Qualifikation Ausgaben für Bildung in Deutschland sind gesunken
Deutschland gibt noch immer wenig Geld für Bildung aus. Die Autoren des Bildungsberichts raten: Die frühkindliche Förderung muss stärker ausgebaut werden.
Im deutschen Bildungswesen sind dem neuen Bildungsbericht zufolge weitere Anstrengungen notwendig. Auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in den nächsten Jahren besteht ein "erheblicher Umbaubedarf" in den nächsten Jahren, ist dem in Berlin vorgestellten Bericht zu entnehmen.
Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sanken die Gesamtausgaben von Staat und Privatwirtschaft für Bildung von 6,8 Prozent (1995) auf 6,2 Prozent (2008). Damit liegen die Bildungsausgaben von Deutschland noch immer hinter anderen Industrienationen. Vom Ziel des Bund-Länder-Bildungsgipfels, bis 2015 die Gesamtausgaben von Staat und Wirtschaft für Bildung auf 7 Prozent und für Forschung auf 3 Prozent anzuheben, das sogenannte Zehn-Prozent-Ziel, ist Deutschland damit aber noch weit entfernt. Die Gesamtausgaben von Staat und Wirtschaft für Bildung beziffert der Bericht mit 147,8 Milliarden Euro (2007).
Allerdings sind in Einzelbereichen Verbesserungen zu verzeichnen. So stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro Schüler von 4300 Euro (1995) auf 5000 Euro pro Jahr (2007). Der Bildungsforscher Horst Weißhaupt, unter dessen Federführung der Bericht entstanden war, sagte, trotz des erheblichen Schülerrückganges in den kommenden Jahren müsse das gegenwärtige Niveau der Bildungsausgaben "mindestens erhalten bleiben". Für zusätzliche Aufgaben, wie etwa den Ausbau der frühkindlichen Bildung und Betreuung, müsse es dagegen auch zusätzliches Geld geben.
Zudem müssten die Förderangebote an den Schulen verbessert und die Durchlässigkeit zwischen den Schularten erhöht werden. Die Wissenschaftler forderten die Politik auf, die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. Der Bildungsbericht wurde zum dritten Mal von einem unabhängigen Wissenschaftlerteam im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bildungsministeriums erstellt. Die Leitung der Untersuchung lag beim Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF).
Bildungsministerin Annette Schavan griff derweil in einer Aktuellen Stunde zur Bildungspolitik die Länder scharf an. Wer zu einem Bildungsgipfel fahre und dort eine heimliche Steuerdebatte führe, werde dem Thema Bildung nicht gerecht, sagte die Ministerin. Der Bund werde seine Zusage, zwölf Milliarden Euro in Bildung und Forschung zu investieren, umsetzen. Die Opposition kritisierte die Regierung wegen des gescheiterten Bildungsgipfels. Bei dem Gipfel seien alle schönen Versprechen geplatzt, sagte die SPD-Politikerin Ulla Burchardt.
Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche auf dem Bildungsgipfel nicht über die Finanzierung zusätzlicher Bildungsausgaben einigen können. Grundsätzlich werde weiter das Ziel verfolgt, die Investitionen in Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Angesichts der angespannten Haushaltslage sehen die Länder aber kaum Spielraum für Mehrausgaben. Sie hatten deshalb bei dem Gipfel vergangene Woche gefordert, dass sich der Bund über einen höheren Anteil aus der Umsatzsteuer an den Bildungsausgaben beteiligt.
- Datum 17.06.2010 - 16:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
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"Allerdings sind in Einzelbereichen Verbesserungen zu verzeichnen. So stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro Schüler von 4300 Euro (1995) auf 5000 Euro pro Jahr (2007)."
Inflationsbereinigt können sich unsere Verwalter mit den vermeintlichen Mehrausgaben auch nicht gerade brüsten. Unterm Strich wird pro Schüler also weniger Geld, als 1995 investiert!
Verwunderlich ist es nun ja nicht, dass Deutschland (seine Politik) zwar viel sagt, verspricht und wertschätzt, aber das Erlebte einfach nicht dazu passen will: Bildung, das haben sie alle im Wahlkampfprogramm, aber auch nur da.
Auch die zukünftige (versprochene) Erhöhung der Bildungsausgaben hat als erste Hürde die Inflationsrate zu überwinden bevor Frau Schavan auch nur mal matt glänzen kann. Wird schwer.
Mit ihrem(?) Vorschlag für Bildungslotsen bei Hauptschülern lenkt sie aber schon mal die Aufmerksamkeit davon weg. Kein gutes Zeichen.
Statt Strukturmaßnahme also Flickwerk, "wie ungewohnt".
Bildung dürfte für die Klientel, die zuletzt mit dem "Wachstumsbeschleunigungsgesetz" bedacht wurde ohnehin schon länger schwerpunktmäßig privat finanziert sein. Wenn sich nun also bald besagte Lotsen auf den Weg machen, dann tun sie das vor allem für ein "die haben was gemacht" im Volke und eben nicht, weil sich Dinge verändern sollen.
Wer wollte sie auch ändern, wenn sich doch im Konglomerat der Gleichgültigkeit, des fehlenden Interesses und der mangelnden Fähigkeit, auch mal hinter den Sinn und Zweck einer "schönen" Meldung zu blicken wunderbar vegetieren lässt und man ja allein mit den Stammwählern immer noch knappe Mehrheiten durch abenteuerliche Bündnisse erreichen kann?
