Times-Square-Bomber Shahzad strebte Taliban-Karriere an

Die Indizien werden härter, dass der gescheiterte Bombenleger von New York engen Kontakt zu den Taliban hatte. Inspiriert worden sei er von einem militanten Geistlichen.

Der Bombenleger vom Times Square ist nach Angaben der New York Times von dem Hassprediger Anwar al-Awlaki beeinflusst worden. Der im Jemen untergetauchte militante Geistliche habe ihn zu der Tat inspiriert, sagte Faisal Shahzad nach Angaben des Blattes in den Verhören. "Er hörte ihn, dann tat er es", sagte ein Ermittler der Zeitung. Shahzad war in der Nacht zu Dienstag festgenommen worden.

Al-Awlaki hatte mehrfach zum Heiligen Krieg gegen die USA aufgerufen. Deshalb habe das Weiße Haus die gezielte Tötung des Islamisten angeordnet. Weil der in den USA geborene Mann jemenitischer Abstammung aber US-Bürger ist, musste Präsident Barack Obama dem zustimmen, schreibt das Blatt. Die im Internet verbreiteten Schriften und Onlinevorlesungen des 39-jährigen Al-Awlaki, zumeist auf Englisch, sind im Zusammenhang mit mehr als einem Dutzend Terrorfällen in den USA, Großbritannien und Kanada aufgetaucht.

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Freunde Shahzads berichten laut Times , dass der 30-Jährige in den vergangenen Monaten in sich gekehrter und religiöser geworden sei. Im August vergangenen Jahres habe er seinen Vater in Pakistan, ein pensionierter Luftwaffen-General, um die Erlaubnis gebeten, in Afghanistan gegen die westlichen Soldaten kämpfen zu dürfen. Im Dezember und Januar habe er sich mit Taliban-Führern getroffen und später eine Sprengmittelausbildung bekommen.

"Die Analytiker der Terrorabwehr wollen jetzt herausfinden, wie ein Mann, der amerikanischer Staatsbürger wurde, einen MBA-Abschluss (Wirtschafts-Abschluss) schaffte, heiratete, Vater wurde und bei verschiedenen Firmen angestellt war, so in die Gewalt abrutschen konnte", schreibt die Zeitung.

Shahzad hatte nach seiner Verhaftung am Dienstag zugegeben, einen mit Gasflaschen und Benzinkanistern zu einer Autobombe umgebauten Geländewagen auf dem von Touristen und Theaterbesuchern bevölkerten Times Square abgestellt zu haben. Der Sprengsatz zündete jedoch nicht, niemand kam zu Schaden.

 
Leser-Kommentare
    • Lutz1
    • 07.05.2010 um 17:37 Uhr

    Der nächste Akt in der Terror Geschichte von dem Naiven der verführt wurde vom Bösen(Islam) dieser Welt und als Sprengmittelspezialist ausgebildet wurde.
    Dann aber irgendwie zu dumm ist zum zünden der Bombe und überhaupt sind die Taliban schuld...........

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    • Arril
    • 07.05.2010 um 18:19 Uhr

    ... ist in dem Fall wohl der Euphemismus des Tages. XD
    Ich glaube, ich habe im ganz banalen Chemie-Schulunterricht mehr über Explosionen gelernt als dieser Mann in einem Terror-Ausbildungscamp.
    Also dass der Kerl von Taliban-Reden inspiriert wurde, glaube ich gern (Verwirrte gibts wohl immer), aber das mit der Ausbildung halte ich für zumindest zweifelhaft.
    Wenn diese Fanatiker nicht in der Lage sind, jemandem mit höherem Bildungsabschluss klarzumachen, dass erstens nicht jede Bombe zündet und zweitens auch bei erfolgter Zündung nicht sämtliche Teile der Bombe zerstört werden (so dass man so oder so keine Fingerabdrücke hinterlassen sollte), dann frage ich mich wirklich, wie so eine "Ausbildung" aussieht.

