Karfreitag Deutsche Kirchenführung übt Selbstkritik
Die katholische Kirche in Deutschland hat Fehler im Umgang mit Missbrauchsopfern zugegeben. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Zollitsch, kündigte einen Neuanfang an.
© Johannes Simon/Getty Images News

Bischof Robert Zollitsch hat Fehler der Katholischen Kirche eingeräumt und Besserung versprochen
Die Kirche habe den Missbrauchsopfern in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig geholfen, sagte der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch in einer zum Karfreitag verbreiteten Erklärung seiner Diözese. Dies sei eine der wesentlichen Erkenntnisse nach Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle. In vielen Diözesen hatten kirchliche Würdenträger sich an Schutzbefohlenen vergangen. Die Vorfälle liegen teils Jahrzehnte zurück. Die Kirchenleitung vermied danach eine öffentliche Aufklärung. Vorwürfe auch gegen den Vatikan wurden laut.
Zollitsch, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, begründete das frühere Verhalten der Kirche unter anderem mit dem damaligen gesellschaftlichen Umfeld.
Die Kirche räume diesen Fehler ein und stelle sich ihm. Zukünftig gelte das Hauptaugenmerk der Kirche den Opfern. Es werde ihnen mehr Gehör geschenkt, unter anderem durch eine bundesweit geschaltete Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer.
"Heute wird uns bewusst, dass in einer anderen gesellschaftlichen Situation durch die Enttäuschung über das schmerzliche Versagen der Täter und aus falsch verstandener Sorge um das Ansehen der Kirche der helfende Blick für die Opfer nicht genügend gegeben war", heißt es in der schriftlich verbreiteten Erklärung. "Auch das ist eine leidvolle Realität, der wir uns zu stellen haben."
- Telefonberatung
-
Telefonberatungen
Die TelefonSeelsorge ist eine gebührenfreie Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist – anonym. Die bereitstehenden Gesprächspartner geben vertraulichen Rat bei einer Vielzahl von Problemen – auch bei sexuellem Missbrauch. Die TelefonSeelsorge ist unter (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222 zu erreichen.
Ein ähnliches Angebot bieten die Kinder- und Jugendtelefone unter der Nummer (0800) 111 0 333, allerdings nur von Montag bis Freitag, 15.00 - 19.00 Uhr.
Auch die Katholische Kirche hat eine Telefonhotline eingerichtet. Die Berater sind von dienstags, mittwochs und donnerstags von 13.00 bis 20.30 Uhr zu erreichen. Auf der Website www.hilfe-missbrauch.de bietet die Kirche außerdem eine Online-Beratung an.
- Anlaufstellen
-
Anlaufstellen für Kinder und Eltern
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinderschutz-Zentren und der Wildwasser e.V. bieten Hilfe für Betroffene sexuellen Missbrauchs und ihre Angehörigen. Die Vereine betreiben eine Vielzahl von Anlaufstellen in ganz Deutschland. Vor Ort helfen sie Betroffenen mit Beratung und psychologischer Unterstützung.
Beratung für Männer, die in ihrer Jugend misshandelt wurden
Der Verein Tauwetter e.V. bietet Beratung und Hilfe für Männer, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuell missbraucht wurden. Mit einer großen Bandbreite von Angeboten geht der Verein auf die spezielle Situation der Betroffenen ein. Für erste Fragen und Terminabsprache ist der Verein telefonisch erreichbar unter: (030) 693 80 07 dienstags 17.00 - 18.00 Uhr und donnerstags 17.00 - 19.00 Uhr).
Beratung für Frauen, die in ihrer Jugend misshandelt wurden
Die Organisation Terre des Femmes sowie der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe wenden sich an Frauen, die in ihrer Jugend oder Kindheit sexuell missbraucht wurden.
Unter (07071) 79730 bietet Terre des Femmes zwischen 10.00-13.00 Uhr telefonische Beratung an. Auf der Website des Bundesverbands gibt es eine Übersicht von Frauenberatungsangeboten in vielen deutschen Städten.
Beratungsangebote der evangelischen Kirche
Das evangelische Hilfswerk Diakonie bietet Beratung und Hilfe im Falle sexuellen Missbrauchs an. Der angegliederte KOBRA e.V. mit Sitz in Stuttgart hilft Kindern und Jugendlichen bei sexueller Gewalt. Der Verein ist unter (0711) 162970 oder per E-Mail (beratungsstelle@kobra-ev.de) erreichbar. Darüber hinaus organisiert die Beratungsstelle Projekte zur Missbrauchsprävention.
Beratungsangebote der katholischen Kirche
Die katholische Kirche bietet Hilfe für Opfer von sexuellem Missbrauch im Rahmen ihrer Bundeskonferenz der Ehe-, Familien- und Lebensberatung. Dort findet sich das bundesweite Verzeichnis aller Beratungsstellen. Darüber hinaus bietet diese Liste einen Überblick über alle Ansprechpartner für Betroffene in den 27 deutschen Bistümern.
