Der meist besuchte Platz in New York ist nur knapp einem Bombenanschlag entgangen. Polizisten entdeckten am Samstag am Times Square ein Auto mit explosivem Material, das Sprengstoffexperten entschärften. Bürgermeister Michael Bloomberg, der den Samstagabend beim White House Correspondent Dinner mit Präsident Obama in einem Washingtoner Hotel verbracht hatte, sagte nach der nächtlichen Rückkehr in New York bei einer improvisierten Pressekonferenz, er sei "überglücklich, dass ein Anschlag mit tödlichen Folgen verhindert werden konnte".

Den Times Square besuchen jeden Tag Zehntausende Menschen, zum Großteil Touristen. Die Autobombe sollte offenbar am Abend explodieren, kurz bevor die Musicals und Shows in den umliegenden Theatern beginnen und viele Gäste auf dem Weg dorthin sind. Die Polizei sagte allerdings auch, die Sprengvorrichtung sei amateurhaft zusammengebaut worden. Nach allem Anschein hat der Zünder versagt. Am Sonntag gab es noch keine öffentlichen Erkenntnisse über den oder die Täter sowie über die Motive.

Ein amerikanischer Vietnam-Veteran, der als fliegender Händler T-Shirts verkauft, hatte gegen 18 Uhr 30 Verdacht geschöpft und einen berittenen Polizisten, der am Times Square patrouillierte, auf den dunkelgrünen Geländewagen vom Typ Nissan Pathfinder aufmerksam gemacht, der schräg zum Bürgersteig vor einer Filiale der Bank of America stand.

Später hieß es, auch auf einer Überwachungskamera habe Sicherheitspersonal das Auto um 18 Uhr 28 entdeckt. Von der Rückbank stieg leichter Rauch auf, es war kein Fahrer zu sehen, der Motor lief, die Warnblinkanlage war eingeschaltet. Der Polizist meinte, er erkenne den Geruch von Schießpulver. Er forderte alle Umstehenden auf, den Times Square zu verlassen, riegelte den Platz ab und rief Polizeiverstärkung, Feuerwehr und das Sprengstoffteam herbei. Eine rasche Überprüfung ergab, dass die Autokennzeichen gefälscht waren.