    • Arril
    • 07.05.2010 um 18:19 Uhr

    ... ist in dem Fall wohl der Euphemismus des Tages. XD
    Ich glaube, ich habe im ganz banalen Chemie-Schulunterricht mehr über Explosionen gelernt als dieser Mann in einem Terror-Ausbildungscamp.
    Also dass der Kerl von Taliban-Reden inspiriert wurde, glaube ich gern (Verwirrte gibts wohl immer), aber das mit der Ausbildung halte ich für zumindest zweifelhaft.
    Wenn diese Fanatiker nicht in der Lage sind, jemandem mit höherem Bildungsabschluss klarzumachen, dass erstens nicht jede Bombe zündet und zweitens auch bei erfolgter Zündung nicht sämtliche Teile der Bombe zerstört werden (so dass man so oder so keine Fingerabdrücke hinterlassen sollte), dann frage ich mich wirklich, wie so eine "Ausbildung" aussieht.

    • Arril
    • 07.05.2010 um 18:19 Uhr

    ... ist in dem Fall wohl der Euphemismus des Tages. XD
    Ich glaube, ich habe im ganz banalen Chemie-Schulunterricht mehr über Explosionen gelernt als dieser Mann in einem Terror-Ausbildungscamp.
    Also dass der Kerl von Taliban-Reden inspiriert wurde, glaube ich gern (Verwirrte gibts wohl immer), aber das mit der Ausbildung halte ich für zumindest zweifelhaft.
    Wenn diese Fanatiker nicht in der Lage sind, jemandem mit höherem Bildungsabschluss klarzumachen, dass erstens nicht jede Bombe zündet und zweitens auch bei erfolgter Zündung nicht sämtliche Teile der Bombe zerstört werden (so dass man so oder so keine Fingerabdrücke hinterlassen sollte), dann frage ich mich wirklich, wie so eine "Ausbildung" aussieht.

  1. So etwas passiert ja regelmässig und wird wieder passieren, zum Glück scheitern die meisten geplanten Anschläge dieser Art in unserem Kulturkreis.

    ...woanders jedoch nicht, und da kommen wir zum Problem das dem "Terror" vor allem in den USA zuviel Aufmerksamkeit geschenkt wird.
    Regelmässige Anschläge im "Grüngürtel" der Welt (Islamische Länder)gehören für uns hingegen zum Alltagsgeschäft; insofern kann es uns ja egal sein. Das wissen aber auch einige der schlaueren Menschenhasser unter den Grünen.

    Die Mediendichte allein in New York und die geifernde, mit Paranoia gewürzte Aufmerksamkeit machen in der Tat jeden Anschlag in den USA zum lohnenden Ziel. So werden die potentiellen Schäden doch durch das ganze Tralala verhundertfacht

  2. Zum diesem Krieg möchte ich nichts weiter hinzufügen, es wurde schon genug Unsinn darüber geschrieben.

    Aber eine Passage finde ich kennzeichnend für das öffentliche Verbrechen, das der so genannte Krieg gegen Terror international eigentlich darstellt:

    "Al-Awlaki hatte mehrfach zum Heiligen Krieg gegen die USA aufgerufen. Deshalb habe das Weiße Haus die gezielte Tötung des Islamisten angeordnet. Weil der in den USA geborene Mann jemenitischer Abstammung aber US-Bürger ist, musste Präsident Barack Obama dem zustimmen, schreibt das Blatt. "

    Angenommen, ein Amerikaner hetzt gegen die Deutschen in Amerika, angenommen, er plädiert für einen offenen Krieg, unter welchen Umständen dürfen wir ihn töten? Ist sein Leben weniger von der Meinung des Bundeskanzlers abhängig, wenn er Nicht-Deutscher (Amerikaner) ist? Das heißt, unter welchen Umständen dürfen Amerikaner Nicht-Amerikaner in einem nicht-amerikanischen Land töten?

    Ich kann nur hoffen, dass sich öffentliche Akteure wie Journalisten und Politiker in 10-20 Jahren für diesen so genannten Krieg gegen den Terror schämen werden.