- Prävention
-
Missbrauchsprävention
Die deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. ist ein Zusammenschluss von über 800 Personen und Institutionen. Der Verein versucht durch Aufklärung Missbrauch zu verhindern. Für den Verein sind Mitglieder aus Medizin, Pädagogik, Polizei, Psychologie, Sozialarbeit und Wissenschafttätig.
- Täterhilfe
-
Hilfe für Täter und potenzielle Täter
Das "Kein-Täter-werden"-Projekt der Berliner Charité bietet Beratung und Hilfe für Menschen mit auf Kinder und Jugendliche gerichtete sexuelle Fantasien.
Telefonisch unter (030) 450 529 529, per E-Mail (praevention-online@charite.de) oder über das Kontaktformular auf der Website können sich Betroffene anonym melden und sich für das Projekt anmelden .
Zollitsch bedauerte, viele Wunden seien kaum mehr zu heilen. "Umso mehr gelten unser Hauptaugenmerk, unser Mitgefühl und alle unsere mögliche Unterstützung den Opfern."
Die Nachrichten über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Mitarbeiter der Kirche erfüllten die Kirche mit Trauer, Entsetzen und Scham. "Es erschüttert uns, welches Leid den Opfern zugefügt wurde, die oft über Jahrzehnte hinweg ihre Verletzungen nicht in Worte fassen konnten." Zu Vertuschungsvorwürfen gegenüber der Kirche äußerte sich Zollitsch nicht.
- Datum 02.04.2010 - 15:35 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 35
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Unsere holländischen Nachbarn haben die Verjährungsfristen für sexuellen Mißbrauch an Kindern gerade KOMPLETT abgeschafft.
Bei uns gibt es Pläne zu Runden Tischen, in die sich die Justizministerin regelrecht reindrängen mußte.
Wann ist Wahltag?
Diese Ministerin hat selber versucht - alleine - der kath. Kirche sozusagen einen dualen runden - also halben Tisch aufzuzwängen. Schavan und vdL haben ihr ja dann gezeigt wo der Bartel den Most holt. Mimik und Körpersprache nach der ersten Pressekonferenz sprachen ja Bände.
Dies - wenn man sie so kennt - auch und gerade - zum günstigen Zeitpunkt in die Headlines zu kommen.
Dabei gäbe es im Rechtswesen genügend zu tun - Kärrnerarbeit halt und nicht so medienaktuell.
Dabei hat sie - was das Thema Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften anbelangt - überhaupt keine Kompetenzen, weil das Sache der Landesjustiz ist bzw. der entsprechenden Konferenz. Die Dame bekam - meiner Meinung nach nicht zu Unrecht - schon während ihrer ersten Amzszeit von der Presse den Spitznamen Leutselig-Schnatterberger.
Diese Ministerin hat selber versucht - alleine - der kath. Kirche sozusagen einen dualen runden - also halben Tisch aufzuzwängen. Schavan und vdL haben ihr ja dann gezeigt wo der Bartel den Most holt. Mimik und Körpersprache nach der ersten Pressekonferenz sprachen ja Bände.
Dies - wenn man sie so kennt - auch und gerade - zum günstigen Zeitpunkt in die Headlines zu kommen.
Dabei gäbe es im Rechtswesen genügend zu tun - Kärrnerarbeit halt und nicht so medienaktuell.
Dabei hat sie - was das Thema Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften anbelangt - überhaupt keine Kompetenzen, weil das Sache der Landesjustiz ist bzw. der entsprechenden Konferenz. Die Dame bekam - meiner Meinung nach nicht zu Unrecht - schon während ihrer ersten Amzszeit von der Presse den Spitznamen Leutselig-Schnatterberger.
auf einmal kommt es nicht mehr so gut rüber, die Justizministerin vor Ultimaten zu stellen und der Lüge zu bezichtigen, jetzt wird auf einmal Kreide gegessen...
Wer soll dieser rührigen Aussage des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz denn glauben? Gerade eben hat sich das Gremium bedingungslos hinter einem der Ihren gestellt, der jede Verfehlung kategorisch von sich weist und damit die Opfer verhöhnt. Gewalt war zur damaligen Zeit fester Bestandteil der nicht vorhandenen Pädagogik. Ich glaube Herrn Mixa wenn er erklärt, niemals "Gewalt" angewendet zu haben. Aber auch eine "harmlose" Ohrfeige ist Gewalt und niemand kann vorhersehen, welchen Grad von Demütigung und somit psychischer Gewalt sie beim Opfer auslöst. Gerade deshalb ist seine Aussage im Kern unglaubwürdig. Es wird Zeit, dass das Episkopat aufhört unqualifizierte Lippenbekenntnisse abzugeben und endlich tätige Reue und Demut erkennen lässt. So wird diese unsagbare Geschichte zu einer "never ending story". Bitte mehr evangelikale Gesinnung meine Herrn. Denn der Leumund den sie sich selbst geben, ist nichts wert (Joh 8,49-50).
Richtigerweise geht er auf die Vertuschungsmotive ein, trotzdem ist der Tenor: es handele sich um das Fehlverhalten einzelner schwarzer Schafe. Die Zahl dieses weltweiten Fehlverhaltens ist aber einfach zu groß, als dass man nicht von einem systemimmanenten Problem reden müsste.
