeden Tag aus zwei Lecks sprudeln – nach den jüngsten Erkenntnissen ist zumindest nun das Ausmaß viel größer. Versuche, die bisher bekannten zwei Lecks mithilfe von Unterwasser-Robotern zu schließen, blieben erfolglos, dauern aber an.

Die Ölpest könnte sich zu einer der "bedeutendsten Ölkatastrophen der US-Geschichte" ausweiten, sagte Küstenwachensprecherin Landry mit Verweis auf den Untergang des Öltankers Exxon Valdez 1989. Damals hatten rund 50.000 Tonnen Öl die Küste im Süden Alaskas auf einer Länge von fast 2000 Kilometern verseucht. Es war die schlimmste Ölpest in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

 
Leserkommentare
  1. Obama im Urlaub oder was?

    Gut dass die Voegel keinem gehoeren, sonst verlangt nachher noch einer Schadenersatz. Capitalism, yeah baby...

    Moechte jemand wetten auf die CO2-Bilanz nachrechnen? Man spart den Transport und die Verarbeitung bis zum Endverbraucher, aber andererseits verbrennt das Feuer wohl sehr unsauber. Wenn selbst die Amis um die Luftwerte so weit draussen auf dem Meer besorgt sind, muss das nen ziemliches Schauspiel sein..

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    Die Menschen in Florida haben zumindest einen wahnsinns Sonnenuntergang.

    Die Menschen in Florida haben zumindest einen wahnsinns Sonnenuntergang.

    • Hickey
    • 29.04.2010 um 8:36 Uhr
    2. Rohöl

    Dabei enstehen viele giftige Stoffe, mit unserem benzin hat das ja nicht viel zu tun, darum die Besorgnis über die Luft.

  2. ... auf den Bühnen dieser Welt, gastiert der wohlbringende Kapitalisums wieder in heimischen Gefilden.

    http://www.3sat.de/page/?...

  3. Es ist garnicht klar ob der Ölteppich Menschenwerk ist. Der Golf von Mexico durchläuft natürliche Zyklen aufgrund von Sonnenwinden. Ausserdem wird der Markt sich selbst regulieren und weitere Ölteppiche verhindern. Überhaupt ist das Ganze nur durch Überregulierung zustande gekommen. Müssten sich die Ölfirmen nicht an so viel bürokratische Regeln halten, und hätten die Demokraten schon früher dem Ölabbau zugestimmt, wäre das nicht passiert. Viel schlimmer als der Ölteppich ist dass die Opposition jetzt versucht politisches Kapital draus zu schlagen.

    Man muss das Ganze auch mal von der guten Seite sehen: Jetzt können keine illegalen Moslems mehr übers mehr von Mexico in die USA kommen.

    [/Sarkasmus] (Brauch ich den?)

    Bei aller Tragödie muss ich ehrlich sagen, es hätte kein besseres Land treffen können. Vielleicht kann man den Ölschlick zu was nützlichem verwenden, zum Beispiel um ein paar Marktliberale drin zu ersäufen.