    Dieser so genannte Krieg ist so offensichtlich schwülstig, empathisch und fadenscheinig, dass einem schlecht werden kann. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass der Krieg gegen den Terror die internationalen Organe mehr unterwandert und damit reformiert hat, als jedes Ereignis zuvor. Insofern führt dieser Krieg dazu, dass wir mit Indien und Indonesien mehr zusammenrücken als früher.

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    • Arril
    • 09.05.2010 um 17:54 Uhr

    Das Leben der eigenen Bürger ist halt was wert, Nichtbürger hätte man ohne weitere Probleme zur Hinrichtung ausschreiben dürfen, oder wie soll man das verstehen...
    Wohlgemerkt nicht einmal wegen einer Tat. Todesstrafe für (zugegeben volksverhetzende, aber das darf in diesem Fall keine Rolle spielen) Äußerungen. Oh weh. Und es wäre tatsächlich legal (!), einen Bürger eines anderen Landes in besagtem anderem Land wegen seiner politischen Auffassungen gezielt zu töten? Wo sind nur die Menschenrechte geblieben?
    Nicht, dass ich islamistische Prediger sonderlich toll fände - aber es handelt sich auch dabei um Menschen. Mit Menschenrechten, die an sich unabhängig von der Staatsbürgerschaft sein sollten.
    Mir wird übel.

    • Arril
    • 09.05.2010 um 17:54 Uhr

    Das Leben der eigenen Bürger ist halt was wert, Nichtbürger hätte man ohne weitere Probleme zur Hinrichtung ausschreiben dürfen, oder wie soll man das verstehen...
    Wohlgemerkt nicht einmal wegen einer Tat. Todesstrafe für (zugegeben volksverhetzende, aber das darf in diesem Fall keine Rolle spielen) Äußerungen. Oh weh. Und es wäre tatsächlich legal (!), einen Bürger eines anderen Landes in besagtem anderem Land wegen seiner politischen Auffassungen gezielt zu töten? Wo sind nur die Menschenrechte geblieben?
    Nicht, dass ich islamistische Prediger sonderlich toll fände - aber es handelt sich auch dabei um Menschen. Mit Menschenrechten, die an sich unabhängig von der Staatsbürgerschaft sein sollten.
    Mir wird übel.

    • Arril
    • 09.05.2010 um 17:54 Uhr

    Das Leben der eigenen Bürger ist halt was wert, Nichtbürger hätte man ohne weitere Probleme zur Hinrichtung ausschreiben dürfen, oder wie soll man das verstehen...
    Wohlgemerkt nicht einmal wegen einer Tat. Todesstrafe für (zugegeben volksverhetzende, aber das darf in diesem Fall keine Rolle spielen) Äußerungen. Oh weh. Und es wäre tatsächlich legal (!), einen Bürger eines anderen Landes in besagtem anderem Land wegen seiner politischen Auffassungen gezielt zu töten? Wo sind nur die Menschenrechte geblieben?
    Nicht, dass ich islamistische Prediger sonderlich toll fände - aber es handelt sich auch dabei um Menschen. Mit Menschenrechten, die an sich unabhängig von der Staatsbürgerschaft sein sollten.
    Mir wird übel.

  3. wäre Al-Awlaki ohnehin auf die Terroristenliste gekommen. Der Präsident muß bei amerikanischen Staatsbürgern die Liquidierung speziell bestätigen. Würde also ein Deutscher, wie z.B. die Jungs von der "Sauerlandgruppe" oder von den "Deutschen Taliban-Mujahedin" auf dieser Liste erscheinen, bräuchte es keine Genehmigung durch Obama. Allerdings gehe ich davon aus, daß in so einem Fall unsere Regierung darüber in Kenntnis gesetzt wird.

    So eine gezielte Liquidierung ist auf jeden Fall besser, als in ein Land einzumarschieren und tausende Menschenleben als Kollateralschäden in Kauf zu nehmen!

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