Missbrauch Chronologie der Übergriffe

Seit Jahresbeginn werden immer neue Fälle von Missbrauch und Gewalt in kirchlichen und anderen Einrichtungen bekannt. Eine Chronologie der jüngst bekannt gewordenen Fälle.

Mai

18. Mai
Die evangelische Landeskirche Hannover macht jahrzehntelang verschwiegene Fälle bekannt. Sieben strafrechtliche verjährte Verdachtsfälle wegen sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt wurden ermittelt, teilt die Kirche mit.

14. Mai
Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt stellt ihre Vorermittlungen gegen Walter Mixa wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch ein und leitet kein förmliches Ermittlungsverfahren ein.

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13. Mai
Ein 62 Jahre alter Priester aus einer Gemeinde des Landeskreises Miltenberg gibt zu, Anfang der 1990er Jahre sexuelle Kontakte zu einer damals 15-jährigen Jugendlichen
außerhalb seiner Pfarrei gehabt zu haben. Der 62-jährige Priester aus Bayern wird mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden und in den Ruhestand versetzt.

11. Mai
Der Papst verurteilt die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Auf seiner Portugalreise sagt er, der größte Angriff auf die Kirche komme aus der Kirche selbst.

10. Mai
Das Erzbistum Hamburg hat einen Priester wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs vom Dienst freigestellt. Er soll Mitte der siebziger Jahre einen Jungen missbraucht haben. Der Priester ist nach Angaben des Erzbistums geständig und soll Namen weiterer Opfer genannt haben.

8. Mai
Der Papst nimmt Mixas Rückrittsangebot an. Zuvor hatte Mixa die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zurückgewiesen.

7. Mai
Es wird bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt Vorermittlungen gegen Bischof Mixa wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingeleitet hat.

6. Mai
Die Deutsche Bischofskonferenz beruft eine Arbeitsgruppe zur Vorbeugung gegen sexuelle Gewalt in katholischen Bildungseinrichtungen.

3. Mai
Im Bistum Limburg wird ein Priester von seinen Pflichten verbunden. Ihm werden drei Fälle sexuellen Missbrauchs in den achtziger Jahren vorgeworfen.

April

27. April
Die katholische Kirche hat einen Priester aus Sulz (Baden-Württemberg) von seinem Dienst entbunden, weil er Kinder missbraucht haben soll.

18. April
Papst Benedikt XVI trifft sich auf einer Reise in Malta mit Missbrauchsopfern zum Gespräch.

16. April
An der Odenwaldschule findet ein Treffen zu einer öffentlichen Diskussion über die Missbrauchsfälle statt.

Leser-Kommentare
  1. Sehr geehrte Zeit-Redaktion,

    ich finde es gut, dass hier mal eine Chronik versucht wird, allerdings hat die hier einige Schwächen:
    1. Sollten sie sich entscheiden, was sie jetzt darstellen wollen. Alle Missbrauchsfälle oder nur die in einem Bereich. Entweder machen sie bestimmte Teile oder alles. Die hiesige Auswahl wirkt jedoch sehr willkürlich. So haben sie einiges vergessen: zB die Graf-Recke-Stiftung, die in den letzten Wochen auch bekannt gewordenen Fälle in Sport- und anderen Vereinen, die Vorfälle in der EKD (va Hessen-Nassau), etc. Bei der Odenwaldschule wäre immerhin eine Erwähnung der Äußerungen von Hentigs wichtig.
    2. Gibt es auch ein paar sachliche Mängel:
    Beim 11.03. entsteht der Eindruck als wären alle drei Einrichtungen evangelisch, das ist falsch.
    Beim 16.03. wiederum wirkt alles katholisch, was auch falsch ist.
    Beim 17.03. sollte erwähnt werden, dass Bundeskanzlerin Merkel auch davon ausgeht, dass die Kath. Kirche das ihrige tut, um die Fälle aufzuklären. Warum die Äußerungen von Frau Ministerin Schröder nicht erwähnt werden, die auch der Kath. Kirche ihr Vertrauen ausgesprochen hat, verwundert mich ebenfalls.
    Beim 28.03. wird es ganz haarig, denn die dortige Aussage ist eine Interpretation der Presse. Der Papst hat allgemein über Meinung und ihre Vertretung in der heutigen Zeit gesprochen, nicht über Missbrauch, das hat man da reingelesen.
    Die weiteren Faux Pas lasse ich jetzt, würde allerdings eine Überarbeitung des Artikels gut finden.

    MfG
    Hainer

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    Redaktion

    Lieber Leser, vielen Dank für Ihre Hinweise und Anregungen. Die Chronologie wird laufend überarbeitet und erweitert. Beste Grüße, Meike Fries

    Redaktion

    Lieber Leser, vielen Dank für Ihre Hinweise und Anregungen. Die Chronologie wird laufend überarbeitet und erweitert. Beste Grüße, Meike Fries

  2. Redaktion

    Lieber Leser, vielen Dank für Ihre Hinweise und Anregungen. Die Chronologie wird laufend überarbeitet und erweitert. Beste Grüße, Meike Fries

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    Es ist auffallend, dass fast ausschließlich Missbräuche in der katholischen Kirche aufgelistet werden. Sehr objektiv ist diese Berichterstattung nicht, leider betrifft der Missbrauch katholische, evangelische und staatliche Institutionen. Das findet sich in der ZEIT aber nicht wieder....

    Liebe Redakteurin: Bisher wurde hier noch nichts überarbeitet, wie angekündigt...

    Es ist auffallend, dass fast ausschließlich Missbräuche in der katholischen Kirche aufgelistet werden. Sehr objektiv ist diese Berichterstattung nicht, leider betrifft der Missbrauch katholische, evangelische und staatliche Institutionen. Das findet sich in der ZEIT aber nicht wieder....

    Liebe Redakteurin: Bisher wurde hier noch nichts überarbeitet, wie angekündigt...

  3. So wichtig eine chronolgische Bestandsaufnahme aller Missbrauchsfälle ist, umso dringlicher
    wäre es , ein Forum zu schaffen, auf dem alle für Kinder- und Jugendlichenerziehung zu-
    ständigen Institutionen, angefangen mit der Familie, die wichtigen Erziehungsfragen dis-
    kutieren. Außerdem sollten unabhängige (staatliche) Stellen flächendeckend eingerichtet
    werden, an die sich Missbrauchsopfer vertrauensvoll wenden können.

  4. Es ist auffallend, dass fast ausschließlich Missbräuche in der katholischen Kirche aufgelistet werden. Sehr objektiv ist diese Berichterstattung nicht, leider betrifft der Missbrauch katholische, evangelische und staatliche Institutionen. Das findet sich in der ZEIT aber nicht wieder....

    Liebe Redakteurin: Bisher wurde hier noch nichts überarbeitet, wie angekündigt...

    Antwort auf "Chronologie"
  5. Es ist ein Phänomen, wie schnell Zeugen aufstanden, um etwas zu sagen, und wir können sicher sein, dass es nicht alles war. Wer bei geschunden undgeschlagen mehr sagen möchte ist herzlich dazu eingeladen. Wir müssen ein großes Stück Erziehung hinterfragen und neu bewerten, vor allem die sog. linke und auch die klerikale Pädagogik, Schlüsse für die Zukunft ziehen und Achtsamkeit fordern.

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