TerrorismusNew York entgeht nur knapp einem Anschlag

Eine Autobombe sollte am stets überfüllten Times Square kurz vor Beginn der Musical-Aufführungen explodieren. Von Christoph von Marschall, Washington von 

Sicherheitskräfte der New Yorker Polizei am gesperrten Time Square

Sicherheitskräfte der New Yorker Polizei am gesperrten Time Square  |  © Chris Hondros/Getty Images

Der meist besuchte Platz in New York ist nur knapp einem Bombenanschlag entgangen. Polizisten entdeckten am Samstag am Times Square ein Auto mit explosivem Material, das Sprengstoffexperten entschärften. Bürgermeister Michael Bloomberg, der den Samstagabend beim White House Correspondent Dinner mit Präsident Obama in einem Washingtoner Hotel verbracht hatte, sagte nach der nächtlichen Rückkehr in New York bei einer improvisierten Pressekonferenz, er sei "überglücklich, dass ein Anschlag mit tödlichen Folgen verhindert werden konnte".

Den Times Square besuchen jeden Tag Zehntausende Menschen, zum Großteil Touristen. Die Autobombe sollte offenbar am Abend explodieren, kurz bevor die Musicals und Shows in den umliegenden Theatern beginnen und viele Gäste auf dem Weg dorthin sind. Die Polizei sagte allerdings auch, die Sprengvorrichtung sei amateurhaft zusammengebaut worden. Nach allem Anschein hat der Zünder versagt. Am Sonntag gab es noch keine öffentlichen Erkenntnisse über den oder die Täter sowie über die Motive.

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Ein amerikanischer Vietnam-Veteran, der als fliegender Händler T-Shirts verkauft, hatte gegen 18 Uhr 30 Verdacht geschöpft und einen berittenen Polizisten, der am Times Square patrouillierte, auf den dunkelgrünen Geländewagen vom Typ Nissan Pathfinder aufmerksam gemacht, der schräg zum Bürgersteig vor einer Filiale der Bank of America stand.

Später hieß es, auch auf einer Überwachungskamera habe Sicherheitspersonal das Auto um 18 Uhr 28 entdeckt. Von der Rückbank stieg leichter Rauch auf, es war kein Fahrer zu sehen, der Motor lief, die Warnblinkanlage war eingeschaltet. Der Polizist meinte, er erkenne den Geruch von Schießpulver. Er forderte alle Umstehenden auf, den Times Square zu verlassen, riegelte den Platz ab und rief Polizeiverstärkung, Feuerwehr und das Sprengstoffteam herbei. Eine rasche Überprüfung ergab, dass die Autokennzeichen gefälscht waren.

Leserkommentare
    • Buh
    • 02. Mai 2010 23:00 Uhr

    Wenn ich höre, dass aufgrund dieser Meldung nun mehr Überwachungskameras moniert werden sollen, denke ich mir, dass ich gerne Beweise sehen möchte, dass die Regierung selbst nicht diese Tat vollbracht hat.

    Wie weit soll die Einschränkung der Bürgerrechte und die Verstärkung von Kriegen, die durch solche "Terroranschläge" angeblich legitimiert werden, noch gehen?

    Das ganze gab es zu Hauf in der geschichte und ich denke wir müssen alle viel kritischer sein, wenn es darum geht Bürgerrechte einzuschränken. Eines der populärtesten und auch krassesten beispiele ist das Ermächtigungsgesetz infolge des Reichtagsbrandes.

    • Puqio
    • 02. Mai 2010 23:56 Uhr

    Ich halte das Ganze auch für gestellt zwecks "Beleg", dass das sinnlose Töten von unschuldigen Zivilisten im Irak und in Afghanistan irgendwie zu rechtfertigen wäre . .
    denn das Ermorden unschuldiger Menschen an sich ist ja nicht unbedingt gut zu heißen . . .

  1. Beim Schuhbomber, beim Unterhosenbomber, bei den deutschen Talibanlehrlingen und nun am Times Square fünktionierte der Zünder nicht. Es wird langsam zu einer mathematischen Aufgabe, die Wahrscheinlichkeit der Zünderfehlfunktion zu errechnen.

  2. Und was, wenn die Verschwörungstheorie jetzt doch nicht stimmt?
    Aber Ihnen Buh muß ich recht geben, eine Einschränkung der Bürgerrechte ist kein besonders wirksames Mittel gegen den Terrorismus. Zur jeden effektiven Verteidigung gehört auch Etwas, was diese rechtfertigt.

  3. Ich bin mir sicher das FBI findet dann einen arabischen Pass, eine Anleitung zum Bombenbau und den Koran.

  4. Buh und Puqio sind kritische, aufmerksame und aufgeweckte Geister und offenbar auch Leser unseres Blogs.

    Wir haben die konzertierten Aktionen der letzten Wochen gegen die fortschrittliche Administration Obama gestern mal kurz in einem erhellenden Beitrag zusammengefasst: http://bluthilde.wordpres...

    So viele Zufälle können keine Zufälle sein!

  5. Dann könten wir nun sehen wie ein normaler man von auto weggeht und ihn warscheinlich später nicht mehr finden da er einfach eine Realausehende Plastikmaske getragen hat, oder im Fall das der Zünder funktioniert könnten wir in der Mendian das Video der Explosion begutachten und sagen wie schlimm das doch ist.

    Solange immer noch Leute glauben Videokameras würden taten verhinder wird sich daran nichts ändern. Leider müste eine efective Strategie for der Tat ansetzen und nicht nachher sich damit rühmen das man aber tolle Aufnahmen hat die man rumzeigen kann.

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  • Schlagworte Nissan | Barack Obama | Auto | Bank of America | Geländewagen | Michael Bloomberg
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