  4. Die Menschen in Florida haben zumindest einen wahnsinns Sonnenuntergang.

  5. Wenn man die Bilder sieht möchte man einfach nur heulen! Wir müssen weg vom Öl.

  6. die Erde ist wieviel Millionen oder Milliarden Jahre alt?
    Ist Öl nicht aus den Zyklen der Erde entstanden? Nur weil wir paar Vogel Fans haben wird hier so ein Drama draus gemacht.
    Die Erde wird das schon regulieren, auch wenns in Menschenlebenjahren "eine Ewigkeit" dauern wird, für die Erde ist das nicht mehr als eine Schweissperle. Die Erde wird nicht kaputt gehen, weder durch CO2 noch Atombomben. Wir dagegen schon, aber das ist halt der Gang der Dinge, wer zu dumm ist sich sozial mit seinem Umfeld zu arrangieren wird nur ein weiterer Fehlschritt in der langen grossen Evolutionsgeschichte der Erde sein. Und nach uns werden andere Lebewesen den Planeten bevölkern, denn auch wir sind nur Sternenstaub (alles in diesem Sonnensystem hat den Grundbaustoff Kohlenstoff).
    Also bitte nicht immer so dramatsich werden, WIR müssen die Erde retten, pah , wir müssen uns selber retten , die Erde kommt ohne uns ganz gut aus.
    Öl fliesst und brennt wird zu CO2 was von Bäumen und Pflanzen in Sauerstoff und Kohlenstoff aufgespalten wird, das erste geben Sie ab das zweite benutzen Sie als Baustoff selber. Könnte es nicht auch sein das wir einfach die Probleme kreieren weil wir den halben Planeten abgeholzt haben und die grüne Lunge noch zudem zuteeren, jeden Tag mehr, sodass der normale Regulationsprozess der Erde einfach nicht greifen kann.
    Aber zum Glück ist es diesmal ja so einfach, CO2 wars , Schluss! Lächerlich. Und wie haben wir es gelöst? Mit CO2 Steuer und Ablassbriefen! Plazeboeffekt!

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    > Also bitte nicht immer so dramatsich werden, WIR müssen die
    > Erde retten, pah , wir müssen uns selber retten , die Erde
    > kommt ohne uns ganz gut aus.

    [...]. Hauptsache du schreist nachher nicht rum, wenn dir einer deiner Menschenrechte spenstig macht.

    Verzichten Sie bitte auf Beleidigungen. Die Redaktion/vv

    > Also bitte nicht immer so dramatsich werden, WIR müssen die
    > Erde retten, pah , wir müssen uns selber retten , die Erde
    > kommt ohne uns ganz gut aus.

    [...]. Hauptsache du schreist nachher nicht rum, wenn dir einer deiner Menschenrechte spenstig macht.

    Verzichten Sie bitte auf Beleidigungen. Die Redaktion/vv

  7. geleast - von wem? Wurden die technischen Einrichtungen der Plattform überprüft? - Wer hat ein Interesse an dem Desaster? Wem gehört die British Petrol? -

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    gehört Transocean einem in der Schweiz ansässigen Internationalem Hochsee-Ölbohrunternehmen. Die kosten wird allerdings BP tragen.

    Wer hat Interesse an dem Disaster? Keiner? Muss immer jeamnd etwas absichtlich getan haben? Oder wollen sie darauf hinaus das greenpeace die Bohrinsel sabbotierte ? :)

    Die einfache Loesung ist meist die richtige.

    Wenn Dummheit und Ignoranz eine plausible Antwort sind, braucht es keine Verschwoerer und heimlichne Drahtzieher.

    BP weiss ganz genau warum sie sofort Schiffe rausgeschickt haben, noch bevor irgendwo von der Kuestenwache die Rede war. Das ist extrem schlechte Publicity und bei aller Kritik an den USA, ihre Gerichte sind fuer die hohen Geldstrafen beruehmt.

    gehört Transocean einem in der Schweiz ansässigen Internationalem Hochsee-Ölbohrunternehmen. Die kosten wird allerdings BP tragen.

    Wer hat Interesse an dem Disaster? Keiner? Muss immer jeamnd etwas absichtlich getan haben? Oder wollen sie darauf hinaus das greenpeace die Bohrinsel sabbotierte ? :)

    Die einfache Loesung ist meist die richtige.

    Wenn Dummheit und Ignoranz eine plausible Antwort sind, braucht es keine Verschwoerer und heimlichne Drahtzieher.

    BP weiss ganz genau warum sie sofort Schiffe rausgeschickt haben, noch bevor irgendwo von der Kuestenwache die Rede war. Das ist extrem schlechte Publicity und bei aller Kritik an den USA, ihre Gerichte sind fuer die hohen Geldstrafen beruehmt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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  • Schlagworte CNN | Bohrinsel | Brand | Exxon | Feuerwerk | Naturkatastrophe
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