Es geht um den Missbrauch der Macht und Scheinheiligkeit.
Dieser Machtmissbrauch zieht sich durch die ganze Geschichte der Katholischen Kirche wie ein rotes Band und ist eine unselige Säule dieser Institution, die heute noch nach mittelalterlichen Regeln funktioniert.
Mit Beten und Vergebung allein wird sich das Problem nicht lösen. Der Papst weiss sehr gut, dass ein echtes Eingeständnis die Vertrauenslawine richtig ins Rollen brächte und schweigt - die zweitausendjährige, bewährte Strategie.
Das Thema Sexualität und die Einstellung der Kath. Kirche ist hauptsächlich von Machtmotiven geprägt. Wasser predigen und Wein trinken: wer hat's erfunden? Meine Großeltern haben mir schon in meiner Kindheit von Pfarrern aus der weiteren Verwandschaft erzählt, die üblicherweise Kinder aus der Beziehung mit der Haushälterin oder Freundin hatten... eine durchaus übliche Konstellation damals... die halbe Gemeinde hats gewusst und die Kirche hat zum Stillschweigen für Geld und/oder Internat gesorgt.
ich wünsche mir einen echten Neuanfang - allein, mir fehlt der Glaube...
Päpstliche Archive öffnen, Täter ins Gefängnis!
Irgendwie alles déjà vu zum Untergang der DDR - immer mehr kommt ans Tageslicht, immer weitere Kreise wenden sich ab - es fehlen die Montagsdemos, dann der Abtritt Honecker XVI. und danach wird die Mauer eingerissen - nur, wer übernimmt den maroden Laden ?
Es bleibt spannend. Allerdings weiss Benedetto, dass die Wahrheit sein System untergehen lässt; besteht es doch nur auf dem Fundament der Lüge und der Selbstherrlichkeit !
Wenn die Kernschmelze der RKK so weitergeht, stellt sich genau die Frage, die Sie aufwerfen. Die Sinnsuche im Dasein der Menschen war und ist (vgl. Sientology!) immer für einige Leute Quelle der Macht pp.
Den "Laden" würden die anderen gerne übernehmen und am Horizont sehe ich schon die Moscheen wachsen....
Wenn die Kernschmelze der RKK so weitergeht, stellt sich genau die Frage, die Sie aufwerfen. Die Sinnsuche im Dasein der Menschen war und ist (vgl. Sientology!) immer für einige Leute Quelle der Macht pp.
Den "Laden" würden die anderen gerne übernehmen und am Horizont sehe ich schon die Moscheen wachsen....
"zahlreiche Vorwürfe von Missbrauch und Gewalt durch Vertreter der katholischen Kirche laut"
- die Konfusion
von "Missbrauch" (im Prinzip nahezu völlig historisch ungebunden und widerspruchslos allseits geächtet und strafbar)
mit "Gewalt" (zeitlich sehr unterschiedlich aufgefasster Begriff)
ist verhängnisvoll.
KÖRPERSTRAFE IN DER FAMILIE
In Deutschland und Österreich sind Körperstrafen verboten. Das Züchtigungsrecht der Eltern gegenüber ihren Kindern wurde im Jahr 2000 durch eine Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ersatzlos abgeschafft. Laut Paragraf § 1631 BGB haben Kinder das „Recht auf gewaltfreie Erziehung“:
„Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“.
KÖRPERSTRAFE IN DER SCHULE - ALLGEMEIN
In den meisten Staaten Europas hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, vor allem in den 1960er und 1970er Jahren …, die neue öffentliche Meinung durchgesetzt, dass Körperstrafen nicht mehr angewendet werden sollen.
In der DDR wurden Körperstrafen an den Schulen 1949 abgeschafft,
1973 auch in der Bundesrepublik Deutschland.
KÖRPERSTRAFE IN DER SCHULE – BAYERN
1979 erklärte das Bayerische Oberste Landesgericht, dass „im Gebiet des Freistaates Bayern … ein gewohnheitsrechtliches Züchtigungsrecht“ besteht.
1980 wurde die Prügelstrafe an Schulen auch in Bayern abgeschafft.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Körperstrafe#Situation_heute
Herr Zollitsch hat nach Bekanntwerden von massiven sexuellen Übergriffen eines Pastors lediglich dessen Versetzung angeordnet. Messdiener kamen danach immer noch zu diesem Verbrecher. Eine Strafanzeige hat Herr Zollitsch NIE erstattet - damit hat er sich selbst strafbar gemacht und gehört dafür ins Gefängnis. Der perverse wegversetzte Pastor hat sich dann irgendwann selbst umgebracht, als ihm die Strafverfolger näherkamen.
Was sollen wir dieser undemokratischen Altherrenriege noch glauben? Der Staat sollte handeln, das Grundgesetz ändern und diesen Kirchenstaat im Staat auflösen, entschädigungslos enteignen und alle Strafverdunkler ins Gefängnis stecken. Den Rest erledigen dann die Mitgefangenen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren