Die Detonation des Sprengkörpers aus dem Zweiten Weltkrieg in Göttingen riss drei Sprengstoffexperten mit in den Tod und verletzte zudem sechs Menschen. "Alle Personen hatten mit der Entschärfung des Blindgängers zu tun", hieß es in der Mitteilung der Polizei mit Bezug auf die Verletzten. Alle sind mittlerweile außer Lebensgefahr. Außenstehende kamen demnach offenbar nicht zu Schaden.

Auch am Morgen noch war der Bereich rund um den Explosionsort in der Nähe des Hauptbahnhofs weiträumig abgesperrt. Zwei Schulen und mehrere Firmen waren betroffen. Die meisten der rund 7000 Anwohner, die ihre Häuser verlassen mussten, konnten noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren.

Der Blindgänger detonierte etwa eine Stunde vor seiner geplanten Entschärfung gegen 21.30 Uhr aus bislang unbekannter Ursache. Die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten bereits entsprechende Vorbereitungen getroffen. Zum Zeitpunkt der Detonation hat aber keiner der Männer an der Zehn-Zentner-Bombe gearbeitet.  Zeugen schilderten, dass der Knall im Umkreis von mehreren Kilometern zu hören war.

Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten am Abend mit der routinemäßigen Vorbereitung begonnen. Die mit einem Säurezünder ausgerüstete Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war auf dem Göttinger Schützenplatz in sieben Metern Tiefe entdeckt worden und galt als hochgefährlich.

"Es sah alles nach einer Routine-Entschärfung aus", sagte Stadtsprecher Denis Johannson. Ein ferngesteuerter Roboter sollte den Blindgänger entschärfen. Er war vor wenigen Tagen beim Fund einer weiteren Bombe in unmittelbarer Nähe zum ersten Mal in Göttingen im Einsatz gewesen. Der Roboter hatte ein Wasserschneidegerät, das seit Jahresbeginn mehrfach erfolgreich erprobt wurde.

Um die Ursache für die Explosion zu finden, untersuchten Fachleute von Polizei und Feuerwehr den Unglücksort. Gerüchte, eine Gasleitung sei explodiert, bestätigte der Stadtsprecher nicht. In einiger Entfernung zum Bombenfundort verlaufe zwar eine größere Gasleitung. Nach Angaben der Stadtwerke habe es aber keinen Druckabfall gegeben, sodass eine Gasexplosion auszuschließen sei.