Das Landgericht Karlsruhe hat Jörg Tauss wegen des Besitzes von Kinderpornografie zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Der frühere SPD-Politiker wurde des Besitzes, der Beschaffung und der Verbreitung von Kinderpornografie für schuldig befunden .

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Tauss das 2009 bei ihm gefundene kinderpornografische Material zu privaten Zwecken nutzte und nicht etwa für seine politische Arbeit .

Die Strafkammer folgte mit ihrem Urteilsspruch der Forderung der Anklage. Staatsanwältin Stephanie Egerer-Uhrig hatte Tauss vorgeworfen, er habe sich das einschlägige Material für rein private Zwecke beschafft und "um sich daran sexuell zu erregen".

Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert und argumentiert, der 56-Jährige habe die kinderpornografischen Bilder und Videos lediglich für seine politische Arbeit als Internetexperte genutzt. Nach eigener Aussage wollte Tauss versuchen, die Machenschaften der Kinderpornoszene aufzudecken, die sich mittlerweile eher über das Handy als über das Internet austausche.

Die Bilder und Videos waren vor einem Jahr in der Berliner Wohnung von Tauss gefunden worden. Daraufhin war der Politiker aus der SPD ausgetreten und in die Piratenpartei gewechselt. Er verzichtete zugleich auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag bei der Wahl im vergangenen September.