Eben, es gibt kein Motiv der Politik, dem größten Teil ihres zu vertretenden Volkes Gutes im Bereich Bildung zu tun. Daraus erwüchsen nur Unbehagen und Rechtfertigungspflichten - wer will denn sowas?
Mich würde ja an dieser Stelle auch interessieren, wie sich die Schülerzahl von 1995 auf 2007 entwickelt hat. Ich nehme mal stark an, dass sie gesunken ist. Von einer Anstrengung in der Bildungspolitik muss man da auch nicht reden... .
zu Ihrer Frage
Sie können mit einem jährlichen Rückgang (über das gesamte Bundesgebiet) von rd. 2% im Bereich allgemeinbildender Schulen ausgehen, wie es diese Grafik des Statistischen Bundesamtes belegt.
http://www.destatis.de/je...
Zusatz:
Im Schuljahr 2007/08 besuchten rund 9,2 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Das sind 1,8% oder 172 000 weniger als im Vorjahr.
Damit ist die niedrigste Schülerzahl in allgemeinbildenden Schulen seit 1992 zu verzeichnen.
Gekoppelt mit der Inflationsrate in Deutschland
hier
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-(veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr)/
oder hier
http://de.wikipedia.org/w...
erscheinen die Zahlen für die Bildungsausgaben relativiert.
zu Ihrer Frage
Sie können mit einem jährlichen Rückgang (über das gesamte Bundesgebiet) von rd. 2% im Bereich allgemeinbildender Schulen ausgehen, wie es diese Grafik des Statistischen Bundesamtes belegt.
http://www.destatis.de/je...
Zusatz:
Im Schuljahr 2007/08 besuchten rund 9,2 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Das sind 1,8% oder 172 000 weniger als im Vorjahr.
Damit ist die niedrigste Schülerzahl in allgemeinbildenden Schulen seit 1992 zu verzeichnen.
Gekoppelt mit der Inflationsrate in Deutschland
hier
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-(veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr)/
oder hier
http://de.wikipedia.org/w...
erscheinen die Zahlen für die Bildungsausgaben relativiert.
Es kommt immer darauf an, an welchen Werten man die eigenen Leistungen misst.
Natürlich kann alles im Vergleich mit Zahlen etwa aus dem Vorjahr o.ä. besser sein - aber ist es dann auch gut?
Zunächst braucht es absolute Zielvorgaben und nicht die Darstellung von Leistungen im rein relativen Vergleich zu vorigen Leistungen.
Wie mein Superjudge ja schon geschrieben hat: Inflationsbereinigt sind die Leistungen im Bildungsbereich gesunken, nicht gestiegen.
So etwas will man als Verantwortlicher aber nicht hören oder lesen - geschweige denn zugeben. Es geht nur noch um die möglichst gute Darstellung der eigenen Handlungen und deren Ergebnisse - nicht darum, ob man alle relevanten Fakten bedacht und eingebracht hat und vollkommen sachbezogen diskutiert und Schlüsse zieht. So kann es nicht weiter gehen!
Damit geht die sogenannte Bildungsrepublik Deutschland unter, bevor sie überhaupt anhand absoluter Maßstäber definiert wurde!
dass wir uns im Bildungsniveau rapide dem Stand von Obervolta nähern. Nun bitte ich um Entschuldigung - bei Obervolta!
Und wenn den 16 Mini-Präsidenten die Bildung zu teuer wird, sollen sie sie doch an den Bund verkaufen! Weg mit dem Bildungsföderalismus! Wir haben ja auch nicht in der föderalen Hälfte der Bundesländer den Linksverkehr eingerichtet!
zu Ihrer Frage
Sie können mit einem jährlichen Rückgang (über das gesamte Bundesgebiet) von rd. 2% im Bereich allgemeinbildender Schulen ausgehen, wie es diese Grafik des Statistischen Bundesamtes belegt.
http://www.destatis.de/je...
Zusatz:
Im Schuljahr 2007/08 besuchten rund 9,2 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Das sind 1,8% oder 172 000 weniger als im Vorjahr.
Damit ist die niedrigste Schülerzahl in allgemeinbildenden Schulen seit 1992 zu verzeichnen.
Gekoppelt mit der Inflationsrate in Deutschland
hier
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1046/umfrage/inflationsrate-(veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahr)/
oder hier
http://de.wikipedia.org/w...
erscheinen die Zahlen für die Bildungsausgaben relativiert.
Das Problem ist, was man damit anstellt.
Das meiste Geld geht drauf, um unseren Lehrerinnen das halbe Duptat zu ermöglichen.
Teilzeit ist halt sehr teuer...
es gab im privaten bereich noch nie soviel nachhilfe wie zur zeit. ist dass nicht ein bedenkliches zeichen für den zustand unseres bildungssystems? alles nur auf das elternhaus schieben ist etwas zu billig. frühförderung ja, aber bitte nicht mit dem vorsatz die kleinsten systemgetreu auf die kommende schule vorzubereiten.
lehrplanreform wäre angesagt, und schulprojekte in allen regelschulen umsetzen. offenes lernen, frontalunterricht so weit es geht, abschaffen. lernen lehren. aber das bedeutet gut ausgebildete, engagierte lehrer zu haben, in ausreichender anzahl. schulgebäude modernisieren, genauso das lehrmaterial auf den neuesten stand bringen. jedem schüler sollte zugang zu pc und internet zur verfügung stehen. mediatheken in schulen mit lern-cd`s. aber das ist nur ein traum.
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