Unwetter Sturm wütet in Zentralamerika – fast 100 Tote

Beim ersten Tropensturm der Saison sind in Guatemala und anderen zentralamerikanischen Ländern etwa 100 Menschen umgekommen. Ein Vulkanausbruch verschlimmerte die Lage.

Allein in Guatemala tötete der Sturm Agatha nach Regierungsangaben 82 Menschen und zwang 112.000 Menschen zur Flucht. Wie Guatemala riefen auch El Salvador und Honduras wegen heftiger Regenfälle und Erdrutschen den Notstand aus.

Landesweit seien nach bisherigen Informationen 82 Menschen durch das Unwetter ums Leben gekommen, sagte Guatemalas Staatschef Alvaro Colom nach einer Kabinettssitzung in Guatemala-Stadt.

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Mit 49 Todesopfern am schwersten betroffen sei der Regierungsbezirk Chimaltenango 55 Kilometer westlich der Hauptstadt, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit.

Am schlimmsten wütete das Wetter im Regierungsbezirk Solola. Dort wurden bei einem Erdrutsch 25 Häuser verschüttet. 15 Menschen starben, zehn weitere wurden vermisst, wie der Bürgermeister von San Antonio Palopo, Andres Cumes, mitteilte.

Die Behörden im benachbarten El Salvador meldeten neun, die in Honduras acht Todesopfer. 2300 Menschen wurden in Honduras vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht, zahlreiche Straßen und Brücken waren dort beschädigt worden. Agatha war der erste Sturm der Tropensturmsaison , die in der nördlichen Hemisphäre vom 1. Juni bis zum 30. November dauert.

Guatemalas Staatschef Colom hatte am Samstag den landesweiten Notstand ausgerufen. Nach seinen Angaben waren Dutzende Ortschaften wegen blockierter Straßen von der Außenwelt abgeschnitten. Die Schulen sollten in den nächsten Tagen geschlossen bleiben.

Honduras rief Sonntag den Notstand aus, ebenso El Salvador. Agatha sei zwar mittlerweile von einem Tropensturm auf ein tropisches Tief herabgestuft worden, aber das Erdrutsch- und Überflutungsrisiko bleibe weiter "sehr hoch", hieß es.

Guatemala litt nicht nur unter Sturm und Regen, sondern auch unter dem Ausbruch des Vulkans Pacaya. Im Umkreis von 50 Kilometern wurden rund 2000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Der Vulkan im Süden des Landes stößt Asche und Sand aus. Durch die Erschütterungen bei dem Ausbruch am Mittwoch kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, drei weitere werden vermisst. Der internationale Flughafen von Guatemala-Stadt sollte die nächsten Tage geschlossen bleiben. Heftiger Regen machte es dem Flughafenpersonal schwer, die Ascheschicht zu entfernen.

Mexikos Präsident Felipe Calderón bot Guatemala an, den Flughafen in der mexikanischen Grenzstadt Tapachula für Flüge zu nutzen. Kolumbien und die USA hatten offeriert, per Luftunterstützung Hilfsgüter in die von Agatha betroffenen Länder zu bringen und bei der Evakuierung der Gebiete zu helfen.

Im südamerikanischen Ecuador war der Vulkan Tungurahua weiter aktiv. In dem Krater hätten sich starke Explosionen ereignet, teilte das staatliche Institut für Geophysik mit. Der gut 5000 Meter hohe Vulkan speie aber derzeit keine Asche. Wegen des Vulkanausbruchs waren 2500 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

 
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